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LASST DIE TIGER LEBEN!


Reader´s Digest Deutschland - epaper ⋅ Ausgabe 7/2020 vom 29.06.2020

In Laos werden Tiger in großer Zahl gezüchtet, getötet und illegal gehandelt. Karl Ammann verfolgt die Verantwortlichen


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Bildquelle: Reader´s Digest Deutschland, Ausgabe 7/2020

Bald würde die Nacht hereinbrechen. Der Wald war voller Schatten und Geräusche. Hier, auf dem Hügel, musste Nikhom Keovised sein, der Mann, der mehr Tiger getötet hatte als jeder andere in Laos. Karl Ammann, der Schweizer Tierschützer, war nach Tha Bak gefahren, ein entlegenes Dorf am Fluss, um diesen Mann zu stellen.

Seit fünf Jahren bekämpfte der 72-jährige Tierschützer den illegalen Handel mit Tigern und Tigerprodukten. Der Schweizer hatte versteckte Kameras in der einstmals größten ...

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... Tigerfarm Südostasiens installiert – ein illegaler Betrieb, in dem Tiger nur zu einem Zweck gezüchtet worden waren: um sie zu schlachten. Und er hatte Keovised selbst schildern hören, wie das ablief: „Du verpasst ihnen das Betäubungsmittel, dann schneidest du ihnen einfach die Kehle durch und ziehst ihnen das Fell ab.“

Vor Kurzem hatte Keovised in Tha Bak eine Anlage eröffnet, die sein Boss – der größte illegale Wildtierhändler des Landes – als Zoo bezeichnete. Ammann vermutete, die Anlage sei nur eine Tarnung für den Tigerhandel.

Der 72-Jährige wusste genau, was er riskierte. Er hatte in diesem Land keinerlei Befugnis, gegen diese Händler zu ermitteln. Außerdem war weder Keovised noch seinem Chef bisher irgendetwas zur Last gelegt worden, von einer Verhaftung ganz zu schweigen. Würde der Schweizer Tierschützer mit seiner Ausrüstung – einer Drohne, versteckten Kameras und Satellitenbildern von den Tigerfarmen des Landes – entdeckt werden, würde seine Tarnung als Tourist auffliegen.

Gleichzeitig spürte er diese vertraute Anspannung, die ihn schon dutzendfach dazu gebracht hatte, riskante, selbst finanzierte Ermitt lungen durchzuführen. Diese Unternehmungen hatten ihn in der Gemeinschaft der Tierschützer an den Rand gedrängt. Selbst Freunde bezeichneten ihn als besessen, vielleicht sogar als ein bisschen verrückt. Dennoch konnte er nicht anders. Er musste die Verantwort lichen zur Rechenschaft ziehen.

Ende 2018 war Karl Ammann zehn Tage lang in geheimer Mission unterwegs, und ich begleitete ihn. Wir wollten herausfinden, ob Laos sein 2016 gegebenes Versprechen gehalten hatte, den Wildtierhandel zu beenden.

An dem Berg angekommen, konnten wir die Tiger brüllen hören. Sie seien hungrig, erklärte mir Ammann. Sicher sei bald Fütterungszeit. Er schulterte seine Kamera und ging den Berg hinauf, auf der Suche nach den Wildkatzen und ihrem Wärter.

EIN ABENTEURER

Mittlerweile gibt es wesentlich mehr Tiger in Gefangenschaft als in freier Wildbahn. In den letzten 100 Jahren ist die Population wild lebender Tiger von schätzungsweise 100 000 auf unter 4000 geschrumpft. Die Zahl der in Käfigen gehaltenen Tiere dagegen explodierte auf mehr als 12 500.

