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Kryptotrading für jedermann


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Traders - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 27.01.2022

HINTERGRÜNDE UND HANDELSMÖGLICHKEITEN

Artikelbild für den Artikel "Kryptotrading für jedermann" aus der Ausgabe 2/2022 von Traders. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Traders, Ausgabe 2/2022

Jens Ischebeck

Jens Ischebeck ist Kryptoinvestor und Betreiber der Webseite cryptoeinfach.de. Ziel der Seite ist es, Kryptowährungen und das Investieren in diese Anlageform einfach und verständlich für Einsteiger und Fortgeschrittene zu erklären. https://cryptoeinfach.de

Background der Kryptowährungen

Der Bitcoin ist die erste digitale Währung, die dezentral organisiert und kryptografisch abgesichert ist, erfunden von einem bis heute unbekannten Entwickler mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto. Mit Kryptowährungen lässt sich ein bargeldloser Zahlungsverkehr umsetzen, und zwar ganz ohne Beteiligung dritter Instanzen wie Banken, Makler oder Behörden. Die Technologie hinter Kryptowährungen heißt Blockchain (siehe Bild 1) – und hat ihr Potenzial noch nicht mal ansatzweise gezeigt.

Kryptowährungen betreffen schon zahlreiche Bereiche

Die Blockchain-Technologie verändert ...

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... unsere Gesellschaft, die Wirtschaft, den weltweiten Handel, die Industrie und vor allem uns Menschen. Denn als Teil der digitalen Transformation enfaltet sie ihr Potenzial nicht nur in die Businesswelt, sondern auch in unseren Alltag und in der Form, wie wir konsumieren, wählen gehen, bezahlen wollen oder mit anderen in Kontakt treten. Die ersten Geschäftsmodelle sind im Massenmarkt bereits erfolgreich umgesetzt, allerdings steht die Umstrukturierung ganzer Branchen an. Kryptowährungen gelten als so einflussreich wie die Erfindung des Internets oder das Aufkommen des E-Commerce Anfang der 2000er-Jahre.

B1 Bitcoin: Dezentral, frei, schnell und günstig

B2 Vorteile der Kryptowährungen

Wesentliche von Kryptowährungen betroffene Bereiche sind:

• Finanzbranche

• Energiebranche

• Mobilitätsbranche

• Automobilbranche

• Versicherungsbranche.

Daneben prägt die Technologie aber auch Entwicklungen und Innovationen folgender Bereiche:

• Industrie 4.0

• Kunst und Sammlerobjekte

• künstliche Intelligenz

• Machine Learning

• Produktionsumgebungen

• Investmentchancen für Kleinanleger

• Besitzaufteilung

• Start-up-Finanzierungen

• soziale Medien

• Zahlungsverkehr

• Zugang zu Finanzdienstleistungen.

Schauen wir uns den allgemeinen Zahlungsverkehr einmal genauer an. Das digitale Bezahlen ist nicht mehr nur ein Hype oder ein Trend. Im Jahr 2020 wurde ein Drittel weniger Bargeld ausgetauscht als im Vorjahr, so die Deutsche Bank. Damit wurden die Prognosen für 2023 bereits im vergangenen Jahr übertroffen. Das hohe Tempo ist nicht allein der Pandemie geschuldet. Digitales Geld ist hygienischer, außerdem haben sich die Bezahlmethoden durch Kryptowährungen und entsprechende Plattformen immer weiterentwickelt. Neben unserem eigenen Verhalten haben diese Entwicklungen auch die Handelswelt verändert. Digitale Innovationen beschleunigen diese Veränderungen zusätzlich und machen digitales Bezahlen für Unternehmen attraktiv (siehe Bild 2). Händler können mehr Kunden erreichen, wenn sie sich digitalem Geld öffnen. Verbraucher erwarten heute unterschiedliche Zahlungsmöglichkeiten und Händler erhalten dadurch bessere Verkaufsstatistiken. Werden wir also in naher Zukunft wie selbstverständlich Kryptowährungen verwenden, um Dinge zu bezahlen? Werden sich Kryptowährungen als Zahlungsmittel etablieren und wer profitiert davon?

