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KUNST & AUSSTELLUNG


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INKA Stadtmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 162/2022 vom 01.05.2022
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Abb. links: OOZE, Eva Pfannes & Sylvain Hartenberg, Marjetica Potr?, ?Future Island ? The Time of Stone?, 2017; Abb. rechts: Reiner Maria Matysik, ?radiolarienübung?, 2020

INKA: Wie kam es zu dieser Ausstellung und der Kooperation mit dem ZKM?

Norbert Lenz: Mit Peter Weibel, dem künstlerisch-wissenschaftlichen Vorstand des ZKM, kam ich in engeren Kontakt, nachdem er in einem offenen Brief die Thematik der für die U-Strab geplanten Arbeit von Markus Lüpertz moniert hatte. Die biblische Schöpfungsgeschichte passte für ihn nicht zu Karlsruhe, das sich als technik-und zukunftsorientierte Stadt gibt. Damit hat Peter Weibel bei mir natürlich offene Türen eingerannt. Mit der gemeinsamen Ausstellung wollen wir zeigen, dass das sogenannte „Darwinsche Dilemma“ durch die Forschung aufgelöst werden konnte. 1859 präsentierte Charles Darwin seine Evolutionstheorie, doch konnte er sie nicht mit Fossilien belegen, die für die Frühzeit des Lebens stehen. Doch inzwischen hat man solche Fossilien auf allen Erdteilen gefunden. Sie sind allerdings kaum bekannt und zudem erklärungsbedürftig. Parallel dazu konnte ich verfolgen, dass archaische Lebensformen auch zunehmend ein Thema für zeitgenössische KünstlerInnen sind. Diese Fossilien aus der Frühzeit der Erde bringen wir in der Ausstellung mit Kunst von der Klassischen Moderne bis zur Medienkunst zusammen. Sie erzählt, wie der Planet Erde und Schritt für Schritt seine Lebensformen entstanden sind.

INKA: Wie können sich Kunst und Naturwissenschaft befruchten? Was kann die Kunst aus der Wissenschaft herauskitzeln?

Lenz: Ein gutes Beispiel ist die Installation „Living Rocks“ von James Darling und Lesley Forwood. Sie befasst sich mit Stromatholiten, biogenen Gesteinen, die es früher auf allen Kontinenten gab und die durch den Stoffwechsel früher Mikroorganismen entstanden sind. Heute kommen sie fast nur noch in Australien vor. Stromatolithe mit einem Alter von bis zu 3,5 Mrd. Jahren sind Exponate im naturwissenschaftlichen Teil der Ausstellung. Die Installation von Darling und Forwood bereitet das nochmal ganz anders auf. Sie macht durch Visualisierungen und Klänge deutlich, dass die Erde über eine Mrd. Jahre lang von extraterrestrischen Körpern bombardiert wurde. Erst als sich das beruhigt hatte, konnten erste Lebensformen entstehen. Allein in ihrer Größendimension, aber auch durch ihren sinnlichen Zugriff kann dieses Kunstwerk das Publikum auf eine ganz andere Art und Weise ansprechen. Sie motiviert, sich dann auch mit einem „toten“ Fossil in einer Vitrine genauer zu befassen.

INKA: Was kann uns die Erdgeschichte dabei lehren, mit der aktuellen Klimakrise umzugehen?

Lenz: Die paläontologische Forschung zeigt uns, dass es im Lauf der Erdgeschichte schon verschiedene Aussterbe-Ereignisse gegeben hat. In der Ausstellung beschränken wir uns auf die Frühgeschichte der Erde bis zum ersten großen Massenaussterben am Ende des Ordoviziums. Dieses nehmen wir zum Anlass, auf die heutige Gefährdung der Natur hinzuweisen. Weltweit, auch in Deutschland, sind viele Tier-und Pflanzenarten gefährdet oder bereits ausgestorben. Das kann auch für unsere Spezies gefährlich werden, wenn Nahrungsketten und ökologische Gefüge ins Wanken kommen. Auch wenn die Exponate aus fernen Zeiten stammen, ist das Thema Aussterben sehr aktuell. Es ist absurd, dass wir uns nun mit einem Krieg auseinandersetzen müssen, der – abgesehen vom Leid vieler Menschen – für noch mehr Umweltzerstörung sorgt.

INKA: Die Ausstellung zeigt auch Exponate aus dem Ediacarium, einer Periode in der Erdgeschichte, in der es noch keine räuberischen Lebewesen gab. Warum blieb das nicht so? Es wäre doch alles viel friedlicher...

Lenz: Wenn in der Natur eine Ressource vorhanden ist, wird sie früher oder später identifiziert und genutzt. Das ist ein Grundprinzip und eine wichtige Triebfeder der Evolution. Im Kambrium entstanden erste räuberische Organismen. Andere Lebewesen entwickelten eine feste Außenhaut, um sich besser zu schützen. Ihre Jäger reagierten darauf u.a. mit neuen Mundwerkzeugen. Doch immer wieder kommt es auch zu Aussterbe-Ereignissen. An deren Ende bleiben Ressourcen übrig, die nicht mehr genutzt werden und neue Organismen entstehen. Das Leben auf der Erde wird sicher noch viele Mio. Jahre weitergehen. Ob es mit unserer Spezies weitergeht, entscheiden wir nicht zuletzt selbst dadurch, wie wir mit unserer Umwelt umgehen.

