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Landleben von seiner leckersten Seite!


Landbäckerei - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 27.08.2021

Zu Gast im Weserbergland

Artikelbild für den Artikel "Landleben von seiner leckersten Seite!" aus der Ausgabe 5/2021 von Landbäckerei. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Landbäckerei, Ausgabe 5/2021

Hier gibt es alles, was das Herz von Tortenbegeisterten begehrt

Der Norden Deutschlands wartet mit vielen hübschen Land- und Hofcafés auf. Die Inhaberinnen (fast immer sind es Frauen, die die Cafés betreiben) wissen, wie wunderbare Kuchen und Torten gebacken werden, denn schon immer kam auf dem Land feines Backwerk auf die Kaffeetafel. Meist sind die Betreiberinnen der Cafés Quereinsteigerinnen und haben sich das Backen selbst beigebracht, oder sie haben es von ihren Müttern und Großmüttern erlernt. So war es auch bei Stefanie Baade-Volker, die ihr schmuckes Café vor rund fünf Jahren von ihrer Mutter Doris Volker übernommen hat und von ihr in die ländliche Backkunst eingewiesen wurde. „Die ersten Jahre haben wir viel nach altbewährten Rezepten gebacken“, sagt die heutige Inhaberin,„aber dann probiert man immer mal wieder was Neues aus, um den Gästen Abwechslung bieten zu können.“ Doch im Hofcafé sei es schon speziell, denn viele der ...

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... Gäste würden gar nicht unbedingt moderne Torten wollen. „Die möchten lieber ihre Stachelbeerbaiser-, Heidelbeeroder Landfrauentorte.“

Ländliche Gastlichkeit und Tortenträume

Die sogenannte Landfrauentorte besteht hier im Hofcafé aus einem Nussbiskuit als Boden und jeweils einer Schicht angedickter Sauerkirschen, Sahne und Eierlikör.

Diese glutenfreie Torte ist eine der gefragtesten hier Nettelrede, das zur beschaulichen Kurstadt Bad Münder gehört und südwestlich von Hannover liegt. Was auch nie fehlen darf: die Zitronentarte – ein Traum aus buttrigem Mürbeteig, frischer Zitronencreme und fluffigem Baiser. Sie ist eine Kreation, die Stefanie und ihre Mutter vor mehreren Jahren ausprobiert haben, um wieder einmal etwas Neues anbieten zu können. Sie landeten damit einen absoluten Volltreffer. Viele Gäste, die sie gekostet haben, kommen speziell wegen dieser Köstlichkeit immer wieder. Zugegeben: Sie hat einige Kalorien – aber wer geht schon in ein Hofcafé, um dort kalorienarm zu essen? So etwas Leckeres wie diese Tarte, die nach britischem Vorbild mit einer aromatischen Zitronencreme (engl. Lemon Curd) gebacken wird, findet man hierzulande eher selten. Wenn hin und wieder Gäste aus England ins Hofcafé kommen, bemerken sie anerkennend, dass diese Zitronentarte mit den Kreationen aus ihrer Heimat allemal mithalten kann. Wenn das kein Lob ist! Wir freuen uns, dass uns Stefanie das Rezept dafür zur Verfügung stellt (siehe Seite 31).

Mit der Eröffnung des Hofcafés im Jahr 2009 erfüllte sich ein lang gehegter Traum von Doris Volker. „Meine Mutter hatte schon Jahre zuvor, da waren wir Kinder noch klein, die Idee, ein Café zu eröffnen“, erzählt die heute 43-jährige Stefanie. Auf dem elterlichen Hof hatten nämlich schon 20 Jahre vorher größere Umstrukturierungen stattgefunden, im Zuge derer auch die Tierhaltung eingestellt worden war. Kuh- und Schweinestall hatten fortan mehrere Jahre leer gestanden.

Da stellte sich immer wieder die Frage:

„Was machen wir damit?“ Bei Stefanies Mutter nahm im Lauf der Jahre der Wunsch nach einem Hofcafé immer mehr Gestalt an. Als die Kinder dann erwachsen waren, sagte sie zu ihrer Familie: „Kommt, wir machen ein Hofcafé auf!“

Ehemaliger Schweine- und Kuhstall werden zum Café

In Eigenregie baute die Familie die ehemaligen Ställe um und richtete sie anschließend mit viel Liebe zum Detail ein. Vieles trägt noch heute die Handschrift der damaligen Chefin, die eine Sammelleidenschaft für schöne, alte Dinge pflegte. Der zentrale Gastraum des Cafés befindet sich im ehemaligen Schweinestall. Große Fenster schaffen eine Verbindung nach draußen zum Garten. Der dem Raum vorgelagerte frühere Unterstand für landwirtschaftliche Anhänger und Geräte bietet heute ein geschütztes Vordach für Sitzplätze im Freien. Von hier aus kann man den Blick ins Grüne auf die umliegenden Felder schweifen lassen. Der Hof, ein Aussiedlerhof, liegt fernab vom Straßenverkehr direkt in der Feldmark.

Im früheren Kuhstall befindet sich ein weiterer Gastraum. Bisher wurde erhauptsächlich für Familienfeiern genutzt, er soll aber in Zukunft den kleinen Hofladen ergänzen, der sich derzeit im Eingangsbereich befindet.

In den Anfängen des Hofcafés arbeitete Stefanie nur nebenbei mit und unterstützte ihre Mutter am Wochenende.

