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LÄNGER LEBEN: “Ohne Golf wäre e ich tot!”


GOLF MAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 121/2018 vom 05.12.2018

Er war einer der härtesten Hardrocker der Welt – und trank sich fast zu Tode. Gerade noch rechtzeitig ersetzteAlice Cooper die Droge Alkohol durch die Faszination Golf. Seitdem ist der 70-Jährige trocken und viel besser drauf als früher. Dazu belegen Statistiken, dass Golf tatsächlich eine lebensverlängernde Wirkung haben kann


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Mit dem Kaktus im Nacken: Alice Cooper spielt nicht nur gern in seiner Heimat Arizona, sondern auch am Rande der Konzerte. Im Sommer drehte er eine entspannte Runde auf den Green Eagle Golf Courses in Winsen bei Hamburg.


FOTO: THOMAS METELMANN

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FOTO: GETTY IMAGES


Mit Golf dagegen lebt es sich besser – und länger!


Gibt es schönere Orte, um etwas für seine Gesundheit zu tun? Das 7. Grün des Links-Kurses von Pebble Beach liegt nicht nur am Pazifik, sondern auch in vielen Ranglisten weit vorn.


Kinder sind auch beim Golf die Zukunft. Sie profitieren davon, sich unter fachlicher Anleitung spielerisch zu bewegen und neue Fähigkeiten sehr schnell zu erlernen.


Ohne Golf wär ich tot!“ Welch krasse Aussage. Sie stammt von Alice Cooper, einem der härtesten Hard-Rocker aller Zeiten. Inzwischen aber, nach rund fünf Jahrzehnten exzessiver Bühnen- und Studio-Arbeit, ist der inzwischen 70-Jährige der wohl fitteste Rock ‘n’ Roll-Saurier, der den Sprung in die Neuzeit geschafft hat.

Alice Cooper, ungeschminkt. Es ist schon eine Weile her, dass wir bei ihm in Arizona ’ne Runde gespielt haben, die Eindrücke aber sind noch frisch. Er wirkt mit seinen 1,75 Metern deutlich kleiner als auf der Bühne, ist schlank „wie eine Harke“, wie er selbst sagt. Das Gesicht ist von Falten durchzogen, die Augen liegen in leichten Höhlen, die Zähne sind hollywoodweiß. Was er in seiner Karriere durchgemacht hat, reicht bei anderen für fünf Leben – mindestens.

Wir kommen auf die 7, ein 300 Meter langes Par 4. Alice haut den nächsten geraden Drive raus und steuert den Getränkewagen an, der rechts wartet. Ich nehme einen Kaffee, er selbst ordert…ine heiße Schokolade! „Gibt nichts Besseres bei dem Wetter“, lacht er mich an. Hatte ich was anderes erwartet von dem Mann, der zu Beginn der 80er-Jahre so alkoholkrank und körperlich kaputt war, dass er jeden Morgen Blut spuckte? Der die Entziehungskuren erst durchzog, nachdem seine Frau Sheryl bereits die Scheidung eingereicht hatte?

Hatte ich was anderes erwartet? Nicht wirklich, denn Alice ist seit über 30 Jahren trocken: „Ich habe damals die eine Droge durch die andere ersetzt. Ich bin jeden Tag auf den Golfplatz gegangen und habe intensiv gespielt; in der Anfangsphase natürlich auch, um mich abzulenken.“ Ohne Golf, daran zweifelt in der Szene niemand, gäbe es Alice Cooper heute nicht mehr! Er selbst, wir haben es gehört, auch nicht!

Dabei ist Alice Cooper natürlich schon ein besonderer Fall. Allein, die These gilt ja für uns alle: Wer regelmäßig Golf spielt, tut sich und seiner Gesundheit extrem viel Gutes. Das belegen verschiedene Studien. Die aktuellsten Informationen kommen dabei vom 7. Kongress der „International Society for Physical Activity and Health“ (ISPAH), der Mitte Oktober in London durchgeführt wurde. Das alle zwei Jahre durchgeführte Treffen gilt mit diesmal mehr als 1.000 Delegierten aus 60 Ländern als eines der wichtigsten zu den Themen Bewegung und Gesundheit. In diesem Jahr waren auch die World Golf Foundation und der Royal & Ancient Golf Club of St. Andrews beteiligt, um nachzuweisen, welch positiven Effekte das Golfspiel auf die Gesundheit von Personen jeden Alters hat.

Auch das ist Golf-Bewegung. In der mehrstöckigen Range in Manhattan (New York) kann jeder so spielen, wie er möchte, solange er weder sich noch andere gefährdet.