bis 10.7., ZKM-Lichthof 8+9

Gedok: Ruth Kasper

Die Fotokünstlerin Ruth Kasper aus Tiefenbronn bei Pforzheim stöbert viele ihrer Motive auf Auslandsreisen auf. Die Fotografien, die in der Fremde entstanden, bearbeitet sie am Bildschirm und reichert sie dann mit Acryl und Kohle um neue Motive an. In den Gedok-Räumen präsentiert sie zwei Werkserien: „Unterwegs“ setzt sich mit den Veränderungen unseres Lebensraums auseinander. Ausgetrampelte, geteerte, geschotterte und asphaltierte Wege erzählen von Wegen, die den Zugang zur Natur erschließen, Zivilisation und Fortschritt, aber auch Zerstörung transportieren. In der Serie „Fancy“ werden Fotomotive zur Theaterbühne. Figürliche Elemente treten in ursprünglich leere Räume ein und sorgen für Abenteuer, Spannung, Überraschung und Träumerei. -fd · Eröffnung: Fr, 20.5., 19 Uhr, bis 19.6., Gedok

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Badischer Kunstverein: Retrospektive Ulrike Grossarth verlängert

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Der Badische Kunstverein verlängert seine Ausstellung „Embrace“ sowie die große Retrospektive zum Werk von Ulrike Grossarth (geb. 1952, Oberhausen) und verlegt gleichzeitig die Veranstaltung mit der Künstlerin von April auf Mai: „Gibt es ein grau glühend?...“ ist die erste umfassende Präsentation von Grossarths Arbeiten in Deutschland und zeigt wichtige Werkkomplexe aus den Anfängen ihrer Praxis der 1970er Jahre über ihre plastischen und installativen Arbeiten der 80er und 90er bis hin zu den aktuellen Projekten rund um die Schule von Lublin. Die Veranstaltung am Sa, 14.5., 15-18 Uhr, widmet sich Grossarths Lubliner Projekten mit Vorträgen, einem Gespräch mit der Künstlerin sowie der Vorstellung einer „Public Exercise“ als fiktive Tauschaktion. (Abb.: BAU II, rot / grün – grau, Detail, Berlin 1999-2001) -rowa · bis 6.6., Badischer Kunstverein;

So, 22.5, 14 Uhr: Stadtführung mit Ilona Scheidle zum Thema „Queere Stadtgeschichte“, Treffpunkt: Kunstverein

Michael Neugebauer

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Michael Neugebauer (geb. 1987) studierte u.a. in Karlsruhe Malerei bei Toon Verhoef und war von 2014 bis ’15 Meisterschüler bei Kalin Lindena. Neugebauers aktuelle fotografische Serie „Collide“ entstand vorrangig in stadtnahen Wäldern und Naturgebieten. Er isolierte Objekte, die er vorfand und ließ sie innerhalb des ihnen gesteckten Rahmens eine Aussage über sich selbst spinnen. Die Aufnahmen zeigen eine Interaktion zwischen dem Fotografen und seiner Umgebung. In einer scheinbar analytischen Sprache werden hier Archetypen vermessen, jedoch ohne reale Entsprechung. (Digitalfoto: Michael Neugebauer, Perpetual, 2021, 160 x 120 cm) -rowa · Eröffnung: Fr, 6.5., 17 Uhr, bis 15.5., Fr-So 16-18 Uhr, Projektraum Rochade, www.wolfgangrempfer.de

Gretta Louw & Maria Braune

Die Ausstellung „Hope On The Edge“ inszeniert Hoffnung nicht als naives Wegschauen, sondern als den Mut, sich auf neue Prozesse einzulassen. Hoffnung ist ein Modus Operandi, aktiv nachzudenken und die immer bestehende Möglichkeit des anderen vor Augen zu haben. Diese Lebenshaltung ist der Kunst inhärent. Bei Gretta Louw und Maria Braune ist Hoffnung die Auseinandersetzung mit Material, Organismen und Lebewesen, die sich menschlicher Kontrolle entziehen. Sie zeigen, wie sich alles Leben anpasst und unter sich verändernden Bedingungen neue Fertigkeiten ausbildet. Die Künstlerinnen arbeiten selbst an neuen Systemen: Braune entwickelt einen eigenen Werkstoff aus acht nachwachsenden Rohstoffen – Migma – und Louw tüftelt an einer eigenen Ikonografie im Digitalen. -fd · bis 25.6., Yvonne Hohner Contemporary

