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Küchenverbände: AMK-Mitgliederversammlung: Wie immer und doch ganz anders


KÜCHENPLANER - epaper ⋅ Ausgabe 4/2018 vom 10.04.2018

Marktzahlen, Analysen, Entwicklungen und Berichte aus der Praxis – im Grunde war es wie immer bei der Mitgliederversammlung der AMK. Wie immer hochgradig interessant, informativ und gesellig. Und gleichzeitig war es ganz anders. Denn es galt Abschied zu nehmen. Und das in unterschiedlicher Intensität gleich zweifach.


Am 20. Februar, also exakt einen Monat vor der Mitgliederversammlung in Mannheim, starb der langjährige Geschäftsführer Hans-Joachim Adler. Er wurde 72 Jahre alt. Adler hat die AMK über fast zwei Jahrzehnte entscheidend geprägt und Dinge initiiert, die dem Verband heute sein ...

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Bildquelle: KÜCHENPLANER, Ausgabe 4/2018

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... unverwechselbares Gesicht geben und ihn so wertvoll machen für die Branche. Bevor sich die von Zahlen getriebene Tagesordnung nüchtern zu Wort melden konnte, nahm sich Vorstandssprecher Roland Hagenbucher deshalb die gebührende Zeit, an Hajo Adler zu erinnern und an manche Meilensteine seines Wirkens. Von denen gab es einige: „Wenn die Küche heute den Stellenwert des Wohnzimmers eingenommen hat, dann ist das sein Erfolg“, fasste Hagenbucher die besonderen Verdienste Adlers zusammen und fuhr fort: „Er schuf den Tag der Küche, und auch die Living-Kitchen würde es ohne sein Engagement nicht geben.“ Gleichzeitig erinnerte Roland Hagenbucher an den Menschen Hans-Joachim Adler: „Er war ein Macher, Moderator, Mediator und exzellenter Ratgeber; ein großer Netzwerker mit Herzblut für die Küche und ein Mensch mit einem großen Herz für die Schwachen der Gesellschaft.“ Viele Wegbegleiter Adlers werden die Worte Hagenbuchers nachempfunden haben. „Unsere Erinnerungen“, so der AMK-Sprecher abschließend, „sind von Wertschätzung und Dankbarkeit geprägt.“

„Ein durchwachsenes Jahr für eine erfolgsverwöhnte Branche.“ Vorstandssprecher Dr. Oliver Streit (Foto) weiß, wie man einen Rechenschaftsbericht unterhaltsam vorträgt.


Hagenbucher verabschiedete Mangels mit wertschätzenden Worten. Unter anderem sagte er: „Sie haben die großen Fußstapfen, die Frank Hüther vor vier Jahren hinterlassen hat, noch etwas geweitet.“ Angesichts der anerkannt wegweisenden Arbeit Frank Hüthers für die AMK kommen diese Worte einer Würdigung mit Sternchen gleich. Von den Teilnehmern der Mitgliederversammlung erhielt Kirk Mangels lang anhaltenden Applaus.

Souveräne Premiere

Aufmerksam verfolgt wurde von der versammelten AMK-Familie zudem der erste Auftritt von Volker Irle. Seine Premiere meisterte der Nachfolger von Kirk Mangels ausgesprochen souverän. Sympathisch und mit Sachverstand stellte sich Irle den Mitgliedern vor und skizzierte während der Mitgliederversammlung in seinem Referat die Arbeit einer neu gegründeten AMK-Projektgruppe, die sich sehr grundlegend mit der „Küche der Zukunft“ beschäftigt – aus Perspektive des Endkunden, des Handels, der Industrie und des Produkts.

Die „Küche der Zukunft“ ist ein beliebtes Thema, wird aber meist oberflächlich auf „Technologien der Zukunft“ reduziert. Die absehbaren Technologiesprünge will zwar auch die nun begonnene AMK-Analyse berücksichtigen, doch darüber hinaus wollen die Akteure einige Schritte weitergehen. „Wie lauten die Bedürfnisse der Küchennutzer heute und morgen?“, formulierte Volker Irle die Kernüberlegung und ergänzte weitere konkrete und praxisorientierte Ausgangsfragen:
• Was sind die relevanten Treiber der Nachfrage und wie ändern sich diese in der Zukunft?
• Wie verändern sich die Lebensgewohnheiten und welche Auswirkungen haben diese auf die Treiber der Nachfrage?
• Was sind die übergeordneten Bedürfnis- und Entscheidungsparameter beim Küchenkauf (Marke, Budget, Küchenhändler, Vertriebskanal)?
• Wie sind die Entscheidungsprozesse der Kunden im Küchenkauf?
• Welche Informationswege wählt der Kunde über den Prozess des Küchenkaufs?
• Welche Erwartungen bestehen an die unterschiedlichen Handelsformen und Vertriebskanäle?

