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KYKLADEN ALPEN, ADRIA, ÄGÄIS


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TAUCHEN - epaper ⋅ Ausgabe 110/2021 vom 08.10.2021

KYKLADEN

Artikelbild für den Artikel "KYKLADEN ALPEN, ADRIA, ÄGÄIS" aus der Ausgabe 110/2021 von TAUCHEN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Europa trifft der Sahara- Outbreak voll: 44,5 Grad in Süditalien, 38 Grad Gluthitze in Griechenland und Temperaturhochs selbst in Norddeutschland. Als die ersten Hitzewellen des Sommers übers Land gehen, sind wir unterwegs, das Auto vollgepackt mit Tauchequipment, die A7 hinunter in den Süden. Am ersten Tag queren wir Deutschland von Nord nach Süd – volle zwölf Stunden Autobahnfahrt vom Nordseedeich bis an den Alpenrand. Die Klimaanlage hält.

Am zweiten Tag besteigen wir die Alpen, bergan in den Tiroler Alpen, den gebirgigen Fernpass Kurve für Kurve hinauf kletternd. Die knapp 3000 Meter hohe Zugspitze liegt bereits hinter uns. Das Tauchgepäck fährt vorbei am Fernsteinsee und dann weiter bergauf. Zwölf Prozent Steigung – und die Klimaanlage hält.

Es geht auf den Brenner! Die A13, eine der ersten Gebirgsautobahnen der Welt, führt über den Alpenhauptkamm. Wer aus München und Nürnberg, Augsburg ...

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... und Innsbruck in den Süden will, muss hier durch. Auf der rechten Spur machen Lkws beim Anstieg schlapp. Auf der anderen Seite talwärts Richtung Bozen nimmt die Höhe ab – und die Hitze zu. Zwischen Trient und Verona gibt die Klimaanlage auf. Nur mehr heiße Luft, und draußen 37 Grad. Der nahe Gardasee lockt – aber die Fähre in Ancona wartet nicht. Über Mantua, Modena, Bologna und Rimini ist das nächste Etappenziel schließlich nach acht Stunden Fahrt erreicht: Ancona an der Adria.

Zwei Etappen in Schiffsgiganten

Ancona gehört seit der Antike zu den wichtigen Seestädten am Mittelmeer. Mittig an der italienischen Stiefelküste gelegen, kommen hier große Routen zusammen, von Skandinavien und Nordeuropa durch Westund Mitteleuropa bis Italien und Griechenland. Seitdem die Superfast Ferries mit ihren RoPax-Schnellfähren den Seeweg über die Adria von 36 auf 15 Stunden verkürzen konnten, zählt die Route Ancona-Patras für Waren und Millionen Reisende jährlich zu Europas Hauptverbindungen.

Da kommt sie auch schon! Die »Superfast XI« nähert sich. Wie eine riesige, rote Wand gleitet das Schiff vorbei an Anconas Leuchtturm. Nach 15 Stunden Überfahrt diagonal über das Adriatische Meer schiebt sich die zehn Decks hohe und 200 Meter lange Fähre in den Hafen. Der Kapitän dirigiert die letzten Zentimeter des Anlegemanövers von der Nock aus, dem seitlichen Brückenausleger, per Joystick. Dann öffnen sich die Rampen der Auto-Decks: Die ersten Riesen-Trucks rollen von Bord. Die Fähre fasst 650 Sattelzüge und 1821 Passagiere. Nach zwei Stunden Entladen beginnt das Beladen, und die Crew dirigiert die nach Griechenland übersetzenden Pkw und Sattelzüge auf die »Superfast XI«, die in den Garagen für die Überfahrt extra gesichert werden. Eingeparkt in einem der Decks steht unser A6 mit Tauchgepäck, auf zwei Handlängen dicht an andere deutsche Pkw heran manövriert. Auf in die Kabinen und gute Nacht: In den nächsten 15 Stunden bringt uns die Fähre auf die andere Seite der Adria.