Bankwesen und Kryptowährungen

Die konstant voranschreitende Digitalisierung macht die Partizipation an der Blockchain jeden Tag für mehr Menschen attraktiv. Auch Banken können sich dieser Herausforderung nicht entziehen. So haben jüngst die Sparkassen angekündigt, ebenfalls ins Bitcoin-Geschäft einsteigen zu wollen. Der Deutsche Sparkassenund Giroverband DSGV plant ein Pilotprojekt, bei dem S-Payment, die auf Zahlungsverkehrsdienstleistungen spezialisierte Tochter, prüft, welche Möglichkeiten und Risiken einer Wallet es für Sparkassenkunden gibt, um Kryptoassets sicher verwahren zu können.

Schon im Frühjahr 2022 soll es Medienberichten zufolge ersten Sparkassenkunden möglich sein, direkt über ihr Girokonto Kryptowährungen kaufen können. Ob das auch das Trading einschließt, wurde nicht erwähnt, liegt jedoch nahe. Ist die Technologie einmal angebunden, wären nur noch Schnittstellen zu bestehenden Börsen zu schaffen oder eigene Handelsplattformen zu entwickeln. Letzteres wäre sicherlich sehr aufwendig, weswegen eine Partnerschaft sinnvoll scheint.

Es gibt 376 Sparkasseninstitute in Deutschland, die im Rahmen des Pilotprojekts aber nicht grundsätzlich Kryptowährungen in ihren mehr als 12.000 Filialen akzeptieren müssen. Jede kann das selbst entscheiden. Während auf der einen Seite Filialen geschlossen werden, wollen oder können sich die Sparkassen dem Thema Digitalgeld und Kryptowährungen offenbar nicht länger entziehen. Bild 3 zeigt, wieso sich ein Vergleich zwischen Aktien und Kryptowährungen lohnt.

B3 Warum lohnt sich ein Vergleich zwischen Aktien und Kryptowährungen?

B4 Wie handle ich mit Kryptowährungen?

B5 Übersicht Kryptobörsen

B6 Tradingbots als Hilfsmittel beim Trading von Kryptowährungen

Kryptowährungen handeln

Beim Traden von Kryptowährungen geht es um das Kaufen und Verkaufen verschiedener Coins. Das schließt das Tauschen von gewöhnlichem (Fiat) in digitales Geld und umgekehrt ein. Nachdem Anfang Oktober 2020 Bitcoin noch unter 11.000 US-Dollar notiert war, lag der Kurs im April dieses Jahres bei über 64.000 US-Dollar und erreichte damit ein neues Allzeithoch. Selbst die Analysten der Investmentbank JP Morgan sehen einen Kurs von bis zu 146.000 US-Dollar für Bitcoin möglich.

Die Gründe dafür sind wahrscheinlich diese:

• Bitcoin ist kein Nischenprodukt mehr.

• Auch institutionelle Anleger investieren in Bitcoin.

• Das anhaltende Zinstief legt Bitcoin als Alternative nahe.

• Die maximale Stückzahl ist begrenzt, was die Nachfrage steigen lässt.

Mit der Blockchain gehören nicht nur SEPA-Überweisungen der Vergangenheit an, die Technologie ist auch an sieben Tagen die Woche 24 Stunden täglich verfügbar. Je nach verwendeter Blockchain dauert eine Transaktion wenige Stunden statt mehrerer Werktage, wie bei vielen Banken üblich. Auch beim Traden geht die Blockchain neue Wege und bietet den Besitzern von Kryptowährungen interessante Alternativen. Eine direkte Manipulation der Blockchain ist mit den derzeit verfügbaren Rechnern praktisch unmöglich. Digitale Daten sind im Nachhinein nicht veränderbar, das ist ein großer Vorteil gegenüber herkömmlichen Systemen. Als Nachteil muss beim Traden die große Volatilität der Kryptowährungen genannt werden, denn die Kursschwankungen sind gerade für Privatanleger gefährlich. Doch genau hier bietet sich auch eine besondere Chance, denn genau diese Volatilität macht den Markt so spannend und bietet ein breites Spektrum an Handelsmöglichkeiten.

Wie geht das Traden mit Kryptowährungen?

Beim Kryptotrading geht es um das Kaufen und Verkaufen (siehe Bild 4) an zentralen oder dezentralen Kryptobörsen. Das sind Plattformen, auf denen sich Nutzer kostenlos registrieren können, Geld auf das Konto laden und damit verschiedene Kryptowährungen handeln können. Die Kryptobörsen ähneln traditionellen Aktienbörsen, sind jedoch weniger reguliert. Beispiele zentraler Kryptobörsen sind Binance, Coinbase oder Kraken. Beispiele dezentraler Kryptobörsen sind Uniswap, Airswap und Binance DEX.

