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Kugelrund – und doch so vielseitig


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Baby & Co. - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 25.11.2021

spielen • lernen • fördern

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Bildquelle: Baby & Co., Ausgabe 6/2021

Schaut man sich an, wie schnell Kinder krabbeln und rennen, hüpfen und springen, kommt es einem so vor, als ob sie genau wüssten, dass Bewegung nicht nur Spaß, sondern auch schlau macht. Dem Kind die Freude an körperlicher Aktivität so lange wie möglich zu erhalten, sollte daher auch das Ziel aller Eltern sein.

Gerade die ersten Lebensjahre sind dabei von entscheidender Bedeutung: Viel Bewegung von Anfang an schult die Wahrnehmung, die Motorik und das Körpergefühl – und damit auch die geistige Leistungsfähigkeit. Denn all diese sinnlichen Erfahrungen führen dazu, dass sich das Gehirn weiter ausdifferenziert und somit leistungsfähiger wird. Spielen macht schlau – und dabei ist der Ball ein wichtiger Helfer.

Schon mit drei Monaten kann der Ball bei Bewegungsübungen ins Spiel kommen (siehe Kasten S. 14). Etwa zu dieser Zeit lässt der angeborene Greifreflex nach. So werden die ...

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... Hände, die jetzt nicht mehr meist zu Fäustchen geballt sind, frei für alle möglichen Unternehmungen: Das Baby steckt sie in den Mund, es tastet damit und es fängt an, gezielt zu greifen.

EINFACH BIS KOMPLEX

Was den Ball zu einem besonders beliebten Spielzeug macht, ist sein hoher Aufforderungscharakter, wie Dr. Elke Opper vom Institut für Bewegungserziehung und Sport der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe sagt: „Das Kind hat von sich aus die Lust und die Freude, sich mit dem Ball auseinanderzusetzen, weil es das Prinzip sofort beherrscht und merkt, dass es das schon kann.“

BEWEGUNG VON KLEIN AUF

Kurse und Sportangebote gibt es viele. Aber welches sind die richtigen für Babys und Kleinkinder?

PEKIP

Für viele Kinder bedeuten die Kurse nach dem Prager Eltern-Kind- Programm eine erste Begegnung mit verschiedenen Arten von Bällen in allen Farben, Formen und Größen. Die einfachen Übungen entsprechen dem natürlichen Bewegungsdrang des Babys. Für Sicherheit und Geborgenheit sorgt, dass Mama oder Papa immer mit dabei sind.

KINDERTURNEN

Viele Sportvereine bieten altersmäßig gestaffeltes Kinderturnen an. Bei den „Anfängerkursen“ sind die Eltern noch mit dabei und unterstützen ihre Kinder bei den Spielen und Übungen. Auch Tanzen nach Musik ist oft ein Element, das für den richtigen Schwung sorgt.

Eine der motorischen Fähigkeiten, die durch Ballspiele besonders gefördert wird: die Auge-Hand-Koordination. Sie ist nicht nur ein Thema für das Baby- und Kleinkindalter, sondern zieht sich über die gesamte Spanne der Kindesentwicklung hinweg, etwa wenn es später um komplexe Bewegungsabläufe wie einen Aufschlag beim Tennis oder eine Flanke beim Fußball geht.

WAS GEHT AB WELCHEM ALTER?

Einfache Ballspiele mögen schon die Allerkleinsten. Und die Möglichkeiten, dabei spielend zu lernen, erweitern sich rasant

0 BIS 3 MONATE

Klimperball: Es schult die Augen des Babys, wenn man einen Glöckchenball vor seinem Gesicht hin-und herbewegt und dabei die Richtung variiert – mal von oben nach unten und zurück, mal von links nach rechts. Kann das Baby schon greifen, hält man ihm den Ball am Schluss in Reichweite.

3 BIS 6 MONATE

Wasserball treten: Man lässt einen Wasserball an einer Schnur baumeln, sodass er die Füße des Babys berührt, das dabei auf dem Rücken liegt. Beim Dagegentreten spürt es, wie viel es mit seinen Füßen schon bewegen kann.

6 BIS 12 MONATE

Kullerball: Eine Übung, die vorausschauendes Denken schult: Hierfür wird eine schiefe Ebene gebraucht – am einfachsten lehnt man eine Schaumstoffmatratze an einen Stuhl oder die Wand. Von oben lässt man den Ball hinunterrollen. Zunächst wird das Baby gebannt zuschauen und es später auch selber ausprobieren wollen. So lernt es, Bewegungen einzuschätzen und vorauszuahnen.

