Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 1 Min.

KUNST ALS POLITISCHE BOTSCHAFT: Friedenskuss der Christenverfolger


Welt und Umwelt der Bibel - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 01.08.2019

In Izmit sind Reliefs aus dem 3. Jh. entdeckt worden – eine antike Bildergeschichte, die über die Herrscher der Zeit der frühen Kirche erzählt.


Artikelbild für den Artikel "KUNST ALS POLITISCHE BOTSCHAFT: Friedenskuss der Christenverfolger" aus der Ausgabe 3/2019 von Welt und Umwelt der Bibel. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Welt und Umwelt der Bibel, Ausgabe 3/2019

Spätrömische Doppelspitze auf einem Relief aus Izmit (Türkei): Die Kaiser Diokletian und Maximian regierten ab 285 gemeinsam. Diokletian war älter und größer – er muss die linke Gestalt sein. Höhe ca. 1 Meter.


Unter dem Stadtteil Çukurbag in Izmit, ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 9,99€
NEWS 30 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Welt und Umwelt der Bibel. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 3/2019 von WINZIGE FUNDOBJEKTE – GROSSE BEDEUTUNG: Netan-Melechs Siegelabdruck. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
WINZIGE FUNDOBJEKTE – GROSSE BEDEUTUNG: Netan-Melechs Siegelabdruck
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von NEUES AUS EDOM: Eine begehrte Stadt. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEUES AUS EDOM: Eine begehrte Stadt
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von SPUREN JUDISCHEN LEBENS IM ANTIKEN PERAA: Praktisch und koscher. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SPUREN JUDISCHEN LEBENS IM ANTIKEN PERAA: Praktisch und koscher
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von ZITATE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ZITATE
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von Neurologisch-psychologisches Traumverständnis: Was man heute uber Träume weiß. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Neurologisch-psychologisches Traumverständnis: Was man heute uber Träume weiß
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von Träume im Alten Testament: Und Gott sprach im Traum. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Träume im Alten Testament: Und Gott sprach im Traum
Vorheriger Artikel
PANORAMA: NEUE KONTROVERSE UM DIE LESEWEISE DER MESCHASTELE: Hei&…
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel ATHEN – WO PAULUS AUSGELACHT WIRD: Athen – wo Paulus …
aus dieser Ausgabe

... östlich von Istanbul, liegt die antike Stadt Nikomedia, die Kaiser Diokletian (284–305 nC) zur Hauptstadt des Römischen Reichs machte. Bei Ausgrabungen stieß man auf Überreste eines imposanten kaiserlichen Kultgebäudes vom Ende des 3. Jh. nC und auf Bruchstücke eines Relief-Frieses: Die Motive des Reliefs feiern die neu gewonnene Einheit des Römischen Reichs, nachdem Diokletian eine schwere Machtkrise befriedet hatte.

Die Strukturen waren bereits seit Rettungsgrabungen 2001 und 2009 bekannt, aber erst 2015–2018 ließen sie sich einem Bau für den Kaiserkult zuordnen. Die Ausgrabungsergebnisse sind nun veröffentlicht, darunter 30 einst strahlend kolorierte Relieftafeln, insgesamt 50 Meter, die das Innere des Baus schmückten. Auffällig ist eine Tafel, die die Umarmung zweier hoher Würdenträger zeigt. Diokletian hatte 285 nC Maximian zum Mitkaiser ernannt – nach Größe, Gestalt und ihrem violetten Gewand müssen diese beiden dargestellt sein. Sie scheinen in zwei Prozessionen von beiden Seiten zusammengekommen zu sein: Die Kaiser – in Begleitung kleinerer Gestalten, die nicht mehr vollständig erhalten sind – steigen aus ihren Wagen und umarmen sich. „Der Stil geht in Richtung einer abstrakteren und formaleren Repräsentation und antizipiert die spätere byzantinische Kunst“, so die Archäologin Tuna ¸Sare A˘gtürk (Universität Çanakkale), Leiterin der archäologischen Mission Çukurbag. Die Umarmung von Diokletian und Maximian signalisiere die Befriedung nach der Krise des Römischen Reiches Mitte des 3. Jh., in der mehrere Kaiser ermordet worden waren. Die künstlerische Sprache zeuge von dieser kollegialen Form der kaiserlichen Macht: zwei (nicht verwandte!) Kaiser ähnlicher Erscheinung üben die Macht aus. Die Stiländerungen spiegelten die neue politische Ideologie wider, die auf den ThemenConcordia ,Similitudo undFraternitas basierte.

Diokletian und seine Mitkaiser (ab 293 waren es sogar vier Kaiser, eineTetrarchie ) erließen in Nikomedia 303 nC allerdings auch ein Dekret gegen alle, die den Kaiserkult verweigerten. Es löste die blutigsten aller Christenverfolgungen im Römischen Reich aus…


© Cukurbag Archaeological Project