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KRYPTOKOMPASS-SPEZIAL: Alle Jahre wieder - folgt der Bitcoin-Kurs einer Saisonalität?


Kryptokompass - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 05.01.2020
Artikelbild für den Artikel "KRYPTOKOMPASS-SPEZIAL: Alle Jahre wieder - folgt der Bitcoin-Kurs einer Saisonalität?" aus der Ausgabe 1/2020 von Kryptokompass. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Kryptokompass, Ausgabe 1/2020

„Sell in may then go away“ ist eine der alten Börsenweisheiten des klassischen Marktes. Verschiedene Aktien stehen im Ruf, im Sommer schwach zu performen. Daraus folgt der Gedanke, dass Anleger im Mai verkaufen und im Oktober beziehungsweise Anfang des Jahres wieder investieren. Das „Sommerloch“, in welchem die Produktivität vieler Unternehmen durch die Sommerurlaube ebenfalls sinkt, wirkt sich negativ auf die Börsenkurse aus.
Auch auf kleineren Zeitskalen existieren derartige Pattern: Der Monday- oder Weekend-Effect ist eine seit 1973 bekannte Besonderheit hinsichtlich der Performance von Aktien. Seit ...

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... einigen Jahrzehnten fallen die Kurse an den Aktienmärkten am Montag verglichen mit den Kursen vor dem Wochenende. Verschiedene Studien begründen das mit über das Wochenende publizierten Hiobsbotschaften beziehungsweise den diese nun aufmerksamer verfolgenden Lesern. Von Montag bis Freitag sollen die Kurse im Mittel eher steigen, so dass eine veritable Handelsstrategie ein Kaufen am Montag und ein Verkaufen am Freitag wäre. Können derartige Aussagen auf den Krypto-Markt übertragen werden? Einige Theorien über eine Saisonalität im Bitcoin-Kurs kursieren zweifellos. Das chinesische neue Jahr wurde bisweilen für rapide Kursstürze verantwortlich gemacht. Ebenso sollen die Weihnachtsgelder für Trader an der Wall Street einen Einfluss haben. Dasselbe lässt sich über den Abgabe-Zeitpunkt der Steuererklärung sagen. Auch im Wochenrythmus soll sich ein geschicktes Investment lohnen. So sollen Montag und Samstag äußerst profitable, Mittwoch und Sonntag eher unprofitable Tage sein.Sind derartige Hypothesen haltbar? Um das zu klären, möchten wir uns die Kurse von Bitcoin und ausgesuchten Kryptowährungen ansehen. Wir werden zum Einen auf Basis der bestehenden Datenlage etwaige Saisonalitäten überprüfen und speziell diskutieren, ob und wie weit Handelsstra-tegien mit Bezug zu Saisonalität zu trauen ist. Wir fokussieren uns in dieser Diskussion auf den Bitcoin-Kurs und betrachten etwaige wöchentliche sowie monatliche Saisonalitäten. Investoren sollen so einen nüchternen, kritischen Blick sowohl auf etwaige Saisonalitäten gewinnen.

Traden im Wochenzyklus: Lohnt es sich?

Beginnen wir mit einer Betrachtung des Wochenzyklus. Wir betrachten, wie sich die tägliche Performance durchschnittlich an den verschiedenen Wochentagen verhielt. Mit einem Blick auf die Kursentwicklungen seit Anfang 2017 kommen wir auf folgendes Ergebnis:

Wie man sieht, konnte der Kurs besonders montags und samstags stark ansteigen - während er am Donnerstag einen dramatischen Tauchgang vollzog. Das deckt sich, zumindest grob, mit der weiter oben zitierten Studie.
Doch ist diese Aussage allgemeingültig? Bisher wurde lediglich die mittlere Tagesrendite für jeden Wochentag seit Anfang 2017 betrachtet. Eine wirkliche Aussage zum Thema Saisonalität können wir erst liefern, wenn wenigstens ein grober Zusammenhang zwischen Wochentag und Tagesrendite sichtbar ist - und das über einen längeren Zeitraum.