Die Arbeit des Projektteams soll darin münden, eine Antwort auf die letztlich alles entscheidende Frage zu finden: „Was bedeutet das alles für Handel, Industrie, Kundenbeziehungen und die Entwicklung des Produkts?“ Wahrscheinlich werden es mehrere werden.

Details zum beruflichen Hintergrund des neuen AMK-Geschäftsführer Volker Irle lesen Sie in der Rubrik „Markt+Menschen“ auf Seite 52 in dieser Ausgabe.

Verzerrungen durch den Alno-Effekt

Von der Zukunft der Küche zurück in die jüngere Vergangenheit. Ein Kernpunkt der AMK-Mitgliederversammlungen ist stets der Rechenschaftsbericht des Vorstands für das abgelaufene Jahr. Dieser wurde erneut von Dr. Oliver Streit vorgetragen. Dessen Ausführungen ähnelten denen des Vorjahres in weiten Teilen, wenn auch mit entscheidenden Abweichungen im Ergebnis. Denn grundsätzlich sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen rund um Konsumklima, Anschaffungsneigung und Arbeitsplatzsicherung nach wie vor top. In Deutschland und Europa und von Ausnahmen abgesehen sogar weltweit. Und doch sei 2017 ein durchwachsenes Jahr für die Küchenbranche gewesen, resümierte der AMK-Sprecher. Besonders für die Industrie, noch konkreter für die Küchenmöbelhersteller. So meldeten die Unternehmen dieser Produktgattung ein Gesamtminus von knapp 4 %, wobei hauptsächlich der Inlandsmarkt deutlich nachgegeben habe. „Allerdings haben wir es erstmals nicht geschafft, den Rückgang im Inland durch den Export auszugleichen“, resümierte Dr. Streit und sprach von einem „Export auf Null-Linie“.

Zurückzuführen seien die statistischen Rückgänge „in wesentlichen Teilen“ auf den Alno-Effekt und auf die Auswirkungen der weiteren Insolvenzen im vergangenen Jahr. Küchenmöbelhersteller Alno war mit seinen Marken zuletzt immer noch für mehr als 400 Mio. Euro Umsatz gut. Der Produktionsstopp Mitte September 2017 habe zu Verwerfungen geführt, die von anderen Marktteilnehmern nicht umgehend ausgeglichen werden konnten und die sich noch heute zum Beispiel durch erheblich verlängerte Lieferzeiten ausdrücken. Das bringt auch die Statistiken an ihre Grenzen. Zudem gab es neben der Pleite der Unternehmen der Alno-Gruppe die Insolvenzen von Nieburg, zeyko, Allmilmö und Nolff – und damit in der Summe mehr als 500 Mio. Euro vorübergehend verwaisten Jahresumsatz. Dass ein Großteil davon längst neu aufgeteilt ist, spricht für die Leistungskraft insbesondere der führenden Hersteller im Markt.

Vorstandssprecher Dr. Streit beschränkte sich bei dieser Zahlenbilanz aber nicht allein auf die Sicht der Küchenmöbelindustrie, sondern zeichnete ein vollständiges Bild der Lage mit weiteren aussagekräftigen Zahlen. Denn während die Küchenmöbelindustrie als Ganzes vor allem im Inland statistische und reale Federn lassen musste, stiegen die Handelsumsätze mit dem Produkt Küche in Deutschland um 0,6 %. Der Durchschnittspreis pro Küchenkommission liegt aktuell bei annähernd 7000 Euro. „Wir haben ein deutliches Trading-up unseres Produkts“, sagte Dr. Streit mit Blick auf den seit vielen Jahren beständig steigenden Wertzuwachs.

Wehmütige Momente gab es bei der Mitgliederversammlung der AMK in Mannheim auch, dennoch überwog die gute und gelöste Stimmung. Vorstandssprecher Roland Hagenbucher (Foto) trug seinen Teil dazu bei.


