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Kurz & gut


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Audio - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 10.02.2022

Eileen Gogan with Sean O’Hagan Another Golden Day

Streaming, Bandcamp (EP)

Musikgenie Sean O’Hagan (The High Llamas) hatte der großartigen Sängerin Eileen Gogan 2020 beim Album „Under Moving Skies“ zur Seite gestanden. Diese weitgehend akustische, klangoffene EP mit vier ganz feinen Liedern des anglo-irischen Duos ist eine Wohltat. Seltsam das bei „Walking Lanes“ von Ferne herüberklingende Bar-Piano, herrlich Gogans Stimme, wundervoll die Instrumentierung. Top!

idt

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Bildquelle: Audio, Ausgabe 3/2022

Aoife O’Donovan Age Of Apathy

Yep Roc (CD, 2CD, LP Bone Col. Vinyl, 2LP Tye-Dye Vinyl)

Aoife O’Donovan sang kürzlich einen Song auf dem schönen Album „Roses“ der Paper Kites – ihr neues Solowerk ist ebenso hörenswert. Die Grammy-Gewinnerin aus Boston mit der warmen, nie kitschig klingenden Stimme hat ihren empfindsamen folkigen Rock (oder rockigen Folk) vom ebenfalls Grammy-bewehrten Producer Joe Henry polieren lassen. Klangtipp. idt ...

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Kreidler Spells And Daubs

Bureau B/Indigo (CD, LP)

Kreidler halten die Düsseldorfer Fahne hoch: Die instrumentale Kunstmusik der Herren Paulick, Klein, Weinrich und Reihse wäre anderswo, etwa in Berlin, kaum denkbar. Ohne Kraftwerk wären Kreidler ebenfalls undenkbar – der Einfluss ist spürbar in dieser reichen Kraut-Electronica-Mixtur. Satter Fretless Bass von Alex Paulick, guter Mix von Peter Walsh (Scott Walker, Peter Gabriel). idt

L.A.B V

Loop Recordings, Bandcamp (CD, LP)

Die Neuseeländer von L.A.B präsentieren auf ihrem fünften Werk erneut eine ebenso dampfende wie entspannte Mischung aus Funk, Soul, Reaggae, Hip-Hop, Country Rock und einigem mehr. „All Night“ zum Beispiel ist ein satter Funk-Groover, während „Under The Sun“ komplett nach Westcoast klingt.

Eine Album wie die Playlist für eine Gartenparty. Im Streaming und bei Bandcamp bereits erhältlich. idt

Highway 20/Thirty Tigers/Membran (CD, Doppel-LP)

Bloß nicht am Original kleben. Wie bei ihren Annäherungen an Songs von Tom Petty, Bob Dylan sowie Country- und Memphis-Hymnen verpasst Lucinda Williams den 16 Stones-Perlen einen eigenen Schliff. Klar erinnert ihr langgezogenes Lamento in „Street Fighting Man“ an Jaggers Gesang, doch feine Nuancen heben das Cover vom Original ab. Auch „The Last Time“ federt im aufgefrischten Groove. Mit ihren Begleitern hat die Rocklady aus Louisiana live im Studio in Nashville zeitlose Klassiker wie „Get Off My Cloud“, „Paint It Black“, „Play With Fire“, „Satisfaction” und „Sympathy For The Devil” druckvoll aufgepeppt. Auch ruhige Nummern wie „Play With Fire“, „Dead Flowers“ und „Salt Of The Earth” lässt sie mit eigenem Timbre aufblühen.

Willi Andresen

✪ Lu’s Jukebox Vol. 1–5

BMG/Warner (CD, Doppel-LP)

Die Welt von Dope Lemon besteht aus cooler, basslastiger, extrem weit zurückgelehnter Kiffermusik, Angus Stone und schicken Frauen, die die teils spektakulären Videos und Plattencover bevölkern. Gibt es irgendwelche ernsthaften Argumente gegen dieses Konzept? Es funktioniert jedenfalls auch auf dem mittlerweile dritten Album nach „Honey Bones“ (2016) und „Smooth Big Cat“ (2019, mit dem Überhit „Hey You“). Das einst größere, weniger spinnerte Projekt des Australiers mit seiner Schwester, Angus & Julia Stone, scheint da inzwischen fast schon ein wenig in den Hintergrund zu treten. Ein paar mehr zwingende Songs hätten auf dem neuen Werk aber schon vertreten sein können – der groovige Titelsong ist klar der beste.