„Anfangs wussten wir auch gar nicht so genau, wohin der Weg führt“, erinnert sie sich. „Es hat sich alles erst langsam entwickelt und ist gewachsen.“ Zunächst war es ein ganz „normaler Cafébetrieb“, der mit der Zeit durch immer mehr Familien- feiern ergänzt wurde. Sie sind heute das Hauptstandbein des Betriebs. Hochzeiten, Geburtstage, Taufen, Konfirmationen, Trauerfeiern und Gartenfeste – bis zu 90 Personen können in den Räumlichkeiten inklusive der überdachten Außenterrasse bewirtet werden.

Aufgrund des zunehmenden Arbeitsaufwands infolge der Feiern musste schon vor einigen Jahren ein gelernter Konditor eingestellt werden, der auch die Tortenklassiker nach altbewährten Rezepten herstellt. „Ich selbst backe zwar immer noch gern, doch wenn Feiern anstehen, ist die Zeit dafür einfach nicht da.“ Von Zeit zu Zeit bekommt Stefanie noch Unterstützung von ihrer Mutter, und regelmäßig hilft auch ihre Schwester Christine mit, die in der Nähe wohnt. „Auch Marco, mein Mann, unterstützt mich hier sehr“, sagt die junge Frau und ergänzt schmunzelnd:

„nicht beim Backen, doch alles, was in und an den Gebäuden, auf dem Hof und im Garten zu machen ist, das erledigt er.“

Viele Gäste fahren 40 oder 50 Kilometer weit, um hier auf dem Hof Kaffee zu trinken. „Früher waren es überwiegend Ältere, jetzt kommen immer mehr junge Familien zu uns“, berichtet die heutige Chefin. Sie schätzen es, dass es für die Kinder im Garten viel Platz zum Spielen und Toben gibt. Auch die Tiere auf dem Hof – vier Ziegen sowie die beiden Minischweine Molli und Herr Schmidt – kommen bei den Kleinen gut an. „Während die Kinder draußen spielen, können die Eltern einfach mal in Ruhe einen Kaffee trinken und Kuchen essen“.

Torten können für zu Hause bestellt werden

Doch nicht nur Liebhaberinnen und Liebhaber von süßem Backwerk, sondern auch Gäste mit Appetit auf Herzhaftes kommen auf ihre Kosten – beispielsweise bei einer zünftigen Brotzeit mit Hausmacherwurst und Schinken. Eine solche Mahlzeit wird besonders von Wanderern geschätzt, die in den Wäldern von Deister und Süntel unterwegs sind. Möglichst zweimal im Monat gibt es ein leckeres Frühstücksbüfett. Dazu sollte man sich ebenso anmelden wie zum sommerlichen Grillen im Café garten. Termine finden Interessierte auf der Internetseite. Außer-Haus- Bestellungen von Kuchen und Torten werden auch gern entgegengenommen. „Neu sind unsere Midi-Torten für sechs Personen, die viele unserer Kundinnen und Kunden für Familienfeiern zu Hause bestellen.“ Diese mit Früchten und Blüten verzierten Kreationen schmecken nicht nur ausgezeichnet, sie sehen auch bezaubernd aus. Aber auch alle anderen Torten kann man für zu Hause bestellen und so sich selbst, der Familie und Gästen Freude schenken.

Text: Christiane Koch

Fotos: Christiane Koch, Stefanie Baade-Volker

Kontakt:

Hofcafé Volker Stefanie Baade-Volker Im Oberen Felde 11 31848 Bad Münder/Nettelrede Tel.: 0 50 42/50 36 80

E-Mail: info@hofcafe-volker.de www.hofcafe-volker.de

Zitronentarte

Zutaten für 12-16 Stücke

Für den Mürbeteig:

125 g weiche Butter

80 g Puderzucker

1 Päckchen Vanillezucker

1 Prise Salz

50 g gemahlene Mandeln

1 Ei

5 g Backpulver

200 g Mehl Für die Zitronencreme:

150 g Zucker

6 Eier

Schalenabrieb einer Biozitrone

195 g Zitronensaft

1 Prise Salz

375 g Butter Für die Baisermasse:

5 Eiweiß

1 Prise Salz 

300 g Zucker

1. Für den Mürbeteig: Alle Zutaten verkneten und mindestens 2 Std. kühl stellen.

2. Tortenbodenform (28 cm Ø) einfetten. Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und in die Form geben, dabei einen ca. 2 cm hohen Rand formen. Mürbeteig ca. 15 Min. bei 160 °C auf der mittleren Schiene backen. Auskühlen lassen.

3. Für die Zitronencreme: Zitronensaft und -abrieb mit Zucker und Eiern in einer Schale im Wasserbad gut verquirlen. Bei mittlerer Hitze und unter ständigem Rühren mit dem Schneebesen solange erhitzen, bis die Masse beginnt sich anzudicken. Nicht kochen lassen, sonst stocken die Eier! Dann die Schale aus dem Wasserbad nehmen, und die kalte Butter zu der Eiermasse geben. Mit dem Pürierstab untermixen und luftig-cremig aufschlagen. Masse auf dem Mürbeteig verteilen und auskühlen lassen.

4. Für die Baisermasse: Eiweiß und Salz bei mittlerer Geschwindigkeit steif schlagen.

Nach und nach Zucker dazugeben und die Masse bei hoher Geschwindigkeit sehr steif schlagen. Mit einer Spritztülle die Baisermasse kreisförmig auf die Creme spritzen. Kuchen bei 160 °C (Umluft) ca. 15 Min. backen.