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Kuchenindustrie verliert 2018 leicht an Umsatz Zu warm fur den Kuchenkauf


KÜCHENPLANER - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 26.06.2019

Die Hitzewelle im Sommer und die Pleite von Alno. Das sind die beiden Hauptgründe, warum die Küchenindustrie in 2018 leicht an Umsatz eingebüßt hat. Das Niveau ist mit mehr als 11 Mrd. Euro jedoch weiterhin hoch.


11,43 Mrd. Euro haben die Hersteller von Küchenmöbeln, Haushaltsgeräten und Zubehör im vergangenen Jahr national und international umgesetzt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 1,2 % oder 14 Mio. Euro. Für Volker Irle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK), ist dieses Ergebnis dennoch ein Erfolg. „Zum vierten Mal in Folgte über 11 Mrd. Euro Umsatz“, ...

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Bildquelle: KÜCHENPLANER, Ausgabe 6/2019

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... betonte er im Rahmen der jährlichen Wirtschaftspressekonferenz des Verbandes die Stabilität der Erlöse und verwies gleichzeitig auf komplizierte Rahmenbedingungen für die Branche im vergangenen Jahr. Diese lassen sich mit den Begriffen „Hitze“ und „Alno“ beschreiben.

In der Summe rucklaufig, in der Spitze aber immer wertvoller. Der Anteil an Kuchenplanungen im Wert ab 20 000 Euro steigt im deutschen Markt. Gute Technik und hochwertige Oberflachen kommen an.


Drei Grunde fur den Erfolg

Die grundsätzlich positive Lage für die Industrie mit einer „Kontinuität auf hohem Niveau“ speist sich laut Volker Irle aus drei zentralen Faktoren: 1. Die Nachfrage nach Küchen „Made in Germany“ liegt auf Rekordniveau. 2. Die Endkunden nehmen die Innovationen der Branche an und sind bereit zu investieren. 3. Die grundlegende Stärke der Küchenindustrie.

Wie stark die heimische Küchenindustrie tatsächlich sei, zeige zum Beispiel die vergleichsweise rasch realisierte Kompensation der Alno-Ausfälle. Hinzu kommen die steigenden Anforderungen der Kunden an Funktionalität und Design. Diese erforderten immer individuellere und raffiniertere Lösungen. „Und das wird umgesetzt und angeboten“, betonte der AMK-Geschäftsführer und lenkte damit den Blick auf die nach wie vor kontinuierlich steigenden Kommissionswerte.

7125 Euro pro Kuche im Schnitt

Der durchschnittliche Auftragswert pro Küche liegt in Deutschland laut Martina Sedlmaier von der GfK* inzwischen bei 7125 Euro. Das sind 228 Euro mehr als im Vorjahr. Ein genauerer Blick in die Statistik zeigt: Mehr als jede zweite Küche (52 %) lassen sich die Verbraucher mehr als 10 000 Euro kosten, jede siebte Küche wird sogar für mehr als 20 000 Euro geplant. Diese Tendenz hin zur Premiumküche sorgt im Handel zwar für eine Erhöhung der durchschnittlichen Auftragswerte, der Verkaufsumsatz in Summe sank laut GfK im Jahr 2018 jedoch um 3,8 %, die Verkaufsmenge sogar um 6,9 %.

Umsatzfördernd wirken Themen wie Energieeffizienz, ökologisches Bewusstsein, Komfort (z. B. einfache Handhabung und Zeitersparnis) und Vernetzung. Wobei Martina Sedlmaier zum Stichwort Connectivity keine absoluten Zahlen für einzelne Produktsegmente vorlegte, sondern allgemein von einer „besonderen Wachstumsdynamik mit hohen Zuwächsen“ sprach. Konkret auf Produktthemen bezogene Wachstumstreiber sind der GfK zufolge Kochfeldabzüge, großvolumige Solitär-Kühlschränke (500 Liter Volumen und mehr), XL Spülmaschinen und Backöfen sowie Öfen mit Reinigungsfunktion (Pyrolyse). Am inländischen Gesamtumsatz für Kochfelder seien die Kochfeldabzuge bereits mit einem Anteil von fast ein Viertel beteiligt. „Und das Thema greift europaweit um sich“, erläuterte die GfK-Expertin.

Volker Irle (AMK) und Monika Sedl maier (GfK) prasentierten im Rahmen der AMK-Wirtschaftspressekonferenz in Koln die Zahlen der gesamten Kuchenindustrie fur 2018 und dokumentierten aktuelle Trends und Wachstumsfelder.


Grau, matt, grose Turen

„Die Küche ist in die Wohnflächen hineingewandert“, sagte Volker Irle und wählte damit ein bewegtes Bild für den grundsätzlichsten aller Küchentrends: die Verschmelzung von Lebensräumen. Was neue Anforderungen an Funktion und Design stellt. Reichte es früher aus, dass zum Beispiel die Einbaugeräte in einer off enen Küche möglichst leise ihren Dienst verrichten, seien diese heute längst zu Designobjekten geworden, so der AMK-Geschäftsführer. Irle: „Die Küchenmöbel als Teil des Wohnmobiliars folgen aktuellen Trends nach dunkleren Grautönen. Die Oberflächen sind komplexer und gleichzeitig durch ihre matte Gestaltung etwas zurückhaltender geworden. Dabei ziehen Pocketdoors (großformatige Einschubtüren) und andere Gestaltungskonzepte für mehr verdeckten Stauraum in die Räume ein. Den allseits wahrnehmbaren Trend zu matten Flächen im „Erlebnisraum Küche“ sehen und bestätigen auch die GfK-Marktbeobachter. „Zweidrittel in matt“, brachte Monika Sedlmaier die Entwicklung bei der Oberflächengestaltung auf den Punkt, ergänzte aber durchaus überraschend: „Ende 2018 haben wir eine erste Umkehrung zu glänzend gesehen.“ Weiter stabil in der Gunst der Küchenkäufer bleiben Küchenmöbel in hochwertigem Echtlack. In jeder zweiten Planung ab 10 000 Euro Auftragswert wird das Möbel lackiert.

Es darf etwas mehr sein

Themen wie diese bieten auch die passenden Argumente, die Kunden wie erwähnt zunehmend zu qualitativ hochwertigen Lösungen greifen lassen. Martina Sedlmaier drückt es so aus: „Der Kunde von heute ist anspruchsvoll und investitionsbereit; er kauft weniger, dafür aber mehr Qualität.“ Monika Sedlmaier betonte aber auch, dass dies kein Selbstläufer für Industrie und Handel sei. „Kunden sind an hochwertigen Lösungen interessiert, sie müssen aber aktiv angesprochen und überzeugt werden.“ Die dazugehörige frohe Botschaft für die Werbeverantwortlichen der Küchen branche hatte sie gleich mit im Gepäck: „Die Konsumlaune in Deutschland ist weiterhin groß.“ Und mit einem Bestand von ca. 15 Mio. Küchen in Deutschland, die älter als 15 Jahre sind, böte auch der Inlandsmarkt noch immer ein großes Potenzial. Die zunehmende Anzahl von Ein- und Zwei-Personenhaushalten und die damit ansteigende Anzahl von Haushalten insgesamt ebenso.
Dirk Biermann
www.amk.de
www.gfk.de

* die komplette berufliche Positionsbeschreibung von Martina Sedlmaier lautet so: Senior Director Market Insights Central Europe der GfK Retail and Technologie GmbH, Nurnberg.


Foto: Ballerina Kuchen

Foto: Biermann