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KUNST- OBJEKT OLED-TV


video - epaper ⋅ Ausgabe 7/2020 vom 25.06.2020

Genauso wichtig wie die Rahmenhandlung für eine gute Geschichte ist das Gesamtkonzept, das aus einem OLED-Panel ein faszinierendes TV-Gerät macht. Für besonders hohe Ansprüche muss auch der Faktor Design stimmen, und hier fällt LGs neuer GX-OLED nun voll aus dem Rahmen.


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Bildquelle: video, Ausgabe 7/2020

Unser kleines Wortspiel bezieht sich natürlich nicht auf LGs hohe Kunst, dem Panel eine besonders natürliche Bildqualität zu entlocken. Als exklusiver Lieferant der Basistechnologie hat man dabei ja die längste Erfahrung. Die Bildqualität des hier getesteten OLED65GX9LA unterscheidet sich auch nur marginal vom 900 Euro preiswerteren „CX”, ...

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... den wir uns in unserer letzten Ausgabe angesehen hatten. Vielmehr liegt die Faszination dieses Designhighlights darin, dass die Gehäusetiefe nochmals um über die Hälfte reduziert werden konnte. Das Ergebnis ist mit weniger als zwei Zentimeter Gesamtdicke ein Bild an der Wand, das weniger Volumen verbraucht als die meisten Bilderrahmen von „analogen” Kunstwerken. Klar, die Wallpaper-TVs (W-Serie) von LG sind noch flacher, doch im GX ist die gesamte Elektronik bereits enthalten – inklusive Netzteil, Sound und allen Anschlussbuchsen. Der „W” benötigte noch seine klobige Anschlussbox mit integrierter Soundbar und einer recht starren Flachbandkabelverbindung.

Der OLED65GX9LA wird passendzum Konzept ohne Tischfuß ausgeliefert,dafür mit einer kompaktenWandhalterung, die ihn nach Befestigungplan an die Wand zieht. Belüftungund Wärmeabfuhr finden unten,oben und durch Kontakt der Metallrückwandstatt. Soll der GX dennochauf dem Boden oder Tisch stehen, istauch dies möglich. LG ist dazu eineKooperation mit dem AV-MöbelherstellerSpectral eingegangen, der exzellentdesignte Standvarianten speziellfür die GX-Serie entwickelte – vomdrehbaren Chrom- und Metallfuß imhochwertigen Techniklook bis hinzum Echtholzrahmen nach Art einerStaffelei, bei dem sogar die Rückseiteaus Vollholz besteht (siehe Seite 10).Diesen Luxus lassen sich die innovativenPremium Möbelbauer aus Pleidelsheimnatürlich auch fürstlich entlohnen.Echt gute Kunst ist leider nieganz billig.

Jedenfalls hat LG das „Gallery” genannteDesignkonzept insgesamt aufso professionellem Niveau umgesetzt,dass die 4000 Euro Investitionsvolu-men für eine bestimmte Zielgruppedurchaus gerechtfertig erscheint. Weres noch exklusiver will, bekommt denTV auch in 77 Zoll, wenn er bereit istdafür das Doppelte zu zahlen. 55 Zollfür 2500 Euro erscheinen dagegen geradezupreiswert, und größer sindklassische Kunstwerke an der Wand jaeh selten. Konkurrent Samsung hatteerst kürzlich die „Frame”-Serie umgrößere Diagonalen erweitert undliegt preislich deutlich unter LGs GX,liefert aber immer noch nicht die bestmöglicheBildqualität. LG gelingtdies, und der GX kann laut unserenMessungen im Vergleich zum OLED65CX sogar auf etwas größere Helligkeitsreservenzurückgreifen.

Die Menüs des WebOS 5 werden wieder über einen flinken Zeiger gesteuert, den die bewegungssensitive Fernbedienung über den Bildschirm huschen lässt.


Im Home Dashboard sind alle physikalischen und kabellosen Signalquellen sowie das Internet der klugen Dinge übersichtlich dargestellt.


