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Kunst


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tip Berlin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 16.02.2022

Highlights 17.2.–2.3..

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Bildquelle: tip Berlin, Ausgabe 4/2022

Peter Friedl: Report 1964–2022

WERKSCHAU Seine Kinderzeichnungen sind ihm so kostbar, dass sie unverkäuflich sind. Auch sonst zeigt Peter Friedl manchmal Kunst, die sich nicht monetarisieren lässt, wie auf der 12. Documenta die präparierte Giraffe, die in einem palästinensischen Zoo bei einem Angriff der israelischen Armee umgekommen sein soll. Jetzt gibt der 1960 geborene Österreicher und Teilzeit-Berliner einen Überblick über sein Schaffen in den Kunst-Werken (KW): von den Kinderzeichnungen über Modelle und Puppen (hier „The Dramatist (Black Hamlet, Crazy Henry, Giulia, Toussaint-2)“, 2013) bis zu Videoinstallationen – in einer Werkschau kuratiert von Krist Gruijthuijsen, dem Leiter der KW.

Kunst-Werke (KW) Auguststr. 69, Mitte, Mi–Mo 11–19, Do bis 21 Uhr, 8/ 6/ 4 €, bis 18 J. Do 18–21 Uhr frei, 19.2.–1.5., Vortrag: 23.2., 19 Uhr

Hannah Höch

DADA & CO Künstler:innen haben ...

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DADA & CO Künstler:innen haben im vergangenen Jahrzehnt die Collage wiederentdeckt, zu deren Wegbereiter:innen die Berlinerin Hannah Höch (1889–1978) zählt. Das Bröhan-Museum zeigt rund 120 angewandte und freie Arbeiten aus dem Werk der DADA-Queen, darunter wenig bekannte Gemälde und Zeichnungen wie obiges „Selbstbildnis („Heiligensee-Serie)“ von 1943 aus der ebenfalls wenig bekannten Sammlung des Museums Reinickendorf.

Bröhan-Museum Schloßstr. 1a, Charlottenburg, Di–So 10–18 Uhr, 8/ 5 €, bis 18 J. + 1. Mi/ Monat Eintritt frei, 16.2.–15.5.

Gerhard Richter

BÜCHER Seit über 55 Jahren arbeitet Gerhard Richter auch mit Büchern. Für das Verständnis seines Werks sind sie höchst aufschlussreich, etwa obiges mit 28 Detailfotos von einem seiner Gemälde, die er 1978 aufnahm. Die Neue Nationalgalerie zeigt eine Auswahl dieser Bücher aus der Kunstbibliothek sowie dem Verlag Walther König und dem Richter-Archiv in Dresden, der Stadt, in der Richter vor 90 Jahren geboren wurde.

Neue Nationalgalerie Potsdamer Str. 50, Tiergarten, Di–So 10–18, Do bis 20 Uhr, 14/ 7 €, bis 18 J. frei, Ticket: www.smb.museum, bis 29.5. S. 67

Eine neue Kunst

FOTOGRAFIE Nach der Ausstellung über Impressionismus in Russland zeigt das Museum Barberini eine weitere hierzulande wenig bekannte Strömung jener Zeit: Fotografie, die Bewegung und Licht unter freiem Himmel einfing, mit Aufnahmen etwa von Seerosen (Peter Henry Emerson), Strand (Louise Deglane) und wie oben abgebildet Heuhaufen (Antonin Personnaz) – alles Motive, die sich auch bei den Maler:innen finden.

Museum Barberini Humboldtstr. 5–6, Potsdam, Mi–Mo 10–19 Uhr, 18/ 10 €, bis 18 J. und ALG frei, Tickets: museum-barberini. de, bis 8.5.

Cash on the Wall

GELD Der Rechtsanwalt Stefan Haupt sammelt Kunst zum Thema Geld. Eine Auswahl zeigt er gemeinsam mit themenverwandten Exponaten aus der Kunstsammlung der Berliner Volksbank in deren Charlottenburger Kunstforum. Neben Expert:innen für Kapitalismus wie Klaus Staeck und Christin Lahr sind überraschende Teilnehmer:innen wie Vadim Zakharov und Via Lewandowsky dabei.

Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank Kaiserdamm 105, Charlottenburg, Di–So 10–18 Uhr, 4 €, bis 18 J. + ALG II frei, 17.2.–19.6.

Construct Your Stories II

KUNSTPREIS Seit 2020 zeichnet das Künstlerhaus Bethanien mit dem privat gestifteten Falkenrot-Preis mehrere Künstler:innen aus. In der Ausstellung der aktuellen Gewinner:innen nehmen neben Tamy Ben-Tor aus New York (mit „Young Emerging Artists Eating and Fucking“, 2015) unter anderem die Berliner Künstler:innen Silvina Der-Meguerditchian, Jean- Ulrick Désert, Dawit Shanko und Selja Kameriç teil.

