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Kulturtrip mit Natur


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Auto Zeitung - epaper ⋅ Ausgabe 13/2022 vom 08.06.2022

Mercedes-AMG E63 S 4matic

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Bildquelle: Auto Zeitung, Ausgabe 13/2022

Natur-Kleinod Ritzebühler Teich am Rand von Ilmenau: Im Hintergrund erhebt sich das Goethe-Gymnasium

Rund drei Stunden östlich von Köln wird die A4 Richtung Dresden zur Einflugschneise in den Thüringer Wald. Spätestens an der Stelle, an der einst bei Herleshausen der Eiserne Vorhang Ost von West trennte, grüßt uns heute die gut ausgebaute, dreispurige Autobahn, auf deren Tempolimit-freien Betonpiste der Mercedes-AMG E 63 munter seine 612 PS an alle vier Räder schickt. „Nicht so schnell“, mahnt der Fotograf, dabei könnte der Benz noch 100 km/h zulegen. Doch genug der schnellen Hast, an der Ausfahrt 39a geht es raus nach Eisenach.

Die 42.000-Einwohner-Stadt liegt noch im Flachland am nördlichen Rand des Thüringer Walds, ist aber eine angenehme Ouvertüre für das Mittelgebirge, das sich über 71 Kilometer von Nordwesten leicht geneigt nach Südosten zieht. Der in seinen höchsten Erhebungen rund 1000 Meter hohe Rücken des Gebirgszugs erstreckt sich dabei nur um rund 20 Kilometer ...

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... in die Breite – ein Gebiet, das mit seinen reichhaltigen Wanderwegen und Sportstätten bei Naturliebhabern und Sportfreunden ebenso willkommen ist wie bei Fans dynamischer Fahrkunst wegen seiner verwinkelten Landstraßen. Nur zu einladend geben die mal weit geschwungen, mal engen Asphaltbänder der mit ihrem V8-Zylinder bollernden Sport-Limousine die Gelegenheit, ihre hervorragend dirigierbare Fahrdynamik zu demonstrieren.

Aber zuerst blicken wir auf Eisenach. Seit der Wende, also seit über 30 Jahren, wird die Stadt permanent restauriert und verschönert, so wie die meisten Orte in den fünf neuen Bundesländern. In Eisenach spürt man das besonders: Es ist reich an Historie und geprägt durch viele Kulturdenkmäler – besonders durch die Wartburg, die sich außerhalb der Stadt 220 Meter hoch auf einem schmalen, schroffen Felsgrat erhebt. Bei guter Fernsicht blickt man von dort aus bis auf den Brocken im Harz.

Große Persönlichkeiten wie Luther, Goethe und Cranach stehen für Bildung, Kultur und Kunst aus Thüringen

Das wuchtige Gemäuer zählt seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Mehr noch als ein Wahrzeichen von Eisenach und auch Thüringen ist die Wartburg jedoch ein deutsches Symbol: Hier übersetzte Martin Luther 1521/ 1522 die Bibel aus dem Griechischen ins Deutsche, während er sich vor der Verfolgung durch Kaiser Karl V. versteckte. Und hier legte der Theologie-Professor einst die Grundlagen seiner Reformation, die weitreichende Folgen für die Gesellschaft hatte.

Unmittelbar hinter dem Burg-Parkplatz stoppen wir an einer Würstchenbude. Unser AMG stiftet direkt Sozialneid: Was uns denn einfallen würde, mit „dem Ding“ auf dem Platz vor seiner Bude zu parken, schimpft Besitzer Uth. Und ob wir nicht erst hätten fragen können … Sein Gezeter legt sich aber sofort, als wir seine herzhaften Thüringer Rost-Bratwürste ordern und dazu die heimatliche Mandora-Limonade – die heutige Kultmarke gab es schon zu DDR-Zeiten. Wir rollen zurück nach Eisenach – es gibt noch so viel zu sehen und zu fotografieren: Marktplatz mit Georgsbrunnen und Stadtschloss, Georgenkirche, das Lutherhaus und natürlich das Geburtshaus von Musikgenie Johann Sebastian Bach. Zeit bleibt uns aber kaum, und so geht es weiter in Richtung Ruhla: Uhrenmanufakturen haben das kleine Städtchen bekannt gemacht.