Um illegalen Tigerhandel aufzudecken, fährt Karl Ammann stundenlang zu entlegenen Orten in Laos


In Tigerfarmen werden die Tiere aufgezogen, geschlachtet, zerlegt und für Zigtausende Dollar verkauft. Nirgendwo sonst werden solche Farmen derart ungeniert betrieben wie in Laos – einer Nation, deren wild lebende Tiger inzwischen fast ausgerottet sind. Amman gehört zu den wenigen Menschen, welche die Farmen des Landes von innen gesehen haben.

Vor unserem ersten Gespräch im Juni 2018 hatte ich mir Ammann als Optimisten, zumindest aber als einen Menschen vorgestellt, der die Hoffnung noch nicht aufgegeben hatte. Internationale Organisationen und manche Tierschützer hatten Laos gelobt. Das Land – eines der größten Zentren für illegalen Wildtierhandel in Asien –, hatte Reformbestrebungen angekündigt, um den Handel zu untersagen.

Es sollte keine Läden mehr geben, in denen mit Knochen und anderen Wildtierprodukten gehandelt würde. Den drei illegalen Tigerfarmen des Landes, in denen 700 Tiere untergebracht waren, wurde der Betrieb untersagt. Sie sollten in Tierschutzzentren umgewandelt werden. Zudem durften keine neuen Einrichtungen genehmigt werden, in denen gefährdete Wildtierarten zu kommerziellen Zwecken gezüchtet werden sollten.

Doch Ammann war weder optimistisch noch zuversichtlich. Er verwies auf die noch existierenden Tigerfarmen in Laos und darauf, dass wir alle „zum Narren gehalten“ würden. „Alle wünschen sich ein Happy End“, sagte er über Produzenten, die seine Dokumentationen nicht sehen wollten. „Aber ich kann kein Happy End erkennen.“

Tierschützer Ammann Mitte der 1990er-Jahre mit einem verwaisten Gorillababy in Gabun


Fast jeder Tierschützer, den ich fragte, bestätigte das. Ammann sei vertrauenswürdig – aber „er riskiert viel“, erklärte Steve Galster, Experte für die Bekämpfung des illegalen Handels in Bangkok zögernd.

Bei einer internationalen Tierschutzkonferenz musste Ammann den Saal verlassen, weil er sich Beamten gegenüber aggressiv verhalten hatte.

„Er ist ein wenig exzentrisch, aber erfolgreich“, beschrieb ihn ein Berater der laotischen Strafverfolgungsbehörde.

Karl Ammann hatte mir Fotos eines kranken Tigers in einem viel zu kleinen Käfig geschickt. Das Tier war verwahrlost, sein Blick verzweifelt. Das nächste Bild zeigte sieben Tiger in engen Käfigen, die rohes Huhn vom Boden fraßen. Auf Drohnenaufnahmen erkannte man zwei riesige An lagen mit einem Tigerkäfig neben dem anderen.

Den Fotos hatte der 72-Jährige ein Schreiben beigelegt, das er an das Washingtoner Artenschutz übereinkommen CITES geschickt hatte, das einen nachhaltigen internationalen Handel mit frei lebenden gefährdeten Tieren und Pflanzen gewährleisten soll. Die Organisation sei „ein großer Teil des Problems“, so Ammans Vorwurf. Denselben Brief adressierte er auch an einen Vertreter des EU-Parlaments – mit dem Kommentar: „Nun können Sie nicht sagen, Sie hätten nichts gewusst.“

Karl Ammann hatte mir erzählt, er werde dieses Jahr nach Laos fahren. Er hoffte, den Menschen zu begegnen, die vom Tod der Tiger profitierten. „Kommen Sie mit mir, und sehen Sie sich das selbst an“, sagte er.

Ich nahm sein Angebot an und begleitete ihn Ende 2018 bei einem verdeckten Einsatz, um zu sehen, ob Laos den Handel mit Wildtieren ein für alle Mal beendet hatte.