In der unteren Abbildung betrachten wir deshalb für jeden Wochentag einen gleitenden Mittelwert der letzten 150 Wochen. Die berücksichtigten Daten reichen bis Anfang 2014 zurück. Die mittleren Performances der Wochentage, so zeigt sich, waren stark am Wandern:

Wir sehen auf den ersten Blick keine 100-Prozent-Abhängigkeit. Bei genauerem Hinsehen entdecken wir jedoch schon eine schwache Saisonalität: Montag ist seit Beginn dieser Betrachtungen ein guter Monat. Samstag, obschon er 2017 noch schwächelte, kann sich seit Anfang 2018 weit oben halten. Im Kontrast dazu ist die Performance am Donnerstag seit Beginn unserer Analyse schwach. Die übrigen Tage schwanken, so dass hier keine eindeutige Abhängigkeit betrachtet werden kann. Neben einer etwas genaueren Bestätigung der schon zitierten Studie ist das Ergebnis insgesamt interessant: Bitcoin läuft dem Monday-Effect zuwider. Vielleicht liegt es daran, dass am Wochenende, in erster Linie am Sonnabend, viele Retail-Investoren zum Handeln kommen. Zusätzlich ist der Charakter der Nachrichten, die man über klassische Krypto-Newsmagazine an den Wochenenden liest, häufig eher positiv: Pressemitteilungen von Unternehmen, Tutorials oder Kolumnen über das Besondere an Bitcoin und Kryptowährungen regen eher zum Kauf denn zum Verkauf an.
Daraus ließe sich eine Investment-Strategie entwickeln. Gibt es einen Tag, an dem sich das In -vestment besonders lohnt? Das lässt sich natürlich ausprobieren. Nehmen wir eine sehr einfache Langzeit-Investment-Strategie an, in der wir an einem bestimmten Tag in der Woche Bitcoins kaufen. #stackingsats ist im Bitcoin-Ökosystem weiterhin im Trend, nehmen wir deshalb ein sehr einfaches, preiswertes Investment an: An einem Tag in der Woche investieren wir einen US-Dollar in Bitcoin, Das tun wir seit Anfang 2017, sprich seit über 150 Wochen. Das positive ist, dass der fiktive Anleger trotz des seit 2018 wütenden Bärenmarktes einen Reingewinn von knapp 100 Prozent verbuchen kann:

besonders lohnt? Das lässt sich natürlich ausprobieren. Nehmen wir eine sehr einfache Langzeit-Investment-Strategie an, in der wir an einem bestimmten Tag in der Woche Bitcoins kaufen. #stackingsats ist im Bitcoin-Ökosystem weiterhin im Trend, nehmen wir deshalb ein sehr einfaches, preiswertes Investment an: An einem Tag in der Woche investieren wir einen US-Dollar in Bitcoin, Das tun wir seit Anfang 2017, sprich seit über 150 Wochen. Das positive ist, dass der fiktive Anleger trotz des seit 2018 wütenden Bärenmarktes einen Reingewinn von knapp 100 Prozent verbuchen kann:

Alle Jahre wieder… gibt es eine saisonale Abhängigkeit beim Bitcoin-Kurs?

Soweit zur wöchentlichen Saisonalität. Wie sieht es mit einer monatlichen Saisonalität aus? Um dieser auf den Grund zu gehen, können wir ähnlich wie im vorherigen Abschnitt vorgehen. Wir werden jedoch keinen gleitenden Mittelwert betrachten, da die Statistik für jeden einzelnen Monat ansonsten zu gering werden würde. Stattdessen schauen wir auf die Monatsrenditen als Rohdaten: Wir betrachten, wie stark sich über einen Monat der Bitcoin-Kurs änderte.
Zur besseren Übersicht stellen wir die einzelnen Monatsrenditen als Balken für jeden Monat dar:

Schauen wir uns die Performances über die betrachteten Monate an, können wir tatsächlich leichte Saisonalitäten feststellen:

• Februar war ein Monat, der im betrachteten Bereich immer eine positive Rendite vorwei-sen konnte.

• Andere Saisonalitäten sind nicht so eindeutig kategorisierbar, aber dennoch mehr oder weniger sichtbar: Sieht man von 2018 ab, waren Mai und Juni eher passabel performende Monate. Sprich: Mindestens einer von ihnen konnte eine positive Performance vorweisen.