Kunst verbindet

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Das seit 25 Jahren für seine „Kunsttage“ bekannte Kunstforum Pfinztal und das 2019 eröffnete Berghausener Kunstschaufenster tun sich mit der Durlacher Produzentengalerie Zettzwo und KünstlerInnen der „Grötzinger Kulturmeile“ für eine Benefizausstellung auf dem Schlachthof-Gelände zusammen. Schon durch seine schiere Größe heraus sticht Pavel Miguels Replik seiner Bronzeskulptur „El mudo – Der stumme Mann“ von 1995, die das Cover der Mai-Ausgabe des INKA Stadtmagazins ziert. Ein in der Vita des Cubanos bedeutendes Werk, das für den seinerzeit in Havanna gefeierten Skulpturenmacher das „Visum in die Freiheit“ war. Dieses 50 Zentimeter große und 20 Kilo schwere Original mutierte übers Frühjahr in Miguels Skulpturengarten vor dem Atelier zum zwei Tonnen schweren Drei-Meter-Kopf, dessen Gerüst aus Metall und Maschendraht mit einem Gemenge aus Ton, Glasfaser und Stroh Gestalt angenommen hat. Ein Negativ des Koloss’ von Berghausen ist wiederum die Blaupause der bei „Kunst verbindet“ präsentierten transportablen, ebenso leichten wie stabilen gegossenen Version aus Harz und Eisenpulver (Foto: Patrick Wurster). Wie all seinen Kunstwerken haftet auch dem ebenfalls gezeigten altbekannten, aber hochaktuellen Pümpelpanzer „La guerra de mierda – Scheißkrieg“, den Toiletten-Gemälden und dem frisch gebrannten „Kannibalen“ das Pavel-typische Provozierend-Politische an. Ein weiterer prominenter Zettzwo-Vertreter ist Grafiker und Maler Wolfgang Kopf; die Grötzinger vertritt u.a. „Chainsaw Artist“ Guntram Prochaska mit seinen hölzernen „Friedensengeln“. Das weitere Ausstellerfeld: Susanne Trautnitz (Keramik), Kunstschaufenster-Initiatorin Monika Roser, Karin Ella Gengel, Karolina Jarmolinska, Katja Wittemann, Alexander Holzmüller, Vera Holzwarth, Ulrike Seitz, Joachim Hillmann und Driss Ankour (Malerei), Christina von Puttkammer und Esther Klauke (Collagen), Andreas Ramin und Kai Wintergreen (Fotografie), Gregor Strehle – und Gastkünstler aus der Uneson-Kinder-Lernwerkstatt. Denn noch bevor der Krieg in der Ukraine ausbrach, stand für die Macher von „Kunst verbindet“ fest, dass der Benefit an das 2010 in Karlsruhe gegründete gemeinnützige Kinderhilfswerk United Social Network geht. In deren Lernfreundehaus auf dem KIT-Campus Ost arbeiten Jasmin Sahin und ihre Ehrenamtlichen seit fünf Jahren mit geflüchteten Kids. Schwerpunkt: Kunstpädagogik. Und so ist jedes Getränk eine Spende und von jedem verkauften Kunstwerk gehen 20 Prozent an Uneson, das geflüchtete oder vertriebene Kinder und Jugendliche von der Landeserstaufnahme Lea in kreativen Projekten zusammenbringt – wie dem Flüchtlingskinder-Workshop der Kunstgemeinschaft Zettzwo/Kunstforum/Kulturmeile, in dem die bei einer Performance vorgestellten Werke für „Kunst verbindet“ entstanden sind. -pat · Vernissage: Fr, 13.5., 19 Uhr, Rahmenprogramm: Julia Neumann (Geige/Gesang ) & Laszlo Woplert (Saxofon/Flöte), Sa+So, 14.+15.5., 10-19 Uhr, Fleischmarkthalle, Alter Schlachthof, www.uneson.org

Zettzwo: Projekt 50/50

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Auch wenn die meisten der Zettzwo-KünstlerInnen sowohl als Mitinitiatoren wie auch als Teilnehmer an der Schlachthof-Benefizausstellung „Kunst verbindet“ (s. sep. Text) beteiligt sind, lassen sie sich ihre alljährliche „50/50“-Spendenschau in den Durlacher Produzentengalerieräumen nicht nehmen. Schließlich war „Projekt 50/50“ im Jahr 2014 die Initialzündung zur Zettzwo-Gründung mit der Idee, dauerhaft einen Raum sowie ein Dialogforum für zeitgenössische Kunst zu schaffen. Der Ausstellungsname ist Programm, denn die Hälfte des Erlöses kommt ausgewählten Hilfsprojekten zugute. In diesem Jahr wird wie auch bei „Kunst verbindet“ das Kinderhilfswerk United Social Network bei seiner Arbeit für aus der Ukraine geflüchtete Kinder und Jugendliche unterstützt, z.B. durch Sprachunterricht. Im Gegensatz zu den gemeinsamen Themen der monatlichen Zettzwo-Ausstellungen spannen die Künstler bei „Projekt 50/50“ einen Bogen ihres ganzen künstlerischen Selbstverständnisses. Da in der Fleischmarkthalle eine groß angelegte Vernissage stattfindet, ist in der Zunftstr. 2 diesmal lediglich eine kleine Eröffnung mit zwei Künstlerinnen geplant. (Abb.: Stefanie Pietz, „Der Berg“, Acryl auf Leinwand, 120 x 140 cm) -pat · Eröffnung: Fr, 13.5., 19 Uhr, bis 4.6., Sa 10-14 Uhr, Zettzwo, www. fuenfzig-fuenfzig.de, www.uneson.org

Shop der Kunstakademie Karlsruhe

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Die Kunstakademie Karlsruhe hat einen Shop eröffnet. Hagen Eberle und Daniel Reyle lieferten das Motiv der ersten Kollektion. Die Startkollektion Edition 2022 besteht aus Hoodie (25 Euro), Damen-und Unisex-T-Shirt (zehn Euro) sowie Tasche (vier Euro). Der Shop liegt bei Unicum Merchandising, einem Spezialisten für Hochschul-Merchandising. Dort werden Bestellungen entgegengenommen und zeitnah per Post versendet. Zugang zum Shop erhält man auch über www.kunstakademie-karlsruhe. de sowie Instagram und Facebook (@kunstakademie.karlsruhe). -rowa