Fotos: Biermann

„Klagen auf extrem hohem Niveau“

„Es war ein durchwachsenes Jahr für eine erfolgsverwöhnte Branche“, lautete Dr. Streits Fazit und sprach branchenselbstkritisch von einem „Klagen auf extrem hohem Niveau“. Also doch alles gut? Dr. Streit beherrscht ganz offensichtlich die Kunst der differenzierten Analyse, in einer allzu ausgeprägten Blauäugigkeit droht er aber dennoch nicht verloren zu gehen. Der Aufstieg populistischer Parteien und die damit verbundenen Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft, der in Gang gebrachte Brexit sowie der neu aufflammende Protektionismus mit drohenden Handelskriegen seien Themen, mit denen sich die exportorientierte Küchenbranche und damit die AMK auseinanderzusetzen haben. Die brancheninternen Veränderungen rund um die genannten Firmeninsolvenzen nannte er „dramatisch“: „Daran werden wir auch 2018 weiter arbeiten“. Aber zum Glück unter zumeist weiterhin stabilen Rahmenbedingungen – lediglich die für die Branche so wichtigen Genehmigungszahlen im Wohnungsbau schwächelten zuletzt und reduzierten sich im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 27300 auf nun 348100 (beachten Sie dazu bitte auch den Beitrag auf den Seiten 38/39 in dieser Ausgabe).

Tritt in die nicht eben kleinen Fußstapfen von Kirk Mangels als neuer AMK-Geschäftsführer: Volker Irle. Seinen ersten Auftritt im Kreis der AMK-Familie meisterte er souverän und ließ damit etliche Mitglieder von einem „nahtlosen Übergang“ sprechen.


Es ist schon Tradition – und eine schöne dazu: Zum Abschluss der Mitgliederversammlung bedanken sich die AMK-Vorstände bei den Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle mit einem Blumenstrauß für die gelungene und angenehme Organisation (Foto von links): Irina Darian, Tanja Müller, Miriam Hoffmann und Richarda Burré. Im Hintergrund applaudiert Geschäftsführer Kirk Mangels.


Mission Zuversicht

Unter den wichtigen Branchenthemen sind die Diskussionen um die Küchenmesse LivingKitchen traditionell besonders emotional gefärbt. Wie schnell die Stimmung umschlagen kann, erlebten Matthias Pollmann und Bernd Sanden als Vertreter der Koelnmesse. Kaum ein Jahr zuvor konnte der damalige Möbel- und Küchenchef Arne Petersen an gleicher Stelle eine vom AMK-Vorstand einvernehmlich formulierte Aussage entgegennehmen. Diese lautete: „Die Living Kitchen 2017 war eine sehr gute Messe und ein weiterer Schritt in Richtung internationale Küchen-Leitmesse in Deutschland“. Zwar wurden auch damals schon „mehr internationale Aussteller und Besucher“ angemahnt, doch unter dem Strich fanden vor Jahresfrist alle Redner ganz offiziell viele lobende Worte für die Kölner Küchenmesse. Die blieben in diesem Jahr weitgehend aus – von einem Kurz-Statement von Geschäftsführer Kirk Mangels abgesehen.

Tatsächlich ist die Diskussion im Markt um die Living Kitchen wieder voll auf Touren gekommen. Initialzündung dafür waren die Absagen für 2019 der BSH-Marken sowie von Häcker und Miele. Um allein die prominentesten Namen mit besonderer Sogwirkung zu nennen. Alle drei Unternehmen sind personell im AMK-Vorstand vertreten, was die Zurückhaltung des Gremiums in Sachen Bedeutung der LivingKitchen für die deutsche Küchenindustrie erklärt.

Nicht-Teilnahmen wie diese nagen sicherlich am Fundament einer Veranstaltung, die für sich in Anspruch nimmt, eine internationale Leitmesse zu sein, und so waren die Messemanager mit ihrer „Mission Zuversicht“ nicht zu beneiden. Dabei hatten Matthias Pollmann, Bereichsleiter Möbel, und Bernd Sanden, Projektleiter LivingKitchen, neben interessantem inhaltlichen Input konkrete Erfolgsberichte mit nach Mannheim gebracht: 135 Unternehmen aus der Küchenbranche haben sich für die LivingKitchen 2019 bereits angemeldet, darunter so klangvolle Namen wie nobilia, Schüller, Ballerina, Alno, Blanco, berbel und Bora. „Damit haben wir einen höheren Buchungsstand als zum vergleichbaren Zeitpunkt vor zwei Jahren für die LivingKitchen 2017“, berichtete Matthias Pollmann.

