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Laichschutz als Erfolgsgarantie


aquaristik - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 04.08.2021

SCHWERPUNKTTHEMA

Artikelbild für den Artikel "Laichschutz als Erfolgsgarantie" aus der Ausgabe 5/2021 von aquaristik. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: aquaristik, Ausgabe 5/2021

Ein Schwarm von Jungfischen der Art Moenkhausia costae.

Salmler gehören nicht zu den populärsten Aquarienfischen, wenngleich wir dies natürlich nie verstanden haben. Grundsätzlich können bei der Vermehrung von (südamerikanischen) Salmlern natürlich viele Wege zum Erfolg führen. Wir geben hier eine Kurzanleitung, mit der wir in über 50 Jahren immer wieder Erfolg hatten, ohne dabei Anspruch auf „den einzig wahren“ Weg zu erheben.

Wer sich noch nie ernsthaft mit Salmlern beschäftigt hat, denkt vielleicht, dass es sich um besonders anspruchsvolle oder empfindliche Fische handeln könnte. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, trifft dies allerdings nicht zu. Wichtig sind neben der Beckengröße insbesondere die anderen Beckeninsassen sowie die Wasserverhältnisse.

Einigermaßen stabile Wasserverhältnisse sind dabei am ehesten mit weichem bis mittelhartem (4-8 °gDH, 2-6 °KH) und leicht saurem bis neutralem Wasser (pH 6-7) möglich. Die Temperatur sollte ...

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... um 26 °C liegen. Die anderen Mitbewohner sollten friedlich und der Größe angepasst sein.

Eine möglichst artgerechte Aquarienfischhaltung bedeutet immer einen Kompromiss zwischen den natürlichen Verhältnissen und der Stabilität des künstlich geschaffenen Ökosystems Aquarium. Diese suboptimalen Verhältnisse reichen häufig aus, um Salmler darin zur Fortpflanzung zu bringen.

ZUCHTVORAUSSETZUNGEN

Um einen gezielten Zuchtversuch mit Salmlern beginnen zu können, sollte man unter anderem Folgendes berücksichtigen: Auswahl der Fische, Beckengröße und -einrichtung, Wasserzusammensetzung sowie Fütterung. Bei regelmäßig im Zoohandel erhältlichen Salmlern ist es ratsam, mindestens fünf bis sechs Tiere zu erwerben und diese bis zur Laichreife aufzuziehen. Aus dieser Gruppe sollte man die kräftigsten und optisch schönsten Tiere aussuchen. Dabei achtet man auf einwandfreie Färbung, Körperform und Beflossung.

Je nach Größe der Art ist das Volumen des Zuchtbeckens zu bestimmen. Für kleinere Spezies reichen Zuchtbecken mit 10-12 Liter Inhalt aus. Salmler, die erfahrungsgemäß erfolgreicher in der Gruppe zur Zucht angesetzt werden, benötigen hingegen Aquarien von mindestens 45 Liter Inhalt. Wer genügend Platz hat, kann es natürlich mit größeren Becken versuchen.

Die Einrichtung kann recht „spartanisch“ gestaltet werden. Ein Regelheizer und ein Innenfilter (für kleinere Becken reicht eine Belüftung), ein Laichrost und Laichsubstrate wie grüne Perlonwatte und künstliche oder natürliche Pflanzen reichen aus. Die Fütterung vor dem Zuchtansatz oder während eines längeren Ansatzes sollte aus hochwertigem, möglichst lebendigem Futter bestehen.

MÄNNCHEN ODER WEIBCHEN?

Eine Grundvoraussetzung für die Zucht ist das Vorhandensein beider Geschlechter (Ausnahme: bereits befruchtetes Weibchen eines Vorratsbefruchters). Bei der Mehrzahl der Salmler bildet sich bei laichreifen Weibchen eine deutliche Rundung der Bauchregion aus. Auch sind ausgewachsene Weibchen in der Regel etwas größer und „kräftiger“.

Bei Jungfischen sind diese Merkmale zwar nicht vorhanden, erwirbt man jedoch mehrere Tiere einer Art, dürften sich beide Geschlechter darunter befinden. Ein Kennzeichen für Salmler- Männchen ist häufig eine verlängerte Beflossung. Ein sicheres Merkmal sind bei einigen Spezies die sogenannten Afterflossenhäkchen, welche jedoch mit dem bloßen Auge eher nicht zu erkennen sind. Weitere Geschlechtsunterschiede können in der Körper- bzw. Flossenfärbung bestehen.

LAICHSCHUTZ IST WICHTIG

Ein 12-Liter-Aquarium ist für einen Zuchtversuch mit nur einem Paar kleinerer Salmler meist ausreichend. Auch für drei Fische (ein Männchen/zwei Weibchen oder umgekehrt) ist diese Aquariengröße oft noch ausreichend. Das Zuchtbecken muss unbedingt durch eine gut schließende Deckscheibe gesichert sein.

Um zu verhindern, dass der erhoffte Laich von den Fischen verspeist wird, ist ein Laichschutz empfehlenswert, denn beinahe alle freilaichenden Salmler sind Laichräuber. Geeignet ist ein spezieller Laichrost. Entscheidend ist, dass die Fische nicht durch eine zu groß gewählte Maschenweite (oder seitlich) unter den Rost gelangen können.