Ausstellen in der Orgelfabrik

Die Stadt stellt die wunderbaren Räume der Orgelfabrik Durlach kostenfrei KünstlerInnen zur Verfügung, vorzugsweise für raumbezogene Gruppen-oder Gemeinschaftsausstellungen. Auch ein künstlerisches Rahmenprogramm ist ausdrücklich erwünscht. Bewerben können sich bis Mi, 15.6. Künstler aus Karlsruhe und der Region sowie Studenten der Kunsthochschulen. Info: www.karlsruhe.de/orgelfabrik. -rowa

HfG: Munitionsfabrik

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Unglaubliche 30.000 FabrikarbeiterInnen waren während des Zweiten Weltkriegs in der Karlsruher Munitionsfabrik beschäftigt. Im Ersten Weltkrieg wurde sie vom „Blitz-Architekten“ Philipp Jakob Manz als Produktionshalle für die deutsche Waffen-und Munitionsindustrie errichtet. Während der NS-Zeit waren Zwangsarbeiter aus ganz Europa hier unter unmenschlichen Bedingungen im Einsatz. In den 1980er Jahren besiedelten Künstler die leerstehenden Hallen zwischen Lorenz-und Brauerstraße. Der Weg für den Einzug von ZKM, Hochschule für Gestaltung und Städtischer Galerie wurde in dieser Zeit geebnet. Die Ausstellung „Munitionsfabrik“ anlässlich des 30-jährigen Bestehens der HfG untersucht die Geschichte dieser Waffenfabrik in der Dimension einer Kleinstadt. Sie hinterfragt die Entwicklung des Areals und blickt auf seine Transformationen und Brüche. Mit künstlerischen und dokumentarischen Projekten von HfG-Studenten, -Alumni und -Lehrenden, und dazu mit Recherchematerial aus u.a. dem Stadtarchiv und dem Generallandesarchiv Karlsruhe wird die Geschichte dieses „ungeheueren Raums“, der sich auf zahlreiche Kriege und Konflikte weltweit ausdehnte, fassbar. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation in der HfG-eigenen Reihe „Munitionsfabrik“. Auch ein Podcast wurde zu diesem Anlass gestartet. (Foto: Evi Künstle) -fd · 2.6.-11.9., Hochschule für Gestaltung

„Scultura 22“ in Baden-Baden

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Den „Kunstsommer“ 2022 gestaltet die Gesellschaft der Freunde junger Kunst mit einer Bildhauerausstellung im Herzen der Altstadt. Zwischen Dampfbad und Friedrichsbad zeigt die Galerie unter freiem Himmel Werke zeitgenössischer junger wie arrivierter BildhauerInnen aus dem Umfeld der Karlsruher Akademie. Auf gleicher Ebene mit Skulpturen der ehemaligen Lehrmeister und bekannten Kollegen aus dem In-und Ausland entwickelt sich eine rege Zwiesprache, denn die Künstlerauswahl ist toll und erlesen! Mit dabei sind Stephan Balkenhol, Kassandra Becker, Johannes Bierlein, Riccardo Cordero, Hirofumi Fujiwara, Erich Hauser, Jochen Hautzdorf, Jürgen Knubben, Nina Laaf, Nino Maaskola Meuser, Klaus Prior, Martin Pöll, Gert Riel, Ralf Schira und Evelyn Weinzierl. Geplant sind auch Rundgänge und Künstlergespräche (s. www.gfjk.de). (Foto: Martin Pöll) -rowa bis 3.10., rund um das Alte Dampfbad, Baden-Baden

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ZKM: The Artwork As A Living System

Christa Sommerer und Laurent Mignonneau haben den Übergang von der Phase der Bewegtbild-zu den Belebtbild-Medien wie kaum jemand anderes geprägt. Seit fast 30 Jahren entwickelt das Duo immersive und interaktive Kunstwerke, die zwischen Naturwissenschaft, Technologie und Kunst mäandern. Sommerer und Mignonneau designen künstliche Systeme, die sich wie natürliche Organismen verhalten. Ihre „Art Of Interface“ schafft Schnittstellen zwischen simulativen Bildwelten und der Welt unserer Sinnesorgane. Sie basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und lassen u.a. das Wachstum von Pflanzen oder die Verhaltensweisen kleiner computergenierter Fliegen oder Käfer in komplexen Ökosystemen nachvollziehen. Neben Klassikern aus der Sammlung des ZKM wie „Interactive Plant Growing“ (1992) oder „A-Volve“ (1994) zählt auch die neu geschaffene Augmented-Reality-Installation „Ar(t)chive“ zu den 14 Exponaten der Schau. -fd · Sa, 7.5., bis 31.7., ZKM-Lichthof 1+2

