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Kunst


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tip Berlin - epaper ⋅ Ausgabe 8/2022 vom 12.04.2022
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Bildquelle: tip Berlin, Ausgabe 8/2022

Fossile Erfahrung

ENERGIE Noch ist die traditionsreiche Galerie im Prater an der Kastanienallee nicht bezugsfertig, noch wird saniert. Doch sie startet an anderem Ort ein Programm zu einem Thema, das durch den Krieg in der Ukraine seine erschreckenden Dimensionen zeigt: Die Ausstellung „Fossile Erfahrung“ handelt von Verwerfungen, die aus der Abhängigkeit von Öl, Gas und Kohle folgen. Ayò Akínwándé, Monira Al Qadiri, Kat Austen, Marjolijn Dijkman (Abb.) und Rachel O’Reilly stellen Objekte, Filme und Installationen aus. Ein Gespräch mit Expert:innen online und in der Schankhalle Pfefferberg (5.5.) sorgt für Kontext.

Galerie im Prater im Großen Wasserspeicher, Belforter Str., Prenzlauer Berg, Mo–So 12–20 Uhr, Do bis 22 Uhr, Eintritt frei, 23.4.–8.5.

The Knast

UMNUTZUNG Das ehemalige Frauengefängnis in Lichterfelde, Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet, wird nach langem Umbau Kulturstandort. Rund 30 ...

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... Künstler:innen stellen auf drei Etagen aus, unter dem Motto „The Knast meets PrideArt“ oder: queere Kunst in einem Gefängnis. Zusammen mit Pride Art, einem Kunstatelier mit Schwerpunkt LGBTQIA+, zeigt „The Knast“ die Ausstellung „Kunst satt!“ in den ehemaligen Zellen.

Ehemaliges Frauengefängnis Söhtstr. 7, Lichterfelde, Mo–So 14–19 Uhr, Eintritt frei, Events ab 19 Uhr, bis 18.4.

Moses Mendelsohn

PHILOSOPHIE Mit Argumenten für Minderheitenrechte und für die Trennung von Staat und Religion bereitete auch der Berliner Philosoph Moses Mendelssohn (1729–1786) den Weg in die Moderne. So lautet eine These der neuen Ausstellung „Wir träumten von nichts als Aufklärung“ im Jüdischen Museum. Sie wird begleitet von „Moische. Sechs Anekdoten aus dem Leben des Moses Mendelssohn“, einer Graphic Novel des Künstlers Typex.

Jüdisches Museum Lindenstr. 9–14, Kreuzberg, Mo–So 10–19 Uhr, 8/ 3 €, bis 18 J. + ALG II frei, Zeitfenstertickets: jmberlin.de, 14.4.–11.9. H S. 92

Michael Wesely

FOTOGRAFIE Langzeitbelichtungen sind die Spezialität des Berliner Fotografen Michael Wesely. Das Atelier Liebermann bei der Stiftung Brandenburger Tor zeigt nun Weselys langjährige Auseinandersetzung mit dem Pariser Platz vor Liebermanns ehemaligem Haus (Abb.). Kameras am Haus und ein temporäres Atelier geben Besucher:innen Einblicke in Weselys Arbeitsweise, zu der selbstgebaute Fotoapparate zählen.

Stiftung Brandenburger Tor Max Liebermann Haus, Pariser Platz 7, Mitte, Do–So 11–18 Uhr, 3/ 2 €, bis 18 J. frei, bis 19.6. H S. 80

The Versus Project II

URBAN ART Werke von Anderen zu übermalen, -sprühen, -kleben gilt unter Street Art Künstler:innen bekanntlich als No No. Damit das doch möglich ist, hat das Künstlerduo Layer Cake 13 Kolleg:innen eingeladen, auf Leinwand gegenseitig Arbeiten zu übermalen. Der Projektraum des Museums Urban Nations in Schöneberg zeigt jetzt überraschend abstrakte Ergebnisse wie hier von Layer Cake versus Chaz Bojorquez.

Urban Nations Projektraum, Bülowstr. 97, Schöneberg, Di–Mi 10–18, Do–So 12–20 Uhr, bis 31.7.

Irene Fernandes Arcas

CHILL OUT Eine Ausstellungsreihe in der Kommunalen Galerie Wedding setzt sich mit alternativen Lebensformen auseinander: mit Entwürfen von einem Dasein jenseits gewinnorientierten, kompetitiven Multitaskings. Nun ist die Berliner Künstlerin Irene Fernández Arcas an der Reihe, die einen farbenfrohen „inneren Dschungel“ schafft. Er soll als „Schutzraum“ oder einfach als Ort der Entspannung dienen. Kann man nicht nur in Wedding gut gebrauchen.

