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„LÄUFER TICKEN EBEN MANCHMAL ETWAS ANDERS“


Laufzeit - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 08.04.2020

Kerstin Engelmann-Pilger, der Name dürfte nur echten Insidern bekannt sein. Dabei gehört die 36-jährige Bonnerin zu den Überfliegerinnen auf den Ultratraildistanzen. Gleich bei ihrem ersten internationalen Start führte sie das deutsche Damenteam bei den Weltmeisterschaften im Ultratrail im vergangenen Jahr an. Wir stellen Ihnen die Läuferin mit Wohnsitz Las Palmas, Gran Canaria, vor.


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Auf den steinigen und staubigen Trails der Kanarischen Inseln fühlt sich Kerstin Engelmann-Pilger zuhause.


Fotos: privat

Auf einer für Ultramarathonverhältnisse eher kurzen, aber anspruchsvollen Strecke von insgesamt 44 ...

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... Kilometern galt es, für Trailspezialist*innen in Miranda do Corvo in der Nähe von Coimbra in Portugal bei den Weltmeisterschaften im Ultratrail rund 2.100 Höhenmeter zu bewältigen. Mit im deutschen Team erstmalig dabei war Kerstin Engelmann-Pilger (LSG Karlsruhe). Gleich auf Anhieb lief das Trailass als schnellste deutsche Läuferin nach 4:46:45 Stunden ins Ziel. Mehr als nur ein Achtungserfolg für die ambitionierte Engelmann- Pilger. „Die Leistung und Platzierung haben mich schon sehr überrascht. Vor dem WM-Start konnte ich mein Leistungsvermögen nur schwer einschätzen“, fasst Kerstin Engelmann-Pilger ihre Gefühle in der Nachbetrachtung zusammen.

Dass die 36-Jährige, mit dem Lebensmittelpunkt Las Palmas auf Gran Canaria, überhaupt in die engere Auswahl der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung (DUV) kam, war eher der Örtlichkeit der WM in Portugal und der Verfügbarkeit der Läuferin geschuldet. „Aufgrund des kurzen Anreiseweges hatte ich da wohl leichte Vorteile“, muss Engelmann- Pilger bei der Erinnerung an ihre Nominierung schmunzeln. Mit der Entscheidung pro Engelmann-Pilger hatte man bei der DUV wahrlich ein glückliches Händchen. Denn die Ausdauerkönnerin zahlte es mit Leistung zurück. Die Damenmannschaft landete auf einem 14. Platz von 31 Mannschaften. Insgesamt starteten in Coimbra 400 Läufer*innen aus 52 Nationen. Die stetig wachsende, weltweite Popularität des Traillaufens führt weiterhin zu einer Erhöhung der Leistungsdichte in der internationalen Szene. Was macht eigentlich den Unterschied zwischen Cross-, Wald- oder eben dem Traillaufen aus? „Traillaufen ist durchweg bergiger als Cross und man benötigt spezielles Laufschuhwerk“, erläutert Expertin Engelmann-Pilger und ergänzt weiter: „Man muss sich schon speziell vorbereiten, sonst funktioniert es nicht“. Aus diesem Grunde reichert die Bonnerin ihr Training auch immer wieder mit speziellen Einheiten an. Dazu gehören Treppenläufe ebenso wie Steigerungsläufe am Berg oder langes Bergablaufen, um Gefühl für die Geschwindigkeiten zu entwickeln. Bis zu zwei Stunden ist sie dabei tagtäglich in den Hügeln und Bergen auf Gran Canaria unterwegs. Das geht richtig in die Beine. Immerhin lässt sich auf Gran Canaria auch schon einmal in Höhen über 1.500 Meter über NN. trainieren. Alternativ schwingt sich Kerstin Engelmann-Pilger auch immer wieder gerne auf das Mountainbike: „Das ist ideal, um das Kraftausdauertraining sinnvoll und qualitativ zu ergänzen.“ Lässt sich solch ein Training eigentlich als ambitionierte Breitensportlerin mit dem Beruf verbinden? „Manchmal ist das nicht ganz einfach.

Aber als Sportlehrerin und Tourguide für Urlauber, die die landschaftlichen Schönheiten der Insel entdecken wollen, lässt sich das doch ganz gut organisieren.“

Auf den Kanarischen Inseln ist Kerstin Engelmann-Pilger mittlerweile fester Bestandteil der Lauf- und Trailcommunity. Da gibt es kaum eine Veranstaltung, bei der sie nicht schon einmal erfolgreich ihre sportliche Visitenkarte abgegeben hat. Zuletzt gewann sie den Silvesterlauf „San Silvestre“ in Las Palmas zum wiederholten Mal mit großem Vorsprung. Dabei ließen bei sommerlichen Temperaturen von knapp 25° C über 10.000 Athlet*innen das alte Jahr zünftig ausklingen. Der „San Silvestere“: eine einmalige Veranstaltung mit Crowdfunding für soziale Projekte, das mit Leidenschaft und Akribie in Szene gesetzt wird.

Nach den positiven Erfahrungen mit kürzeren Läufen und Trailveranstaltungen möchte man nun auch einen Marathon auf Gran Canaria auf den Weg bringen. „Da laufen vielversprechende Gespräche zwischen der Kommune von Las Palmas und dem Veranstalter“, macht Kerstin Engelmann-Pilger deutlich. Und auch hier ist die Deutsche als kompetente Ansprechpartnerin gefragt. Denn mit ihrer Erfahrung kann sie wertvolle Tipps und Hilfestellungen für eine so geplante Großveranstaltung leisten. „Läufer ticken eben manchmal etwas anders als die Planer im Rathaus“, erläutert Kerstin Engelmann-Pilger. Überhaupt scheint die Trailspezialistin auf den Kanaren mit ihren immerhin 300 Sonnentagen im Jahr bestens angekommen zu sein. Ob sie denn noch einmal plant, nach Deutschland zurückzukehren? Da muss sie kurz überlegen, um dann zu antworten: „Wenn schon zurück nach Deutschland, dann wohl in Richtung Bayern mit seinem alpinen Vorland, denn da lässt sich das Traillaufen am besten umsetzen.“