Inhaltlich betrachtet wird es auf der LivingKitchen 2019 neben den reinen Produkt- und Neuheitenschauen ebenfalls um das Themengebiet der „Küche der Zukunft“ gehen. Mit neuen Akzente wolle man Lust auf Küche machen, erläuterte Bernd Sanden. Dafür werden mögliche Zukunftsszenarien bezüglich Technologien, Design und Ernährung in Szene gesetzt, und ein Foodmarket soll weitere Endverbraucher zu einem Messebesuch inspirieren. Wie schon in den Vorjahren sind wieder die Hallen 4.1, 4.2 und 5.2 für die Küchenaussteller reserviert. Drumherum findet die Einrichtungsmesse imm cologne statt. Für das Fachpublikum ist die Messe von Montag bis Sonntag (14. - 20. Januar 2019) geöffnet, private Kunden können sich parallel von Freitag bis Sonntag über die die Trends und Entwicklungen informieren und sich der Lust am Kochen und am Genuss hingeben.

Zum öffentlichen Abschied als Geschäftsführer der AMK gab es für Kirk Mangels (Foto) viel Wertschätzung, Applaus und einen farbenfrohen Blumenstrauß.


Werben um internationale Gäste

Mit einer umfangreichen internationalen Kommunikations- und Werbekampagne will die Koelnmesse in den kommenden Monaten die Internationalität der Veranstaltung weiter erhöhen. Das ist der Auftrag, und der soll erfüllt werden. Gefeilt wird zudem an Instrumenten, die Ausstellern ein „besseres Wissen über potenzielle Besucher“ verschaffen sollen, unter anderem durch die Daten, die durch Online-Registrierungen gewonnen werden.

Das erwähnte Messe-Statement vom noch amtierenden Geschäftsführer Kirk Mangels war übrigens überaus deutlich: „Keine Leitmesse im eigenen Land zu haben, beschädigt auch unser Image als weltweit führende Nation der Küchenindustrie. In China zum Beispiel hat man dafür überhaupt kein Verständnis.“

Von der Leinwand abfotografiert: die Veröffentlichungen der AMK-Pressearbeit sind mit Geld kaum aufzuwiegen. Hinzu kommt eine weitere enorme Reichweite durch Fernseh- und Radiointerviews sowie durch nicht mehr zählbare Online-Veröffentlichungen.


Export ist Trumpf

Bei einer Branche mit einem Exportanteil von mehr als 40 % ist es grundsätzlich sinnvoll, in Rückschauen und Prognosen über die Landesgrenzen hinauszuschauen. Das machte Dr. Oliver Streit in seinem Rechenschaftsbericht des Vorstandes, das machten Werner Heilos als Gruppensprecher der AMK-Arbeitsgruppe „Internationalisierung“, das machte naturgemäß Hongyi Cai, Geschäftsführer der AMK China, und das machte VdDK-Hauptgeschäftsführer Dr. Lucas Heumann, der seit Jahren unermüdlich für weitere Exportaktivitäten wirbt. Weil weiteres Wachstum nun mal bevorzugt in den Märkten außerhalb des Heimatmarkts zu erwirtschaften sei. Deutschland und Kerneuropa seien gesättigte Märkte bzw. nahe dran. Allerdings warb Vorstandsmitglied Werner Heilos ergänzend zu dieser Ansicht für ein „das Eine tun und das Andere nicht lassen“. Sprich: Die Exportaktivitäten auszubauen und parallel die auf hohem Niveau befindliche Wertvermarktung im Inland weiter zu stärken. Schließlich werden in Deutschland 50 % aller Küchen zu einem Preis von über 10000 Euro verkauft, wie Dr. Streit erläuterte. Von solchen Kommissionswerten sind Kunden in anderen Märkten oft noch so entfernt wie die SPD von der absoluten Mehrheit.

Dr. Heumann lenkte in seinem Referat den Blick abschließend auf die aktuelle Marktlage. In den Exportmärkten Frankreich und Niederlande sei diese sehr positiv, hingegen sehe es in Österreich und den USA verhaltener aus. Dr. Heumann: „Auch der Export ist kritisch zu sehen, wird auf Dauer aber mehr Wachstum bieten als der Inlandsmarkt. Nur mit einem starken Export können wir unsere Position halten.“ Die Importe nach Deutschland sind nach wie vor unbedeutend und bewegen sich laut Dr. Heumann bei unter drei Prozent.