Mit Steve Brine fasste der zuständige britische Minister (Public Health and Primary Care) die Erkenntnisse des Kongresses zusammen: „Bewegung jeder Art bringt eine Reihe von physischen, sozialen und mentalen Vorteilen mit sich. Golf kann ein großartiger Weg sein, um aktiv zu bleiben. Es mehren sich auch die Hinweise, dass der Sport darüber hinaus sehr hilfreich sein kann für diejenigen, die unter Parkinson oder Demenz leiden.“

Fiona Bull, Professorin bei der Weltgesundheits- Organisation: „Die nicht übertragbaren Krankheiten (Herzkrankheiten, Schlaganfälle, Diabetes, Brust- und Darm-Krebs; Anmerkung der Redaktion ) sind verantwortlich für fast drei Viertel aller vorzeitigen Todesfälle. Darin enthalten sind 15 Millionen Tote pro Jahr im Alter von 30 bis 70 Jahre. Es ist gut zu sehen, dass die entscheidenden Gremien im Golf dem Thema Gesundheit jetzt auch eine angemessene Priorität einräumen. Und da ich selbst Golf spiele und weiß, wie viel Spaß es machen kann, hoffe ich, dass noch viel mehr Menschen einsteigen und damit aktiver und gesünder werden.“ Welche aber sind die größten Vorzüge? Beat Villiger, der bei mehreren Olympischen Spielen als Chefarzt der Schweizer Nationalmannschaft dabei war, hat im Juli eine aktuelle Untersuchung vorgelegt.

Sie alle arbeiten beim Thema Golf & Gesundheit zusammen (von links): Andrew Murray (European Tour), Fiona Bull (World Health Organisation), Annika Sørenstam (Golf & Health- Botschafterin), Martin Slumbers (R&A), Charlie Foster (ISPAH) und Craig Tracey (Politiker).


Darin legt er mit Verweis auf zahlreiche weitere Studien den positiven Einfluss von Golf auf die Gesundheit dar. Regelmäßige Runden wirken der Bewegungsarmut entgegen und bekämpfen so die koronare Herzkrankheit, die häufigste Todesursache in industrialisierten Ländern.

Golfen verlängert zudem das Leben, weil körperlich aktive Menschen im Alter mobiler und weniger pflegebedürftig sind. Eine anerkannte schwedische Studie mit genau 300.818 Probanden zeigte bei Golfern eine um fünf Jahre verlängerte Lebensdauer gegenüber Nicht-Golfern.

Darüber hinaus konnte bei Golfspielern eine deutliche Verbesserung der aeroben Fitness festgestellt werden. Auch, weil die körperliche Belastung den von der Weltgesundheits- Organisation geforderten Mindestwert der körperlichen Intensität zur Verbesserung der Gesundheit überschreitet.

Da wir gerade beim Thema Belastungs-Intensität sind: Das Risiko, während der Runde einen Herz- oder Schlaganfall zu erleiden, ist im Vergleich zu anderen Sportarten deutlich geringer.

Nach Dr. Villiger gibt es eine Reihe weiterer positiver Effekte bei Menschen, die regelmäßig Golf spielen: Die Muskelkraft und -ausdauer verbessern sich. Die Beweglichkeit nimmt zu, während das Körpergewicht, der Bauchumfang und sogar die Hautfaltendicke abnehmen, weil über 18 Bahnen je nach Intensität der Belastung zwischen 500 und 2.500 Kilokalorien verbrannt werden.

Wer ein weiteres Argument braucht, wie gut Golf tut, bekommt es von Doc Villiger hier: Golfer, die häufiger auf dem Platz sind, fühlen sich „deutlich gesünder als Gelegenheits-Spieler, was sich erstaunlicherweise als unabhängiger Faktor hoch signifikant positiv auf die Lebenserwartung auswirkt.“

Geht noch mehr? Für den Schweizer Mediziner schon, wenn er an das Spiel in seinem Kanton und die allergenund schadstoffarme Luft dort denkt. Graubünden ist das einzige Gebiet der Schweiz, das eine heilende Wirkung bei Kranken mit Asthma, Pollenerkrankungen und Hautleiden vorweisen kann. Dazu verstärken der reduzierte Luftdruck auf mittlerer Höhe und die hügeligen Golfplätze den gesundheitsfördernden Trainingseffekt.

Und, ja auch nicht ganz unwichtig: In dünner Luft fliegen die Bälle weiter. Das sorgt für (noch) bessere Laune mit den bekannt positiven Effekten auf die Gesundheit. Golf kann (fast) alles!

Auch das ist Golf: Im Warmen, allein mit sich und der positiven Beschäftigung mit dem Spiel.


FOTOS: GETTY IMAGES

FOTOS: GOLF DIGEST, R&A