DIE REISE BEGINNT

Es war nach Mitternacht, als ich in meinem Hotel im Norden von Thailand ankam. Ursprünglich hatten wir uns für den nächsten Morgen um acht Uhr verabredet, doch Karl Ammann hatte mir die Nachricht hinterlassen, dass wir bereits um sieben Uhr starten müssten. Es würde ein langer Tag werden. Nach einer kurzen Begrüßung rumpelten wir im Kleinbus auf die Grenze zu.

Abends wollte der Tierschützer in das Land einreisen. Das wäre der eigentliche Beginn der Reise. Laos ist bergig und grenzt auf fast 2600 Kilometern an Vietnam und China. Der Handel mit verbotenen Wildtierprodukten hat nicht nur zur Dezimierung zahlreicher Arten beigetragen, sondern aus Laos ein globales Epizentrum des Wildtierhandels gemacht. Das belegte ein CITES-Bericht aus dem Jahr 2017.


AMMANN GILT UNTER TIERSCHÜTZERN ALS VERTRAUENSWÜRDIG, ABER RISIKOFREUDIG


In den nächsten zehn Tagen wollte der 72-Jährige den größten Teil des Landes durchqueren, Gerüchten über bisher unentdeckte Tigergehege nachgehen, Tigerprodukte von Händlern kaufen und mit Drohnen Aufnahmen von Farmen machen. Letzte Station war der neue Freizeitpark Say Namthurn mit Zoo in Tha Bak. Ammann hoffte, dort endlich den Tigerschlächter Nikhom Keovised und dessen Boss Sakhone Keosouvanh zu treffen, die dafür verantwortlich waren, dass es in Laos noch immer Tigerfarmen gab.

Mit im Auto saßen Ammans Kameramann Phil Hattingh – ein hochgewachsener Südafrikaner – und Grace Chan, eine junge Hongkong-Chinesin.

„Sie werden dich für eine Kundin halten“, erklärte ihr Ammann. Ihre Aufgabe war, mit versteckter Kamera Läden aufzusuchen und Tigerprodukte zu kaufen. Chan kannte den Aktivisten seit 2017. Sie hatte ihn kontaktiert, weil sie mit ihm über den Elefantenhandel reden wollte.

Um Chan mit dem Thema vertraut zu machen, reichte der 72-Jährige ihr ein abgegriffenes Buch mit Bildern von Tigerknochen, einem Schädel, Oberschenkelknochen und Schienbeinen. Die Knochen galten als „wertvolle medizinische Rohstoffe“, die in China seit mehr als 1400 Jahren in der Medizin eingesetzt wurden. Chinas Wirtschaft boomte, und die angeblich mythischen Eigenschaften, die man den Tieren nachsagt – von denen übrigens keine einzige durch die moderne Medizin belegt ist – förderten den Markt für Tigerprodukte.

Als nur noch wenige Dutzend Tiger lebten, verbot die chinesische Regierung das Töten gefährdeter Arten in freier Wildbahn. Gleichzeitig wurde ihre Domestizierung und Zucht gefördert, um die Nachfrage zu befriedigen und wild lebende Tiere zu schützen. Doch daraufhin explodierte die Nachfrage, erklärte Vanda Felbab-Brown, leitende Wissenschaftlerin der Brookings Institution (unabhängige Organisation für Forschung, Bildung und Publikation), die die Branche analysierte. Immer mehr Wilderer töteten frei lebende Tiger in ganz Asien.


UM DAS HANDELSVERBOT MIT TIGERN ZU UMGEHEN, FAHREN CHINESEN IN DIE PROVINZ BOKEO


1993 untersagten die chinesischen Behörden im Land den Handel mit Tigerknochen. Die Zuchtfarmen wurden aber nicht geschlossen. Im selben Jahr verbot CITES die Haltung von Tigern aus kommerziellen Gründen. 2018 legalisierte China den Handel mit Tigerbestandteilen für medizinische Zwecke. Aufgrund des internationalen Drucks musste das Land den Handel aber wieder verbieten.

