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KUNST & AUSSTELLUNG


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INKA Stadtmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 164/2022 vom 01.07.2022

art Karlsruhe

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Es ist die grüne, helle Lunge im Kunstkomplex: Im Atrium der Karlsruher Messehallen findet der rund 7.000 Quadratmeter große Skulpturengarten in diesem Jahr zu erhöhter Lebendigkeit. Da die 19. Ausgabe der Kunstmesse erstmals im Sommer stattfindet, werden bei lauen Sommertemperaturen umso mehr KunstfreundInnen das Freie aufsuchen, um zwischen den vielen Skulpturen zu wandeln, einen Drink zu sich zu nehmen und das in den Hallen Gesehene zu verarbeiten. Auch in die vier Messehallen, die ohnehin schon viel Tageslicht zulassen, wird im Juli noch mehr Sonne noch länger in den Abend hineinscheinen – für die Kunst kann das nur von Vorteil sein. Von 11 bis diesmal 20 Uhr hat die „art Karlsruhe“ von Do-So, 7.-10.7. geöffnet.

Die „art Karlsruhe“ 2022 ist die erste Ausgabe der „Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst“ seit Anfang 2020, als sie gerade noch rechtzeitig der Pandemie zuvorgekommen war. Zweieinhalb lange Jahre haben ihren Gründer und Kurator Karl Ewald Schrade, aber auch das Publikum warten und sehnen lassen, aber auch für umso mehr Hunger auf Kunst gesorgt und Zeit zur Reflektion des Konzepts ermöglicht. Die bewährte Grundidee der „art Karlsruhe“ hat sich nicht geändert. Nach wie vor lässt sich hier Kunst von Meistern der Moderne bis zum aktuellen Nachwuchs entdecken, aus einem Zeitraum von rund 120 Jahren. Neben der Jahreszeit hat sich jedoch auch die Hallenstruktur verändert: Es gibt nun eine eigene Halle für „Kunst und Kommunikation“. Sonderausstellungen, Museumspräsentationen, Talks und ein großer Restaurantbereich laden hier in Halle 3 zu Entdeckungen und Austausch ein.

Die Halle 1 gehört der Kunst nach 1945 und der Gegenwartskunst, in Halle 2 („Contemporary Art 21“) finden sich Druckgrafik und Auflagenobjekte. Halle 4, die dm-Arena, vereint Klassische Moderne und Gegenwartskunst. Neben 215 renommierten Galerien aus zwölf Ländern (u.a. Friese Berlin, Ludolff Düsseldorf, Rotermund Hamburg, oder auch Gilden’s Art London, Morone Milano und Cortina Barcelona) sind auch acht Karlsruher Galerien vertreten: Die Galerie Artpark, artports.com, Gray & Gray, Knecht & Burster, Neue Kunst Gallery, Galerie Spektrum, Galerie Clemens Thimme und Yvonne Hohner Contemporary sorgen für Lokalkolorit. Daneben zeigen auch die Karlsruher Museen, der Badische Kunstverein, der BBK, die Gedok und die Majolika Manufaktur Präsenz.

Der Mix aus großen Namen der Klassischen Moderne, heiß gehandelter Gegenwartskunst und frischen Talenten zeichnet die Messe aus: Hier finden sich Originale von Pablo Picasso, Salvador Dalí, Otto Dix, Josef Albers und Max Liebermann neben dem Einmaleins der Gegenwart (Neo Rauch, Gerhard Richter, Candida Höfer, Katharina Grosse, Günther Uecker, Heinz Mack, Xenia Hausner oder Cornelia Schleime) und jungen Positionen von KünstlerInnen, die zum Teil erst in diesem Jahrtausend geboren sind – etwa Ambra Durante, Jahrgang 2000.

Der jungen Italienerin widmet die Galerie Klaus Gerrit Friese (Berlin) eine der insgesamt über 180 One-Artist-Shows, die je einen individuellen Künstler in den Vordergrund stellen. Für „art“-Kurator Schrade kreieren die sich wiederholenden bildnerischen Handschriften eine Ruhe im Messedickicht, ohne dessen Vielfalt zu reduzieren. Beteiligt bei den Soloshows sind u.a. Elvira Bach (Galerie Art Affair, Regensburg), Marion Eichmann (Galerie Tammen, Berlin), der verstorbene Informel-Altmeister Karl Otto Götz (Die Galerie, Frankfurt), aber auch Christo (Art Edition Fils, Düsseldorf ), James Rizzi und der Illustrator Janosch (Art 28, Tübingen), Bob Dylan und Marvel (Premium Modern Art, Heilbronn) und der junge gefragte Georgier Shalva Gelitashvili (Galerie Schacher, Stuttgart).

Die große Sonderschau der „art Karlsruhe 2022“ steht im Zeichen der Weiblichkeit. Die Sammlung Maria Lucia und Ingo Klöcker wächst seit rund 35 Jahren ausschließlich um Bilder und Skulpturen, die Frauen darstellen, an. Sie erstreckt sich von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart und umfasst Arbeiten von Barbara Klemm, Sigmar Polke, Cornelia Schleime, Arno Rink, Sibylle Bergmann oder Stephan Balkenhol. Die Sammlung Klöcker trägt zudem zur Sonderschau „Druckgrafik“ bei. Hier präsentieren die ausstellenden Galerien druckgrafische Werke wie Radierungen, Lithografien, Holzschnitte und Siebdrucke. Nicht selten sind Druckgrafiken die Einstiegsdroge für eine lang anhaltende Sammelleidenschaft.