Mit den Kryptowährungen sind auch dezentrale Finanzdienstleistungen entstanden. Sie decken heute bereits eine Vielzahl von Serviceleistungen ab, die bisher von klassischen Banken oder Institutionen übernommen wurden. Das Traden mit Kryptowährungen gehört zu den DeFi-Anwendungen, die auf der Blockchain basieren und privaten wie institutionellen Anlegern das Handeln mit Kryptowährungen erlauben.

Während bei zentralen Kryptobörsen (siehe Bild 5) die Verwaltung und Steuerung der Tätigkeiten und Transaktionen in der Hand der Betreiber liegen, funktionieren dezentrale Kryptobörsen ohne konventionellen Zwischenhändler. Der Handel ist automatisiert und läuft Peer-to-Peer, also End-to-End. Händler genießen auf dezentralen Börsen mehr Privatsphäre, während man bei zentralisierten Börsen den vorgeschriebenen KYC-Prozess zur Identitätsbestätigung durchlaufen muss. Die weltweit größte und erfolgreichste Kryptobörse ist Binance.

Die Unterschiede beim Handel von Kryptowährungen

Zwischen dem herkömmlichen Kauf und Verkauf von Kryptowährungen und dem echten Handel mit ihnen gibt es Unterschiede – und beim Traden stehen Anlegern verschiedene Optionen zur Verfügung.

Kauf und Verkauf: Nutzer registrieren sich auf der Kryptobörse ihrer Wahl und zahlen Fiat, also herkömmliches Geld, auf ihr Kundenkonto ein – je nach Anbieter über eine SEPA-Überweisung, per PayPal oder Kreditkarte. Das Trading beginnt dann mit der Suche nach einem geeigneten Paar aus Fiat und Kryptowährung. Nicht alle Kryptobörsen erlauben die Einzahlung in Euro, daher sind auch Coin-Paare aus US-Dollar und einer Kryptowährung zu finden. Je nach Plattformanbieter ist auch der Tausch von einer Kryptowährung in eine andere möglich.

Die gängigsten Ordertypen beim Traden sind:

• Marketorder, die sofort zum aktuellen Marktpreis kauft oder verkauft.

• Limitorder, die ein Angebot zu einem bestimmten Preis im Orderbuch hinterlegt.

• Stopporder, die eine bestimmte Preisbedingung erfüllt. Sie wird ausgeführt, sobald ein bestimmter Preis erreicht ist.

Welche Strategie beim Kryptoinvestment?

Die gängigste Strategie ist wohl die, auf steigende Kurse zu hoffen, um dann die gehaltenen Coins gewinnbringend zu verkaufen. Dabei sollten aus steuerlichen Gründen die einzelnen Kryptowährungen des Portfolios mindestens ein Jahr gehalten werden. In der Regel setzen Anleger in diesem Fall auf bekannte Werte, also etablierte Kryptowährungen und solche mit der größten Marktkapitalisierung. Wer sein Portfolio diverser aufstellen möchte, kann nach Coin-Alternativen schauen. Das sind beispielsweise Kryptowährungen, die erst seit Kurzem auf dem Markt und bei großen Brokern, also Kryptobörsen, gelistet sind. Geeignete Anlagestrategien wären hier die kurz-oder langfristige Investition. Der Anleger hofft also darauf, dass günstige und eher unbekannte Kryptowährungen später deutlich im Kurs zulegen und sich somit die Geldanlage rentiert. Wichtig zu beachten ist aber, dass bei dieser Strategie nicht nur der Gewinn oder Verlust einzelner Coins im Mittelpunkt steht, sondern vielmehr die relativen Veränderungen. Die prozentualen Entwicklungen lassen sich viel besser miteinander vergleichen und ähnlich wie bei Aktien geht es im Vermögensaufbau um die Gewinnmaximierung als Ganzes und nicht darum, einen konkreten Wert zu erzielen. Als Hilfsmittel können auch Tradingbots genutzt werden (Bild 6).

In Kryptowährungen investieren für mehr Diversität

Wer bereits in ETFs oder Aktien investiert ist, sollte sein Portfolio breiter aufstellen. Das senkt die Risiken von Ausfällen. Experten empfehlen fünf bis zehn Prozent des Anlageportfolios in Kryptowährungen zu investieren und das Investment als langfristige Strategie zu sehen. Aber Kryptotrading ist nichts für Anfänger und jeder sollte sich gut darauf vorbereiten.