Keine zwei Zentimeter ist der gesamte GX-OLED tief. Dennoch sind das extrastarke Netzteil und alle Anschlüsse im Gerät eingebaut.


Gesamtkunstwerk

Die Nische „Kunstdesign”ist natürlich nur das Sahnehäubchen auf einem ansonsten makellos allumfassenden TV-Konzept. LG hat viele Jahre lang daran gearbeitet, wirklich alle Ideen und Wünsche umzusetzen, die man sich im Bereich Fernsehen vorstellen kann. Angefangen hatte das speziell für Deutschland mit einem Doppeltuner inklusive Aufnahmefunktion, nun müssen vor allem die wichtigen neuen Streamingdienste Disney+, Joyn, Sky-Q und Apple-TV mit an Bord sein. Und als Einziger ist LG beim Thema Sprachsteuerung komplett ausgestattet, gibt es nicht nur die Einbindung ins haus eigene System ThinQ, sondern zusätzlich eine Integration des Google Assistant sowie die Hörigkeit auf Amazons Alexa und das Apple HomeKit. Das Mikrofon befindet sich in der „Magic Remote”, die nur auf den ersten Blick eine normale Fernbedienung zu sein scheint. Sie reagiert auf Bewegungen und führt einen Mauszeiger über den Bildschirm. Nach kurzer Eingewöhnung gelingen Bedienaufgaben mit ihr schneller als mit Pfeiltasten. Sehr lobenswert ist die Reaktionsgeschwindigkeit der Menüoberfläche. Solange nicht auf die Antwort irgendeiner App oder eines Servers aus dem Internet gewartet werden muss, gelingt die Bedienung angenehm flink und intuitiv. Natürlich kann man sich auch tagelang darin verlieren, alle Funktionen des Gerätes kennenzulernen, denn es besitzt viele hundert Optionen und Features – angefangen von Medienwiedergabe über Bildschirmspiegelung, mannigfaltige Klangoptionen inklusive Dolby Atmos, Bluetooth-Kopfhörer und automatischer Boxeneinmessung bis hin zu Steueroptionen für AV-Geräte und das Internet der Dinge, audiovisuelle Optimierungen für Behinderte oder die eingebaute interaktive Bedienungsanleitung. Und nicht zu vergessen die riesige Auswahl an Smart-TV-Apps – alles für uns Entscheidende ist dabei.

Im Lieferumfang befindet sich kein Standfuß, dafür aber eine pfiffige Wandhalterung, die den TV plan an die Wand zieht. Wie wir ihn ausgepackt und aufgehängt haben, ist auf technite.videozu sehen.


@@Mithilfe von künstlicher Intelligenz gelingt es LG beispielsweise, Bild und Ton an die Raumsituation anzupassen.


@@Der TV, der dezenter als die meisten Bilderrahmen an der Wand hängt, kann sich bevorzugt als Kunstwerk tarnen. Ein interaktives Fest für Raumdesigner!


Wir haben ja sogar Spaß daran, dieBildqualität, die hier alle relevantenOptionen zum professionellen Abgleichanbietet, mit unserer LaborsoftwareCalman auf Studioniveau zutrimmen. Dazu hat LG eine automatischeKalibration sogar der 3D-Lookuptablesfreigegeben und den eingebautenTestbildgenerator in zweiterGeneration abermals verbessert. DasErgebnis unserer Messungen war allerdingsoptisch von der Werkseinstellungnicht zu unterscheiden, so gutabgestimmt kam das Testmuster ausder Fabrik. LG hatte sich ja auch zumFilmmaker-Mode bekannt, der genaudies verspricht: Bildparameter möglichstnahe an den Studionormen.

Dieser TV kann alles

@@Anschlusskabel werden zentral unten abgeführt, ohne dass sie zusätzliche Tiefe benötigen.Hier sollte dann ein unauffälliger Kabelkanal vorhanden sein. Dicke HDMILeitungen mitzusätzlicher Ferrit-Entstörung sind als Einzige unpassend.