Zusätzlich zum Park im Atrium lockern vier großzügig angelegte Skulpturenplätze die Architektur der „art Karlsruhe“ auf. Arbeiten von Walter Moroder, Ottmar Hörl, Dana Meyer oder Markus Lüpertz tragen dazu mit einem großen stilistischen Spektrum bei. Neben einem üppigen Gastro-Angebot gehört auch ein Rahmenprogramm zur „art Karlsruhe“: Das „Artima Art Meeting“ verhandelt den „Kunstbetrieb mit, gegen und nach Corona“ (Do Fr, 7. 8.7., 14 Uhr). Das „Monopol“-Magazin veranstaltet im „Artima Art Forum“ in Halle 3 Talks mit Vertretern aus Galerien, Museen und den Ateliers (Sa, 9.7., 14/15/17 Uhr; So, 10.7., 14 Uhr). Der „Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift“, der „art Karlsruhe“-Preis für die beste One-Artist-Show und der „Loth-Skulpturenpreis“ prämieren ausgewählte Kunst und auf art-karlsruhe.de sorgt der „Art Podcast“ für eine Vertiefung der Kunsterfahrung. (Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner) -fd Do-So, 7.-10.7., Messe Karlsruhe, Rheinstetten, www.art-karlsruhe.de

Bad. Kunstverein: Charlotte Johannesson & The Living And The Dead Ensemble

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Zwischen Webstuhl und Computer bewegt sich Charlotte Johannesson (Abb.). Erstmals gibt eine umfassende Einzelausstellung in Deutschland einen Überblick über das innovative Schaffen der 1943 geborenen Schwedin. Schon in den 60ern produzierte die ausgebildete Weberin Wandteppiche, mit denen sie Politik und Gesellschaft kritisch kommentierte. In den 80ern wandte sie sich experimenteller Computergrafik zu. Seitdem erforscht Johannesson die Verknüpfung zwischen Textil und digitaler Bildgestaltung, was bis zu ihren aktuellen computergefertigten Textilien reicht. Scheinbar schwerelos setzen sich Pixel, Muster und Raster auf ihren Stoffarbeiten zusammen. Ihre gesellschaftskritische Haltung zwischen Punk und Feminismus hat sich Charlotte Johannesson dabei bis heute behalten. „The Living And The Dead Ensemble“ ist ein KünstlerInnenkollektiv aus Haiti, Frankreich und dem UK. Mit Mitteln aus Kino, Literatur, Text, Installation und Theater entwirft die zehnköpfige Gruppe Methoden, die Geschichte und Gegenwart aus einer karibischen Perspektive zu erzählen und dabei zugleich transnationale Ideen zu entwickeln. U.a. nimmt das Kollektiv dabei Bezug auf die afrikanischen Wurzeln karibischen Lebens und auf die vielen Menschen, die die Atlantik-Überquerung nicht überlebt haben. Im Badischen Kunstverein zeigt das „Living And The Dead Ensemble“ erstmals alle Arbeiten, die in den fünf Jahren seit seinem Zusammenfinden entstanden sind. Die Ausstellung „Lanjelis“ ist an eine karibische Nachtwache angelehnt. Nachts wird ein anderes Leben möglich, findet man Ruhe, Schutz und zugleich Raum für Revolte und Imagination, Musik und Tanz. „Lanjelis“ versammelt kreolische Ideen aus einer Region, die von der Klimakrise direkt betroffen ist und deren politisches Chaos viele Menschen zur Auswanderung bringt. Die Ausstellung fungiert als Raum für Dialog und geteiltes Wissen. Das Ensemble ist die gesamte Zeit anwesend und gestaltet das Eröffnungswochenende mit Theaterstück, Filmscreening, Raramusik, Vortrag und Workshop. -fd · Eröffnung: Do, 30.6., 19 Uhr, bis 11.9., Bad. Kunstverein

Pforzheim: Constanze Raach

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Seit 2018 tritt Constanze Raach vermehrt in Pforzheim und Umgebung in Erscheinung. Die 1947 geborene Künstlerin studierte bei Hugo Peters in Stuttgart und war seitdem mit Ausstellungen in Wien, Paris oder Krakau sehr umtriebig. Viele ihrer Bilder sind collagenhaft gestaltet. Neben „Menschen- und Körperlandschaften“ gehören auch die „Wolkenbilder“ zur ersten langen Phase ihres Schaffens. Nach langer Unterbrechung hat Raach ihre künstlerische Arbeit vor einigen Jahren wieder aufgenommen. Collagenartige Anordnungen, ein Mix an Techniken und farbliche Ausdifferenzierung kennzeichnen ihre Werke weiterhin, ergänzt um zeitgenössische Motive und verarbeitete Lebenserfahrung der dazwischenliegenden Jahre. Die Ausstellung „Venus lädiert“ gibt Einblicke in die neuen Arbeiten von Constanze Raach. Die Eröffnung begleitet Jazz von Alex Kroll und Martin Müller. -fd · Eröffnung: So, 10.7., 11 Uhr; bis 31.7., Künstlergilde Buslat, Talblickstr. 5, Neulingen bei Pforzheim