Nach einer ruhigen Nacht erreicht das Schiff am frühen Morgen den Hafen von Igoumenitsa. Weiter geht die Reise am dritten Tag über Patras nach Piräus. Links der Golf von Corinth, rechts der Saronische Golf. Das Meer – tiefblau und zum Greifen nah! Weit streckt es sich entlang der

Küste Attikas bis nach Cap Sounio hinunter. Im Hafen von Piräus herrscht Hochbetrieb. Der größte Seehafen des Landes, wiederholt als größter Passagierhafen Europas benannt, ist der Hauptlink zwischen Festland und Ägäis, Ionischem und Libyschem Meer. Hier spürt man schon den Ansturm der Sommergäste auf die Inseln.

Das bunte Bild der Kykladen: Strände (Paros‘ Surfmeile Golden Beach und die weiten Sandstrände in Naxos‘ Süden), Katzen (wie in Parikia im Schuhshop von Maria Ragkousi, die auch immer wieder verwaiste Babykatzen aufzieht) und dazu die lichtdurchflutete Architektur in strahlendem Weiß in Naoussa und auf Antiparos. Unter Wasser fällt das Licht auf bunte Riffe und Höhlen, wie an Paros‘ Ostküste, auf ein versunkenes Netz vor der Bucht von Tsoukalia, auf Knurrhähne, Oktopoden und eine fotogene Wurzelmundqualle.

ATHEN – GANZ NEU!

Nach der Eröffnung des Stavros Niarchos Foundation Cultural Center (Nationaloper, Nationalbliothek) geht die griechische Hauptstadt weiter mit riesigen Schritten in Richtung Modernisierung:Dem neu gestalteten Hauptknotenpunkt Omonia- Platz folgt derzeit der Umbau von Hauptstraßen zu verkehrsberuhigten Routen und zu Fußgängerzonen – für die längsten Promenaden einer europäischen Hauptstadt! Alle Infos: This is Athens, www.thisisathens.org

Meterhoch spritzt die Fontäne und klatscht das Wasser gegen die Bordwand. Am Gate E7 reinigen die Hafenarbeiter Meter für Meter die riesige Schiffsseite von Meersalz, bevor die »Blue Star Naxos« wieder loszieht. 17.30 Uhr legt sie ab in Richtung Kykladen, nach Syros, Paros, Naxos, Iraklia, Schinoussa, Koufonissi und Amorgos. Die Schiffe der Blue Star-Flotte sind die einzigen, die die Kykladen, die Nordägäis und den Dodekanes das ganze Jahr über verbinden und Passagiere und Waren auch im Winter auf die bewohnten Inseln bringen. Mit der letzten Passage der 3173-Kilometer-Tour kommen wir gen Mitternacht auf Paros an.

Eine Grotte – und eine »richtige« Höhle

Am nächsten Tag ist das Tauchgepäck schnell entladen, und am Nachmittag stehen wir bereits in der Tauchbasis. Am südlichsten Eck von Golden Beach steht das Center der Paros Divers keine acht Meter vom Strand entfernt. Pavlos Besis macht gerade sein Boot startklar. Equipment und Flaschen liegen bereits in der »Kima«, was im Griechischen »Welle« bedeutet. Das Schlauchboot schiebt auch ordentlich an! Zum Einstieg geht es zur Insel Drionisi, die Golden Beach gegenüber liegt. Kaum geankert, sind wir mit einer Rolle rückwärts schon im Wasser. Endlich, wie erfrischend – angekommen im griechischen Sommer! Wir tauchen auf 14 Meter und schweben über Gesteinsformationen, die einen Canyon formen. Man kann hindurch segeln und es den kleinen Brassen gleichtun, die voranziehen. Entspannung pur. Wieder aufsteigend, sitzt auf fünf Metern ein Oktopus in den hellen Sonnenflecken am Grund, rund um sich eine Menge Seeigelgehäuse verteilt.