Städtische Galerie Karlsruhe: Laura Gaiser, Ulrich Okujeni & Johanna Wagner

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Laura Gaiser studierte an der Karlsruher Kunstakademie bei Toon Verhoef und John Bock. Nach mehreren Auszeichnungen wurde ihr 2021 der „Kunstpreis der Werner-Strober-Stiftung“ verliehen. Das führt sie zu einer Einzelausstellung im Forum der Städtischen Galerie. Unter dem Titel „Frucht Fleisch“ zeigt sie dort Filme in Stop-Motion-Technik aus Tausenden Einzelbildern. Licht und Farbe verschmelzen die Realitätsebenen zu einer neuen, überraschenden Einheit. Durch Kostüme und Accessoires wie Tierfelle und andere Teile von Tieren verwandeln sich die AkteuerInnen in zoomorphe Wesen in fremden und mitunter erschreckenden Szenarien. Ängste, Gewalt und Verletzung, aber auch Träume und Hoffnung kommen hier zum Ausdruck. Auch Ulrich Okujeni und Johanna Wagner sind Alumni der Karlsruher Akademie. 2020 erhielten sie das Kulturstipendium der Stadt Karlsruhe. Die Wasmuht-Meisterschülerin Wagner arbeitet mit Performance, Film und Fotografie und deren Mischformen. Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist der menschliche Körper. Okujeni absolvierte sein Meisterstudium bei Silvia Bächli. In einer schnellen, gestischen Malweise schafft er Bilder und Zeichnungen aus Ölfarbe und Tusche. Seine figurativen und abstrakten Motive sind vom Comic und der informellen Kunst inspiriert. -fd Gaiser: 20.5.-11.9., Okujeni & Wagner: 20.5.-25.9., Städtische Galerie Karlsruhe

HfG: Was ist Szenografie?

Unter den fünf Studiengängen der Hochschule für Gestaltung ist Szenografie wohl der erklärungsbedürftigste. Dem geht die Reihe „Was ist Szenografie?“ nach, die sich über das gesamte Jubiläumsjahr der HfG erstreckt. Szenografie setzt sich mit dem Raum und dessen Inszenierung auseinander und kommt vor allem, aber nicht nur, im Theater und in der Performancekunst zum Tragen. Dort zeigt sich seit der Pandemie die Dringlichkeit, über das Verhältnis virtueller, physischer und hybrider Räume nachzudenken. Weitere Themen der Reihe sind nachhaltige Praktiken, kollektives Arbeiten, Beziehungen zwischen Performance-und Film-Raum, (anti-)immersive Ansätze und soziologische Fragen wie die nach exklusiven und inklusiven Räumen. Es geht also um prozessuale, narrative, zeitbasierte und ephemere Aspekte einer experimentellen Szenografie jenseits der klassischen Theaterbühne. Die erste Lecture hält der Regisseur und Theaterwissenschaftler Kai van Eikels. Er beschäftigt sich mit sogenannten „Cute Spaces“, sprich Räumen und Situationen, die eine niedliche Wirkung haben. Was macht Niedlichkeit mit den Anwesenden? Welche Orientierung im Raum ermöglicht sie? Wie verändert sich dadurch die Interaktion, die Wahrnehmung von Geschlecht, Körper und Beziehungen? -fd · Do, 5.5., 18 Uhr, HfG

HfG: Diplomausstellung

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Rund 40 Diplome aus den Bereichen Medienkunst, Ausstellungsdesign und Szenografie, Produktdesign sowie Kommunikationsdesign, dazu Magister-und Promotionsarbeiten in Kunstwissenschaft und Medienphilosophie sind im vergangenen Jahr an der HfG fertig geworden. Die Diplomausstellung gibt Einblicke darin, flankiert von Diskussionen mit Gästen und Alumni, Vorträgen, Führungen durch die Lichthöfe, Workshops, Performances und einem Filmprogramm. (Foto: Tobias Wotoon) -fd · 2.-19.6., Hochschule für Gestaltung

Pforzheimer Museumsnacht & Internationaler Museumstag

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„Museen mit Freude entdecken“ ist das Motto der Pforzheimer Museumsnacht, die in 17 Museen und Galerien der Goldstadt stattfindet. Am Tag darauf führt der „Internationale Museumstag“ das Wochenende zur Feier der Museen und des Zusammenkommens fort. Der zweitägige Doppelpack besteht aus über 100 Programmpunkten und zahlreichen Ausstellungen, fast alle davon sind kostenfrei zugänglich. Neben Dauer-und Sonderausstellungen finden Führungen, Workshops, Konzerte, Performances und Aktionen für die ganze Familie statt; dazu locken leckere kulinarische Angebote. Mit dabei sind das Stadtmuseum, das Schmuckmuseum, das Museum Johannes Reuchlin, das Technische Museum der Pforzheimer Schmuck-und Uhrenindustrie, die Pforzheim Galerie, die Galerie Brötzinger Art, das Bäuerliche Museum, das Haus der Landsmannschaften, das Archäologische Museum, das DDR-Museum, der Gasometer, der Alfons-Kern-Turm mit dem Café Roland, das Turmquartier der Sparkasse Pforzheim Calw, die neue Schmuck-und Event-Galerie von Jasmina Jovy im Kollmar & Jourdan-Haus, das Kulturhaus Osterfeld und das Haus der Jugend. Bunt wie die Vielfalt der Museen sind auch ihre Inhalte: Von Schmuck-und Goldschmiede-Kunst reichen sie über die Stadtgeschichte, Plattencover-Kunst und Fotografie bis hin zu Mineralien, dem Great Barrier Reef in 360 Grad und der römischen Vergangenheit von Pforzheim. -fd Sa, 14.5., 17-23 Uhr; So, 15.5., 10-17 Uhr, Pforzheim