Zettzwo Produzentengalerie: Splash

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Ins Wasser fällt ein Stein... Vor den weiten Kreisen, die er zieht, steht erst mal das Pflatschen und Spritzen beim Aufprall auf die Wasseroberfläche. Die Sommerausstellung der Zettzwo Produzentengalerie widmet sich dem Plitsch-und-Platsch der Flipflops, dem Strahl der Wasserrutsche und dem spritzigen Cocktail. Spritzen steht für sprudelnde Lebensfreude und sommerliche Erfrischung für Mensch und Tier. In der Kunst hat Jackson Pollock die Spritztechnik en vogue gemacht, Splash Art ist zur etablierten Kunstgattung geworden. Darstellungen von ruhigen Wasserlandschaften im Impressionismus finden sich ebenso wie das Meer als Motiv für die Urgewalt. Die KünstlerInnen von Zettzwo tauchen in diesen Kosmos ein und spritzen, kleckern, sprühen und tropfen, lassen fließen, schmelzen, verdunsten und gerinnen. -fd · Eröffnung: Fr, 8.7., 19 Uhr, bis 6.8., Zettzwo Produzentengalerie

Galerie Kunstperipherie/n: Wirziana

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Peter Wirz ist ein bisher kaum bekannter Art-Brut-Künstler aus der Schweiz, dem die Galerie in der Scheffelstraße seine erste Ausstellung in der BRD widmet. Er lebte vom 10.3.1915 bis 27.3.2000 in der Schweiz, fast nur in psychiatrischen Einrichtungen, abgeschoben auf Bauernhöfen oder unter der Obhut von zwei pietistischen Tanten, welche seine künstlerischen Arbeiten für wertlos hielten und viele vernichteten. Er erfand einen eigenen, aus der christlich-abendländischen Heraldik abgeleiteten Stil und gestaltete vor allem zwei Themen mit dem Körper als Zentrum: Liebe, die er nie kennenlernte, und Bestrafung, bei der er sich auskannte. Eigenwillige Bildwelten, changierend zwischen zeichnerischer Poesie und Gewalt; intensive psychische Spannungssituationen finden ihren Weg zum Bild, Schönheit und verstörendes liegen oft dicht beieinander. Der Autor Andres Müry hat mit Dadi Wirz (dem Halbbruder des Künstlers) und dessen Frau Krassimira eine großformatige Monografie über den Künstler veröffentlicht. Andre Müry und Dadi Wirz geben bei der Vernissage eine Einführung in „Die andere Welt des Peter Wirz“. -rowa · Vernissage: Do, 7.7., 18 Uhr, bis 29.9., Scheffelstr. 37, Galerie Kunstperipherie/n

Projektraum Rochade: Jørgen May & Matthias Schleifer

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Dunkelflaute ist ein Begriff aus der Energiewirtschaft und bezeichnet der Zustand von gleichzeitiger Windflaute und Dunkelheit, insbesondere in den Wintermonaten, der nur geringe Mengen elektrischer Energie aus Windenergie und Fotovoltaikanlagen ermöglicht. Die Künstler Jørgen May und Matthias Schleifer (Abb.) greifen das Wort als Titel ihrer gemeinsamen Ausstellung auf, die Fehlstellen und Unklarheiten in der gewohnten Ordnung thematisiert. May baut installative und objektbasierte Versuchsmodelle über Zustände jenseits allgemeingültiger Annahmen von Realität. Bei ihm trifft Zukunft auf Gegenwart und Vergangenheit, Fiktion auf Wissen, Affekt auf Rationales, Natur auf technische Utopie und romantischer Horror auf fantastischen Wahnsinn. Schleifer sammelt, was andere als Ramsch oder Sperrmüll verstehen. Für ihn sind dies wertvolle Kleinodien, die tragisch oder komisch, aber niemals harmlos eine eigene Ausdruckskraft entwickeln können. -fd · Eröffnung: Fr, 1.7., 17 Uhr, bis 10.7., Projektraum Rochade, Putlitzstr. 14

Jürgen Knubben

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Eisen ist Jürgen Knubbens Gehilfe, Rost ist seine Farbe. Der Stahlbildhauer aus Rottweil errichtet stählerne Landschaften in den Räumen des Pforzheimer Kunstvereins GFjK. Stählerne Kuben und Prismen zeichnen diese Umgebung, türmen sich zu großen Säulen und Stelen auf und tauchen sie in rostig-warmes Licht. Eine große Büste der „Nofretete“ findet ihre Inspiration in der ägyptischen Kunst. In verschiedenen Versionen und Größen ausgestaltet, zeigt sich in jeder Variation eine andere Aussage und Monumentalität. Knubbens neueste Arbeiten sind experimentelle Bronzen, die er von Termiten-Hügeln in der namibischen Wüste abgeformt hat. Inmitten dieser Landschaft krabbeln Skulpturen über den Boden und breiten sich wie Spinnennetze auf Wänden aus. Vor dem Gebäude schließlich thront die „Stufenpyramide“ aus Cortenstahl. Mit den Werkzeugen eines Installateurs schafft Knubben so beeindruckende wie humorvolle Skulpturen, zwischen denen man flanieren und entdecken kann. -fd bis 10.7., Gesellschaft der Freunde junger Kunst, Marktplatz 13, Baden-Baden