Galerie Wedding Müllerstr. 146–147, Wedding, Di–Sa 12–19 Uhr, bis 21.5.

Dayanita Singh

FOTOMÖBEL Im Gropiusbau gibt Dayanita Singh exzellente Beispiele dafür, dass die Wand nicht immer der beste Ort sein muss, um Fotos zu präsentieren. Ihre Werkschau, die Arbeiten aus 40 Jahren umfasst, enthält Koffer, Bücherwagen, Jacken mit großen Innentaschen, Wechselrahmen für Bücher und Paravents, die Singh mit Tischen und Liegen kombiniert hat – lauter Dinge des täglichen Lebens, in denen analoge Fotos unabhängig von Galerien und Museen zu den Betrachter:innen kommen können. Einfach überzeugend.

Gropius Bau Niederkirchnerstr. 7, Kreuzberg, Mi–Mo 10–19 Uhr, 9/ 6 €, bis 18 J. + ALG II frei, bis 7.8.

Delaine Le Bas

SPRACHKRITIK Das Gorki-Theater zeigt neue Arbeiten von Delaine Le Bas, der Mitbegründerin der Roma-Biennale: Ihre „Beware of Linguistic Engineering“ findet in der Garten-Jurte und im großen Kiosk des Theaters statt. Im Mittelpunkt des Kioskteils, in der Le Bas auf ihre Textilphase in der Londoner Punkzeit zurückgreift, steht ihre Kritik an Sprache und Politik der britischen Konservativen, allen voran von Boris Johnson und der Yellow Press. In der Jurte geht es nicht weniger wütend und dennoch versöhnlich zu.

Maxim Gorki Theater Dorotheenstr. 3, Kiosk und Jurte, Mitte, Mo–So 12–20 Uhr, bis 26.6.

Paul Gauguin

PAZIFIK Alles keine Helden: In „Paul Gauguin – Why are you angry“ unterzieht die Alte Nationalgalerie das Werk des einflussreichen Pioniers der Moderne (hier seine „Tahitianische Fischerinnen“, 1891) einer dekolonisierenden Revision – mit Hilfe historischen Materials und heutigen Künstler:innen in Polynesien. So stellte die sāmoanisch-japanische Künstler:in Yuki Kihara die Gemälde Gauguins einer tahitianischen queeren Community vor und filmte deren Reaktionen wie eine Talkshow.

Alte Nationalgalerie Bodestraße, Mitte, Di–So 10–18 Uhr, 10/ 5 €, Tickets: smb.museum, bis 10.7.

Tacita Dean

ANTIGONE Wie Antigone und ihr Bruder/Vater Ödipus miteinander klarkamen, darüber schweigt sich die antike Literatur aus. Tacita Dean füllte diese Leerstelle 2013 mit einem Film über die beiden. Borch Editions zeigt farbprächtige Paare von Offset-Lithografien, die Dean 2021 nach diesem Film gemeinsam mit Borch Editions gefertigt hat. Und die vom Stolz der Galerie zeugen: der Druckkunst ihrer Werkstatt. Wie sie übrigens auch Nils Borchs Jensens schönes Coffee-Table-Buch „No Plan at All“ (Hatje Cantz 2021) vorstellt.

Galerie Borch Goethestr. 79, Charlottenburg, Mi–Sa 11–18 Uhr, bis 4.6.

Damenwahl

BÜCHER Kunsthistoriker:innen haben viele Künstler:innen aus dem Kanon fortgelassen oder sie unbedeutender gemacht, als sie waren. Dem steuert auch die Galerie von Marion und Roswitha Fricke entgegen, aktuell mit einer Präsentation von Unikatbüchern wie hier von Laurie Anderson und Sekundärliteratur aus ihrem Antiquariat, die die Produktion von Künstlerinnen würdigen. Die beiden ursprünglich in Düsseldorf ansässigen Galeristinnen sind nicht nur bibliophil, sondern haben schon früh Künstlerinnen wie Kiki Smith ausgestellt.

Galerie M + R. Fricke Beusselstr. 26, Moabit, Di–Fr 12–18 Uhr, bis 6.5.

Form Constriction

GEOMETRIE Auch in der Weddinger Produzent:innengalerie opbo nimmt der Betrieb wieder Fahrt auf. Acht Künstler:innen aus Deutschland und Frankreich zeigen je zwei Arbeiten von je 80 x 60 Zentimetern, die sich mit formalen Widerständen auseinandersetzen. Offenbar fordern Rechtecke und Kanten Künstler:innen heraus. Weshalb Rundungen, wie sie der Münchner Konzeptfotograf Dieter Hammer in der Natur findet oder der Berliner Maler Michael Bause sie auf Baumwolle bringt (Abb.), besonders bestechen.

