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LANDSCHAFT: Winterwunderland


daheim - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 07.12.2018

Für Wanderpäpste und Wassersportler, Skiläufer, Hobbyhistoriker und Kulturbegeisterte: Das Sauerland hat viel zu bieten


Artikelbild für den Artikel "LANDSCHAFT: Winterwunderland" aus der Ausgabe 1/2019 von daheim. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: daheim, Ausgabe 1/2019

Blick vom Feldstein auf das Rothaargebirge: Hier kommen Wintersportler und Naturliebhaber auf ihre Kosten


Hautnah erleben oder einfach nur entspannen


Hier kämpfen Bobfahrer und Rodler um Medaillen, schießen und laufen Biathleten um die Wette, jagen Skispringer auf der Mühlenkopfschanze ihren Bestweiten hinterher. Rund um den Kahlen Asten im sauerländischen Rothaargebirge, auf rund 840 Metern Höhe, treffen sich aber nicht nur die Asse des Wintersports. 57 Skigebiete, 150 Liftanlagen, 300 ...

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... Hektar Pisten und mehr als 500 Kilometer Loipennetz warten im Winter auf Schnee-Liebhaber.

Der Sauerländer hat reichlich Platz, und den nutzt er auch

Hier ist auch die Heimat des ehemaligen Langläufers und Langlauftrainers Jochen Behle. Auf ewig verbunden mit seinem Namen bleibt wohl die fast schon verzweifelte Frage von Bruno Moravetz. „Wo ist Behle?“, rief der ZDF-Reporter ins Mikrofon, als die Fernsehkameras den Deutschen am 17. Februar 1980 beim olympischen 15-Kilometer-Lauf von Lake Placid nicht einfingen.

Heute liegt das Loipenparadies von Behle direkt vor der eigenen Haustür in Willingen. Aber die Region ist längst mehr als nur ein Paradies für Winter- sportler. „Das große Plus des Sauerlands ist auf jeden Fall seine Vielfalt“, sagt der gebürtige Korbacher. „Schöne Loipen im Winter, Rodelbahnen im Sommer, anspruchsvolle Mountainbike-Trassen und sogar ein Lagunenbad. Hier gibt es alles, was man für einen schönen Urlaub braucht.“

Sportprofi und Langlauftrainer Jochen Behle lebt im Sauerland


Das Sauerland. Niemand weiß so ganz genau, wie die Region ihren Namen bekam. Manche Forscher führen ihn auf den Germanenstamm der Sugambrer zurück, andere zitieren aus alten Urkunden, die das waldreiche Land als Süderland ausweisen. Oder vielleicht bezeichnet der Name auch so etwas wie „nasses Land“, weil es so viele Bäche und Quellen aufweist? Die Grenzziehung im Sauerland ist ähnlich uneindeutig. Sie verläuft im Norden etwa zwischen Möhne und Ruhr, im Osten entlang des Hessischen Berglands. Im Süden begrenzen die Sieg und im Westen das Bergische Land das Sauerland.

Eine Stadt mit dominierendem Charakter sucht man hier vergebens. Die bevölkerungsstärkste in der schwach besiedelten Region ist Iserlohn mit gerade einmal 95 000 Einwohnern. Ansonsten hat der Sauerländer reichlich Platz – und den pflegt er zu nutzen. Im üppig blühenden „Vorgarten des Ruhrgebiets“ gewannen bisher 17 Dörfer den Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, sie sind damit Träger des Titels „Bundesgolddorf“. Ob Dorf oder Städtchen: Den sauerländischen Ortschaften haftet etwas stolz Bewahrendes an. Davon zeugen liebevoll in Schuss gehaltene Häuser mit üppiger Blumendekoration, romantische Pfarrkirchen, traditionsreiche Schankhäuser, alte Mühlen, malerische Fachwerke, historische Rathäuser und trutzige Burgen. Sie thronen – etwa in der Burgstadt Altena – auf den Sauerländer Höhen. Und nur wenige Kilometer entfernt taucht der Besucher ab in die Tiefen einer der fünf großen Schauhöhlen des Sauerlands: die Attendorner Atta-Höhle, die größte Tropfsteinhöhle Deutschlands. Ganz andere Naturschauspiele bieten die vielen Seen und Talsperren, die das nahe Ruhrgebiet mit Wasser versorgen. Der größte von ihnen – der Biggesee – liegt eingebettet in eine idyllische Naturlandschaft. Für einen Traumstrand wurden etwa 1500 Tonnen Sand aufgeschüttet. Im Sommer genießen Urlauber und Daheimgebliebene einen Hauch Südsee-Gefühl, während auf einem Schiff der Weißen Flotte Senioren das Tanzbein schwingen oder eine bunte Kinderschar sich zu Mini-Käpitänen ausbilden lässt.

