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LASS DAS MAL DEN TONIE MACHEN


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Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 30.12.2021

Hörspiel-Boxen

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Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 1/2022

Achtung, chtung, jetzt wird’s persönlich: Im Haus von Marco Engelien – COMPUTER BILD- Redakteur und Autor dieser Geschichte – leben drei ganz große Hörspiel-Fans im Alter von sechs, sieben und elf Jahren. Ohne „Bibi und Tina“, „Conni“ und zahlreiche weitere Fantasiegeschichten läuft hier gar nichts.

Als Kassettenrecorder der Neuzeit steht derzeit ein Amazon Echo Dot im Kinderzimmer. Der bietet dank Streaming-Abo Zugriff auf viele Hörspiele. Das Problem: Wenn ein Kind nicht exakt den Titel nennt, mit dem das gewünschte Hörspiel auf dem Amazon-Server liegt, bekommt es meist etwas ganz anderes zu hören. Das bringt Frust bei Kindern – und Eltern.

Konkurrenz für die Toniebox

Geht das nicht auch einfacher? Doch, versprechen die Macher von sechs Multimedia-Playern. Die sind für Kinder gemacht und sollen sich besonders leicht bedienen lassen. Das bekannteste Abspielgerät fürs Kinderzimmer ist ...

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... sicherlich die Toniebox. Die zugehörigen Tonies sind auf Kindergeburtstagen gern gesehene Präsente. Auch die siebenjährige Erstklässlerin aus dem Hause Engelien weiß Bescheid. „Die Toniebox kenn ich! Die hatten wir doch mal ausgeliehen.“

Allerdings hat die etablierte Box mittlerweile einige Konkurrenten bekommen. Neben der Toniebox tummeln sich im Testfeld die Tigerbox Touch, der Technisat Technifant, der V-Story von VTech, der Hörbert und der Kekz.

Unterschiedliche Formen

Im technischen Grundprinzip unterscheiden sich die Testkandidaten kaum – in Farben und Formen dafür umso mehr. Die Toniebox und die Tigerbox Touch haben Kunststoffgehäuse in Würfelform. Der Hörbert dagegen verbindet mit seinem wertigen Holzgehäuse Umweltbewusstsein mit klassischer Radio-Optik.

Bei der V-Story steckt die Technik in einem dicken Plastikgehäuse, das nicht ganz so hochwertig wirkt. „Das ist halt eher für kleinere Kinder gemacht“, attestiert die elfjährige Gymnasiastin ganz nüchtern dem VTech-Gerät. Da ist die Haptik wohl eher zweitrangig. Immerhin ist der VTech-Player mit einem Online-Preis von rund 38 Euro der günstigste unter den Testkandidaten.

Auch der Technifant ist offensichtlich für eine jüngere Zielgruppe gedacht. Hier hat Hersteller Technisat aber mehr Liebe in die Details investiert. Wie der Name andeutet, sieht der Player aus wie ein Elefant. Er ist durchaus schön gemacht und passt gut ins Kinderzimmer. Mit einem regulären Preis von 99 Euro ist er aber auch ziemlich teuer.

Komplett aus der Reihe fällt der Kekz, denn er ist ein Kopfhörer mit integriertem Akku. Damit passt er perfekt, wenn sich Geschwister ein Zimmer teilen und das eine Kind eine Geschichte hören will, das Geschwisterchen aber eben nicht. Auch unterwegs auf der Fahrt in den Urlaub ist der Kopfhörer praktisch, wenn nicht alle mithören möchten.

Chips, Figuren, Online-Shops

Damit die Kids die Hörspiele leicht zum Laufen bekommen, haben sich alle Hersteller eigene Systeme ausgedacht, die sich teilweise aber auch ähneln. Miteinander kompatibel sind sie allerdings nicht.

Die kleinen Tonie-Plastikfiguren gibt’s direkt beim Hersteller oder im Elektronikhandel zu kaufen. Sie sehen aus wie die Hauptcharaktere bekannter Serien und bringen entsprechende Hörspiele oder Musik auf die Box. Kinder müssen sie nur auf dem markierten Feld platzieren, schon startet die Wiedergabe. Zum Stoppen nimmt man die Figur einfach wieder runter. Das kriegen auch ganz kleine Kinder problemlos hin.

Schade allerdings: Ein 15 Euro teurer Tonie erzählt nur eine Geschichte. Als CD oder MP3-Download gibt’s das entsprechende Hörspiel schon ab 5 Euro. Per App lässt sich eine Figur aber mit weiteren Geschichten aus dem Universum verknüpfen. Das kostet Eltern 6 Euro pro Hörspiel.

Der Kekz-Kopfhörer setzt auf Audio-Chips, die Kinder magnetisch außen an die Ohrmuschel klipsen. Diese Chips gehen für 10 Euro über die Ladentheke. Erweitern lassen sie sich nicht. Darauf verzichtet der Hersteller, die Kleinen sollen es leicht haben, Hörspiele abzuspielen. Schade nur, dass sich im Online-Shop derzeit nur wenige Audiochips finden. In der Regel gibt es jeweils das erste Abenteuer einer Serie für den Kopfhörer.

Beim Technifant kommen die Inhalte in Hütchenform. Die Kopfbedeckung hält mithilfe starker Magneten am Audio-Dickhäuter. Der lässt sich daran sogar hochziehen. Ein Hütchen mit vorgeladenen Liedern ist im Lieferumfang enthalten, weitere gibt’s für 19 Euro auch mit Geschichten bestückt beim Hersteller. Die Besonderheit: Jeder Zylinder bietet 2 Gigabyte zusätzlichen Speicher. Den können Eltern am PC mit weiteren Hörspielen aus dem Shop (ab 6 Euro), aber auch mit eigenen MP3s befüllen. Alternativ kann der Technifant auch als kleiner Bluetooth-Lautsprecher fürs Smartphone dienen.