• Der Gegensatz dazu ist der Spätsommer: August und September waren eher schlecht per-formende Monate.

Neben den Saisonalitäten ist ein weiteres Detail interessant: Schauen wir uns die Performance im Dezember an. wäre eine Interpretation, dass in Bullenmärkten die Performance im Dezember positiv, in Bärenmärkten jedoch negativ war. Ob dies als Indikator für neue Bullenmärkte genutzt werden kann, muss sich freilich noch zeigen, dazu ist die Statistik etwas gering. Spannend für die aktuelle Marktlage ist jedoch, dass für ein derart positives Signal der Bitcoin-Kurs das Jahr über 7.500 US-Dollar abschließen muss.
Wie auch im Fall der wöchentlichen Saisonalitäten können diese für eine Handelsstrategie ausgenutzt werden. Wir gehen wieder im ersten Schritt wirklich einfach vor und betrachten, welcher Monat sich bisher als optimaler Investment-Monat bezahlt machte. Das Ergebnis ist deutlich eindeutiger als im Fall der wöchentlichen Saisonalität. Für einen besseren Vergleich betrachten wir wieder lediglich das Investment seit Anfang 2017:

Zwei Dinge fallen auf: Zum Einen sind die maximalen Renditen deutlich höher und rangieren für monatliche Investments im Zeitraum von Januar bis April zwischen 150 und 250 Prozent.

Zum Zweiten ist der saisonale Charakter hier deutlich eindeutiger: Ab August kann kaum eine wirkliche Rendite erwartet werden. Wer also nur einmal pro Jahr investiert, sollte das zu Jahresbeginn tun.
Auch das deckt sich wieder, zumindest grob, mit der saisonalen Performance. Speziell der Einfluss des Spätsommers und des schwachen Januars schlägt sich auch in diesem Investment nieder.

Grenzen der Saisonalität

Bisher haben wir sehr einfache Investment-Strategien betrachtet. Man könnte noch andere Modelle untersuchen, in denen saisonal bedingt verkauft wird. Uns ging es jedoch in erster Linie darum, zwei Fragen zu klären:
Existiert eine Saisonalität am Bitcoin-Markt? Schlägt sich diese in einem Investment nieder? Beide Fragen konnten wir mit „ja“ beantworten. Sind nun die Saisonalitäten etwas, worauf Anleger ihr gesamtes Geld setzen sollten? Keineswegs. Der Krypto-Markt ist noch jung; selbst die Dinge, die heute als eindeutige Gesetzmäßigkeiten erscheinen, können schon morgen nicht mehr gelten.
Dazu kommt: Weder Bitcoin noch andere Kryptowährungen sind mit Unternehmen gleichzusetzen. Saisonale Schwankungen, die durch eine Sommerbedingte geringere Produktion oder ähnliches bei klassischen Unternehmen (beziehungsweise ihren Börsen-Kursen) geschehen können, existieren bei Kryptowährungen nicht. Der gesamte Markt ist noch jung, entsprechend entwickeln sich hier noch etwaige Jahreszyklen.
Ebenso gelten einige Gründe für einen wöchentlichen Zyklus im Krypto-Bereich nicht: Krypto-Börsen sind grundsätzlich rund um die Uhr offen, etwas, was im klassischen Bereich noch recht jung ist.
Entsprechend sollten die hier diskutierten Handelsstrategien mit Vorsicht genossen werden. Sollte man sich dazu entscheiden, derartige Strategien zu nutzen, sollte man das Geld-Management nicht vergessen. Ebenso sollten Anleger beobachten, ob sich etwas an den Saisonalitäten ändert.
Um Lesern dies zu erleichtern - und als kleines verspätetes Weihnachtsgeschenk für unsere Le-serinnen und Leser - haben wir ein kleines Tool geschrieben. Unter diesem Link können interessierte Anleger selbst testen, wie sich wöchentliche und monatliche Saisonalitäten entwickeln. Ebenso können saisonale Handelsstrategien getestet werden, Anders als dieser Artikel sollen dort auch andere Kryptowährungen als Bitcoin untersucht werden können. Wir wünschen den Lesern viel Spaß und viel Erfolg beim Trading.

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