Sebastian Schmidt

✪ „Smooth Big Cat“ (2019)

Mercury KX/Universal (CD, LP)

Der Italiener mit Wahlheimat Berlin hat ein Händchen für traumhafte Arrangements. So durchströmt die Single „Summerside“ die Gänsehautstimme der Londoner Singer-Songwriterin Marika Hackman in dezent keltischem Touch wie aus einer Zwischenwelt aus Traum und Erinnerung: eine Blaupause für das Album, im Spielfeld von Realität und Imagination, von gefühlter Wahrheit und verfremdeter Vergangenheit. Albaneses Etüden für Klavier entfalten sich von zärtlichem Timbre hin zu markant-minimalistischen Rhythmen. Sie schwärmen kammermusikalisch-orchestral, schwelgen in elegisch-psychedelischen Wolken, um sich an anderer Stelle mit prägnantem Tastenanschlag und klaren Strukturen zu erden – alles in plastischem Klang.

Claus Dick

✪ Ludovico Einaudi, Yann Tiersen, Didier Squiban

Mascot Label Group (CD, LP)

Blues und Booze, fette Rhythmen und Schnaps: Die Band aus New York spielte in einer 24-stündigen Session live im Studio in den Pocono Mointains mit minimalen Overdubs das legendäre Stones-Album „Aftermath“ von 1966 ein. „Wir hatten keinen Schlaf und waren betrunken“, so Sänger-Gitarrist Mike Montali. Die Spielfreude münzte den Klassiker mit den ersten eigenen Songs der Glimmer Twins in eine frische, punkige Rocksession um, die leider nicht die klangliche Transparenz des Originals erreicht. Hier ging’s weniger um Perfektion als um Feeling. Und so röhrt „Under My Thumb“ leicht gepresst, während das stampfende „Dontcha Bother Me“ dem bluesdurchtränkten Original am nächsten kommt.

Willi Andresen

✪ The Rolling Stones: Aftermath (LP von 1966 als UK- und US-Edition, SACD von 2002)

Forty Below/Bertus (CD, LP)

Schluss, aus, Ende: Mit diesem Album verabschiedet sich der 87-jährige Pate des britischen Bluesrock. Seine Bluesbreakers und ihre Nachfolge-Bands waren das Sprungbrett für Eric Clapton und andere Anfänger gewesen. Für sein Tonträger-Finale engagierte John Mayall gestandene Weibs- und Mannsbilder, etwa Gitarristen wie Mike Campbell (Tom Pettys Heartbreakers) oder den Southern-Rocker Marcus King. Die Geigerin Scarlet Rivera hatte mit ihren bissig klingenden Saiten schon Dylans „Hurricane“ aufgeputscht, nun verleiht sie dem Mayall-Song „Deep Blue Sea“ mehr Schlagkraft; zu „Got To Find A Better Way“ liefert sie jene bluesig wehmütigen Zwischentöne, die dem Sänger nicht mehr so gut gelingen. Danach ist Ende. Schade.

Winfried Dulisch

✪ Alexis Korner, Paul Butterfield

06 Vertrieb/Label

Als Vokalgruppe prägen sie seit 62 Jahren den Motown-Sound. Selbst im 21. Jahrhundert klingt Motown-Soul up to date, wie die zwölf neuen Songs unterstreichen. Dafür haben Dr. Otis Williams und Co mit Gast-Produzent Narada Michael Walden Anregungen aus dem Hier und Jetzt eingefangen. So wurde mit dem New Yorker Rapper K. Sparks der Eröffnungstitel „Let It Reign“ als mitreißender Mix aus Hip- Hop, Soul und Jazz eingespielt. Die Up-tempo-Songs sind genau wie die seidigen Balladen durchzogen von Selbstzitaten mit mehrstimmigen Melodien und rhythmischen Finessen. In „Is It Gonna Be Yes Or No“ ertönt gar die Gaststimme von Smokey Robinson, der viele Temptations-Hymnen über die Jahre interpretiert hat.

