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LAND ROVER DEFENDER TD4: ENDE LEGENDE


Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 12.03.2019

Das Angebot an neuen Geländewagen wird immer dünner. Wer hier seinen Traum vom Wunsch-Offroader nicht mehr verwirklichen kann, hat immer noch die Möglichkeit, auf klassische Alternativen auszuweichen – wie den Land Rover Defender der letzten Modellgeneration.


Artikelbild für den Artikel "LAND ROVER DEFENDER TD4: ENDE LEGENDE" aus der Ausgabe 4/2019 von Off Road. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Off Road, Ausgabe 4/2019

Am 29. Januar 2016 ist es tatsächlich geschehen: Nach 68 Jahren lief der letzte Land Rover Defender von den Produktionsbändern in Solihull . Natürlich entwickeln die Briten einen Nachfolger mit dem vertrauten Namen, nur wird dieser nicht mehr viel mit dem Urgestein gemeinsam haben, und ob er je einen vergleichbaren Kultstatus erzielen wird, ist ...

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Am 29. Januar 2016 ist es tatsächlich geschehen: Nach 68 Jahren lief der letzte Land Rover Defender von den Produktionsbändern in Solihull . Natürlich entwickeln die Briten einen Nachfolger mit dem vertrauten Namen, nur wird dieser nicht mehr viel mit dem Urgestein gemeinsam haben, und ob er je einen vergleichbaren Kultstatus erzielen wird, ist zweifelhaft. Ein Blick zurück:
Im Jahr 2007 präsentiert Land Rover mit dem Defender TD4 die sechste und letzte Entwicklungsstufe der legendären Baureihe. Die Grundrenovierung sieht man der britischen Allradikone von außen kaum an – er bleibt einer der letzten wahren Offroader, ohne Zugeständnisse an den SUV-Crossover-Zeitgeist-Trend. Und das zeigt er auch ganz offen: Egal ob kurzer Ninety, langer 110 oder die XXL-Version 130 – die Karosserie ist so kantig wie seit sechzig Jahren, was sie extrem übersichtlich macht und ein Maximum an Innenraumvolumen schafft. Defenders Außenspiegel hängen darüber hinaus an langen Auslegern und sind groß genug, um im Gelände auch den Weg der Hinterräder im Blick zu behalten. Runde Knubbel-Rückleuchten im Retro-Stil, außen liegende Scharniere und eine Sitzhöhe, die jeden Einstieg zum Aufstieg werden lässt, sind eine ebenso klare Ansage wie die hinteren Spritzlappen im Lkw-Format: Hier kommt ein Geländefahrzeug der Kategorie Hardcore-Offroader.

KOMFORTABLER INNENRAUM

Doch nach dem Entern der Fahrerkabine des TD4 stellt sich das erste große Aha-Erlebnis ein. Vor dem Fahrer prangt – anders als im Vorgänger – ein modernes Armaturenbrett im Discovery-Stil, das durchaus nach ergonomischen Gesichtspunkten gestaltet ist und ein richtiges Komfort-Gefühl vermittelt. Auch die gesamte Sitzlandschaft, die je nach Modell und Ausführung zwei bis sieben Passagieren Platz bietet, ist neu: Dasvordere Gestühl wurde modifiziert und hat nun längere Lehnen, die dem Rücken ausreichend Halt geben, hinten hat sich gar Revolutionäres getan: Alle Passagiere sitzen nun in Fahrtrichtung, die seitlichen Längssitze beziehungsweise -bänke haben ausgedient.

Typisch TD4 : 2007 bekommt der Defender ein modernes, ergonomisch gestaltetes Armaturenbrett.


Merkhilfe: Schaltschema für Sperre und Reduktion.


Ob 2,2 oder 2,4 Liter: Der Vierzylinder-Diesel hat stets 122 PS.


Schraubenfeder-Fahrwerk: Komfortable Dämpfung und sicheres Handling bei flotter Pistenfahrt.


Kaum hat man aber die Fahrertür zugezogen, kommt wieder ein wenig Nostalgie auf: Für das Empfinden komfortverwöhnter Kontinentaleuropäer sitzen Fahrer und Copilot immer noch arg dicht an der Tür, was die Ellenbogenfreiheit einschränkt, und gesteuert wird der Defender immer noch über das absolut airbaglose Lenkrad – woran sich bis zum Produktionsende nichts ändern wird. Doch die Sitze sind bequemer als zuvor und die Heizung kommt ihrer Aufgabe nun nach und arbeitet bereits kurz nach dem Start effektiv.

VIER STATT FÜNF ZYLINDER

Wie es der Namenswechsel von Td5 auf Td4 schon andeutet: Eine wesentliche Neuerung findet unter der Motorhaube des Defender statt. Der bisherige, 2,5 Liter große und 122 PS starke Fünfzylinder wird ausgemustert und durch einen zwar gleich starken, aber nurmehr 2,4 Liter großen Commonrail-Direkteinspritzer mit vier Zylindern ersetzt. Doch der aus dem Transit der damaligen Konzernmutter Ford stammende Euro-4-Motor harmoniert – auch dank des neuen Sechsgang-Schaltgetriebes – bestens mit dem Hardcore-Offroader.
Eine Höchstleistung von 122 PS ist zwar nicht gerade berauschend für einen zwei Tonnen schweren Geländewagen mit der Stirnfläche und der Aerodynamik eines Einfamilienhauses – doch der Drehmomentverlauf des Vierzylinders passt perfekt zum Charakter einesunverfälschten Offroaders. Und in Verbindung mit der weiten Spreizung der sechs Gänge ergibt sich eine Antriebs-Konfiguration, die für alle Einsatzgebiete passt.