Als Materialien eignen sich „Büro- oder Besteckkörbchen“ ebenso wie „Siebplatten“ aus nichtrostendem Stahl oder Kunststoff. Auch eingehängte Laichnetze, etwa aus Nylongardinenstoff angefertigt, erfüllen ihren Zweck. Insbesondere bei „Nachtlaichern“ reicht eventuell ein mit feinfiedrigen Pflanzen dicht bedeckter Bodengrund zum Schutz der abgelegten Eier. Als Laichsubstrat sind Plastikpflanzen oder Javafarn empfehlenswert.

Die zur Zucht ausgewählten Fische müssen vorerst nicht gefüttert werden. Wenn sich allerdings nach etwa sechs Tagen noch kein Erfolg eingestellt hat, sollte man die Fische (beide oder nur ein Geschlecht) auswechseln.

DAS GESELLSCHAFTSZUCHTBECKEN

Der Begriff Gesellschaftszuchtbecken ist aus Gesellschafts-und Zuchtbecken entstanden, und das Becken sieht dementsprechend aus. Die Idee hierzu entstand aus Platzmangel. Bei Zuchtversuchen von schwieriger zu vermehrenden Salmlern sind die Becken oft über Wochen oder Monate besetzt, ohne dass sich der gewünschte Erfolg einstellt.

Im Gesellschaftszuchtbecken hingegen können je nach Wassermenge 20 oder mehr Fische verschiedener Arten zur Zucht angesetzt werden. Durch das Einkleben einer schrägen Bodenscheibe und zwei seitlichen Trennscheiben ist jedes Becken ab etwa 54 Liter Inhalt mit etwas technischem Geschick umzurüsten.

Die Konstruktion eines Laichrostes kann sich etwas schwieriger gestalten. Das Becken wird mit Filter und Regelheizer ausgestattet. Dadurch kann man die Fische über einen langen Zeitraum im Daueransatz im Zuchtbecken belassen und füttern. Anfallender Schmutz und Futterreste können ebenso unter dem Laichrost abgesaugt werden wie der abgegebene Laich.

Wer die Zuchttiere in Becken ohne Bodengrund hält, ein Laichsubstrat wie Javafarn oder Perlongarnknäuel einsetzt und keine Massenzucht betreiben will, kann auch mit dem bei einem (zweiten) Wasserwechsel abgesaugten und separierten Laich erfolgreich Nachwuchs seiner Fische erhalten. Denn laichreife Tiere geben den Laich (bei Hälterung in optimalen Wasserverhältnissen) vor allem nach dem Wasserwechsel ab. Ein Zeichen sind Balztätigkeiten und Farbänderungen der Fische.

FAST GESCHAFFT

In der Regel überführen wir den Laich in einen kleinen, separaten Kasten mit dem Wasser aus dem jeweiligen Zuchtbecken. Die Wassermenge richtet sich dabei nach der Anzahl der Eier oder Jungfische. Üblicherweise reichen für die ersten Tage Kästen mit einem Volumen von 200 bis 300 ml aus, mit dem Wachstum werden zunehmend größere erforderlich (bis 2 Liter). Wenn man die Jungfische erst einmal in ein 10-Liter-Becken mit Schwamminnenfilter überführt hat, hat man es in der Regel geschafft.

Natürlich kann man auch frühzeitig die Jungfische in größere Becken überführen und sich so Arbeit sparen. Hierdurch steigt jedoch die Gefahr, dass man den Überblick verliert, zu viel oder zu wenig füttert und plötzlich feststellen muss, dass alle Jungfische verschwunden sind. „Räuberische Infusorien“ und Bakterien können rasch eine komplette Brut verspeisen.

Den richtigen Zeitpunkt für die Erstfütterung erkennt man bei Salmlern am Freischwimmen, dies ist am vierten bis sechsten Tag nach der Laichabgabe zu erwarten. Als Erstfutter eignen sich für viele Salmler Artemia-Nauplien. Bei einigen Arten erreicht man ein besseres Aufzuchtergebnis mit dem Erstfutter Pantoffeltierchen.

Die Futterreste und Ausscheidungen müssen entfernt werden. Ebenso gilt es, regelmäßige (möglichst tägliche) Teilwasserwechsel von 20 bis 50 Prozent durchzuführen. Grundsätzlich sollte man kein Frischwasser verwenden, sondern sauberes, „älteres“ Wasser, etwa aus dem Zuchtbecken.

Das Futterangebot ändert sich mit zunehmender Größe der Jungfische: Es geht alles, was im jeweiligen Stadium geschluckt werden kann. Wichtig ist vor allem eine regelmäßige und abwechslungsreiche Fütterung. Die meisten Arten sind nach vier bis sechs Monaten weitgehend ausgewachsen und geschlechtsreif.

TEXT: PETER UND MARTIN HOFFMANN,

1 Entwickelte, gespülte Eier von Hemigrammus bleheri. 2 Laich von Heterocharax virgulatus nach 19 Stunden. 3 Eine Heterocharax-virgulatus-Larve nach 36 Stunden, noch mit Dottersack. 4 Ein 120 Stunden alter Jungfisch von Hemigrammus bleheri frisst Artemia-Nauplien.