Um das Verbot zu umgehen, fahren chinesische Abnehmer in Städte im Goldenen Dreieck. Dort grenzen die Länder Myanmar, Laos und Thailand aneinander. Hier wollte Karl Ammann mit seinen Ermittlungen beginnen.

GROSSE EMPÖRUNG

Wir fuhren in die Nacht hinein, als plötzlich eine Stadt vor uns auftauchte. Auf den Straßen sahen wir Luxuslimousinen, alle mit chinesischen Nummernschildern. Vor einem großen Casino in der Innenstadt drängten sich die Menschen.

Dieser Teil der Provinz Bokeo ist auch als Sonderwirtschaftszone Goldenes Dreieck bekannt. Die Zone wird von einer länderübergreifenden kriminellen Organisation kontrolliert, die mit Kinderprostitution, Menschen-, Drogen- und Wildtierhandel Geschäfte macht. Das behauptet jedenfalls das US-Finanzministerium, das gegen die Vereinigung Sanktionen verhängt hat.

Bereits an unserem ersten Morgen war Ammann sichtlich genervt. Sein Fahrer fuhr ihm zu langsam, sein Computer hatte den Geist aufgegeben und wir hatten das Hotel, in dem wir die Nacht verbracht hatten, räumen müssen. Es war das einzige gewesen, das nach den US-Sanktionen noch westliche Gäste aufnahm.

Nach seinem Besuch im Dezember 2018 ist Ammann überzeugt: Der Zoo im Städtchen Tha Bak im Osten von Laos dient nur als Fassade für den illegalen Tigerhandel


Für Nettigkeiten blieb keine Zeit. Im Gespräch nannte er immer wieder Umweltstudien. Dem Fachmagazin Science Advances zufolge würden auf unserem Planeten bald 60 Prozent aller Primatenarten ausgerottet sein. Der Artikel beschrieb, wie die Jagd nach Wildtierfleisch diese Entwicklung beschleunigt hatte. Das wusste der Schweizer schon länger. Die Problematik war Teil seiner Geschichte.

1988 hatte Ammann in einem Langboot gesessen, das im damaligen Zaire den Kongo hinauffuhr. Er lebte schon seit 20 Jahren in Afrika. Er hatte als Hotelier und Fotograf gearbeitet und war durch die Eröffnung und den Betrieb eines Camps für Ökotouristen im kenianischen Naturschutzgebiet Masai Mara zu Wohlstand gekommen. Am Flussufer lagen Hunderte abgeschlachteter Primaten, bereit für den Abtransport zu den umliegenden Märkten. Das Abholzen der Wälder hatte den Jägern Zugang zu Tieren verschafft, die zuvor im Dschungel Schutz gefunden hatten.

Die Empörung, die er dabei empfunden hatte, ließ ihn nicht mehr los. Anfang der 1990er-Jahre suchte er Händler in entlegenen Gegenden und Holzfällerlagern auf und kehrte mit grausamen Bildern zurück. Geköpfte Gorillas. Gegrillte Affen. Er schrieb Bücher, betrieb Lobbyarbeit und war federführend bei internationalen Petitionen gegen das Abschlachten von Wildtieren.

Zwei Tigerreißzähne, angeboten für 1340 Dollar auf einem Markt an der Grenze von Laos


Er hatte alles detailreich beschrieben, wollte die Menschen damit schockieren, sodass sie etwas dagegen unternehmen würden. „Das Blut reichte ihnen bis zu den Ellenbogen“, hatte er in einem Zeitungsinterview 1995 über Wildtierjäger berichtet. „Vielleicht verhalte ich mich zu extrem“, hatte er in einem anderen Interview gestanden und dem stimmten viele Tierschutzaktivisten zu.

Die bekannte Schimpansenforscherin und Naturschützerin Jane Goodall bezeichnete ihn als zu aggressiv. Für Karl Ammann hingegen war die Britin nicht aggressiv genug. Andere Tierschützer warfen ihm „Kulturimperialismus“ vor. Er konterte, ihnen seien Spenden wichtiger als die Wahrheit.