Splitter und Zitate

Die Mitgliederversammlung 2018 der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. war intensiv wie immer und publikumswirksam wie nie. Sowohl der Branchenabend mit 218 Gästen als auch die Vereinsmitgliederversammlung mit 181 Anwesenden stellten neue Rekordmarken auf. Ebenfalls einen Höchststand weist die Mitgliederstatistik aus: 143 Unternehmen der Küchenbranche gehören dem Branchenverband jetzt an. Dazu zählen Küchenmöbelhersteller, Hausgeräteproduzenten, Zubehöranbieter, Handelsverbände und Dienstleister. Zahlreiche Mitarbeiter dieser Unternehmen engagieren sich in den vier Arbeitsgruppen „Technik & Normung“, „Marketing & Öffentlichkeitsarbeit“, „Spülen & Zubehör“ und „Internationalisierung“. Hinzu kommen zuarbeitende Projektteams zu Themen wie „Planungsgrundlagen“, „Dunstabzugshauben“, „Natursteinarbeitsplatten“ oder „Küche der Zukunft“. Die Arbeitsgruppe „China“ sticht als eigenfinanzierte Untergruppe einer Arbeitsgruppe besonders hervor.
• 13 Abgänge hatte die AMK im vergangenen Jahr zu verdauen, davon allein acht durch Insolvenzen. Dem gegenüber stehen acht Zugänge in 2017 und elf Zugänge in 2018. In der Summe macht das143 Mitgliedsunternehmen . So viele wie noch nie. Neu als Mitglieder hinzugekommen sind: Neue Alno GmbH, ansprechend Kommunikations- & Veranstaltungsmanagement, ASWO International Service GmbH, Coolgiants AG, Elica GmbH, Eurolux made by LMW Leichtmetallguß GmbH, Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH Media Solutions, Gräbert GmbH, Haier Deutschland GmbH, Hansecontrol Zertifizierungsgesellschaft mbH (Hermes Hansecontrol Hamburg), Intertek Consumer Goods GmbH, Josef Donhauser Consulting, Ludwig Schneider Denkmale und Steinbau AG sowie BES zeyko Küchenmanufaktur GmbH.
• Die Mutter aller AMK-Leitsprüche lautet bekanntlich: „Wer nicht normt, wird genormt.“ Georg Lange, Leiter Technik und Normung im HDH (Verband der Deutschen Holzindustrie), präsentierte in Mannheim eine noch ausgefeiltere Formulierung gleichen Inhalts:„Wer den Normenentwurf macht, hat den Haustarifvertrag.“ Damit warb er vehement um fachliche Branchenunterstützung bei der Überarbeitung der internationalen Norm „ISO 3055:1985“ für Kücheneinrichtungen und Koordinationsmaße. Insbesondere China habe großes Interesse an der Aktualisierung, und in kommenden Monaten entscheide sich, welche nationalen Interessen die Inhalte der Norm prägen. Die nächste Sitzung dazu findet im September 2018 in Shanghai statt. Georg Lange: „Jetzt bietet sich die Chance, unter Federführung der AMK eine weltweit gültige Norm zu erarbeiten und ihr den Stempel aufzudrücken.“