Der Power-Schwabe trägt uns derweil äußerst bequem von Etappe zu Etappe. Die Sportlichkeit des AMG spiegelt sich im reichhaltig ausgestatteten Cockpit mit großen Digital-Anzeigen und viel Connectivity nur wenig wider. Im Gegenteil: Wir reisen sehr kommod, denn das AMG-Performance-High-End-Sitzpaket bietet hervorragenden Komfort samt grandiosem Seitenhalt. Und das lädt dann doch wieder zu erhöhter Aktivität am Lenkrad ein. „Fahr’ nicht zu schnell“, mahnt der Fotograf erneut, der um seine Kameraausrüstung fürchtet, die im 540 Liter fassenden Kofferraum hin- und her zu purzeln droht.

Wir lassen uns weiter durch die Hochebenen des Thüringer Walds treiben, genießen Aussichten auf 800 und 900 Meter hohe Gipfel und blinzeln bei untergehender Frühjahrssonne in dichte, unbesiedelte Wälder mit grünen Tälern.

Die Nacht kriecht heran, und wir landen in Suhl. Unser abgenutztes Hotel kann seine DDR-Vergangenheit nicht verleugnen. In der kreisfreien 36.000-Einwohner Stadt hat der Sozialismus weitaus deutlicher seine tristen Spuren hinterlassen als etwa in Eisenach. Zu viel der mittelalterliche Bausubstanz wurde in den 50er-Jahren rigoros hässlichen Plattenbauten geopfert. Immerhin sind die Leute freundlich – besonders eine Politesse, die uns früh am nächsten Vormittag ohne Ticket davonziehen lässt, als wir in der Fußgängerzone vor der Kreuzkirche (1739 fertiggestellt) zum Fotografieren parken.

Suhl bezeichnet sich als Waffenstadt, der Ort blickt auf eine fast 600-jährige Geschichte der Fertigung von Handfeuerwaffen zurück. Da beeilten sich die Stadtväter 1991 in bester Wende-Manier flugs, ihr Suhl als „Stadt des Friedens“ zu propagieren. Neben dem Waffenmuseum gibt es noch das Motorrad-Museum zu bestaunen, schließlich hat die Zweirad-Marke Simpson hier ihren Ursprung.

Gastro-Tipp

Da können noch so viele Restaurants mit kulinarischen Genüssen locken – eine Bratwurst gehört in Thüringen einfach dazu. Aber bitte nicht etwa in Traditionslokalen à la „Zum Deutschen Haus“. Nein, auf die Hand muss es sein, so wie es an vielen Ständen – etwa bei Meister Uth am Fuß der Wartburg – üblich ist. Das qualitative Fastfood gibt es in unterschiedlichen Kalibern – aber immer mit frischem Senf und ofenwarmem Brötchen – und ist wirkliche eine Lokal-Delikatesse.

In Richtung Oberhof tauchen wir zunächst auf der A71 vor Zella-Mehlis in den längsten Autobahn-Tunnel Deutschlands ein: Die 7916 Meter lange, vierspurige Betonröhre gilt als herausragendes Verkehrsbauwerk. Stetig erklimmen wir dann die höchsten Höhen des Thüringer Walds. Der fantastische Antriebsstrang unseres Allradlers mit elektronisch gesteuertem Sperrdifferenzial bringt mit einem Krafteinsatz von 850 Nm die Leistung des V8-Biturbos optimal auf die Straße. Und nur zu gern wechseln wir bei der geschmeidig agierenden Achtstufen-Automatik in den engeren Kehren in den manuellen Schaltmodus. Der Fahrspaß passt zum sonnigen Wetter. „Denk an meine Ausrüstung im Kofferraum“, jammert dann doch wieder der Fotograf, während wir den 978 Meter hohen Schneekopf ansteuern. Der Gipfel lädt zum Siebenländer-Blick ein. Der Große Beerberg liegt fünf Meter höher, hat aber keinen Aussichtsturm: Damit befindet sich der höchste Punkt Thüringens dann doch auf dem Schneekopf.