„Er gibt einfach keine Ruhe“, sagt seine Frau Kathy. Nicht einmal nachdem ihn die Zeitschrift Time im Jahr 2007 als Helden der Umwelt ausgezeichnet hatte, mit der Begründung, er habe „beinahe im Alleingang das Bewusstsein für das Wildfleischproblem geweckt“. Dabei war er unter anderem auch zu mehr Zurückhaltung aufgefordert worden.

Der 72-Jährige habe zwei sich streitende Seelen in seiner Brust, meinte sein ehemaliger Mitstreiter Dale Peterson. Menschen gegenüber sei er kämpferisch, zynisch, garstig. Im Umgang mit Tieren dagegen sei er äußerst einfühlsam. Er könne unendlich liebevoll über den kleinsten Vogel sprechen. Ihn „treibe etwas Größeres an“.

Innerlich angespannt fuhren wir zu einem Markt am Mekong, der die Grenze zwischen Laos und Thailand bildete. Die Tür ging auf, Chan stieg aus und Ammann sah zu, wie sie zwischen den Ständen verschwand.

VERBOTENE WARE

Chan war schwarz gekleidet: schwarzer Hut, schwarze Sonnenbrille, schwarze Bluse – in deren oberstem Knopf war die Kamera versteckt. Der 72-Jährige wollte, dass wir uns zunächst im Hintergrund hielten. Die Verkäufer bewahrten Schmuck und Medizin im Hinterzimmer auf – in geheimen Schubladen, die sie nur für reiche chinesische Interessenten öffneten. Ammann hoffte, dass Chan wie eine solche Kundin wirken würde.

Wir trafen sie wieder am Tresen eines Standes namens Exotic Family. Dort behauptete ein chinesischer Verkäufer, er biete Tigerprodukte an. Er präsentierte uns einen ausgehöhlten Tigerknochen mit filigranen Schnitzereien für 223 Dollar, eine Tigerklaue für 223 Dollar sowie zwei Tigerreißzähne, die 1340 Dollar kosten sollten.

Karl Ammann wollte mehr sehen. Da schickte der Verkäufer über die Nachrichten-App WeChat eine Kontaktanfrage an Chan. Sie musste nur ein paar Codewörter eingeben – „Gelee“ für Elfenbein, „König“ für Tigerprodukte –, um das Handelsverbot zu umgehen. Ein Produkt war auf dem WeChat-Profil des Händlers aber nicht zu finden. Ob er kein Tigerfell im Angebot habe?


FÜR REICHE CHINESISCHE INTERESSENTEN ÖFFNEN DIE VERKÄUFER GEHEIME SCHUBLADEN


„Tigerfelle gibt es nicht mehr“, erklärte er auf Chinesisch. „Die Tiger in Laos sind jetzt geschützt.“

Der Schweizer wusste, dass Laos zugesichert hatte, den Handel mit Wildtierprodukten zu stoppen, aber dieser Mann handelte damit. Wie viel hatte sich tatsächlich geändert?

Eine umfassende Prüfung und der Ausstiegsplan der Landesregierung für in Gefangenschaft gehaltene Tiger wurde immer wieder aufgeschoben. Gleichzeitig schwankte die Tigerpopulation stark – ein Indiz dafür, dass möglicherweise Handel stattfand.

Die Farm Vinasakhone – auf der Keovised gearbeitet hatte – meldete 2007 einen nicht geklärten Verlust von 300 Tieren. Ein vietnamesischer Nachrichtenkanal deckte im April 2017 auf, dass eine neue große Farm in der Stadt Lak Sao in Zentrallaos gegründet worden sei, wo im letzten Jahr 106 Tiger lebten.

