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Kuscheln? Gerne, mit Respekt


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Ein Herz für Tiere - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 29.04.2022

Ratgeber Katze

Artikelbild für den Artikel "Kuscheln? Gerne, mit Respekt" aus der Ausgabe 5/2022 von Ein Herz für Tiere. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Ein Herz für Tiere, Ausgabe 5/2022

SCHMUSEKATZE? Katzen sind nicht von Natur aus kuschelig, sie haben es vom Menschen gelernt

Katzen tun uns gut. Bereits vor mehr als 15 Jahren konnte die Wissenschaftlerin Karen Allen zeigen, dass allein die Anwesenheit einer Katze den Blutdruck von Menschen senkt. Die wohltuende Wirkung von Katzen vervielfacht sich beim Kuscheln. Wenn sich die Katze in die streichelnde Hand schmiegt, vertieft sich unsere Atmung und unser Herzschlag wird ruhiger.

Von Natur aus kuschelig?

Menschen sind von Natur aus Schmusebären. Liebevoller Körperkontakt führt bei uns zur Ausschüttung des Bindungshormons Oxytocin, das auch beim Streicheln unserer Katze ausgeschüttet wird – kein Wunder also, dass uns die Schmusestunde so gut tut.

Katzen hingegen sind von Natur aus eher keine Kuscheltiere. Ihre Vorfahren, die Falbkatzen, lebten als solitäre Jäger in den Steppen Nordafrikas. Um genügend Beutetiere zu fangen, brauchten die Tiere große Jagdterritorien für sich alleine. Die Nähe von Artgenossen ...

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... bedeutete nicht Schutz und Geborgenheit, sondern Nahrungskonkurrenz und Kampf um das Territorium. Nur zwischen der Katzenmutter und ihren Kleinen kommt es zu intensivem, liebevollem Körperkontakt.

Tatsächlich hat sich im Laufe des jahrtausendelangen Zusammenlebens mit Menschen einiges an der Einstellung von Katzen verändert. Begonnen hat diese Wandlung vermutlich damit, dass Beutetiere und damit Nahrung in den Getreidespeichern der Menschen in Hülle und Fülle verfügbar waren. Selbst Katzen, die sich ein kleines Territorium teilten, mussten nicht mehr konkurrieren. Die ersten Katzenkolonien entstanden wahrscheinlich in dieser Zeit.

Eine klassische Katzenkolonie ist ein reiner Frauenstaat. Sie besteht aus einer Katze und ihren Töchtern und Enkelinnen. Im engsten Familienkreis schätzen die Katzen durchaus Körperkontakt. Sie tauschen den Familienduft aus, indem sie sich aneinander reiben, sich Kopf und Hals lecken und aneinandergekuschelt schlafen. Im Mehrkatzenhaushalt kann man Freundschaften zwischen zwei nicht verwandten Katzen beobachten: Meistens sind dies wesensverwandte, sozial aufgeschlossene Katzen, die sich von frühester Jugend an kennen – Ausnahmen bestätigen die Regel.

Die enge Bindung an den Menschen erfolgt in der Sozialisationsphase von Katzen. Damit bezeichnet man beim Kätzchen die Zeit von der Geburt bis zum Alter von sieben Wochen. Wenn die Kleinen in dieser Zeit gute Erfahrungen mit uns Zweibeinern machen, können sie ein Grundvertrauen in Menschen entwickeln.

Schmusen will gelernt sein

In den ersten Tagen nach der Geburt lernen die Kleinen den Geruch der menschlichen Hand beim Wiegen oder bei kurzen Untersuchungen kennen. In der zweiten Lebenswoche steigert man die Handgewöhnung allmählich auf einige Minuten mehrmals täglich. In Studien wurde festgestellt, dass Kätzchen am besten an den Menschen gewöhnt werden, wenn sie beim Schmusen und Spielen täglich insgesamt eine Stunde Kontakt mit ihm haben. Wie wohltuend Streicheleinheiten sind, lernen Katzen in dieser Zeit zu schätzen. Auch gut sozialisierte Katzen mögen in der Regel jedoch nicht von Wildfremden gestreichelt und auch nicht bedrängt werden, sondern das Tempo der Annäherung selbst bestimmen.

Was die Körpersprache verrät

Am liebsten ist es den Samtpfoten, wenn der Mensch ihnen die Initiative zum Kuscheln überlässt.

Damit sich auch die Katze beim Kuscheln entspannen kann, muss der Mensch bereit sein, zu lernen. Wenn sie gestreichelt werden möchte, gibt eine Katze das zu erkennen, indem sie sich an den Menschen schmiegt und sich seiner Hand entgegenstreckt. Doch Vorsicht! Die Einladung zum Schmusen gilt nicht für alle Körperteile. Während die Hand an Kopf und Hals genießerisches Schnurren auslöst, kann sie am Bauch Abwehr verursachen. Wer seine Katze beobachtet, wird bald wissen, ob sie kuscheln möchte, wie lange die Schmusestunde dauern darf, welche Streicheleinheiten die Samtpfote mag und welche Berührungen bei ihr Unbehagen verursachen. Wenn die Mieze merkt, dass ihre Streichelwünsche respektiert werden, entspannt sie sich und wird zur Schmusekatze, die sich innig an uns bindet.