Fast 100 Skisprunganlagen

In Oberhof findet man nicht nur das Hotel Panorama, das noch aus DDR-Zeiten stammt und wie zwei gegenläufige Ski-Sprungschanzen aussieht, sondern auch die große Schanzenanlage außerhalb am Kanzlersgrund. Der ganze Thüringer Wald scheint völlig Skisprung-verrückt zu sein, von fast 100 Anlagen wird im Winter gesprungen. Doch auch Mountainbiken ist hier Thema: Was in Oberhof im Winter als Bobbahn genutzt wird, funktioniert im Sommer als Downhill-Strecke. Zudem ist der Rennsteig einer der beliebtesten Wanderwege Europas: Sein Startpunkt liegt in Eisenach, führt dann über den Kamm des Thüringer Walds und endet erst 170 Kilometer südöstlich im fränkischen Blankenstein.

Wir machen noch schnell einen Abstecher nach Ilmenau: Goethe war nachweislich 28 Mal hier, das ist wichtig für den Tourismus. Das 39.000-Einwohner-Städtchen wirkt sauber und gepflegt und ist geprägt von herrlichen historischen Bauten, aber auch von einer großen Technischen Hochschule mit rund 4900 Studenten, die längst international renommiert ist.

Zeit zum Umkehren in Richtung A4 – Köln ruft. Dabei gäbe es noch so viel mehr zu erleben: die Bergrennstrecke des Glasbachrennens bei Bad Liebenstein südlich des Gebirgskamms oder nördlich davon die drei Burgen bei Drei Gleichen mit der monumentalen, noch intakten Veste Wachsenburg. Wir könnten direkt noch einmal zwei Tage lang mit dem AMG durch das Mittelgebirge brausen …

Der Thüringer Wald ist ein Konzentrat aus Kultur, Bildung und Sport

Versicherungstipp

Parkrempler – was nun?

Gerade auf engen Parkplätzen kann es zu einem Schaden am Fahrzeug in der benachbarten Parklücke kommen. Auch wenn die Schäden hier oft gering sind, müssen bestimmte Verhaltensregeln beachtet werden: Bei einem Parkrempler sollte man mindestens ca. 30 Minuten vor Ort auf den Besitzer warten, sonst muss man den Schaden der Polizei melden. Einfach einen Zettel mit den Kontaktdaten an der Windschutzscheibe zu hinterlassen, reicht nicht. Wurde man selbst geschädigt und kann keinen Hinweis auf den Verursacher finden, ist unbedingt Anzeige gegen Unbekannt zu stellen. Wird der Verursacher nicht ermittelt, kann man – sofern vorhanden – die eigene Vollkaskoversicherung in Anspruch nehmen. Sie springt übrigens auch bei Vandalismus-Schäden ein.

GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH

Prüfung druckund explosionsgefährdeter Anlagen

Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH unterstützt die Deutschlandtouren der AUTO ZEITUNG und ist im ganzen Bundesgebiet ein Partner für private sowie gewerbliche Kunden mit einem breiten Dienstleistungsportfolio rund um Sicherheit, Mobilität und Umweltschutz. Beispiel: die Anlagensicherheit, etwa an Tankstellen. Ob Benzin, Diesel oder Gas, viele Abfülleinrichtungen in Deutschland tragen das Prüfsiegel des 100-prozentigen Tochterunternehmens – der GTÜ Anlagensicherheit GmbH. Für Druckanlagen und explosionsgefährdete Anlagen ist seitens des Verordnungsgebers eine regelmäßige Prüfung vorgeschrieben. Service schreiben die GTÜ-Sachverständigen dabei groß: Auf Wunsch des Betreibers wird sogar nachts geprüft, damit der Geschäftsbetrieb wenig beeinträchtigt wird.