ZKM: Kamila B. Richter & Quadrature mit Christian Losert

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Das Bild von Facebook-Gründer und Metaverse-Visionär Mark Zuckerberg ist angekratzt – metaphorisch und ganz bildlich in den Aluminiumdrucken von Kamila B.Richter. Ihre „Zuck-Err-DNA“-Serie setzt sich aus Zuckerberg-Bildern zusammen, die durch digitale Artefakte und sogenannte Err-Videos eines alten, angeschlagenen „Sony Ericsson“-Handys entstehen. In Überlebensgröße hängen diese Bilder über den Sofas im ZKM-Foyer. Zu den physischen Porträts kommen 150 digitale in NFT-Form. Entgegen dem aktuellen Trend der horrenden Preise für NFTs kann das ZKM-Publikum diese Bilder kostenlos digital empfangen. Im Subraum des ZKM-Kubus werden derweil elektromagnetische Wellen aus dem Weltraum in den hörbaren Bereich übertragen und von einer KI auf musikalische Muster, Harmonien und Melodien untersucht. Ein Ensemblestück für Computer, Teleskop, selbstspielendes Klavier und abstrakte Grafiken auf der LED-Wand des ZKM – initiiert vom Kollektiv Quadrature und Christian Losert. -fd · Richter: bis 24.7., ZKM-Foyer; Quadrature: bis 28.8., ZKM-Kubus (Subraum)

ZKM: John Sanborn

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Sein Interesse für den menschlichen Drang, Geschichten zu erzählen, hat John Sanborn bis nach Hollywood geführt. Der amerikanische Videokünstler gehört zu den vielseitigsten Medienkünstlern seit den 70er Jahren. Sanborn hat die digitale Bildrevolution von der tech-industriellen wie von der künstlerischen Seite aus mit begleitet. Nach frühen experimentellen Videoarbeiten gestaltete er MTV-Musikvideos und arbeitete im Silicon Valley als Berater von Apple und Adobe. Sein Interesse für Klang und Musik führte ihn zu einer Kollaboration mit dem Komponisten Robert Ashley und auch mit Nam June Paik arbeitete er zusammen. In den vergangenen Jahren entwickelte John Sanborn komplexe digitale Medieninstallationen, die sich mit kultureller Identität, Mythologie, Identität, Inklusion und eben dem Geschichtenerzählen befassen. Für die ZKM-Ausstellungen entstanden mehrere Auftragswerke, u.a. die VR-Version eines Sanborn-Films mit dem Schauspieler John Cameron Mitchell. -fd · Sa, 9.7.-30.10., ZKM-Lichthof 1 2

Karlsruher MeisterschülerInnen in Ludwigshafen

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I.d.R. finden die Ausstellungen ausgewählter MeisterschülerInnen der Karlsruher Kunstakademie in einer baden-württembergischen Institution – Galerie, Museum, Kunstverein – statt. Die Rudolf-Scharpf-Galerie allerdings gehört zum Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen, liegt also in Rheinland-Pfalz, doch hier an Rhein und Neckar im Dreiländereck verwässern solche Unterschiede schnell. So haben 19 Meisterschüler die Chance, ihre Kunst in einem professionellen, außerakademischen Umfeld zu präsentieren. Zur Gruppenausstellung gehören auch ein Katalog und individuelle Portfolios für alle Beteiligten. Akademie-Professorin Leni Hoffmann hat das Projekt betreut, mit dem die Künstler einen wichtigen Schritt in die Selbstständigkeit unternehmen. Beteiligt an der Ausstellung „Top 0022“ sind Maximilian Bernhard, Wenzel Maria Binder, Hsuan-wei Chen, Donna Alpha, Julia Dörflinger, Manuel Dück, Sarai Rose Duke, Simon Fischer, Hanna Gahlert, Pauline Gosselin, Pollo Guzmán, Seona Jeong, Si Eun Kim, Hojeong Lee,Li Muhua, Raoul Muck, Oktondi, Solveig Schaper und Tim Wahrendorff. (Sarai Rose Duke – „SIGG Culture (49.0055999, 8.3680435)“, Gips/Stahl, 2022 ©LH22) -fd bis 14.8., Rudolf-Scharpf-Galerie des Wilhelm-Hack-Museums, Ludwigshafen

