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KULTUR: Adieu, Schwarz waldmädel


Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 10/2020 vom 26.02.2020

SONJA ZIEMANN starb friedlich im Seniorenheim. Ihre letzten Jahre verbrachte die beliebte Schauspielerin völlig zurückgezogen


Artikelbild für den Artikel "KULTUR: Adieu, Schwarz waldmädel" aus der Ausgabe 10/2020 von Frau im Spiegel. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Frau im Spiegel, Ausgabe 10/2020

LEINWAND-LIEBLING
Sonja Ziemann gehörte in den 1950er und 1960er Jahren zu den bekanntesten deutschen Schauspielerinnen


Am 8. Februar erst hatte sie ihren 94. Geburtstag gefeiert – nur acht Tage später starb Sonja Ziemann in der Münchner Senioren-Residenz „Tertianum“. In dem Altersruhesitz für gehobene Ansprüche hatte die Schauspielerin ihren Lebensabend verbracht, wurde in den vergangenen drei Jahren ...

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... intensiv betreut und gepflegt. Kontakt zu anderen Bewohnern suchte der große Filmstar der 1950er- und 1960-Jahre nicht. Sonja Ziemann wollte lieber alleine bleiben und las beim Essen meistens ein Buch. Die gebürtige Brandenburgerin war auf einem Ohr fast taub, seit bei Dreharbeiten einmal ein Revolver zu nah an ihrem Kopf abgefeuert worden war. Die Schwerhörigkeit verschlimmerte sich im Laufe der Zeit. Außerdem kamen Schwindelanfälle dazu. Daher liebte sie die Zurückgezogenheit – und die Erinnerungen an glanzvolle Zeiten.


Frieden fand sie mit ihrer letzten Liebe


Neben Rudolf Prack (†1981) feierte Sonja Ziemann in der Operettenverfilmung „Schwarzwaldmädel“ 1950 ihren großen Durchbruch. Damals war sie 25, der attraktive Kollege fast doppelt so alt. Dennoch wurden sie im Nachkriegs-Deutschland bald als Leinwand-Traumpaar gefeiert. Im Privatleben jedoch verliebte sich die junge Schauspielerin in den Strumpf-Fabrikanten Rudolf Hambach. Mit ihm bekam sie einen Sohn – Pierre. Die Ehe hielt lediglich drei Jahre, und auch ihr zweiter Versuch mit dem polnischen Schriftsteller Marek Hlasko dauerte nur wenig länger. Kurz nach der Scheidung 1969 nahm sich der Autor mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben. Und ein Jahr später traf Sonja Ziemann ein weiterer Tod noch viel härter: Ihr Sohn Pierre starb kurz vor seinem 17. Geburtstag an einem Rückenmarktumor. „Das war der totale Bruch in meinem Leben“, offenbarte die Schauspielerin später in einem Interview. „An allererster Stelle in meinem Inneren steht immer noch mein Kind – Tag für Tag.“ Die Seele lasse sich nicht reparieren, erklärte sie. Ihrem Sohn widmete die Schauspielerin 1998 ihre Autobiografie „Ein Morgen gibt es immer“.

IHR GRÖSSTER ERFOLG
Ihren Durchbruch hatte Sonja Ziemann neben Rudolf Prack in „ Schwarzwaldmädel“ (1950)


Frieden nach den schweren Schicksalsschlägen fand Sonja Ziemann Ende der 1980er-Jahre mit ihrer letzten großen Liebe, dem Schauspieler Charles Regnier. Das Paar heiratete 1989, es lebte in Zürich und später am Tegernsee. Doch auch dieses Glück hielt nicht ewig. 2001 starb Regnier mit 87 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Sonja Ziemann zog sich nach seinem Tod endgültig ins Privatleben zurück. „Wenn ich jetzt noch vor der Kamera oder auf der Bühne stünde, käme ich mir deplatziert vor“, sagte sie. „Es gibt doch meine alten Filme.“ Sonja Ziemann soll in Berlin bei ihren Eltern und ihrem Sohn begraben werden – das war der letzte Wunsch der Schauspielerin.

Sonja Ziemann 2008 in der Münchner Seniorenresidenz „Tertianum“

IHRE EHEMÄNNER

1953 -1956 Mit dem Strumpf-Fabrikanten Rudolf Hambach hatte sie einen Sohn

1961 -1968 Der polnische Schriftsteller Marek Hlasko nahm sich nach der Scheidung das Leben

1989 -2001 Mit dem Schauspieler Charles Regnier („Mordkommission“) war Ziemann bis zu dessen Tod verheiratet


FOTOS: DPA PICTURE ALLIANCE, ULLSTEIN BILD, INTERFOTO/ARCHIV FRIEDRICH, SCHNEIDER-PRESS/ERWIN SCHNEIDER, PEOPLE PICTURE/HW