AB 1 JAHR

Kegelball: Hierzu füllt man einige leere Plastikflaschen mit etwas Sand (eine Tasse pro Literflasche reicht zur Stabilisierung) und stellt sie in einer Reihe auf – fertig ist die selbst gebaute Kegelbahn! Mit einem Ball, der nicht gar zu leicht sein sollte, kann das Kind dann die Flaschen umkegeln und schult so seine Hand-Auge-Koordination. Kegelball ist auch bestens als Spielspaß für zwei geeignet.

AB 1,5 JAHREN

Hin und her: Man setzt sich dem Kind gegenüber, im Abstand von anderthalb bis zwei Metern, und rollt ihm einen Ball zu. Wenn das Kind den Spielgedanken verstanden hat, rollt es den Ball zurück, und so entsteht ein fröhliches mehrfaches Hin und Her. Auch hier kann man Besuchs kinder sehr gut mit einbeziehen: In der Gruppenvariante ab drei Mitspielern sitzen alle mit gespreizten Beinen Fuß an Fuß und spielen sich den Ball zu.

Wind und Wellen: Ein Spiel für mehrere Kinder, die dafür auf alle Fälle noch die Unterstützung der Erwachsenen brauchen: Eltern und Kinder halten abwechselnd rundum den Rand eines großen (möglichst leichten) Tuches fest, auf dem ein größerer oder mehrere kleine Bälle liegen. Nun wird das Tuch auf und ab gewedelt, sodass die Bälle hüpfen, aber nach Möglichkeit nicht herunterfallen.

Zunächst aber ist der Ball ein Spielzeug für alle Lebenslagen. Es verschafft Erfolgserlebnisse, wenn das Baby erfreut feststellt: Er bewegt sich, wenn ich das will! Diese Eigenschaft und der Umstand, dass bei weichen Bällen praktisch kein Verletzungsrisiko besteht, machen den Ball auch in kleinen Wutphasen so ungemein nützlich: Er ist ein hervorragendes Objekt zum Abreagieren. Und zwischen dem sachten Anstupsen und dem wütenden Von-sich-Werfen gibt es ein ganzes Spektrum, innerhalb dessen das Baby lernt, seine Kräfte zu dosieren und irgendwann, nach vielen Versuchen, darauf kommt: Je fester ich dagegenstoße, desto stärker bewegt sich der Ball! Dieses Schema zu erkennen, ist in den ersten Lebensmonaten eine enorme kognitive Leistung. Und sie ist quasi automatisch mit dem Erkennen von Räumen verbunden. Denn zu verfolgen, wie sich ein Objekt im Raum bewegt, schult das räumliche Sehen.

HAUPTSACHE, SPASS!

Die Grunderfahrungen in jungen Jahren – vom lustigen Prickeln eines Igelballs auf der Haut bis zum gemeinsamen Toben mit Freunden um einen Ball auf dem Rasen – prägen die spätere Bereitschaft zu körperlicher Aktivität. „Ein Ball sollte auf jeden Fall im Haushalt sein, denn es ist wichtig, dass die Kinder die Bewegung mit dem Ball frühzeitig erleben können“, sagt Elke Opper. Dabei geht es gar nicht einmal um das „rechtzeitige“ Erreichen bestimmter frühkindlicher Entwicklungs-stufen. Denn ebenso wenig, wie es ein Entwicklungsdefizit bedeutet, wenn das Baby erst spät mit dem Greifen nach dem Ball beginnt, kann man durch die ständige Aufforderung zum Ballspielen die Entwicklung in dieser Hinsicht beschleunigen. Elke Opper rät folglich zu Gelassenheit: „Was das Kind an Spielen fordert, sollte man ihm ermöglichen. Das Wichtigste ist die Bereitschaft der Eltern, auf den aktuellen Entwicklungsstand ihres Kindes einzugehen, und dazu gehört, ihm die Möglichkeit zu geben, selbst Erfahrungen im freien Spiel zu machen.“ Aber auch stärker geleitete Aktivitäten haben natürlich ihren Platz in der motorischen Förderung (siehe Kasten S. 13). Gut ist, was Spaß macht – denn bei Aktivitäten, die Freude bereiten, bleiben Kinder und Eltern lange am Ball. v