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Künstliche Intelligenz in der Modebranche: KI: Künstliche Intelligenz in der Fashion-Branche


e-commerce magazin - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 12.07.2018

Spieglein, Spieglein an der Wand… Entscheiden bald Roboter über unseren Stil?


Artikelbild für den Artikel "Künstliche Intelligenz in der Modebranche: KI: Künstliche Intelligenz in der Fashion-Branche" aus der Ausgabe 5/2018 von e-commerce magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: e-commerce magazin, Ausgabe 5/2018

► Disruption, Umbruch oder Revolution: Diese Begriffe fallen immer wieder, wenn es um die Frage geht, wie sich das Geschäft mit der Mode durch die fortschreitende Digitalisierung verändern wird. Ein innovativer Ansatz, der die Fashion-Branche revolutionieren wird, ist der wohl derzeit wichtigste IT-Trend: Künstliche Intelligenz (KI). Chatbots und Sprachassistenten, die den Kunden beispielsweise beim Bestellvorgang auf der Homepage unterstützen, sind erst der Anfang.

Laut einer aktuellen Studie des Analystenhauses IDC planen ...

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... derzeit 69 Prozent der Unternehmen in Deutschland die Umsetzung eines Projekts mit KI in den nächsten zwölf Monaten. Hierbei liegt der Handel im Mittelfeld aller Branchen. Als die am meisten genutzten Anwendungen nannten die Befragten Chatbots und digitale Assistenten. Wie die Analysten ebenfalls feststellten, hängt die Umsetzung von KI nicht nur von der passenden Technologie ab, sondern auch davon, ob Fachkräfte verfügbar sind. So sahen 80 Prozent der Befragten ein Hindernis für KI-Projekte darin, dass sie ihren Bedarf an KI-Spezialisten nicht decken könnten.

Nun werden neue Anwendungen jenseits von CRM-Systemen gesucht. Unter anderem kommen verstärkt intelligente Produktempfehlungen, Lead und Opportunity Scoring oder auch vorausschauende Wartung zum Einsatz.

Sprachsteuerung beim Online-Shopping

KI-basierte Anwendungen könnten nach Expertenmeinung der nächste „Game Changer“ für den Handel und insbesondere die Modebranche werden. Großes Potenzial verspricht hier die intelligente Sprachsteuerung. Laut der aktuellen Studie „The future of voice – Sprachsteuerung als Chance im Handel“ von ECC Köln und SAP Customer Experience bestellt bereits jeder achte Befragte per Sprache im Internet. Ein Viertel der Internetnutzer zwischen 20 und 69 Jahren kann sich zudem vorstellen, Online-Bestellungen künftig per Stimme auszuführen. Besonders beliebt ist die Informationssuche per Sprache, die jeder zweite Befragte schon einmal genutzt hat. Obwohl die Einrichtung und Bedienung der Sprachassistenten von den Anwendern als intuitiv betrachtet wird, bestehen Bedenken bei Datenschutz und der Lernfähigkeit der Systeme.

Kundenberatung à la Schneewittchen

SAP Customer Experience Labs ist bereits einen Schritt weitergegangen und hat lernfähige Anwendungen mit integrierter KI entwickelt. Der „Smart Mirror“ ist beispielsweise eine Lösung, die einen serviceorientierten Ansatz für Innovationen bietet, bei denen interne und externe Cloud-Services miteinander kombiniert werden. Zentraler Bestandteil der Anwendung ist ein intelligenter, maschinell lernender Spiegel, der dem Kunden Stilempfehlungen gibt und ihn über Gesichtserkennung identifiziert, was eine manuelle Anmeldung überflüssig macht.

Händler können mithilfe des Smart Mirror die Kundenbindung stärken, indem der Kunde zum Beispiel für sportliche Aktivitäten über den Fitness-Tracker belohnt wird. So wird eine persönliche Beziehung zwischen dem Händler und Kunden aufgebaut, in der der Kunde fühlt, dass er in seinen sportlichen Ambitionen unterstützt wird – und dies nicht allein durch spezielle Angebote des Händlers, sondern auch durch Motivation.

Ein weiteres Tool für die Optimierung der Kundenbindung stellt der humanoide Roboter „Pepper“ dar. Hierbei ist folgendes Szenario umsetzbar: Eine Person läuft die Straße entlang und sieht ein Werbeplakat für ein neues Produkt ihrer Lieblingsmarke. Sie ruft auf ihrem Handy den Online-Shop auf, um mehr über das Produkt zu erfahren. Über einen angezeigten QR-Code erhält sie den Vorschlag, dieses Produkt im Laden anzuschauen. Die Person betritt das Geschäft und sieht dort Pepper, dem sie den QR-Code von der Webseite zeigt. Pepper versteht, welches Produkt die Person interessiert und begleitet sie zu dorthin. Außerdem kann das Tablet von Pepper weitere Produktinformationen anzeigen. Mit dem KI-basierten Dienst können neben Name, Beschreibung und Bild des Produktes auch dessen tatsächlicher Standort im Geschäft abgespeichert werden. So weiß Pepper stets, wo sich das gesuchte Produkt im Laden befindet und kann den Kunden dorthin führen.