Gleichzeitig setzt der Hersteller auch auf erstklassiges Gaming. Alle Standards für latenzarmes und tearingfreies Zocken werden unterstützt, also G-Sync, FreeSync, VRR (Variable Refreshrate) und ALLM. Durch letzteren Auto Low Latency Modus schaltet der TV bei Konsolennutzung von sich aus in den Gamemodus, der die gemessene Verzögerungszeit von 88 auf 13 Millisekunden verkleinert. Laut LG wird sogar nur eine Millisekunde benötigt, wir messen allerdings mit Full-HD-Daten, die erst noch skaliert werden müssen. LG setzt auch die Vorgaben der HGIG (HDR Gaming Interest Group) um, um speziell bei HDR-Spielen eine perfekte Bilddynamik ohne Überstrahlen zu bieten. Auch die Implementation von HDMI 2.1 wird viele Gamer freuen. Sie ermöglicht Ultra-HD mit 120 Bil- dern pro Sekunde. Für uns war aber fast wichtiger, dass die neuen Chips sich bei längeren HDMI-Leitungen (>5m) auch spürbar kooperativer zu den 18-Gbit-Quellen unseres Labors zeigten als frühere.

HDR mit mehr Durchblick

Von hochwertigen Displays erwartet man ein spektakuläres Bilderlebnis. Für Kenner liegt das jedoch nicht in maximaler Buntheit oder im Megakontrast, sondern in kompletter Neutralität. Farben und Kontraste, Feinheiten, Körnung und Bewegungen sollen genau so aussehen, wie auf dem Studiomonitor, mit dem der Film gemastert wurde. Voreingestellte Bildmodi werden dahingehend immer besser, jetzt getoppt durch den „Filmmaker”-Mode, der sich bei der richtigen Vorwahl automatisch durch Kinomaterial aktiviert. Im Studio ist es jedoch völlig dunkel, sodass man alle Bild inhalte nahe Schwarz differenzieren kann. Gut, dass im LG GX ein Lichtsensor eingebaut ist, mit dessen Hilfe im lichtdurchfluteten Wohnzimmer versumpfende Inhalte wieder sichtbar werden. Dolby nennt das „IQ”, im Filmmakermmode ist der Sensor hier ebenfalls aktivierbar.

Bildnerische Kunst

@@LGs Magic Remote von ist gleichzeitig Mauszeiger, Mikrofon und natürlich klassisches Steuerelement.


Was die Bildqualität betrifft, schien LGs hauseigene OLED-Technik ihr Potenzial bereits erreicht zu haben. In den letzten beiden Generationen gab es nur marginale Verbesserungen das Farbvolumen, die Maximalbrillanz oder das Nachleuchtverhalten betreffend. Etwas Besseres gibt es zur Zeit nicht, und selbst der maximale Farbraum aktueller HDR-Produktionen (DCI-P3) wird fulminant abgedeckt. Was sich kontinuierlich weiter entwickelt, ist jedoch die Qualität und Präzision der Bildaufbereitung. Artefakte werden geringer, Rauschfilter optimiert, die Quellen intelligenter nachgeschärft und im Lokalkontrast maximiert. LG setzt dazu den Alpha-9 Prozessor der dritten Generation ein, dem wir ein ausgezeichnetes Zeugnis ausstellen können.Im Auslieferungszustand befindet sich der TV im Sparmodus. Dabei ist nicht nur die Helligkeit gezügelt, sondern auch der Farbraum zu bunt und Grauanteile erscheinen zu kalt. Einer der vielen Filmmodi schafft aber ganz schnell Abhilfe. Technisch einen großen Sprung nach vorn hat dieses Jahr die Natürlichkeit von Bewegungen gemacht. Das Problem der ultraschnell reagierenden OLED-Zellen ist dabei, dass jedes Filmbild präzise stehen bleibt, bis es durch das nächste überschrieben wird. Folgt das betrachtende Auge bewegten Objekten, verwischen diese auf der Netzhaut, weil sie auf ihrer Displayposition verharren und dann sofort zur nächsten springen. Bildröhren hatten eine besonders gute Bewegungsdarstellung, weil sie jeden Bildpunkt nur kurz belichteten, dieser sich dann sofort abzudunkeln begann. Durch dieses Pulsieren kam es auch zum Kosenamen „Flimmerkiste”. Genau dies simulieren gute LCD-TVs durch Scannen der Hintergrundbeleuchtung. Beim Übergang zwischen Filmbildern entsteht eine Schwarzphase.Ist diese zu kurz, verschwimmen Bewegungen im Bild, ist sie zu lang, flimmert es. So ein Backlight-Scanning können OLED-TVs jetzt auch – in vier Intensitätsstufen inklusive Automatikmodus. Gerade Menschen, die eine Bewegungsglättung durch Zwischenbildberechnung scheuen, die hier LG übrigens wieder schön artefaktfrei gelingt, sollten „OLED Motion plus” ausprobieren.