• „Des Deutschen liebstes Kind ist derumbaute Raum und nicht mehr das Auto.“ Vorstandssprecher Dr. Oliver Streit
• DerDurchschnittwert pro verkaufte Küche lag im Jahr 2000 bei etwa 3000 Euro. Aktuell sind es fast 7000 Euro.
• ZweiAMK-Merkblätter wurden in den vergangenen Monaten von Projektteams überarbeitet bzw. neu erstellt. Überarbeitet wurde das Merkblatt „008 Küchenmöbel – Kochumfeld und Raumbelüftung“. Eingepflegt wurden hier die Vorgaben der „Eco-Design“-Richtlinien sowie die Entwicklungen bei den Muldenlüftungen. Prägende Themen sind zudem der Betrieb von Umlufthauben sowie die Verhinderung von Feuchteschäden in der Küche. Gänzlich neu erarbeitet wurde das Merkblatt „010 – Natursteinarbeitsplatten“. Zu beiden Merkblättern stehen die Entwürfe, die nun im größeren Kreis von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Technik & Normung“ diskutiert werden.
• Überarbeitet wurde auch dieAMK Aufmaß-Checkliste . Sie soll im Sommer veröffentlicht werden. Bereits veröffentlicht wurde die in Zusammenarbeit mit dem STROBEL VERLAG vollständig überarbeiteteCheckliste Küche .
• Nach wie vor aktuell sind mögliche Markthemmnisse durch die Aktivitäten in den USA und Frankreich bezüglich derFormaldehyd-Ausdünstungen von Küchenmöbeln. Wie Oliver Kunze, Arbeitsgruppensprecher Technik & Normung, mitteilte, sind in den USA (Stichwort CARB2) mögliche Fristen wieder in der Diskussion, und in Frankreich sei das geplante Gesetzpaket dazu noch unvollständig. Seit der Regierungsübernahme durch Emmanuel Macron scheine das Thema nicht mehr oberste Priorität zu haben. Vom Tisch sei es dennoch nicht.
• DerTag der Küche findet in diesem Jahr am 29. September statt. In seinem Bericht für die Arbeitsgruppe „Marketing & Öffentlichkeitsarbeit“ zeigte Sprecher Axel Hagmeister auch eine Liste der Sponsoren, die dieses einzigartige Branchenevent unterstützen. „Wenn Sie Ihren Namen auf dieser Übersicht nicht finden, sind Sie herzlich aufgefordert, sich 2018 zu beteiligen“, appellierte er an die Mitglieder. Und er ergänzte: „Manchmal scheint es uns nach wie vor nicht bewusst zu sein, was wir hier für ein Juwel haben.“
• Schon traditionell stellte Achim Hannott vom VDM (Verband der Deutschen Möbelindustrie) die Aktivitäten derPressearbeit vor, die der VDM für die AMK organisiert. Und die ist weiterhin eine Erfolgsstory allerersten Ranges mit durchschnittlich 176 Millionen Veröffentlichungen im Jahr. Wobei die Dunkelziffer um einiges höher ausfallen dürfte, weil sämtliche Beiträge und Veröffentlichungen in Print- und Onlinemedien sowie im Radio und im TV gar nicht mehr gezählt werden können. In letzter Zeit habe sich die AMK in den Medien als Ratgeber für die Planung moderner Küchen profilieren können, so Hannott. Das greift inzwischen auch die Nachrichtenagentur dpa auf – mit bundesweiter Verbreitung.
• Das gesamte herstellerneutrale Planungs-Knowhow der AMK bündelt sich in den acht definiertenAMK Küchenstandards . Auch dieser „Ratgeber Küche in klein“ (Kirk Mangels) wurde aktualisiert. Im Mittelpunkt stehen Aspekte wie Küchenstile, Materialien, Technologien, Design und Ergonomie, aber auch Geräusche und Gerüche in der Küche. Die „Küchenstandards“ gibt es in deutscher und englischer Sprache. Hinzu kommt eine spezielle Variante für den chinesischen Markt.
• DenAMK Ratgeber Küche „in groß“ gibt es natürlich weiterhin. Auch diese grundlegende Verbraucherinformation als „neutrales Standardwerk der modernen Küchenplanung“ steht kurz vor der Überarbeitung. Für die Realisierung werden Sponsoren gesucht.
• Das „Lindbergh“ am Mannheimer Flugplatz war nach 2017 erneut Schauplatz des immer beliebteren AMK Branchenabends am Vorabend der Mitgliederversammlung. BeimDinner-Speech drehte sich diesmal alles um das Thema „Aufmerksamkeit“. Die Kernthese von Referent Jon Christoph Berndt, Autor und Unternehmensberater, lautete: „Wenn alle nur noch senden, hört keiner mehr zu. Um unsere Kunden zu erreichen, müssen wir aber lernen, wieder hinzuhören.“ Sein Auftritt erzeugte ein geteiltes Echo. Lesenswert ist sein Buch „Aufmerksamkeit – Warum wir sie so oft vermissen und wie wir kriegen, was wir wollen“ dennoch.
• Die große weite Welt der Regularien öffnete Werner Scholz vom ZVEI. Er berichtete über die nicht immer leicht nachvollziehbaren Entwicklungen beim Verbraucherrecht und der Eco-Design-Richtlinien der EU. Immer konkreter werde die geplanteReskalierung des Energielabels . „Die EU meint es sehr ernst damit“, bemerkte Scholz trocken und appellierte an die Kommunikations- und Marketingfachleute der Branche, sich entsprechend vorzubereiten. Schließlich sind die inzwischen gelernten A-Klassifizierungen mit den unterschiedlichen +-Zusätzen bald Makulatur und es gibt wieder die volle Bandbreite von B bis G im Markt. „Den Verbraucher darauf vorzubereiten, ist eine Riesenaufgabe“, so Scholz.
• Ein wertvolles Instrument der Internationalisierungs-Aktivitäten der AMK sind die Länderinformationstage, die schon seit mehreren Jahren regelmäßig angeboten werden. Zuletzt standenRussland und Osteuropa im Fokus. Dabei handele es sich laut Werner Heilos um nicht ganz einfache Märkte, aber besonders bei Russland um einen Markt mit Potenzial. Bis zum Jahr 2030 soll der Bedarf an Küchen dort auf 1,2 Millionen Stück anwachsen. Heilos sagte auch: „Vertreter der Geräte- und Zubehörindustrie waren gut vertreten beim Länderinformationstag, ich hätte mir allerdings gewünscht, dass mehr Teilnehmer aus dem Kreis der Küchenmöbelindustrie als Partner mit am Tisch gesessen hätten.“ Schon in Kürze soll eine neue Abfrage unter den Mitgliedsunternehmen gestartet werden, welche Märkte als nächstes beleuchtet werden.
• Nach der erfolgreichen Premiere 2017 wird es auch in diesem Jahr wieder eineChina Kitchen Tour geben. Der Untertitel lautet: Die Küchenwelt China für Einsteiger UND für Kenner. Organisiert wird die Tour im Juni in zwei unterschiedlich buchbaren zeitlichen Umfängen von der AMK in Zusammenarbeit mit der Kommunikationsagentur Goos Communication aus Hamburg. Weitere Auskünfte erteil Miriam Hoffmann in der AMK-Geschäftsstelle.
• Da eine Gemeinschaft dauerhaft nur funktioniert, wenn sich möglichst viele Mitglieder im Rahmen ihrer Möglichkeiten engagieren, lautete der Appell der Gruppensprecher unisono: „Machen auch Sie bei Ihrer AMK mit und bringen Sie sich mit Ihrem Fachwissen ein. Das nutzt allen – und damit letztlich auch Ihnen.“ Einen letzten Werbeblock dieser Art steuerte André F. Kunz vom BVDM (Handelsverband Möbel und Küchen) bei. Seine Anregung: „Nutzen Sie die Angebote derMöbelfachschule in Köln zur Qualifizierung ihrer Mitarbeiter.“ Unter www.moefa.de finden Interessierte alles zu den Aus- und Fortbildungsangeboten. Diese reichen vom Küchenfachberater bis zum Dualen Bildungsgang für Betriebswirte. Traineeprogramme und Kurzseminare gibt es auch.