Galerie opbo Brunnenstr. 63, Wedding, Do–Sa 15–18 Uhr, bis 14.5.

Head to Head to Head

KOPFSACHE Großartig ist die Ausstellung zum Thema „Köpfe“ in der Galerie Nothelfer, die nach Georg Nothelfers Tod von Vera Ehe und Irene Schumacher seit 2020 weitergeführt wird. Schumacher und Ehe verbinden das bisherige Programm mit jüngeren Positionen, wie auch die aktuelle Gruppenschau zeigt. Gemälde, Collagen, Fotografien, Skulpturen und ein Video stellen künstlerische Methoden vor, Gesicht und Kopf zu thematisierten. Die Beiträge reichen von Arnulf Rainers Goya-Serie über Christian Janowskis Schauspieler:innenporträts bis zu Raimund Kummers Hirn aus Großküchen-Gemüsesieben (Abb.). Beziehungsreich hängen und stehen die Arbeiten von über 25 Künstler:innen hier. Und unbedingt sollte man hinter den Wandvorsprung schauen, hinter dem eine fantastisch fragile Skulptur von Stella Geppert wartet.

Galerie Georg Nothelfer Corneliusstr. 3, Tiergarten, Di–Fr 12–19, Sa 12–18 Uhr, bis 1.5.

Elizabeth Jaeger

SCHWARZ Hier bekommt Donald Judd, Friede seiner Seele, gleichsam die feministische Faust zu spüren: Elizabeth Jaeger nimmt dem US-amerikanischen Minimalismus seinen stählernen Glanz und seine scharfen Kanten. Dafür stattet sie ihn mit Farben aus, wie sie auf geschwärztem Metall schillern können, mit Formen, die Spuren von Händen tragen, und sogar Figuren. Und siehe da: Plötzlich fragt man sich, ob Judds Kunst nicht vor allem eine Begleiterscheinung moderner Kücheneinrichtungen war.

Klemm’s Prinzessinnenstr. 29, Kreuzberg, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 23.4.

Thomas Struth

FOTOGRAFIE Im Silent Green zeigte Thomas Struth bereits 2021 ein fantastisches Großformat von einem winterlichen Wegesrand in der Feldberger Seenlandschaft von Mecklenburg: Einsamkeit pur. Nun taucht „Schlichter Weg“ in seiner Ausstellung bei Max Hetzler wieder auf, zusammen mit Aufnahmen von Maschinen der CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung (hier „ALICE, CERN, Saint Genis-Pouilly 2019“). In Hetzlers zweitem Galerieraum in der Bleibtreustraße zeigt Struth neue Familienporträts.

Galerie Max Hetzler I + II Bleibtreustr. 15/ 16 + 45, Charlottenburg, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 21.5.

Die Blüten von Berlin

UMZUG Jennifer Chert und Florian Lüdde sind mit ihrer Galerie aus der Kreuzberger Ritterstraße in die Schöneberger Hauptstraße gezogen. Den Auftakt dort bestreitet das Künstlerduo Petrit Halilaj & Alvaro Urbano gemeinsam mit der Berliner Fotografin Annette Frick, die immer wieder Drag Queens von der Hauptstraße analog fotografiert hat. Halilaj und Urbano wiederum zeigen Skulpturen und haben zudem den Raum bearbeitet, das ehemalige, berlinweit bekannte Dekogeschäft Behrendt.

Galerie ChertLüdde Hauptstr. 18, Schöneberg, Di–Sa 12–18 Uhr, bis 1.5.

Obiger Galaxis

WIEDERSEHEN Der Plan war so einfach wie anspruchsvoll: Mit der Aussicht auf ein Abflauen der Pandemie wollten die neun Stammkünstler:innen ihrer eigenen, Axel Obiger genannten Produzentengalerie ein Wiedersehen feiern. So luden sie je fünf Kolleg:innen ein, je ein Werk zum Thema „Obiger Galaxis“ mitzubringen. Und an einem einzigen Tag aufzuhängen, ohne Vorab-Modell und Gerangel um den besten Platz. Und siehe da: Es hat geklappt. Über 50 Arbeiten so gut wie aller Genres führen in ein buntes Kaleidoskop aus irdischen Stars und Sternchen und all den kosmischen Sternen im All.

Galerie Axel Obiger Brunnenstr. 29, Mitte, Do–Fr 15–19 Uhr, Sa 14–19 Uhr, bis 29.4., Führungen 16. + 23.4., 18 Uhr