Städtische Galerie: Karlsruher KünstlerInnenmesse

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Erstmals findet die „Karlsruher KünstlerInnenmesse“ in der Städtischen Galerie statt. Nach einem Jahr Corona-Pause eröffnet die 25. Ausgabe der Schau mit einem Wochenende bei freiem Eintritt (Do-Sa, 22.-24.7.). Im Unterschied zu konventionellen Kunstmessen sind es hier nicht Galerien, sondern die Künstler selbst, die sich und ihre Werke vorstellen. Dies ermöglicht ein direktes Kennenlernen und fruchtbaren Austausch zwischen Kunstschaffenden und Publikum. Aus mehr als 130 Ausschreibungen wählte eine Jury 32 Positionen aus Ba-Wü, Rheinland-Pfalz und dem Elsass aus, die unterschiedlichste Strömungen der Gegenwartskunst bedienen: Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Objektkunst, Fotografie, Video, Installation und intermediale Arbeiten finden hier ihren Platz. Bei der Vernissage wird der „Kunstpreis der Stadt Karlsruhe“ in Höhe von 4.000 Euro verliehen, über den die Jury kurz zuvor entscheidet. Das Plakat der Messe gestaltete Lisa Mahlberg, die den ersten und den zweiten Preis des Plakatwettbewerbs abstaubte. Preis Nummer drei geht an Berenice Gass. Die Originale der drei Plakate sind ebenfalls Teil der Messe. Einige der 32 beteiligten Künstler sind Teil der Karlsruher Kunstlandschaft, u.a. Hannah Cooke, Sarah Degenhardt, Judith Milz oder Benno Blome. -fd Eröffnung: Fr, 22.7., 19 Uhr, bis 25.9., Städtische Galerie

Kunstakademie: Sommerausstellung

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Die erste richtige Sommerausstellung seit Corona lockt endlich wieder das kunstinteressierte Publikum in die Kunstakademie. An vier Tagen sind die Klassenräume und Ateliers in der Reinhold-Frank-Str. sowie auf Schloss Scheibenhardt geöffnet und gespickt mit Kunst. Über 300 StudentInnen geben Einblicke in ihre Arbeit. Rektor Prof. Marcel van Eeeden eröffnet die Ausstellung am Mi, 13.7. im Lichthof. Dabei wird die Akademie-Absolventin Zora Kreuzer mit dem „Kalinowski-Preis“ 2022 ausgezeichnet. Für ihre Arbeiten, die mittels Farbe und Licht architektonische Formen und den öffentlichen Raum erforschen, erhält Zora Kreuzer 10.000 Euro aus der Stiftung des ehemaligen Kunstprofessors Horst Egon Kalinowski. Um 17 Uhr hält die Künstlerin einen Werkvortrag im Vortragssaal. Die Sommerausstellung ist ab dem 14.7. durchgehend von 9 bis 22 Uhr, am So, 17.7. von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Samstag und Sonntag gibt es zwischen 12 und 15 Uhr die Möglichkeit, sich von Studenten durch ihre Ateliers führen zu lassen. Am Freitagvormittag (9-13 Uhr) sind

Schüler eingeladen, sich über das Lehrangebot und die Struktur der Hochschule zu informieren und die Ausstellung zu sehen – Anmeldung unter presse@kunstakademie-karlsruhe.de. Die Kunstjournalistin Silke Hohmann („Monopol“-Magazin) präsentiert ihre Arbeit und ihren Blick auf die Sommerausstellung in einem Vortrag am Fr, 15.7. um 19 Uhr. Im Botanischen Garten beim Schlosspark zeigen die Studenten SangDoo Nam und Nozomi Tanabe ihre Werke, die in einer Kooperation mit Schlösser und Gärten Ba-Wü entstanden sind (Sa So 10-17.45 Uhr). Am Sa, 16.7. steigt ab 20 Uhr die große Party in Schloss Scheibenhardt. -fd Eröffnung: Mi, 13.7., 19 Uhr, bis 17.7., Kunstakademie (Reinhold-Frank-Str. & Schloss Scheibenhardt)

Sommer an der HfG

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Der allsommerliche Rundgang durch die Lichthöfe der Hochschule für Gestaltung steht in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen: Anlässlich des Jubiläums zu 30 Jahren HfG werden in die zeitaktuelle Ausstellung bewusst auch Elemente integriert, die auf die Geschichte der Hochschule verweisen. Die Ausstellungsarchitektur wurde von StudentInnen der HfG in einem Seminar mit dem Offenbacher Kollektiv YRD Works entwickelt. Beteiligte aus allen Kunst-, Design- und Theoriestudienrichtungen zeigen Objekte und Ideen, begleitet von Performances, Konzerten, Vorträgen, Screenings und Führungen (Do-So, 21.-24.7.). Mehr Film an der HfG gibt’s vor und nach dem Rundgang. Das Filmfestival von Di-Sa, 12.-16.7. kombiniert aktuelle Filme aus dem Zeitbild-Lab der HfG mit einer Auswahl aus den gesamten 30 Jahren Filmgeschichte der Hochschule. Jeder Abend beginnt mit einem Roundtable mit Filmschaffenden und Gästen um 19 Uhr, sobald es dunkel genug für Open Air-Kino ist, kommt ab 21 Uhr die Leinwand in Betrieb. Am Wochenende vom Fr-So, 29.-31.7. geht es weiter mit Filmen auf der Wiese vor der HfG. Ein live begleiteter Stummfilm macht den Auftakt zu einem analogen Überraschungsfilm (Bar mit DJ ab 20 Uhr, Filmstart 21 Uhr). Wer über die Zukunft des Lebens auf der Erde aus einer gestalterischen Perspektive nachdenken möchte, kann an der „Summer School“ des Bio Design Labs der HfG teilnehmen. Renommierte Lehrkräfte aus Design, Architektur und Wissenschaft laden ein zur Diskussion über alternative Möglichkeiten der Materialgewinnung, über „Terrestrial Design“ und über eine Besiedlung anderer Planeten. Am Ende steht eine gemeinsame Projektarbeit (Di-Sa, 26.-30.7., Anmeldung: biodesignlab. hfg-karlsruhe.de).