Zurück am Golden Beach besprechen wir den nächsten Tauchtag, der die Gruppe vor die Südküste führen wird. Zeitig am Morgen starten wir und fahren vorbei an Glyfa, Tripiti und um die Südspitze von Paros. Antiparos, die kleinere Schwesterinsel, kommt in den Blick. Davor erheben sich drei Inselchen aus der Ägäis, Panderonisi, Tigani und Glaropoúnta. Ein Segler ankert im leuchtend türkisfarbenen Flachwasser dazwischen. Ein Pärchen schwimmt im Blau. Pavlos bringt die »Kima« dicht an Panderonisi heran. Wir tauchen sofort ab, hinunter an einer Steilwand. Die Grotte hat drei Eingänge auf mehreren Tiefen, einen Tunnel, eine Öffnung und den Haupteingang. Wir nehmen den extrabreiten Einstieg auf zwölf Meter Tiefe. Das Licht fällt in eine riesige Höhle, an die 40 Meter lang. Ihre Wände sind übersät mit Anemonen und leuchtend gelben Schwämmen – wie kleine Blumen, abertausende gelbe Blumen. Stalagmiten reichen in die Höhe, und ihre Gegenspieler wachsen von der Decke herunter. Ein gewaltiger Anblick! Panderonisi gehört sicherlich zu den schönsten Tauchplätzen Griechenlands.

Ganz in der Nähe liegt Amphitriti, eine »richtige« Höhle, wie Pavlos zurück im Boot betont: »Der Unterschied zur Pan-deronisi-Cavern ist, dass in die Amphitriti-Cave kein Tageslicht fällt.« 50 Meter tief sei sie, voller Stalaktiten und Stalagmiten und von einzigartiger Schönheit, kommt er ins Schwärmen. »Für den Einstieg dort ist ein Höhlentauchbrevet mitzubringen.« Zur Sicherung hat er dort einen Seilrundkurs mit Orientierungspfeilen installiert. Der sechsmalige griechische Rekordhalter und Europameister im Flossenschwimmen absolvierte für seine Höhlentauchleidenschaft etliche Ausbildungsprogramme: Tech & Normoxic Trimix Taucher, Cavern & Cave Diver, Cavern Instructor, Advanced Nitrox Instructor IANTD und GUE Fundamental Diver. Abfahrend erzählt er, dass er den reinweißen Sand aus der Höhle in Athen untersuchen ließ. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Amphitriti vor 12.000 Jahren trocken lag, die Region also nicht mit Wasser bedeckt war. Mit einem Schwenk vorbei am Inselchen Tourna, auch ein guter Tauchspot, geht es zurück an die Küste von Paros.

Ein Wrack zum Schwärmen

Die Ufer ziehen sich hinauf zu Olivenhainen und Getreidefeldern. Paros, gelegen im Herzen der Kykladen, breitet sich zu Füßen des Profitis Ilias aus. Im Hauptort Parikia bilden weiße Gässchen mit bougainvillebekränzten Torbögen die charmante Altstadt. Hier steht eine der schönsten Kirchen Griechenlands, die »mit den hundert Pforten«. Und auch Naoussa’s Marmorhafen und die Granitfelsen von Kolimbithres sind weithin bekannt.

Vor Tripiti stoppen wir nahe der vor langer Zeit eingebrochenen Karsthöhle für einen Shallowdive. Das Wasser ist herrlich klar, und die zerklüftete Felslandschaft bildet optimale Bedingungen für Oktopusse und Muränen.

17 Tauchplätze fahren die Paros Divers an, neben den besuchten noch zwei weitere bei Drionisi, plus Makronisi, Prasonisi, Lolandonis, Glifa und drei Wracks, darunter ein Flieger vom Typ Bristol Beaufighter, der in Richtung Naxos auf 33 Meter Tiefe liegt. Um dort zu tauchen, müsste der Wind aber gehörig nachlassen.

