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Lass es glitzern!


emotion - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 01.09.2021

Lifestyle

Artikelbild für den Artikel "Lass es glitzern!" aus der Ausgabe 10/2021 von emotion. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: emotion, Ausgabe 10/2021

Silvia Feist, 55, EMOTION-Redakteurin ‚RAINBOW GLAMOUR‘

‚BAGGING IT‘

Faith Farai, 28, Dichterin & Autorin („Mirror, Mirror. Her Poetic Faith“)

„In den letzten anderthalb Jahren ist meine Welt zusammengeschrumpft – auf die Größe von Desktop und Wickelkommode. Denn kurz nach Beginn der Pandemie ist unsere Tochter zur Welt gekommen. Und auch wenn ich an ‚Weniger ist mehr‘ glaube, weil ich es minimalistisch mag, war es seltsam, dass sich manchmal der Weg in den Supermarkt wie das Highlight meines Tags anfühlte. Da habe ich gemerkt, ich brauche zwischendurch was anderes als Jogginghose, Wickeltasche oder Einkaufsbeutel. Wenn ich mir jetzt als Mami eine Auszeit nehme und mich mit einer Freundin auf ein Eis treffe, werfe ich mich einfach mal in etwas Schöneres. Und gleich fühle ich mich anders – irgendwie mehr da. Unkompliziert muss es trotzdem sein. Also trage ich Basics und schnappe ...

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... mir dazu etwas Besonderes.

Wie meine Valentino-Tasche.

Die hat mir mein Mann zur Verlobung geschenkt. Ist doch verrückt, darauf zu warten, dass Ausgehen wieder möglich wird, wenn ich etwas von dem Gefühl mit meiner Freundin vor der Eisdiele haben kann!“

LOCKDOWN-SCHICK

Melanie Vetter, 33, Gästeführerin mit eigener Agentur (fuehrungen-hamburg.de)

‚RED LIPS‘

„Rote Lippen, die sind für viele allenfalls etwas für Partys, und ich frage mich manchmal, warum? Ich schwöre auf roten Lippenstift. Ich sehe damit immer frisch aus – und zwar in Sekunden. Es bringt einfach ein bisschen Farbe ins Leben. Ich mag ja auch Blumen in der Wohnung. Meine kussfesten Lippenstifte überstehen sogar die Maske, ganz ohne zu verwischen. Während des Lockdowns hat der Blick in den Spiegel meine Laune verbessert. Und es hat mir geholfen, mich nicht gehen zu lassen.

Das hätte meiner Seele nicht gutgetan. Gerade spüre ich ganz viel Dankbarkeit und Freude, weil ich mein gewohntes Leben Stück für Stück wieder aufnehmen kann. Alles fühlt sich leichter und beschwingter an: Frühstück im Café, Freunde besuchen, shoppen gehen – das feiere ich. Auch mit roten Lippen.“

Es gab diese Tage, an denen ich abends immer noch in Jogginghose steckte, weil ich morgens dachte: Du musst dich auch im Homeoffice bewegen – und ich es dann doch nur vom Schreibtisch bis aufs Sofa schaffte. Die schlechte Laune umwaberte mich, so unsichtbar, wie ich mich fühlte. Denn mit der unsichtbaren Bedrohung unserer Tage war auch etwas von mir verschwunden, home alone, hinter Maske und eben in Jogginghose.

Ich besuchte eine Freundin, die das Gefühl noch ganz anders traf: Seit sie ein Jahr älter geworden war, hatte die neue Zahl sie bei Parship von vielen Suchlisten geworfen – plötzlich schien ihr Alter 50 ihr zusätzliche Gründe zu geben, sich unsichtbar zu fühlen.

Wir wussten beide, dass der Special­Gin­ Tonic, der dem Abend einen Hauch von Glam verlieh, auf Dauer keine Lösung ist. Doch am Post­Gin­Morgen stand ich mit Prä­Pandemie­Blick vorm Kleiderschrank. Da glitzerte mir in Form eines Rocks die Erinnerung an eine Reise entgegen. Für zu Hause überkandidelt. Ja, schon. Aber: Wieso eigentlich?