-fd

Verlängerung für die Galerie Oh

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Erfreulicherweise kann Manuel Kolip mit seiner künstlerisch stets hochkarätig besetzten temporären Galerie Oh den Leerstand in der Südlichen Waldstr. 46 noch weiter nutzen – und zwar bis Ende Juli. Nach der Pause im Juni wird am 2.7. die Ausstellung „Mixed Media“ eröffnet. Zu sehen sind dann eine Rauminstallation, Automaten und Zeichnungen von Bildhauerin Renate Koch, Collagen und Zeichnungen von Patrick Kobielski, überdimensionale, von Social Media inspirierte Filzarbeiten von Lucia Mattes und Collagen aus gefundenen Objekten von Dorothea Meyer. -rowa · Vernissage: Sa, 2.7., 12-20 Uhr, Finissage: Fr, 29.7., 16-20 Uhr

Galerie Demmer: 60 Wachter-Werke zum zehnten Todestag

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„Wegen der begeisterten Nachfrage verlängern wir die Ausstellung mit 60 Werken zum zehnten Todestag von Emil Wachter bis zum 31.7.“ Schreibt Galerist Axel Demmer kurz und bündig zu seiner aktuellen Ausstellung in der Herrenstraße. Denn er hütet einen großen Schatz an herausragenden Arbeiten des berühmten, mit der Region eng verbundenen Künstlers (1921-2012). 60 Werke aus verschiedenen Schaffensphasen zeigen die ganze Breite und Tiefe seines malerischen und aquarellistischen Werks. Denn weithin bekannt ist der in Rheinstetten geborene Künstler auch für seine Wandund Deckengemälde in vielen sakralen Bauten, Wandteppiche, Glasfenster, Brunnen und Betonreliefs (Autobahnkirche Baden-Baden). Im Karlsruher Szeneund Künstler-Café Segafredo stellte Demmer übrigens ebenfalls bereits Wachter-Originale aus, in Petersburger Hängung, eine legendäre Schau. Das traut sich ja sonst keiner. Im Segafredo ist über den Sommer weiterhin „La mer“ das Thema mit Arbeiten von Raimund Vögtle. -rowa · Wachter: bis 31.7., Mo-Sa 11-18 Uhr, Galerie Demmer, Herrenstr. 50

ZKM: Bio-Medien & The Artwork As A Living System

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Wann wird ein Medium lebendig? Wann hat Kunst lebensähnliche Eigenschaften? Diesen Fragen gehen zwei Ausstellungen im ZKM nach, das seit einiger Zeit mit seinen biophilen Ausstellungen auf aktuelle Diskurse rund um Technologie, Lebensformen und Nachhaltigkeit aufmerksam macht. Die Ausstellung „Bio-Medien“ erforscht sogenannte künstliche Agents, also nichtmenschliche oder nichtorganische Akteure – das können Algorithmen, computersimulierte Systeme oder Roboter sein, die sich lebensähnlich verhalten und Eigenschaften wie Schwarmintelligenz und Selbsterhaltung aufweisen. In Zukunft wird unser Leben zunehmend von solchen Agents geprägt sein. Die Frage, wie wir uns ihnen gegenüber verhalten wollen, taucht am Horizont auf und wird in „Bio-Medien“ künstlerisch verhandelt. Das Verhältnis menschlicher Sinnesorgane zu computersimulierten Bildwelten erforscht das KünstlerInnenduo Christa Sommerer und Laurent Mignonneau bereits seit rund 30 Jahren und nimmt damit eine Pionierstellung ein. Die Retrospektive „The Artwork As A Living System“ zeigt 14 Installationen, in denen das Publikum künstliche Systeme aktiviert, die sich dann wie natürliche Organismen verhalten. Sommerer und Mignonneau haben Klassiker der digitalen Kunst geschaffen und vereinen technische Expertise mit künstlerischer Verspieltheit. (Foto: Reiner Maria Matysik – „radiolarienübung“, 2020) -fd Bio-Medien: bis 28.8., ZKM-Lichthof 8 9; The Artwork As A Living System: bis 31.7., ZKM-Lichthof 1 2

BBK: Sommerfest & Ausstellung der Mitglieder

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Die Mitgliederausstellung bietet einen Querschnitt künstlerischer Arbeiten verschiedenster Techniken, gibt einen guten Überblick über die aktuellen Aktivitäten der Mitglieder und zeigt die Vielfalt der regionalen Kunstszene. Am Tag der Vernissage findet zudem das alljährliche Sommerfest im idyllischen Innenhof des Künstlerhauses mit Livemusik statt. -rowa · Vernissage: Fr, 1.7., 18 Uhr, mit MusikerInnen der Latin- & Salsaband Guarango, bis 24.7., BBK, Am Künstlerhaus 47