Der Schweizer war davon überzeugt, dass es in Laos noch mehr Anlagen gab, von denen niemand wusste. Eine befand sich angeblich im Goldenen Dreieck. Er musste herausfinden, ob das stimmte. Wir fuhren ein paar Kilometer, bis wir eine Schotterpiste erreichten, die zwischen strohgedeckten Hütten durch den Dschungel führte. Ammann stieg aus, griff nach seiner Kamera und näherte sich der Umfriedung. Auf Schildern wurde angepriesen, wie wichtig die Anlage für den Naturschutz sei. „Für seltene Tiere sorgen, den blauen Planeten schützen“, stand da auf Englisch.

„Das muss es sein“, erklärte der 72-Jährige und ging auf die Metalltore eines Komplexes zu, der dem Vernehmen nach von dem lokalen Verbrechersyndikat kontrolliert wurde. Er hämmerte dagegen. Ein junger Mann mit freiem Oberkörper kam, um zu sehen, was los war. Der Tierschützer beschloss, sich mit einem Trick Zutritt zu verschaffen.

„Sag ihm, Mr. He schickt uns“, wies Ammann Chan an. Sie wusste nicht, wovon er sprach, spielte aber mit.

Das Tor öffnete sich einen Spalt. Der 72-Jährige verschwand hinter der Absperrung. Chan und ich folgten. Ammann war sprachlos. In einer dunklen Baracke rührte sich etwas Gestreiftes. Selbst nach so langer Zeit war der Tierschützer überwältigt, wenn er Tiger aus der Nähe sah. Die mächtigen Katzen bewegten sich wie in Zeitlupe.

Wir spürten, dass der Arbeiter uns loswerden wollte. Zum wiederholten Mal rief er seinen Boss an.

Als wir kurz danach weiterfuhren, schüttelte der Schweizer Tierschützer seinen Kopf. „Laos schließt also die Tigerfarmen, nicht wahr?“, fragte er sarkastisch.

EINE WEITERE FARM

Einige Tage später hatte Chan in ganz Laos Tigerprodukte gekauft und gefilmt. Wir setzten sie in der Hauptstadt Vientiane ab und machten uns auf den Weg zur vietnamesischen Grenze.

Ammanns Laune verschlechterte sich zusehends. „Es ist frustrierend, wenn man sich so sehr für etwas einsetzt und nichts verändert sich“ ‚erklärte er. „Verschwende ich hier meine Zeit?“

Ich hatte ihn schon mehrmals gefragt, warum er weitermache, wenn sein Einsatz vergeblich sei. „Die echte Herausforderung beginnt da, wo man nicht gewinnen kann und es dennoch versucht“, hatte er einmal geantwortet. „Wenn mir das, was ich gesehen habe, schlaflose Nächte bereitet, sollen andere meinetwegen schlaflose Nächte haben.“

Unser Kleinbus durchquerte einen schlammigen Fluss und fuhr den Highway 8 entlang. Bald kam das Städtchen Lak Sao in Sicht. Wir verließen die Hauptstraße, bogen in ein ruhiges Dorf ab und tuckerten über einen unbefestigten Feldweg.

„Da ist es“, sagte der Schweizer. Am Ende der Straße lag die Tigerfarm Lak Sao. Dort lebten rund 100 Tiger, vielleicht auch mehr. Hattingh, der Kameramann, holte die Drohne heraus. Uns blieben fünf, höchstens zehn Minuten Zeit, bis wir uns aus dem Staub machen mussten.

„Wenn jemand angerannt kommt, musst du die Drohne sofort herunterholen und verschwinden“, erklärte Ammann. „Erwischen sie dich ohne Genehmigung, droht uns eine ordentliche Strafe.“

Hattingh verschwand auf der Rückseite des von hohen Betonmauern umgebenen Anwesens im Busch. Die Drohne war so groß wie ein Falke und zirpte so laut wie große Grillen, als sie sich in die Luft erhob.

Die Videoaufnahmen wurden auf ein Tablet übertragen. Es waren Tiger zu sehen, so klein wie Insekten, die in ihren Käfigen auf und ab liefen. Dies hier war kein kleines, in den Bergen verstecktes Tigergehege. Es war ein Industriebetrieb.