Die wichtigsten Begriffe beim riskanten Kryptotrading sind:

1. Margin: die Gewinnspanne des Brokers (Achtung: hiermit ist nicht die Hinterlegung einer Sicherheit wie beim Handel mit Derivaten gemeint.)

2. Take-Profit: Der TP wird beim Kaufen von Kryptowährungen festgelegt und gibt den Preis an, bei dem die Verkaufsorder greift. Ziel ist es, potenzielle Gewinne gleich zu realisieren.

3. Stopp-Loss: Der SL schützt Sie vor hohen Verlusten und verkauft Positionen automatisch, wenn die Kryptowährung einen bestimmten Wert unterschreitet. Liegt der Stopp-Loss beispielsweise bei 60 Prozent, wird automatisch verkauft, wenn die Kryptowährung bei 60 Prozent des Einkaufspreises liegt.

4. Vorausgeplant kaufen: Sie legen im Voraus einen bestimmten Kurswert fest, bei dessen Unterschreiten der Kauf automatisch getätigt wird.

Mit der richtigen Kombination aus Anlagetrading über Kauf/Verkauf und einer Tradingstrategie mit erhöhtem Risiko können Anleger in Kryptowährungen investieren. Garantien gibt es natürlich keine, genau wie beim Aktienmarkt. Es gibt aber auch noch Krypto-CFDs, das sind Vorhersagen auf die künftige Wertänderung bestimmter Kryptowährungen (siehe Bild 7).

Investieren in Krypto-CFDs

CFD steht für Contract For Difference, auf Deutsch Differenzkontrakt. Sie setzen darauf, dass der Preis einer Kryptowährung steigt oder fällt – und damit auch der Wert des CFD. Aber Vorsicht: Diese Anlageform ist überaus spekulativ und nur geeignet für sehr erfahrene Anleger. Der Grund liegt im Hebel, der sowohl Gewinne als auch Verluste um ein Vielfaches erhöht. Damit könnte Ihr Verlust deutlich über den im Konto hinterlegten Sicherheiten liegen, was zur Ausübung der „Negative Balance Protection“ führt (Margin-Call des Brokers, Schließen der offenen Positionen, Ihr Konto wird aus dem negativen heraus auf null gesetzt). Kryptobörsen, die die Erlaubnis zum Handel mit CFDs besitzen, sind in der Regel staatlich reguliert, da es sich hier um ein offizielles, also reguliertes Finanzprodukt handelt. Dadurch ist der Hebel auf maximal 2:1 bei privaten Anlegern begrenzt, was aber immer noch ein immenses Risiko darstellt. Ob ein Krypto-CFD besser als ein direktes Investment ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend ist, über welche Erfahrungen Sie verfügen, welche Strategie Sie verfolgen und welche Kryptowährung Sie dazu auswählen wollen. Beim direkten Traden müssen Sie teilweise lange warten, bis ein echter Kursanstieg vorliegt. Wenn Sie die Coins so lange sicher in der Wallet aufbewahren, spricht nichts dagegen. Bitcoin kann auch direkt getradet werden, denn es ist ein bekanntes dezentrales Zahlungsmittel und wird inzwischen von vielen Stellen weltweit akzeptiert. Wer eher auf eine kurzfristige Investitionsmöglichkeit aus ist, kann von den Kursentwicklungen bei Kryptowährungen profitieren. Die Hebelwirkung generiert im besten Fall höhere Gewinne, ist aber sehr riskant.

Börsen reagieren auf Wunsch der Kunden nach Kryptoinvestments

Nach Aktien werden nun Kryptoinvestments populär. Zuerst interessierten sich junge Anleger verstärkt für Aktien. Inzwischen sind sie auf der Suche nach neuen Anlageformen wie Kryptowährungen und meiden deshalb häufig klassische Börsen. Doch jetzt ist auch die Deutsche Börse auf die bisher nicht berücksichtigte Investorengruppe aufmerksam geworden und hat sich mit 20 Prozent an der hauptsächlich von Privatanlegern genutzten Handelsplattform Tradegate beteiligt. Die Anzahl der dort gehandelten Wertpapiere stieg im Jahr 2020 um 150 Prozent auf 257 Milliarden. Im Dezember hat die Deutsche Börse außerdem die Mehrheit der Crypto Finance AG erworben, die Handel und Verwahrung digitaler Assets wie Kryptowährungen anbietet.