Künstlerhaus Bethanien Kottbusser Damm 10, Kreuzberg, Di–So 14–19 Uhr, Eintritt frei, 25.2.–20.3.

Bernar Venet

STREITFALL Bernar Venet ist berühmt für seine Stahlskulpturen wie „Arc de 124,5°“ in Schöneberg. Doch um Kunst geht es bei der Retrospektive des französischen Bildhauers weniger, und das liegt an der alten Berliner Regierung und dem ausrichtenden Bonner Verein, der den temporären Ausstellungsort kurzerhand „Kunsthalle Berlin“ nennt und den Betrieb offenbar stillschweigend vom Land bezuschussen lässt.

Flughafen Tempelhof, Hangar 2 + 3 Columbiadamm 10, Tempelhof, Mo+Do–So 11–18, Mi 11–20 Uhr, 10/ 5 €, Familien 16 €, Tickets: stiftungkunst.de, bis 30.5.

Karl Marx

GESCHICHTE Die Ausstellung blickt auf Karl Marx und sein Werk im Kontext seiner Entstehung im 19. Jahrhundert. Eine Zeit, die geprägt war durch technologische, wirtschaftliche und soziale Umbrüche – nicht verwunderlich, dass der Denker seit einigen Jahren immer wieder für Gegenwartsanalysen herangezogen wird. Neben Gemälden, Zeichnungen, Fotografien und Plakaten greift die Kuratorin Sabine Kritter auf Audiocollagen, Grafiken und Animationen zurück, um Marx’ Analysen in Bezug zu seiner Epoche zu setzen.

Deutsch Historisches Museum Unter den Linden 2, Mitte, tägl. 10–18 Uhr, 8/ 4 €, Tickets: dhm.de, bis 21.8.

Mschatta/ Ali Kaaf

LETZTE CHANCE Nur kurz noch steht Ali Kaafs Intervention „Ich bin ein Fremder“ vor der Mschatta-Fassade im Museum für Islamische Kunst. Kaafs Dreieck mit durchbrochenen Fotos von Elementen der Hagia Sophia lenkt den Blick neu auf die Re liefs des Palast aus dem 8. Jahrhundert, der „Winter lager“ („Mschatta“) genannt wurde. Nach dem 20. Februar schließt der Saal. Die Fassade soll einen neuen Platz im Pergamonmuseum erhalten und ab 2026 wieder zu sehen sein.

Museum für Islamische Kunst Pergamonmuseum, Bodestr. 1–3, Mitte, Di–So 10–18 Uhr, 12/ 6 €, bis 18 J. frei + ALG II frei, bis 20.2.

TEXTE: INA HILDEBRANDT + CLAUDIA WAHJUDI

Common Ground

EDITIONEN Gerhard Richter wird 90, und die Edition Block feiert mit: Bereits in den 60er-Jahren verlegte René Block Arbeiten des Künstlers, der von Dresden ins Rheinland umgesiedelt war. In den intimen Räumen von Blocks Verlag und Galerie werden Richter’sche Exponate kombiniert mit Arbeiten von Zeitgenossen, die die damalige Kunst fluxuriöser prägten: Nam June Paik, Wolf Vostell und Henning Christiansen, von dem obige Schallplatte mit Pfeife („Jouez ma pipe“, 1986) stammt.

Edition Block Prager Str. 5, Wilmersdorf, Mi–Fr 11–18, Sa 12–16 Uhr, bis 30.4.

Sigmar Polke

FOTOGRAFIE Die Düsseldorfer Kunsthalle ehrt gerade Sigmar Polke, der am 13. Februar 81 Jahre alt geworden wäre, in Berlin denkt das Team der Galerie Kicken an seinen Geburtstag. Eine großzügig gehängte Ausstellung zeigt hier weniger bekannte Seiten des rheinischen Malers – intime Arbeiten mit und auf Fotopapier, mit Stadtansichten, Museumsobjekten, Zollstöcken oder Abstraktionen. Es sind wegweisende Experimente teils in Farbe, voller Humor, und, ja, auch Zärtlichkeit wie ‚„Untitled (Scorpion)“ von circa 1970.

Kicken Berlin Kaiserdamm 118, Charlottenburg, Di–Fr 14–18 Uhr, bis 4.3.