Die Drohne landete. Hattingh eilte zum Auto zurück, und Ammann wies den Fahrer an, Gas zu geben.

ANKUNFT IN THA BAK

Wir fuhren weiter ins Landesinnere, bis wir das am Fluss gelegene Dörfchen Tha Bak erreichten. Ein Schild wies auf den Freizeitpark Say Namthurn und seine Angebote hin: Golfplatz, Trinkwasser, Zoo. Im Wald brüllten Tiger. Karl Ammann griff nach seiner Kamera. Hier hoffte er, Keovised zu finden.


DIE HERAUSFORDERUNG BEGINNT DA, WO MAN NICHT GEWINNEN KANN UND ES DENNOCH VERSUCHT


Diesen Namen hatte der 72-Jährige zum ersten Mal Anfang 2014 gehört. Seine Ermittlungen hatten ihn nach Zentrallaos geführt, wo in der größten Tigerfarm des Landes, Vinasakhone, Hunderte von Tieren hinter Betonmauern gehalten wurden.

Miteigentümer der Anlage war damals Sakhone Keosouvanh. Er verfügte über gute Verbindungen zur Regierung und war am gescheiterten Plan des Landes beteiligt, seine letzten Tiger zu retten. Außerdem vertrat er die Farmer auf einer internationalen Konferenz zum Schutz von Tigern. Seine eigene Farm warb damit, zum Erhalt der Tigerpopulation beizutragen.

Die ganze Zeit über berichteten laotische Behörden, dass hinter den Mauern Tiger gezüchtet, getötet und verkauft würden. Der Mann, der das ganze überwachte, war Nikhom Keovised. (Keosouvanh und Keovised ließen mehrere Anfragen, sich selbst zu der Angelegenheit zu äußern, unbeantwortet.)

Keovised hatte sich mit einem Mann getroffen, den Ammann mit versteckter Kamera unter dem Vorwand eingeschleust hatte, er interessiere sich für vier Tiger, weil sein Chef – ein chinesischer Millionär – selbst eine Farm aufbauen wolle.

Im Lauf der Monate freundete sich dieser V-Mann mit Keovised an und zeichnete die Gespräche heimlich auf. Keovised sprach ganz offen darüber, wie Tiger illegal gezüchtet, getötet und zerlegt wurden.

Allein während der ersten zehn Monate des Jahres 2014 verkauften Vinasakhone und eine andere Farm fast acht Tonnen Tiger- und Löwenknochen. Ein Bericht in der britischen Tageszeitung The Guardian bezichtigte die Farm verschiedener Verstöße gegen internationale Bestimmungen und Landesrecht.

Dennoch konnte man nichts gegen die „staatlich genehmigte“ Farm unternehmen. Einem Zolldokument zufolge erhob die Regierung auf alle Wildtierexporte eine Sondersteuer von 2 Prozent. Eine vertrauliche Erhebung der laotischen Fakultät für Forst-Ressourcenmanagement von 2016 belegte, dass die Tiger nicht zu Forschungszwecken gezüchtet wurden, sondern, um sie zu schlachten. Angeblich brachte ein toter Tiger 30 000 US-Dollar.


HINTER EINEM ZAUN BLITZEN DIE ZÄHNE UND DIE SCHIEFERGRÜNEN AUGEN VON 35 TIGERN AUF


Im Gespräch mit Ammanns Ermittler hatte Keovised das Verfahren beschrieben: „Wir betäuben sie, dann fallen sie um.“

„Und wie tötet ihr sie?“

„Manchen wird die Kehle durchgeschnitten. Doch viele Kunden wollen ein unbeschädigtes Fell, also legen wir ihnen eine elastische Schnur um den Hals und ziehen zu.“

Die einen Käufer sind am Fleisch interessiert, andere an den Knochen, wieder andere wollen lediglich die harzartige Substanz, die durch Auskochen der Knochen gewonnen wird – den sogenannten Tigerleim.