Das Maß der Dinge: Die beiden Starrachsen verschränken phänomenal, Achssperren sind so überflüssig.


GELÄNDE-GENE

Das Fahrwerk des Defender müht sich im TD4 spürbar um eine komfortablere Beförderung der Insassen – ohne gleich in ihrer Grundauslegung verwässert zu wirken. Es besteht immer noch aus zwei Starrachsen, doch deren Schraubenfedern sind neu abgestimmt und arbeiten im Straßenbetrieb deutlich effektiver als im Vorgänger. Gleichzeitig verschränken sie aber im Geländeeinsatz immer noch hervorragend, schlucken auch gröbste Unebenheiten und sorgen für eine konstante Bodenfreiheit unter den Differenzialgehäusen.
Glücklicherweise haben die Land Rover-Entwickler beim Allradantrieb des Defender alles beim Alten gelassen: Weiterhin werden über das Zentraldifferenzial, das manuell gesperrt werden kann, alle vier Räder permanent mit Vortriebskraft versorgt.

Extravagant: Die hinteren Klappsitze entert man umständlich durch die Hecktür.


Neue Rückbank: Im langen 110 sitzt es sich auch in der zweiten Reihe angenehm.


Ein Drehmomentbulle mit 360 Nm unter der Haube, dahinter ein Getriebe mit kurz übersetztem erstem Gang und dazu noch eine Reduktion, deren erfreulich kurze Untersetzung deutlich kraftsteigernd und temposenkend aus - fällt – diese Antriebseinheit gefällt im Offroad-Betrieb: Mit stoischer Gelassenheit wühlt sich der TD4 in Schrittgeschwindigkeit durch dick und dünn. Die kurzen Überhänge und die große Bodenfreiheit zwischen den Achsen sorgen für erstklassige Geländewinkel, die auch groben Kuppen ihre Schrecken nehmen. Die Funktion von Achssperren simuliert darüber hinaus auf Wunsch eine aufpreispflichtige Traktionskontrolle.

Variabel: Der 110 bietet maximal sieben Sitzplätze oder 1,5 m Laderaumlänge.


Winkelkunde: Kurze Überhänge und viel Bauchfreiheit rauben Kuppen ihren Schrecken.


MODELLPFLEGE 2012

Damit der Defender 2012 nicht aufs Altenteil geschickt werden muss, erhält er noch eine letzte Frischzellenkur in Form eines neuen Motors, der wieder vom Ford Transit stammt und ebenfalls 122 PS leistet. Der Euro-5-Diesel hat zwar nurmehr 2,2 Liter Hubraum, doch er macht den Defender trotzdem flotter. So nimmt er dem Vorgängermodell beim Sprint auf Tempo hundert gut zwei Sekunden ab und auch die bisherige Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf rund 130 km/h entfällt nun, was den Defender TD4 etwa zwanzig Kilometer schneller über die Autobahn spurten lässt. Gleichzeitig ist der Brite nochmals leiser geworden, da die Geräuschdämmung des Innenraums optimiert worden ist und auch die Motorengeräusche geringer ausfallen. So wird der Defender ab Baujahr 2012 der beste aller Zeiten – ist er doch leiser, schneller und sauberer als alle seine Vorgänger.

>>> UNSER FAVORIT

Mit 200 Kubik weniger Hubraum, dafür Euro 5 statt Euro 4, sind die Defender TD4 ab Modelljahr 2012 günstiger im Unterhalt und können auch bei drohenden Diesel-Fahrverboten im Vorteil sein. Als Gelände-Fun-Fahrzeug ist der kurze Ninety Softtop die erste Wahl, für große Familien bietet der 110 Station Wagon bis zu sieben Plätze, und der 110 Hardtop ist die ideale Basis für ein Expeditionsfahrzeug– mit bis zu 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht.
Mit 200 Kubik weniger Hubraum, dafür Euro 5 statt Euro 4, sind die Defender TD4 ab Modelljahr 2012 günstiger im Unterhalt und können auch bei drohenden Diesel-Fahrverboten im Vorteil sein. Als Gelände-Fun-Fahrzeug ist der kurze Ninety Softtop die erste Wahl, für große Familien bietet der 110 Station Wagon bis zu sieben Plätze, und der 110 Hardtop ist die ideale Basis für ein Expeditionsfahrzeug – mit bis zu 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht.

Der Defender TD4 in Deutschland

BAUZEIT Der Defender TD4 kommt im April 2007 und erhält 2012 einen neuen Motor. Ende Januar 2016 läuft die Produktion aus – ohne direkten Nachfolger.

DER DEFENDER TD4 IN OFF ROAD

OR 10/2006: Vorankündigung Defender TD4
OR 07/2008: Vergleichstest Defender 110, Iveco Massif
OR 09/2009: Doppeltest Defender 90, Iveco Massif (3-türer)
OR 02/2010: Fahrbericht Defender 90 Pick-up
OR 03/2010: Mega-Test Defender 110, Wrangler Rubicon, Mercedes G 280 CDI PUR, Toyota HZJ 76, Iveco Massif
OR 06/2011: Geländetest Defender 110 Pick-up, Wrangler Unlimited Rubicon, Mercedes G Professional, Mitsubishi L200 DoKa
OR 01/2012: Erster Fahrbericht Defender Mj. 2012
OR 03/2012: Test Defender 90
OR 09/2013: Mega-Test Defender 90, Lada Taiga, Wrangler Rubicon, Pajero (3-türer)
OR 02/2016: Fahrbericht Defender 110 Adventure
OR 04/2016: Der letzte Defender


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