Ich zog den Rock an, machte einen Schnappschuss für meine Freundin, schrieb #glamupyouralltag dazu – und fühlte mich beschwingt wie lange nicht, sogar im Zoom­Meeting, obwohl mein Rock da gar nicht zu sehen war. Wie konnte ich vergessen, dass diese Freude ein winziger Akt des Widerstands gegen den Grauschleier des Alltags ist?

Tatsächlich habe ich, schon lange bevor es Hashtags oder das Virus gab, beschlossen, ich teile im Leben nichts mehr ein in „für den Alltag“ und „für gut“. Es gibt so viel mehr Alltag als besondere Anlässe ... warum sollte ich mir nicht gut genug für „für gut“ sein?

Bis daraus der Mut wurde, mich in Röcke, Kleider, Hosen zu trauen, die viele (zu) auffällig finden, hat es gedauert. Denn obwohl mein Job keine Uniform verlangt, habe ich in meiner Anfangszeit in Bluse­Blazer­Jeans gesteckt. Am liebsten dunkel, weil: professionell und praktisch und macht das nicht auch schlanker? Ich war zu unsicher, um nicht auf Nummer sicher zu gehen.

Eine, die sich immer schon getraut hat, ist die New Yorkerin Iris Apfel. Mit riesigen Brillen und ihrer überbordenden Freude an Mode und Selbstinszenierung kam sie mit Mitte 90 aufs Cover der „Vogue“. Auf Youtube erinnert Iris Apfel sich, wie in jungen Jahren jemand zu ihr sagte: „Du bist nicht hübsch und wirst es nie sein, aber du hast etwas viel Wichtigeres: Du hast Stil.“ Ich war überrascht, dass sie kein bisschen verletzt klang, sondern: frei.

Wie viele von uns quälen sich mit Makeln, die wir als Kränkung empfinden. Glauben, nicht schön genug zu sein, nicht dünn genug, nicht (mehr) jung genug, um aufzufallen. Und überhaupt – ist es nicht lächerlich, sich aufzurüschen, wenn man einen Kinderwagen schiebt, im Meeting sitzt oder zu Hause am Rechner? „Es ist eine Frage der Haltung“, sagt Iris Apfel. Sich selbst gegenüber, dem Leben gegenüber. Nehmt euch die Freiheit, sichtbar zu sein. Ihr seid jeden Funken Glam wert!

PANDEMIE-SCHMUCK

Nina Verhoeven, 42, DIY-Unternehmerin (hedinaeht.de)

‚BIG BANG‘

„Viele halten Mode für oberflächlich. Mir ist sie wichtig. Sie drückt etwas von mir aus, zumal ich die meisten meiner Sachen selbst nähe.

Es macht mich glücklich, wenn ich etwas Eigenes erschaffe, und wenn ich das dann anhabe, ist dieses Glücksgefühl dabei. Meine Sachen sind eher schlicht, ohne groß

Klimbim, aber mit einem i-Tüpfelchen. Das macht mir Freude. Wenn ich etwa ein schwarzes Outfit anhabe, ziehe ich knallige Socken dazu an und trage Statement-Schmuck. Mich zu stylen bedeutet für mich auch: Ich achte auf mich, ich gehe gut mit mir um.

Deshalb bin ich auch während der Pandemie gestylt aus dem Haus gegangen. Ein Alltagsoutfit wie Pulli mit Jeans oder Rock wird zum Hingucker, sobald ich es mit auffälligen Panzerketten, Armbändern und goldenen Creolen kombiniere. Heute habe ich zum Beispiel die blauen Armbänder auf die Farbe des Pullovers abgestimmt, und die Kette trage ich über dem Stoff, weil es stimmiger wirkt. Mode macht Spaß und den teile ich. In meinem Shop gibt’s die Schnittmuster zu meinen selbst genähten Sachen und Accessoires wie den Schmuck.“