Galerie Oh: Elke Hennen

Die letzte Vernissage in den temporären Räumen von Manuel Kolips Galerie Oh in der Waldstr. 46 steht an: Elke Hennen errichtet eine skurrile Wunderkammer, in der kryptische Anordnungen installative Situationen herstellen. „Essentia: Wunderkammer der Arbeit“ erzählt von Transformationen, Widersprüchlichkeiten und den psychologischen Momenten von Wahrnehmung, die ungewöhnliche Objekte hervorrufen. Welche Beziehung entsteht, wenn Pillendreher, Fische, Aremisia Gentileschi und Dianthus Caryophyllus aufeinandertreffen? Neben den wundersamen Welten der Elke Hennen sind bis zum Closing am 28.5. auch Arbeiten von Xu Fancheng, Mike Woll, Hannes Mussner, Max Werner, Changxiao Wang und Manuel Kolip zu sehen. Hinzu kommt Doris Vogels Reihe „The Strangest Feelings“, die sich mit dem Image von Elvis Presley und der Komplexität menschlicher Empfindungen beschäftigt. -fd · Eröffnung: Sa, 7.5., 12 Uhr, bis 28.5., Galerie Oh

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ZKM & EnBW: Bio-Medien

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In zahlreichen Pflegeheimen ist die Robbe Paro schon ein beliebter Gast. Der Pflegeroboter, der in Form einer Babyrobbe daherkommt, interagiert mit an Demenz erkrankten Menschen und kitzelt in ihnen eine neue Freude an der Interaktion hervor. Die süßen Maschinchen sind nur ein Beispiel für lebensähnliche Technologien, die bereits im Alltag Platz gefunden haben. Auch Sprachassistenzen in Smartphones oder Internet-Bots kann man als „Bio-Medien“ verstehen. Die Ausstellung versteht solche Phänomene als neue künstliche Mitwesen. Anstatt Angst vor ihnen zu haben oder sie zu ignorieren, geht es vielmehr darum, Ideen von einem gemeinschaftlichen Leben mit Bio-Medien zu entwickeln (bis 28.8., ZKM-Lichthof 8+9).

Händeschütteln war eine der ersten Gewohnheiten, die wir im März 2020 aufgaben. Die interaktive Roboterinstallation „Handshake“ von AATB lädt das Publikum ein, sich virtuell und physisch wieder die Hand zu geben. Sie ist Teil der Satellitenausstellung des ZKM in den Hallen der EnBW, die vier Werke zur Thematik „Bio-Medien“ zeigt (bis 31.7., EnBW-Foyer, Abb.: AATB: Handshake, 2020). -fd

Kunst Nach(t) Landau

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Am 3.6. öffnen Landaus Galerien, Museen und Institutionen zum zweiten Mal gemeinsam von 19 Uhr bis Mitternacht ihre Türen. Alle beteiligten Institutionen sind mit speziellen Aktionen dabei und setzen ihre eigenen Themenschwerpunkte nach Interesse und jeweiligem Profil. Für Nachtschwärmer steigt im Gloria Kulturpalast anschließend eine After-Show-Party ab 23 Uhr. Mit dabei sind das Archiv und Museum, die Stadtbibliothek, der Kunstverein Villa Streccius, das Kunstinstitut der Universität Koblenz-Landau, die Pfarrei Mariä Himmelfahrt, der Verein Strieffler Haus der Künste, die Stiftskirchengemeinde, die Galerien M am deutschen Tor, die VR Bank Südpfalz, die Galerie Z, die Alt-Katholische Gemeinde in der Katharinenkapelle, die Kunstkammer, der Atelier-Salon sowie das Haus am Westbahnhof und der Gloria Kulturpalast. Begleitend zur „Kunst Nach(t)“ erscheint ein Programmheft, das die Interessierten zu den Orten des Geschehens führt. Von 19 bis 24 Uhr verkehrt das Schoppenbähnel und fährt im Uhrzeigersinn alle 30 Minuten die Institutionen an. Die Haltepunkte korrespondieren mit den Veranstaltungsorten. Die Route ist auch unter www.kulturstadt-landau.de einsehbar. In der Landauer Innenstadt stehen etwa 3.200 öffentliche Parkplätze ab 19 Uhr kostenlos zur Verfügung. (Foto: Stadt Landau) -rowa Fr, 3.6., 19-24 Uhr, Stadt Landau; After-Show- Party, 23 Uhr, Gloria Kulturpalast, Eintritt frei

Landau: Dietmar Brixy & Sonja Edle von Hoeßle

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„Reflect – Sinnensuche“ heißt die Doppelausstellung von Dietmar Brixy und Sonja Edle von Hoeßle (Foto). Sie formuliert die zarte Aufforderung, die eigenen Gedanken-und Gefühlswelten zu reflektieren und sich mit allen Sinnen auf die Suche zu begeben. Die Ergebnisse ihrer individueller Suchbewegungen im Innen und Außen halten die beiden KünstlerInnen ganz unterschiedlich fest. Brixy schafft pastos aufgetragene, abstrakte Farbwelten, die mal stark, mal hauchfein erscheinen. Edle von Hoeßles großformatige Cortenstahl-Skulpturen changieren zwischen ruhender Statik und dynamischer Bewegung, zwischen Spannung Entspannung. Zwei Kunstsprachen, die im Dialog an Mehrwert gewinnen. -fd · Eröffnung: Fr, 13.5., 19 Uhr, bis 26.6., Kunstverein Villa Streccius, Landau

ZKM: Wem können wir vertrauen?