Die Bison-App der Stuttgarter Börse versteht die Interessen der Zielgruppe aber offensichtlich noch besser, denn hier lassen sich Kryptowährungen traden. Während sich die Frankfurter Börse auf institutionelle Anleger konzentriert, will sich die Stuttgarter Börse mehr auf Privatanleger fokussieren. Mit über 400.000 aktiven Nutzern gehört sie bereits zu den Marktführern und will bald auch in Österreich und die Schweiz investieren. Der neue Börsenchef Dr. Matthias Voelkel plant die schwäbische Regionalbörse zur Börse 4.0 auszubauen, so die Tagesschau. Zu den beliebtesten Produkten der Bison-App gehört der Bitcoin Exchange Traded Crypto ETF. Bison unterliegt den deutschen Regularien, das Finanzgeschäft wird über die Tochtergesellschaft der Börse Stuttgart, der blockhouse GmbH, abgewickelt. Mit 0,75 Prozent pro Trade ist das Angebot nicht gerade günstig und richtet sich primär an Einsteiger und Gelegenheitstrader. Die Kontoführung wird über eine Kooperation mit der solarisBank angeboten, sodass verwahrte Guthaben bis 100.000 Euro pro Kunde abgesichert sind. Allerdings gilt das nicht für die verwahrten Kryptowährungen. Außerdem bietet die Börse Stuttgart auch Zertifikate auf Kryptowährungen an, ebenso wie zum Beispiel Vontobel.

Alternativen zum regulierten Kryptomarkt

Es besteht darüber hinaus auch die Möglichkeit, sein Geld einem Kryptoverwahrer zu überlassen, damit er es gewinnbringend einsetzt. Ein solcher offizieller, durch die BaFin regulierter Kryptoverwahrer ist das Start-up Tangany. Neben anderen Dienstleistungen stehen Investoren ab einer sechsstelligen Investitionssumme die Möglichkeiten zur Vermögensverwaltung offen.

„Inzwischen sind junge Anleger auf der Suche nach neuen Anlageformen wie Kryptowährungen und meiden deshalb häufig klassische Börsen.“

Für Kleinbeträge ab 50 Euro kann das österreichische Start-up Coinpanion.com genutzt werden. Anleger investieren hier in vorausgewählte Produktportfolios wie Metaversum und NFT.

Dieses Portfolio wächst derzeit am stärksten auf der Plattform, die insgesamt über 60 Millionen Euro verwaltet. Als österreichisches Unternehmen unterliegt es jedoch nicht der in Deutschland notwendigen Regulierung; Investoren müssen der Plattform vertrauen. Eingezahlt wird auf eine litauische Bank, was nichts Schlechtes bedeuten muss. Schließlich gehört Litauen zur EU und unterliegt damit den EU-Gesetzen. Auch Investments in einen Kryptoindex sind möglich (siehe Bild 8).

Zuletzt sei noch auf den Arbitragehandel auf Kryptomärkten hingewiesen. Dabei profitieren Anleger von Preisunterschieden auf Kryptobörsen und von künstlicher Intelligenz. Die computergestützten Systeme realisieren Arbitragegewinne, indem sie Trades innerhalb von Millisekunden ausführen und die Preisunterschiede zwischen einzelnen Börsen nutzen. Die Kaufund Verkaufsbefehle werden unverzüglich ausgeführt; so können auch relativ geringe Differenzen zu guten Gewinnen führen. Dabei hängt die Höhe der Gewinne von den Preisunterschieden der einzelnen Kryptowährungen ab und nicht – wie auf den üblichen Börsen, an denen ebenfalls Arbitragehandel betrieben werden kann – von der Wertentwicklung eines Assets.

Fazit

Kryptotrading stellt einen schnell wachsenden Bereich in der Tradingwelt dar. Jeder Handel birgt Risiken, unabhängig von den Assets. Aber das Trading von Kryptowährungen bietet vor allem auch sehr hohe Chancen. Da sich das immer weiter herumspricht, nimmt die Anzahl der Kryptotrader stetig zu und treibt damit die Kryptopreise in immer neue Höhen.

B7 Kryptowährungen als CFD kaufen

B8 In Kryptowährungen investieren mit einem Kryptoindex