Die Tigerbox setzt bei Hörspielen auf die Tigercards (ab 6 Euro). Die schieben Kinder ein, und los geht der Hörspielspaß. Außerdem gibt’s für rund 10 Euro pro Monat das Tigerticket. Eltern schalten damit einen Streaming-Dienst mit Zugriff auf Tausende Titel frei. Kaufen sie das Ticket gleich für drei, sechs oder zwölf Monate, sinkt der monatliche Preis auf bis zu 6,20 Euro. Einige wenige Geschichten sind außerdem auf der Box vorgeladen.

Der hölzerne Hörbert geht einen ganz anderen Weg. Hier setzt der Hersteller auf handelsübliche SD-Karten. Die gibt’s vorgeladen für 30 Euro beim Hersteller zu kaufen. Für rund 5 Euro bekommen Eltern in jedem Elektronikmarkt aber auch ein Modell mit 4 Gigabyte zum Selbstbespielen.

Per Software laden Nutzer MP3s auf die Karte und weisen die Playlist einem der bunten Knöpfe am Gehäuse zu. Klingt kompliziert, ist aber echt einfach. Alternativ funktioniert auch der Hörbert als Bluetooth-Box für Smartphones oder PCs.

Um die Karte einzulegen sowie Bluetooth – oder WLAN fürs Internet-Radio – zu starten, müssen Eltern beim Hörbert die große Schraube auf der Rückseite lösen. An sich keine große Sache, aber eben auch ziemlich viel Aufwand, um eine SD-Karte zu wechseln.

Am wenigsten Arbeit haben Eltern mit V-Story von VTech. Hier sind über 70 Lieder und Geschichten schon vorgeladen. Was Kunden aber wissen müssen: Auch wenn Benjamin Blümchen von der Verpackung grüßt, sind die klassischen Hörspiele nicht dabei. Es gibt nur Kurzgeschichten über den Alleskönner aus Neustadt, immerhin aber mit den Original-Sprechern. Die Sechsjährige stört es aber nicht. Sie klickt sich nach wenigen Minuten wie selbstverständlich durch die Inhalte. Weitere Geschichten und Lieder bietet der VTech kostenlos zum Download über den PC an.

Kinderleichte Bedienung

Grundsätzlich ist die V-Story nach dem Auspacken abspielbereit. Auch mit dem Technifant, dem Hörbert und dem Kekz-Kopfhörer können die Kids direkt drauflos hören – wenn Hut, Chip und Speicherkarte an Ort und Stelle und Akku oder Batterien voll sind. Etwas mehr Geduld brauchen El- tern bei der Tonie- und der Tigerbox: Hier müssen sie zunächst ein Nutzerkonto anlegen und die Geräte per App oder Website mit dem WLAN verbinden, bevor es losgehen kann. Schließlich wollen beide Geräte gern in die Cloud. Nach der Einrichtung funktionieren sie aber auch offline ohne Probleme.

Die Bedienung der Geräte ist zum Glück meist ein Kinderspiel. Außerdem spricht nichts dagegen, die Kids einfach herumprobieren zu lassen. In der Regel können sie an der Box ohnehin nur die Lautstärke ändern oder zum letzten und zum nächsten Titel springen. Dabei kann nichts schiefgehen. Gut: An der Tigerund der Toniebox sowie am Hörbert können Eltern, die maximale Lautstärke der Boxen limitieren (siehe Diagramm unten).

Erwachsenen Klang gibt’s kaum

Und wie klingen die sechs Player? Nun, mit Bluetooth- oder Smart- Home-Boxen für Erwachsene können die Testkandidaten kaum mithalten. Bei der Toniebox, dem Hörbert, dem Technifant und dem Kekz sind immerhin die Stimmen gut zu verstehen. Das ist das Wichtigste, für Hörspiele reicht der Sound in jedem Fall. Das gilt jedoch nicht für den V-Story. Hier scheppert es blechern aus dem Lautsprecher. Richtig schön hört sich das nicht an.

Klanglich den besten Job macht die Tigerbox, die fast schon wie eine kleine Boombox klingt. Da werden auch erwachsene Fans der Kult-Klassiker „Die drei ???“ glücklich. [me]

„Figur drauf oder Karte rein, und los geht’s. Die Einfachheit gefällt Kids gut!“

Marco Engelien Stellv. Leitung News

FAZIT

Welche Box die richtige ist, lässt sich gar nicht so einfach sagen. Bei der sechsjährigen Testerin kommt die V-Story ohne WLAN und Bluetooth am besten an. Die Siebenjährige hat den niedlichen Technifant sofort ins Herz geschlossen, die Elfjährige fände ein Abo für die Tigerbox nicht verkehrt. Wer gern etwas fummelt, schaut sich den Hörbert an. Eltern, die lieber ein paar Euro mehr ausgeben, um es leicht zu haben, finden mit der Toniebox die beste Alternative. Der Kekz eignet sich vor allem für unterwegs.

FÜNF ECHTE LAUTSP RECHER?

Zu laut dürfen die Abspielboxen nicht sein. Ein Dauerschallpegel von 80 bis 85 Dezibel kann laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bei längerer Einwirkung dauerhafte Gehörschäden hervorrufen. COMPUTER BILD hat deswegen nachgemessen.