www.amk.de

Möbel-Biker mit Herz

Hajo Adler.


„Nicht nur die AMK, sondern die komplette Küchenbranche verliert mit seinem Tod mehr als einen verdienten ehemaligen Geschäftsführer, sondern auch einen echten Freund und Förderer der Küche in Deutschland.“ Mit diesen Worten würdigen Vorstand und Geschäftsführung des Verbandes das Wirken Hans-Joachim Adlers, der am 20. Februar im Alter von 72 Jahren gestorben ist.

Von 1989 bis 2008 vertrat Hajo – so sein allseits gebräuchlicher Rufname – Adler den Verband als Geschäftsführer. In seiner Zeit habe er dessen Bild mehr als jeder andere vor und nach ihm geprägt. Er richtete den Verband so grundlegend aus, dass dieser auch heute noch, zehn Jahre nach seiner Verabschiedung, hervorragend aufgestellt ist. Über allem stand Hajo Adlers Menschlichkeit, seine Fürsorge und seine Herzlichkeit. Vielen wird er auch als „Möbel-Biker“ oder als Kapitän auf dem Bodensee in Erinnerung bleiben. Bis zuletzt hielt er mit vielen Freunden in der Branche den Kontakt und auch bei verschiedenen Veranstaltungen konnte man ihn in den letzten Jahren noch erleben. Er wird uns fehlen.

Vorstand und Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V.