Wer den GX nicht an der Wand montieren möchte, bekommt durch LGs Kooperation mit dem AVMöbelprofi Spectral viele edle Designoptionen für eine Boden- oder Tischaufstellung. Sogar Audio varianten wurden berücksichtigt.


Für den Galeriemodus, in dem sichder Fernseher als interaktives Kunstwerkdarstellt, ist natürlich die völligflimmerfreie Bilddarstellung passender.Hier bietet LG mehrere vorgefertigteShows an (siehe Seite 9 oben),deren Gemälde für unsere Begriffeetwas zu schnell umschalten. Vielleichtist durch die Angst vor dem Einbrennenetwas Eile geboten, obwohlder TV alle Algorithmen zu dessenVermeidung besitzt, bis hin zu Logoerkennungund -absoftung. Mit dezenterMusikbegleitung und inklusivetoller simulierter Bilderrahmen sinddie Meisterwerke und Naturaufnahmenjedenfalls ein absoluter Augenschmausan jeder Wand. Die etwafünfzig bis hundert Euro jährlicheStromkosten zusätzlich zum TV-Konsumwird der echte Kunstfreund sichergewillt sein zu investieren.

@@Zwei nette Lösungen: Die Zifferntasten der Fernbedienung lassen sich zur Kurzwahl (lange drücken) mit Apps und Sendern belegen. Smartphone-Spiegelung läuft im kleinen Fenster.


Absolut phänomenal ist die Klangqualitätvon LGs GX, wenn man bedenkt,dass hier nur Downfiring eingesetztwird, diesmal sogar aus so gutwie Nullkommanichts an Volumen.Der kleine Bruder CX kam uns einenTick ausgewogener und dynamischervor, doch der Überraschungsmoment,was hier klanglich alles hergezaubertwird, vor allem wenn es an die virtuellenRäumlichkeiten geht, ist entscheidend.

Fazit

Für einen recht stolzen Aufpreis bekommen Käufer des LG OLED 65GX9LA ein besonderes Konzept geboten. Der Schwerpunkt liegt auf Kunstdesign und die perfekte Integration in ein gehobenes Ambiente. Dass hierzu die TV-Technik absolute Spitzenklasse darstellt ist allerdings auch hilfreich.

AUS DEM MESSLABOR

Bildmessung HDTV

Im unveränderten Filmmaker-Mode wird wie versprochen ab Werk studioreif gearbeitet. Abweichungen kann man unter Serienstreuung verbuchen.Allein das „OLED-Licht” haben wir hochgedreht, um auf maximale Leuchtkraft zu kommen.

Bildmessung 4k-HDR

Mit über 99% DCI-Farbraum werden alle aktuell zu masternden Farben exzellent abgebildet. Mit 713 Nits ist der GX zudem etwas brillanter als sein kleiner CX-Bruder. Die EOTFKurve liegt dabei genauso wie Mischfarben perfekt am Soll.