Spannendes aus der Katzenwelt

Sechs Schmer z-Signale

Katzen lassen sich grundsätzlich nicht gerne in die Karten schauen. Und das trifft auch zu, wenn sie Schmerzen haben: Sie sind sehr gut darin, diese lange geheim zu halten. Gerade Zahnschmerzen können aber der Grund für verschiedene Verhaltensänderungen sein. Und wenn Sie die bemerken, sollten Sie unbedingt mit Ihrer Katze den Tierarzt aufsuchen. Folgende sechs Signale sind klare Anzeichen für schmerzende Zähne (oder Zahnfleisch) und sollten Sie hellhörig machen:

Umschleichen des Napfes und zögerliches Fressen

Schiefhaltung des Kopfes und/oder einseitiges Kauen

Fallenlassen von Futter

Starkes Speicheln

Zähneknirschen

Plötzliche Aggression

Müssen Katzen in die Wanne?

Katzen sind sehr reinlich und gut darin, sich sauber zu halten. Regelmäßiges Baden ist absolut nicht nötig. Es kann die Hautbarriere irritieren und die Haut austrocknen. Kommt die Katze verdreckt oder verkrustet nach Hause, dann versuchen Sie, sie mit einem feuchten Handtuch zu säubern. Ein Bad ist wirklich nur nötig, wenn die Katze anders nicht sauber zu bekommen ist -und dann nur mit einem speziellen Shampoo und ganz viel Geduld.

Die kleinste Katze: Singapura

Die kleinste Rassekatze der Welt ist zugleich auch eine der seltensten. Die Singapura ist hübsch, klein und zierlich, auch ein erwachsender Kater wird maximal drei Kilo schwer, eine Katze maximal zwei Kilo. Im Jahr 1974 soll diese Katze erstmals aus Singapur in die USA exportiert worden sein. Im asiatischen Raum ist sie nach wie vor etwas mehr verbreitet, in Malaysia hat sie sogar einen eigenen Kosenamen bekommen und wird „Kucinta“, was auf Deutsch „Liebeskatze“ bedeutet, genannt.

Pollen-Alarm: Heuschnupfen bei Katzen

Gibt es das überhaupt? Während Menschen auf Allergene in der Umwelt meist mit Heuschnupfen reagieren, zeigt sich bei Katzen häufig eine allergische Hautentzündung. Das auffälligste Symptom: Juckreiz. Die Katze beleckt sich intensiv, vor allem im Gesicht, an den Gliedmaßen und am Bauch. Dadurch wird die Hautbarriere geschädigt, es kommt zu Haarausfall, Entzündungen und Krustenbildung. Diese Beschwerden können sowohl saisonal (wenn sie durch Pollen ausgelöst werden) als auch ganzjährig (wenn sie durch Milben oder Schimmelpilz ausgelöst werden) auftreten. Die Veranlagung für eine Allergie wird meistens vererbt. Die Symptome werden mit Kortison behandelt, doch auch eine Hyposensibilisierung ist möglich. Dabei werden der Katze kleinste Mengen des Allergens gespritzt. Die Dosis wird allmählich gesteigert, damit sich der Körper an die Allergene gewöhnen kann.

Katzengras selbst ziehen: Tipps & Tricks

Dafür brauchen Sie: eine Schale, Pflanzsubstrat und Bio-Weizenkörner (alternativ: Gerste, Hafer oder Roggen), am besten in Bio-Qualität, um eine Kontaminierung mit Pflanzenschutzmitteln auszuschließen. Zyperngras ist bei Katzen zwar beliebt, die scharfen Kanten sind aber nicht ungefährlich.

1 Füllen Sie eine dünne Schicht Pflanzensubstrat in die Schale und säen Sie die Körner aus. Mit einer etwa einen Zentimeter dicken Schicht Pflanzensubstrat decken Sie diese im Anschluss zu.

2 Als nächster Schritt kommt das Gießen an die Reihe. Dabei bitte unbedingt beachten: Auf keinen Fall zu viel des Guten! Katzengras mag es gleichmäßig feucht, aber nicht nass, sonst droht Schimmel. Alternativ können Sie Töpfe mit integriertem Wasserreservoir und Bewässerungssystem nutzen, um das Gießen zu erleichtern (erhältlich etwa von der Marke Lechuza).

3 Stellen Sie die Schale an einen warmen und hellen Ort. Direkte Sonneneinstrahlung sollte aber vermieden werden.

In Zahlen 655. 0 0 0

Katzen hatten 2020 in Deutschland COVID-19 (insgesamt lebten in deutschen Haushalten rund 15,7 Millionen Katzen). Angesteckt haben sie sich bei ihren Menschen, lebensbedrohlich verlief die Erkrankung nicht.