Capitain Petzel

PAPIER Es braucht nur ein paar Striche, um auf einem Blatt Papier ein „Männlich und weibliches Fieber“ zu entfachen, wie es Maria Lassnig 1991 tat. Das Blatt ist eine von vielen Arbeiten in der Gruppenausstellung „omlette papier“, die knapp 20 junge, alte, aufstrebende und etablierte Künstler:innen im Medium Papier vereint, unter ihnen Hadi Fallahpisheh und Karla Black. Vielfältiger könnte ihr Umgang damit nicht sein. Und das in dem weitläufigen Galerieraum des ikonischen, ehemaligen DDR-Kunsthauses.

Capitain Petzel Karl-Marx-Allee 45, Mitte, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 5.3.

Zeitmaschine Balthus

SAMMLUNG Rund 60 Arbeiten von namhaften Künstler:innen verschiedener Generationen hängen bei Contemporary Fine Arts. Ihr größter gemeinsamer Nenner sind weniger kunsthistorische Ordnungsfaktoren, sondern die Umstände, dass sie einer gemeinsamen Privatsammlung entstammen und dass viele über die Galerie erworben wurden. So hängen und stehen hier auf zwei Etagen Exponate von Louise Bourgeois und Rebecca Horn genauso wie von Daniel Richter und Tal R oder aber Kara Walker. Das ist kunstsoziologisch höchst interessant und sorgt für überraschende Ansichten – etwa von dem niedergeschlagenen Mann, laut Bildtitel einem ehemaligen „Verantwortungsträger“, den Daniel Richter vor mauvefarbenem Hintergrund geradezu leichenblass malte.

Contemporary Fine Arts Grolmanstr. 32/ 33, Charlottenburg, Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa 11–14 Uhr, bis 26.2.

Athen SYN II: Going Viral

PREIS Zwischen globalem Süden und Norden, Mangel und Wohlstand, politischem Zentrum und Peripherie: Neun junge Künstler:innen aus Griechenland verhandeln in multimedialen Positionen ihr Herkunftsland und den Weltzustand. Die Schau zeigt mit dem Artworks Fellowship ausgezeichnete Arbeiten etwa von Sofia Dona und Stefania Strouza (hier „Pro itu et reditu“, 2020, aus glasierter Keramik und oxidierter Bronze).

Steinzeit Galerie Kottbusser Str. 11, Kreuzberg, Mi–Fr 14–19, Sa+So 11–19 Uhr, Programm: athensyn.com, bis 3.3.

Sharon Lockhart

MALEREI Die US-Amerikanerin Sharon Lockhart ist berühmt für ihre Videoarbeiten und Fotografien. Mit Beginn der Pandemie hat sie sich der Malerei gewidmet. Über die vergangenen zwei Jahre sammelte sie Wörter aus Artikeln der „New York Times“, ordnete diese nach Themen wie US-Wahl, Impfen, Protest und malte die weißen Lettern auf schwarzen Grund. Worte, die hitzig geführte Debatten dominieren, regen in Sharons nüchterner Darreichung zum Nachdenken an und erzeugen zuweilen Verwunderung über die conditio humana.

Neugerriemschneider Linienstr. 155, Mitte, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 26.2.

8 / 30

LETZTE CHANCE Thomas Schütte noch einmal anders als aktuell im Georg-Kolbe-Museum: In der Gruppenschau bei Carlier | Gebauer, gastkuratiert von dem Schweizer Dieter Schwarz, steht ein Schütte’scher Frauenkopf Mafiosi-Büsten des Künstlers gegenüber, begleitet in drei Räumen von farbigen Gemälden oder Plastiken von Künstler:innen der Galerie, darunter ein filigrans Netz von Leonor Antunes. Anders als in Charlottenburg wird Schüttes Dame hier zur stillen Autorität. Alles nur eine Frage der Anordnung?

Galerie Carlier | Gebauer Markgrafenstr. 67, Kreuzberg, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 23.2.

Joachim Schmettau

GEBURTSTAG Nicht nur den „Wasserklops“ genannten Brunnen am Breitscheidplatz hat der Bildhauer Joachim Schmettau geschaffen, auch das Tanzende Paar auf dem Hermannplatz, den Dortmunder „Europa-Brunnen“ und den „Musikbrunnen“ am Eingang der Düsseldorfer Altstadt. Zu seinem 85. Geburtstag widmet die Galerie Poll dem ehemaligen Berliner Kunstprofessor eine Schau, die weniger bekannte Seiten seines Werks beleuchtet: neue Collagen, zarte Zeichnungen und handliche, massive Bronzen, die der Künstler mit Hilfe von Plastikflaschen goss – die teils archaisch, teils dystopisch wirke. Und sehr sinnlich.

Galerie Poll Gipsstr. 3, Mitte, Di–Sa 12–18 Uhr, bis 26.2.

TEXTE: INA HILDEBRANDT, CLAUDIA WAHJUDI