Der kluge Pepper

Bisher wird Pepper von Apps gesteuert, die in sein System geladen werden. SAP Customer Experience Labs hat nun einen anderen Ansatz ausprobiert. So wird der Ablauf und die Logik der Demos in eine Website programmiert. Pepper kann dann über einen Webbrowser von einem Computer in demselben Netzwerk ferngesteuert werden. Dies ermöglicht es, die Funktionalität von Pepper schneller zu testen und zu überprüfen, ob sich die APIs für eine herkömmliche Pepper-App verwenden lassen. Aufgrund dessen, dass SAP Customer Experience auch das Hosting der Webseite übernimmt, kann jederzeit eine aktualisierte Version der Demo ohne Zugang zu Pepper installiert werden.

Einer anderen Herausforderung sah sich Levi Strauss & Co. gegenüber: Als Erfinder der Jeans bekannt, setzte der Bekleidungshersteller aufgrund des sich verändernden Marktes auf eine Diversifizierung des Produktportfolios und die Entwicklung neuer Produkte.

MARCUS RUEBSAM …
ist als Senior Vice President for Strategy & Solutions für SAP Hybris tätig und weltweit für die strategische Ausrichtung des SAP Lösungsportfolios für Revenue, Commerce, Marketing, Sales und Service verantwortlich.
www.sap.com


Roland Paanakker, ehemaliger Senior Vice-President und CIO von Levi Strauss & Co., erklärt die Ausgangslage: „Mit unseren Wurzeln als traditioneller Großhändler und Marke hatten wir keine direkten Kundenkontakte. Mit wenig eigenem Einzelhandel und ohne direkte digitale Präsenz war viel zu tun, um uns für den direkten Kontakt mit den Kunden zu positionieren. Wir mussten also viel reaktionsschneller werden, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen.“ Daher wurde begonnen, das gesamte Unternehmen auf den Betrieb in Echtzeit umzustellen.

Smarte Jacken, virtuelle Stylisten

In Zusammenarbeit mit Google wurde die neue Jeansjacke „Levi‘s Commuter Trucker Jacket with Jacquard by Google“ entwickelt. Bei dem Smart Jacket wurde das strapazierfähige Design von Levi‘s mit Google-Technologie zu einem Kleidungsstück kombiniert, bei dem ein leitfähiger Stoff dafür sorgt, sich über Bluetooth mit mobilen Geräten zu verbinden. Durch bloßes Antippen oder Bürsten der Manschette kann der User auf seinem Handy beispielsweise die Musik steuern oder Anrufe abhören.

Zudem bietet Levi‘s seinen Kunden einen virtuellen Stylisten: Hierbei handelt es sich um einen Chatbot mit künstlicher Intelligenz, der bei der Kaufentscheidung unterstützen soll. Dabei stellt der virtuelle Stylist, der über die Levi’s-Webseite und den Facebook Messenger verfügbar ist, Fragen wie ein Verkäufer und berücksichtigt dabei Faktoren wie Passform und Stil, um dem Kunden die bestmögliche Empfehlung zu geben. Levi’s möchte dem Kunden dadurch ein nahtloses und personalisiertes Einkaufserlebnis bieten.

Das Potenzial bei Weitem nicht ausgeschöpft

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen verändern auch das Marketing und spielen eine wichtige Rolle in der Customer Journey. Das liegt daran, dass die großen Mengen an Daten es den Vermarktern schwer machen, verwertbare Erkenntnisse zu generieren. Neue Tools mit integrierten KI-Funktionen ermöglichen es nun Marketingexperten, diese Erkenntnisse automatisch weiterzugeben, zum Beispiel an eine Technologieplattform für das Daten- und Analysemanagement von Kundendaten. Dies führt zu einer personalisierten Kommunikation und so auch zu einer verbesserten Kundenbindung. Das Potenzial von künstlicher Intelligenz ist jedoch bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. KI kann eine Vielzahl von E-Commerce-Anwendungen effizienter machen. So lässt sie sich beispielsweise für die Betrugserkennung bei Zahlungsvorgängen oder bei der Optimierung der Logistiksteuerung einsetzen – Themen, mit denen sich die Handelsbranche zunehmend beschäftigen muss.


Bildquelle: Oleg Gekman / Shutterstock.com