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1. Tradition: Malerische Fachwerkhäuser werden liebevoll in Schuss gehalten.2. Winter: Eine dicke Schneedecke verwandelt das Sauerland in eine Märchenlandschaft.3. Aussicht: Von der Plattform am Biggesee aus kann der Blick wandern

Im Sommer glänzen die Wälder in satten Grüntönen

Über sanfte Berge und durch tiefe Täler, über grüne Wiesen und durch urige kleine Dörfchen führen gut ausgeschilderte Wanderwege. Einer der bekanntesten ist der Rothaarsteig, der über 154 Kilometer und 3139 Höhenmeter von Brilon bis nach Dillenburg führt. Belohnt werden die körperlichen Mühen der Wanderung mit faszinierenden Panoramablicken. Mehr als 100 Gaststätten locken auf dem Weg mit Köstlichkeiten aus der heimischen Küche, etwa das Kartoffelgericht Potthucke. Und wer vor der Einkehr verschnaufen muss, der stellt Rucksack und Wanderstöcke ab und macht es sich auf einem Waldsofa gemütlich, einer geschwungenen Holzliege.

Im Sommer glänzen die Wälder in satten Grüntönen, im Herbst verbreiten die gelb-orange-roten Blätter der Bäume einen Hauch „Indian Summer“, und bei klarem Winterwetter verwandeln sich die Wälder in verzauberte, geradezu mystisch anmutete Landschaften. In den frühen Morgen- und Abendstunden äsen Rehe friedlich am Waldrand. Scharf beobachtet von den lautlos über ihnen kreisenden Bussarden, Rotmilanen und dem selten gewordenen Wanderfalken.

LAND & LEUTE

Seine geliebte Natur ist dem Sauerländer allemal wichtiger als die Infrastruktur. Davon zeugen die wenigen Autobahnen, die zumeist ein jähes Ende finden. Auch die digitale Autobahn, das Internet, nutzt der Sauerländer notgedrungen eher im Schneckentempo. Unbilden, die der Einheimische mit Fassung und einem Schuss Selbst ironie hinnimmt. Von dieser Charaktereigenschaft zeugt auch so mancher Ortsname: Ein Naturschutzgebiet heißt Kalte Kirche, und Bushaltestellen sind als Todesbruch und Teufelsloch bekannt.

Das Milieu und die Sprache der Einheimischen erforscht Kathrin Heinrichs schon seit vielen Jahren. Die Schriftstellerin erschuf in ihrem häufig unterschätzte Region. Dabei sind in Südwestfalen allein 153 Weltmarktführer ansässig, darunter der Halbleiterhersteller Infineon. Und die können ihren Mitarbeitern auch fernab der Metropolen durchaus einiges bieten. Selbst wenn die Kultur hier – wie alles andere auch – ein bisschen bescheidener und zurückhaltender daherkommt als anderswo.

Latrop am Rothaarsteig: Die alte Mühle beherbergt ein Waldarbeitermuseum


Mit bis zu 130 Kilometern pro Stunde sausen Sportler in Winterberg eine der schnell


Die Autorin Kathrin Heinrichs erforscht für ihre Krimis die Eigenarten der Einheimischen


Kathrin Heinrichs und Jochen Behle haben jedenfalls keine Mühe, ihre Sauerland-Highlights zu benennen: „Ich finde die unterirdischen Installationen im Lichtmuseum in Unna ganz besonders faszinierend. Das muss man einfach gesehen haben“, sagt die Autorin.