Wir sollten den digitalen Medien viel öfter die Vertrauensfrage stellen. Jeden Tag verwenden wir Technologien, Apps und Geräte, deren technische und rechtliche Grundlagen wir maximal ansatzweise verstehen. Unser Vertrauen ist anscheinend groß, auch wenn sich das Bauchgefühl manchmal grummelnd meldet. Die Ausstellung des Forschungsverbunds digilog@bw fragt aus künstlerischer und wissenschaftlicher Perspektive, wie es eigentlich um unsere Kompetenz steht, Deepfakes, Phishing-Mails oder Fake News zu identifizieren, oder welche Folgen die Verbreitung von Eye-Tracking im Alltag haben könnte. Interaktive Installationen laden zum Selbsttest und vergrößern unser Wissen, unsere Autonomie und somit auch unsere Mündigkeit zur Partizipation am Fortschreiten der Digitalisierung. -fd · bis 8.5., ZKM-Digiloglounge (Lichthof 9)

Mit Kinoraum im Kunstverein Wilhelmshöhe: After Crossing The River

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Marcel Odenbach lehrte von 1992 bis ’97 an der HfG Karlsruhe, war anschließend Professor an der Hochschule für Medien Köln und hatte von 2010 bis ’21 die Professur für Film und Video an der Kunstakademie Düsseldorf inne. In der Ausstellung „After Crossing The River“ präsentiert der Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen 15 junge KünstlerInnen, die ehemals bei Marcel Odenbach in seinen Klassen der Kunstakademie Düsseldorf und der Hochschule für Medien Köln studierten. Inzwischen haben sie alle selbst eine besondere Bekanntheit in der Kunst-und Filmszene erlangt. Zu sehen sind Kurz-und Spielfilme, für die der Kunstverein in einem seiner Räume einen Kinoraum einrichtet und dafür jeden Donnerstag eine verlängerte Öffnungszeit anbietet. Die Ausstellung zeigt neben den Filmen auch andere Videoarbeiten auf Flachbildschirmen und Videoinstallationen. Auch Wandarbeiten und skulpturale Installationen sowie eine Soundinstallation werden zu sehen und zu hören sein. Die Auswahl der KünstlerInnen sowie deren Beiträge zur Ausstellung hat der ehemalige Professor selbst getroffen. Beteiligte KünstlerInnen sind Eli Cortiñas, Dominik Gleis, Vesko Gösel, Tamer Jandali, René Kemp, Hanna Koch, Anna Lena Meisenberg, Róbert Olawuyi, Katharina Pethke, Jens Pecho, Johannes Raimann, Hedda Schattanik, Silke Schönfeld, Timo Seber und Roman Szczesny. (Foto: Silke Schönfeld – „Mainacht. Invented Traditions Part One“, Full HD, 35 Minuten, 2019) -rowa Eröffnung: Fr, 6.5., 18 Uhr, bis 19.6., Kunstverein Wilhemshöhe, Ettlingen

Hackathon im ZKM: Coding da Vinci

Leonardo da Vinci war Künstler, Mathematiker und Ingenieur zugleich. 500 Jahre später wandelt der Kulturhackathon „Coding da Vinci“ auf seinen Spuren. Eingeladen sind alle, die coden und designen, Kunst und Games machen, oder sich schlichtweg für Kultur und Medien interessieren. Aus offenen Kulturdaten sollen in Teamarbeit u.a. Apps, Webseiten, VR/AR-Projekte, interaktive Installationen und Datenvisualisierungen entstehen. Die zugrundeliegenden Datensets werden beim Kick-Off-Wochenende im ZKM vorgestellt. Im Anschluss bilden die TeilnehmerInnen Teams und gehen in die erste gemeinsame Hacking-Runde. Danach sind sieben Wochen Zeit, an den Projekten zu arbeiten. Währenddessen besteht die Chance zu Input-Sessions mit Experten. Die fertigen Projekte werden in einer Preisverleihung am 24.6. in Stuttgart präsentiert. Parallel zum großen Hackathon findet am selben Wochenende auch einer für Jugendliche statt. Auch dieser läuft dann sieben Wochen lang. Für Inspiration sorgt der Live-Coding-Abend mit Performances von Elina Lukijanova, Michele Samarotto, Daniel Kurosch Höpfner, Alex McLean und Lizzy Wilson (7.5., 20 Uhr, ZKM-Medientheater). -fd Sa+So, 7.+8.5., ZKM, Anmeldung: www.zkm.de

Gulaschprogrammiernacht

Das größte Nerd-Event Karlsruhes geht in seine Jubiläumsrunde. Zum 20. Mal veranstaltet der Verein Entropia (Chaos Computer Club) die „Gulaschprogrammiernacht“. Vier Tage lang kommen HackerInnen, Technikfreaks, aber auch interessierte Greenhorns zusammen, um zu programmieren, zu basteln, zu hacken oder auch Vorträgen und Diskussionen zu technischen, politischen und sozialen Themen zu lauschen. Selbstverständlich werden auch wieder Unmengen an Gulasch mit und ohne Fleisch gekocht. -fd · Do-So, 19.-22.5., ZKM & HfG

Judith Samen – Vom Rohen kosten

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Was sich in der kulinarischen Praxis eher nicht empfiehlt, kann in der Kunst ganz anregend sein. „Vom Rohen kosten“ heißt die Ausstellung von Judith Samen im Deutschen Fleischermuseum Böblingen. Rohes Fleisch findet sich auf einigen ihrer rätselhaften wie anregenden Fotografien. Auch die eigene Nacktheit wird zum fotografischen Sujet. Oft steht sich die Fotografin selbst Modell, in der Hauptrolle oder als Komparsin. So wird sie zur Erzählerin und Darstellerin. Die Grenzen von Bild und Wirklichkeit, von vor und hinter der Kamera verschwimmen. -fd bis 23.10., Deutsches Fleischermuseum, Böblingen