Baden-Baden: Kunst findet Stadt

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Mit der bis dato größten Luminarie in Deutschland geht die BBE-Reihe „Kunst findet Stadt“ in ihr zweites Jahr und verwandelt den Kurgarten wieder in eine frei zugängliche Open-Air-Galerie. Nach dem Dänen Jeppe Hein gastiert die international gefeierte, 2022 noch mit großen Ausstellungen in Paris und London vertretene interdisziplinäre italienische Künstlerin Marinella Senatore in Baden-Baden. Zwei der drei Arbeiten wurden speziell für den hiesigen Stadtraum geschaffen: Herzstück der Ausstellung ist eine unter Berücksichtigung der Gegebenheiten produzierte Luminarie an der Kurhaus-Fassade – das bis dato größte ausgestellte Werk von Senatore in Deutschland. Inspiration dafür bezieht die Römerin von den traditionellen Luminarie, die zu Feier- und Festtagen ganze Städte in Süditalien erleuchten. An die aus Holz gefertigten Bögen und geometrischen Formen werden bunte LED-Glühbirnen angebracht; die dadurch entstehenden, an barocke Architektur erinnernden Portale ergänzt Senatore um Zitate, die sich auf Empowerment und die Anerkennung der eigenen Identität beziehen. Teile des Spruchbands bei „Kunst findet Stadt“ hat die Künstlerin mit einem Baden-Badener Gymnasium erarbeitet. Das starke Einbeziehen der lokalen Gesellschaft und deren Teilhabe ist charakteristisch für ihre Arbeiten und auch beim zweiten und dritten Werk zentral: Im Grün des Kurgartens posiert mit „Bodies In Alliance“ eine weiteren Luminarie, die einlädt, Teil der Kunst zu werden. Und inmitten der Kurhaus-Kolonnaden bereitet Senatore BürgerInnen und Besuchern im wahrsten Wortsinn die Bühne. Unterm Motto „Dance First, Think Later“ entsteht ein kreativer Raum für alle, ob Verein, Musikformation, Einzelperson oder Tanzgruppe. Denn neben den Luminaries ist Senatore vor allem für ihre zehnjähriges Bestehen feiernde ortsungebundene, kostenlose und nichthierarchische Tanzschule School of Narrative Dance bekannt. (Abb.: „We Rise By Lifting Others“, 2020, Palazzo Strozzi, Florence, Foto: OKNO Studio) -pat Fr, 15.7.-4.9., Kurgarten vor dem Kurhaus Baden-Baden, Eintritt frei

Bühl: Nina Joanna Bergold

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Tierische Unterwasserkreaturen, die Besatzung eines U-Boots oder die TouristInnen auf einem Kreuzfahrtschiff – sie alle eint nicht nur der Bezug zum Wasser, sondern auch die begrenzte Perspektive darauf. In ihrer Ausstellung „Sous-marin“ errichtet die Künstlerin Nina Joanna Bergold ein imaginäres Wasserbecken im Bühler Friedrichsbau. Aus schwarzer Plastikfolie schneidet sie Figuren, die an menschliche und nichtmenschliche Wesen erinnern. Sie wissen, sich an den Raum anzupassen, mit dem sie spielen und zerfließen, an dem sie zerren und in dem sie ruhen. Bergold beschreibt ihre Installationen als gefühlte Zustände und Gedanken, als flüchtige und fragmentarische Vermutungen über das Lebendige in uns. Die ausgebildete Medizinerin, die danach an der Stuttgarter Kunstakademie studierte, spielt mit der Statik von Körpern, die in Foliennetzen gefangen und doch von sich selbst getragen scheinen. -fd · Eröffnung: Fr, 15.7., 19 Uhr, bis 14.8., Friedrichsbau, Bühl

Bietigheim-Bissingen: Linoleum & Linolschnitt heute

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2018 endete die Ära der Linoleum-Herstellung in Bietigheim-Bissingen mit der Schließung der Deutschen Linoleum-Werke (DLW). 80 Jahre lang wurde hier Linoleum produziert, mit einer traurigen Periode der Zwangsarbeit während der NS-Zeit. Anfang des 20. Jh. stand die Produktion des ursprünglich als Bodenbelag genutzten Materials in enger Verbindung mit Kunst, Design und Architektur. Nun wird das 85.000 Quadratmeter große Areal der DLW städtebaulich neu erschlossen. Die Künstlerin Sara F. Levin entwickelte einen Rundgang in Form eines Labors, der die Veränderung des Geländes unter archäologischen, historischen, soziologischen und visionären Gesichtspunkten erforscht. Mit Fotos, Filmen, Interviews, Zeichnungen und Frottagen erschließt sich der bislang verborgene Stadtraum. Parallel dazu lobte die Stadt zum zwölften Mal den Grafikpreis „Linolschnitt heute“ aus, einen der wichtigsten internationalen Grafikpreise. Gezeigt werden Arbeiten von 44 internationalen KünstlerInnen, die sich beworben haben, darunter auch die drei Preisträger. Kleinformatige Bücher, riesige bearbeitete Linoleumplatten oder Skulpturen, Schwarz-, Weißund Mehrfarbschnitte bis hin zu einem Trickfilm aus animierten Linolschnitten spiegeln die Vielfalt des zeitgenössischen Schaffens mit dem Material wider. -fd · Sara F. Levin – Eine Stadt verändert sich: Sa, 9.7.-6.11.; Ausstellung Grafikpreis: 9.7.-9.10., Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen

HS Pforzheim: Werkschau der Fakultät für Gestaltung

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Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie präsentiert die Werkschau der Fakultät für Gestaltung an der Hochschule Pforzheim die aktuellen Semesterergebnisse wieder im großen Rahmen. An drei Standorten sind Arbeiten aller Designstudiengänge (Accessoire-, Industrial-, Transportation-Design, Mode, Schmuck, Visuelle Kommunikation, Creative Direction, Design & Future Making) sowie aus den Bereichen Kunst und Critical Studies zu sehen. Nicht weniger als 570 StudentInnen sind dabei beteiligt. Ein Großteil der Arbeiten verhandelt selbstgewählte Themen, viele davon sind in Kooperation mit Unternehmen entstanden. Hinzu kommen Projekte wie der Wettbewerb für ein neues Corporate Design für einen Rotary-Club, Arbeiten zu Antifeminismus, Tiny Houses und Wohnungsknappheit, Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Recycling von Kunststoffen in Europa und Indien. Der Masterstudiengang Creative Direction feiert sein 30. Semester mit einer Jubiläumsschrift und die Transportation DesignerInnen verhandeln künftige Mobilitätskonzepte. An beiden Abenden sind die Kollektionen der Mode-StudentInnen auf dem Catwalk zu bestaunen (18.30 21 Uhr). Studieninteressierte sind zur Mappenberatung am Samstag um 11 Uhr eingeladen. -fd · Sa So, 15. 16.7., 11-20 Uhr, Pforzheim (Holzgartenstr., A.K.T., Eutinger Str.)

Schmuckmuseum PF: Schmuck, Zeichenund Druckkunst

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Zum 500. Todestages von Reuchlin (1455- 1522) stehen mit „Schöngeschrieben“ alle Ausstellungsräume im Zeichen von Schmuck, Schrift und Sprache. Im Sonderausstellungsbereich wird Reuchlins Wertschätzung für Sprachen und fremde Kulturen beleuchtet. Von schmucken Handschriften und kostbaren Drucken spannt sich der Bogen zu zeitgenössischer Kalligrafie aus der Sammlung der Kunstakademie Berlin und skulpturalen Arbeiten des Künstlerduos Fischerartwork. Auch in der Dauerausstellung werden zu jeder Epoche Preziosen mit sprachlichen Elementen gezeigt, z.B. nubischer Silberschmuck aus der Sammlung Sibylle und Wolfgang Mayer. Auch Konzerte flankieren die Ausstellung: Am Sa, 16.7. findet um 15 Uhr ein Duorezital mit Raphaela Gromes (Violoncello) und Julian Riem (Klavier) statt, mit Musik nach Gedichten und Operntexten von Rossini, Clara und Robert Schumann, Schubert. Am So, 24.7., 11.30 Uhr, heißt es „Tonschrift im Wandel – 500 Jahre Musikgeschichte seit 1522“ mit den Blechbläsern des Gabrieli-Quintetts. „Beflügelte Worte“ ist ein internationaler Opernabend mit Stars von morgen, präsentiert und am Klavier begleitet von Jari Hämäläinen (So, 31.7., 15 Uhr). (Abb.: 1982/16, Brosche, Silber, Stahl, Kunststoff, Leuchtfarbe, Manfred Bischoff, Berlin, 1982, Foto: Rüdiger Flöter) -rowa bis 6.11., Schmuckmuseum Pforzheim

Kunstakademie Stuttgart: Rundgang vom 15.-17.7.

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Unter dem Motto „Das Comeback des Jahres“ öffnet die ABK Stuttgart ihre Türen für den Rundgang, der 2022 endlich wieder analog auf dem Campus Weißenhof stattfinden kann. Die rund 900 StudentInnen präsentieren aktuelle Studienarbeiten und Projekte aus Architektur, Design, Kunst und Kunstwissenschaften-Restaurierung. Nach der Eröffnung um 18 Uhr findet die Vergabe der Akademiepreise und des DAAD-Preises statt. Mit Musik und Lounge laden die Studenten ab 23 Uhr im Neubau 2 zum Ausklang des Eröffnungstages ein. Der Verein Freunde der Akademie Stuttgart verleiht am So, 17.7. um 12.30 Uhr eine Reihe an Preisen für herausragende künstlerische Leistungen, zu denen u.a. der „Erwin-Heinle“-, der „Kurt-Weidemann-Preis“ sowie der „Kunstpreis Förder-Koje“ gehören. Parallel zum Rundgang werden auf dem Campus auch die Diplom- und Masterarbeiten der Architektur- und Designstudiengänge gezeigt. Die Abschlussarbeiten der Studiengänge Bildende Kunst, Künstlerisches Lehramt sowie Körper, Theorie und Poetik des Performativen sind im Kunstbezirk/Galerie im Gustav-Siegle-Haus sowie im Projektraum AKKU in Stuttgart zu sehen. -rowa · 15.-17.7., Fr 18-23 Uhr, Sa So, 12-20 Uhr, Führungen am Sa So 13-18 Uhr immer zur vollen Stunde, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Campus Weißenhof, www.abk-stuttgart.de

Wolfgang Kopfs „Ettlinger Tierschau“

Der Durlacher Künstler Wolfgang Kopf zeigt unter dem Titel „Ettlinger Tierschau“ erstmals in einer Einzelausstellung in Ettlingen seine Bilder, auch in Digitaltechnik. -rowa Vernissage: Sa, 2.7., 15-18 Uhr, bis 2.9., Galerie Werkstadt, Untere Zwingergasse 3, Ettlingen

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