Die Skisprungschanze bietet einen Panoramablick

Jochen Behle schwärmt als Wintersportler eher von hautnahen Erlebnissen: „Mit 130 Kilometern pro Stunde durch die Eisrinne der Winterberger Bobbahn, das ist schon was Besonderes. Oder schießen Sie mal in Willingen – möglichst nach zehn Kniebeugen – mit einem Biathlongewehr auf die kleinen Scheiben. Dann wissen Sie, wie schwierig das selbst für die Profis ist.“ Eines solle man aber auf gar keinen Fall verpassen: „Den grandiosen Panoramablick, den Lokalmatador Stephan Leyhe hat, wenn er sich auf der Mühlenkopf-Großschanze auf seine Sprünge vorbereitet.“ So weit, dass er sich selbst auf den breiten Latten 120 Meter in die Tiefe stürzen würde, geht die Leidenschaft von Jochen Behle dann aber doch nicht.

TIPPS IN DER REGION

GRUBENDINNER

Im Sauerländer Besucherbergwerk in Bestwig-Ramsbeck kann man die lange Bergbautradition des Sauerlands hautnah erleben. Das Besondere: In einem alten Stollen findet regelmäßig ein Gruben-Light-Dinner statt. Im Schein der Bergwerkslampen wird ein westfälisches Drei-Gänge-Menü serviert. Tel. 0 29 05/2 50www.sauerlaenderbesucherbergwerk.de

HÖHLENMUSEUM

Fantastische Tropfsteinwelten und Knochenfunde von eiszeitlichen Höhlenbewohnern lassen sich in der Dechenhöhle in Iserlohn bewundern. Und gleich daneben begeistert die interaktive Ausstellung im Deutschen Höhlenmuseum große und kleine Besucher. Tel. 0 23 74/7 14 21www.dechenhoehle.de

LICHTMUSEUM

Tief unter der Erde erhält das Licht auf 2600 Quadratmetern eine besonders ästhetische Dimension. Das erste Museum der Welt, das sich ausschließlich auf Leuchtinstallationen spezialisiert hat, befindet sich in Unna. Tel. 0 23 03/10 37 51www.lichtkunst-unna.de

FEIERN IN DER HÖHLE

Die Balver Höhle, die größte offene Naturhöhle Europas, nutzt ihre außergewöhnliche Akustik für musikalische Kulturangebote von Oper bis Irish Folk. Tel. 0 23 75/92 61 90www.balver-hoehle.de

WANDERWEG

Der Sauerland-Höhenflug ist neben Rothaarsteig und Sauerland-Waldroute einer von drei Fernwanderwegen im Sauerland. Er verläuft von Altena und Meinerzhagen bis ins hessische Korbach quer durch die attraktive Wanderregion. Tel. 0 29 74/20 21 99www.sauerland-hoehenflug.de

SCHANZENBLICK

Dort stehen, wo Skispringer Stephan Leyhe sich in die Tiefe stürzt. Das dürfen Mutige im Ski-Club Willingen. Tel. 0 56 32/96 00www.weltcup-willingen.de

SOMMERRODELN

Im Winter ist im Sauerland immer was los. Die Sommerrodelbahn in Willingen verspricht Winterspaß auch ohne Schnee. Tel. 0 56 32/96 69 77www.sommerrodelbahn-willingen.de

BIATHLON

Wie fühlt es sich an, wenn Biathletin Laura Dahlmeier die kleinen Scheiben anvisiert? Das können Sie in einem Schnupperkurs im Biathlon-Stadion Neuastenberg selbst erleben: Anmeldung über die Tourist-Information Winterberg. Tel. 0 29 81/9 25 00www.winterberg.de/event/biathlon-schnupperkurs

JACHTSEGELN

Dafür braucht man nicht ans Meer. Im Sailpoint am Sorpesee kann man Segeln lernen oder seine Kenntnisse auffrischen. Und die Nacht gleich nebenan in einem hölzernen Baumhaus verbringen. AL Tel. 01 57/34 63 87 95www.sq-yachts.de/sailpoint