REISEINFO GRIECHENLAND

MIT DEM AUTO NACH GRIECHENLAND

Über die Adria: Die Überfahrt beginnt in Ancona. Die Stadt ist ein wichtiger Hub der Attica Group-Reederei, die mit den modernen Superfast Ferries die Fahrtdauer Patras-Ancona halbierte und damit den Fährverkehr zwischen Griechenland und Italien revolutionierte. Der ADAC zeichnete Superfast im Fähren-Testbericht mit »Sehr gut« aus. Alle Verbindungen von Ancona nach Patras, Igoumenitsa, Bari und Korfu: superfast.com, attica-group.com

Fährfahrten in Griechenland: Im Verbund der Attica Group fahren die Blue Star Ferries 71 Häfen in vier Ländern an. Die Fährflotte operiert mit elf modernen Großfähren, davon acht auf nationalen Routen. Als einzige verbindet sie ganzjährig, auch in der Nebensaison und im Winter, die griechischen Inseln mit dem Festland:

Ab Piräus geht es auf die Kykladen, in die Nordägäis, Dodekanes und Kreta. Auf folgenden Schiffen der Flotte wurden eigene »Pure Cabins« mit Luftfilteranlagen (nicht nur) für Allergiker eingerichtet: »Blue Star 1«, »Blue Star 2«, »Delos« und »Patmos«. Infos: bluestarferries.com

TAUCHBASEN

Paros Divers: Tauchausflüge zweimal täglich mit maximal sechs Tauchern mit zwei Tauchlehrern, IANTD-und PADI-Kurse, Tec Diving Kurse (Advanced Nitrox IANTD), Global Underwater Explorer Standardgase mit Ausbildung ab 2021. Ziel für 2022: Rebreatherfriendly-Divecenter. Infos: parosdivers. com, amphitritecave.com

Blue Island Divers auf Antiparos: Tauchausflüge zu zwei Wracks (Fähre Express Samina), zur Insel Tourna, Riffs und Höhlen mit Blue Hole, Barrakuda Point, Stingray Point, Cathedral. PADI-und Freediver-Kurse. Infos: blueisland-divers.gr

Blue Fin Divers Naxos: PADI 5*-Center am Strand Agios Prokopios, mit Tauchfahrten zu den Plätzen: »Marianna«-Wrack, Graviera Reef, Arado Seaplane, Beaufighter, Black Rock Reef. Infos: bluefindivers.gr

Nima Dive Center (gleich nebenan am Agia Anna Beach): PADI, Ausfahrten zu: Black Rock, Beaufighter, Calypso, Graviera, »Marianna«, Panagia, Trapezaki, Virgin, White Island. Infos: naxosdivingcenter.gr

Am nächsten Tag setzen wir mit der »Blue Star Naxos« auf die gleichnamige Insel über. Am Oberdeck leuchtet der markante blaue Stern auf gelbem Grund. Die moderne Fähre fasst über 200 Autos und 1500 Passagiere. Ob »Naxos«, »Delos«, »Patmos« oder »Galaxay« – acht Blue Star-Großfähren sind in griechischen Gewässern im Einsatz, steuern nach Ios und Mykonos, Syros und Santorin, Anafi und Samos, nach Kos, Rhodos, Patmos, Kalymnos, Chios und Astypalaia in den Südlichen Sporaden.

Naxos begrüßt seine Besucher mit einem riesigen Tempeltor. Die Portara, bestehend aus zwei tonnenschweren Marmorträgern und einem kolossalen Türsturz, war im 6. Jahrhundert v. Chr. als Tor für den Apollon-Tempel bestimmt. Die größte Insel der Kykladen ist bekannt für ihre Marmor-Berge, für ihre Kouros, aus dem Gestein gehauene Jünglingsgestalten, und für traumhaft weite Strände auf der Westseite. Davor ruht die »Marianna«.

Das Schlauchboot stoppt am Amarides-Reef. Die Sicht unter Wasser ist exzellent: Unter uns erstreckt sich das über 90 Meter lange Wrack der »Marianna« in 25 Metern Tiefe. Die Sonnenstrahlen treffen auf gut erhaltene Relings. Korallen und Schwämme bedecken das Gestänge. Schwärme von Riffbarschen umrunden den gewaltigen Rumpf. Das Cargoschiff, im Sommer 1981 in Piräus vollbeladen mit Erzen, Metall und Getreide, wollte weiter in den Persischen Golf, doch die bis zur Oberfläche reichenden Felsen waren im Weg. Heute ist die »Marianna« Heimat von Brassen, Zackenbarschen, Muränen und Muscheln und dicht umschwärmt. Und morgen – wartet schon ein nächster Grund zum Schwärmen beim Untertauchen in den Kykladen. t