Skulpturengarten & Kunstparcours Schweigen-Rechtenbach

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Viele Jahre lang schon setzt sich Gudrun Zoller, die im Alten Schulhaus von Schweigen-Rechtenbach lebt, für Kultur und vor allem Kunst in der Südpfalz ein. Unermüdlich, denn manchmal braucht es eben Zeit, bis z.B. eine Skulpturenausstellung als echter Wirtschaftsfaktor wahr-und ernstgenommen wird. Im vergangenen Jahr wurde Zoller 80 Jahre alt und es war sicherlich auch ihr erfolgreichstes Jahr als Kuratorin des Skulpturengartens – die spektakuläre lebensgroße Schwimmerin von Gabriele Köbler wurde von der Gemeinde angekauft und blickt als „Wahrzeichen“ über den großen Skulpturengarten neben dem Alten Schulhaus. Auch 2022 gibt’s neue Skulpturen und Objekte und einen neuen Kunstparcours, der durch den Ort führt. Spektakulär sind die Arbeiten des Metallbildhauers Jürgen Heinz aus Lorsch (www.atelier-juergenheinz.de), der die Arbeiten „Intro I+II“ (2013) sowie die 2,8 Meter hohe Stahlplastik „Vögel“ (2015, Foto links) zeigt. Letztere ziert das Cover unserer „INKA Regio“-Ausgabe im Mai. Vertreten ist auch der Coverkünstler des aktuellen INKA Stadtmagazins: Pavel Miguel (www.pavelmiguel.de) zeigt in Schweigen seine Holzinstallation „Wohin Du gehst, gehst Du mit mir“ (Foto rechts); eine Art Boot, zu dem sich jeder seine eigene Geschichte ausdenken kann. Ist es der Fährmann, der einen in den Hades begleitet oder ein Flüchtlingsschiff oder eine gestrandete Barkasse eines Piratenschiffs? Weitere KünstlerInnen sind Petra Roquette (Maximiliansau), Didier Guth (Straßburg) Colette Wendel’Ehr aus Altenstadt in Frankreich, der Holzbildhauer Guntram Prochaska, Ottmar Hörl (Wertheim) sowie die Pfälzer Karl-Heinz Deutsch, Dieter Händel und Christian Feig. Neben dem Skulpturengarten lockt der angeschlossene, neu gestaltete Kunstparcours zu einem Kunstausflug in die Pfalz. Im schönen Ambiente zahlreicher Weingüter, Gasthäuser, Gärten und Galerien laden Skulpturen und Objekte von regionalen sowie überregionalen Kunstschaffenden zum Genießen und Verweilen ein. -rowa · Mai – Oktober, Schweigen- Rechtenbach (Ortsteil Schweigen), www.schulhaus-schweigen.com

Galerie Axel Demmer: Vier Bauhaus-Künstler

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Das Interesse an der „Verlorenen Generation“ ist groß, weshalb Axel Demmer seine Ausstellung mit den vier Bauhaus-Künstlern Emil Bartoschek, Hans Kinder (Abb.), Albert Hennig und Erich Borchert nochmals um zwei Wochen verlängert hat. Alle vier Künstler studierten bei Paul Klee und Wassily Kandinsky, alle malten parallel abstrakt und gegenständlich, alle gerieten durch faschistische oder kommunistische Kunstkontrolle in Not. Borchert starb gar 1944 in einem Gulag, nach dem Vorwurf antisowjetischer Agitation. Bartoschek malte heimlich abstrakte Bilder und verkaufte sie unter der Hand, während er nach außen den braven Landschaftsmaler gab. Hennig und Kinder kämpften an der Ostfront, wurden von den Nazis mit Malverbot belegt und fanden auch in der DDR kein künstlerisches Glück. Das geläufige Hennigformat bezieht sich auf die kleinen 15x20-Zentimeter-Zeichnungen, die der Künstler in den Pausen während seines Jobs als Betonbauer anfertigte. -fd · bis 30.5., Galerie Axel Demmer

Orgelfabrik: Performance trifft Oper und Installation

Sophia Seidler und Julla Kroner verfolgen in „Echo (She/Her)“ die Geschichte der Nymphe Echo, die in der Version von Daphnis und Chloé vom eifersüchtigen Pan in tausend Einzelteile zerrissen wird. In einer immersiven Performance-Oper kann das Publikum Echo Raum für Raum folgen. Eine Geschichte von Liebe und Hass, Meuterei und Zerstümmelung, Vergangenheit und Zukunft, Doppelgänger und Nymphen. In der Ausstellung „Perfekter Zustand! Ein körperloser Kuchen in einer Bowle – Die leichte moderne Kunst“ suchen Gin Bahc, Katharina Baumann und Judith Milz nach dem Vierten, das entsteht, wenn die drei zusammen sind. Mit individuell unterschiedlichen künstlerischen Methoden erforscht das Trio das Verhältnis von Idee und Form. Installative Objekte werden zur Grundlage performativer Momente. -fd · Echo (She/Her): Do, 5.5., 19 Uhr; Fr+Sa, 6.+7.5., 17 Uhr; Fr, 13.5., 17 Uhr; Sa, 14.5., 13+17 Uhr; Perfekter Zustand!: Eröffnung: Mi, 25.5., 19 Uhr, bis 5.6., Orgelfabrik

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