Willi Andresen

✪ Millennium Ed.: Best of The Temptations Vol. 1

Colemine/Cargo (CD, LP auch Clear With Blue Mix Vinyl)

Aufregenden Soul Jazz und funkigen Rock macht das Delvon Lamarr Organ Trio aus Seattle im Bundesstaat Washington. Die sechziger Jahre werden wach, Erinnerungen an Booker T. & The MG’s melden sich, gute Laune stellt sich ein bei dieser pumpenden Instrumentalmusik. Delvon Lamarr ist ein Meister an der so schön warm klingenden Hammond-B3-Orgel, Jimmy James an der elektrischen Gitarre besorgt abwechselnd Rhythmus, Lead und Solos, und seit diesem, dem dritten Album der Combo, schwingt Schlagzeuger Dan Weiss souverän die Stöcke. So erklärt sich der Titel „Cold As Weiss“. Wenn dieses mitreißende Werk von größter Musikalität nicht einschlägt, dann geht es auf dieser Welt nicht mehr mit rechten Dingen zu.

Sebastian Schmidt

✪ The Meters, Booker T. & The MG’s

Big Blue Zoo/Thirty Tigers (CD, LP)

Sie stürmten in ihrer über 20-jährigen Karriere den Gipfel der Billboard-Bluegrass-Charts und werden als Vertreter des Genres für eine neue Generation gelobt, die dem traditionellem, wieselflinken amerikanischen Liedgut neuen Atem einhauchen. Prgressive Bluegrass nennt sich das. Auch das achte Album des Quintetts aus Michigan strotzt vor Energie und Spielkunst zwischen Bluegrass, Americana und Country. Und ihre Songs beseelen dabei analoge Instrumente wie Dobro, Banjo, Gitarre, Mandoline und Kontrabass plus harmonisch arrangierte Vocals. „Wir stecken unsere Liebe, Energie und Konzentration in das, was wir an unserer Musik schätzen“, sagt Mandolinenspieler Paul Hoffman. Ein authentischeindrucksvolles Album.

Claus Dick

✪ Punch Brothers Klangtipp ab 4,5 Ohren

Because/Virgin/Universal (CD, LP)

Joe Mount steckt in der Midlife Crisis: Vor seinem 40. Geburtstag sieht sich der Brite vereinnahmt von Familie, Eigenheim und Garten, die ihn (wie Corona) von dem fernhalten, was viel lieber täte: Musik mit seiner Band zu machen. So ist das siebente Metronomy-Album ist eine Kollektion von Songs, die er alleine aufgenommen hat. Mit minimalem technischem Aufwand, viel Wut über Brexit-Befürworter und Impfgegner sowie einer klaren stilistischen Vorgabe: Als gesetzter Familienvater wäre es sinnlos, ein jugendliches Publikum erreichen zu wollen – da komponiert man besser gleich für sich selbst. Das tut er mit Stücken, die in Richtung Synthie- und Indiepop tendieren oder sich vor Syd Barrett verneigen. Passender Titel: „I Lost My Mind“.

Marcel Anders

✪ The Lightning Seeds, MGMT, Hot Chip

Provogue/Mascot Label Group (CD, LP 140g Blue Vinyl)

Man spürt sofort die geballte musikalische Erfahrung des Sängers und Multiinstrumentalisten. Kein Wunder, als Bandleader von Soulive und Lettuce, als Produzent und Songwriter für Norah Jones und Robert Randolph, als Sideman für John Mayer, die Derek Trucks Band oder die Stones. Krasnos Stücke sind leichtfüßig, grooven laid back und changieren harmonisch ausgebufft zwischen Blues, Soul, Westcoast und Jazz. Obendrauf setzt der zweifache Grammy-Gewinner gitarristische Glanzlichter mit stetig wechselnden Sounds. Aufgenommen im kalifornischen Hyde Street Studio (2Pac, Grateful Dead) entstand ein Top-Album mit hoher Musikalität und souveräner Performance. Das vierte Solowerk des notorischen Hutträgers ist ein Juwel.

Stefan Woldach

✪ Doobie Brothers, Les Dudek, The Byrds