2016 beugte sich eine neue Regierung in Laos dem internationalen Druck und kündigte an, die Farmen zu schließen. Der Vorwurf lautete: „illegaler Vertrieb von Tigerprodukten an ausländische Kunden“. Kurz darauf verschwanden 300 der 400 in Vinasakhone gehaltenen Tiger plötzlich. Daraufhin verließ Mitinhaber Keosouvanh die Farm und gründete ein neues Unternehmen. Seinen Verwalter Keovised nahm er mit, wie Ammann von seinem V-Mann erfuhr.

BEGEGNUNG MIT DEM CHEF

„Wenn Keosouvanh hier ist, müssen wir vorsichtig sein“, warnte Ammann. Der Mann war noch nie offiziell belangt worden. So viel Einfluss machte dem Tierschützer Angst. Hoffentlich würde nicht auffliegen, weshalb wir hier waren.

Als Touristen getarnt schlenderten wir zu einem Restaurant am Fluss. „Da ist er“, sagte Ammann leise. Keosouvanh kam uns entgegen. An seiner Gürtelschlaufe baumelte der Schlüssel eines Pick-ups.

So lange war Keosouvanh für Karl Ammann nur ein Name gewesen. Jetzt griff dieser Mann nach Ammanns Hand und lächelte breit. Keosouvanh setzte sich zu uns und bestellte Bier.

Nikhom Keovised in Vinasakhone, der einst größten Tigerfarm in Südostasien


Der Schweizer fragte Keosouvanh, was dieser beruflich mache. Ein Dolmetscher übersetzte.

„Ich habe ein Import-Export-Unternehmen“, erklärte Keosouvanh.

Ammann wollte wissen, was er denn exportiere.

„Hauptsächlich Kohle“, antwortete Keosouvanh.

Später erzählte mir Ammann, er sei kurz davor gewesen, Keosouvanh mit den Fotos zu konfrontieren. Keovised hatte dem verdeckten Ermittler zuvor erzählt: „Wir züchten, damit wir die Babys verkaufen können.“ Diesen illegalen Handel hatte auch eine vietnamesische Behörde aufgedeckt.

Der Tierschützer hatte noch mehr erfahren – von einer Quelle, die er für vertrauenswürdig hielt. Viele der vermissten 300 Tiger aus Keosouvanhs Farm waren getötet und verkauft worden. Doch nichts davon konnte er sagen.

Stattdessen ließ Ammann seinen Blick zum Wald am anderen Flussufer schweifen. Er wirkte undurchdringlich. Und dunkel. Da draußen konnte alles Mögliche unterwegs sein.

„Welche Tiere leben eigentlich noch in diesem Wald?“, fragte er und zeigte auf die Bäume. „Auch Tiger?“

Keosouvanh schaute ihn einen Moment mit ausdrucksloser Miene an. „Nein“, sagte er. „Keine Tiger.“

DER FARMVERWALTER

Die Tiger waren nicht im Wald, sondern auf der anderen Seite der Anlage auf dem Berg. Am folgenden Nachmittag passierte der 72-jährige Tierschützer das Tor hoch über dem Fluss. Seinen Blick hielt er fest auf die wacklige Konstruktion gerichtet – Maschendrahtzäune, mit Pfählen verankert und blauer Plane geflickt. Überall hörte er Tiger knurren.

Er ging hinein. Hinter einem doppelten Zaun blitzten auf beiden Seiten eines Gangs Zähne und schiefergrüne Augen auf. 35 Tiger, jeder bis zu 200 Kilo schwer, liefen hin und her. Jedes Tier hatte einen 2,70 Meter mal 3,60 Meter großen Einzelkäfig.

Ab und zu zog ein Arbeiter eine Verbindungstür auf, damit sich zwei Tiger paaren konnten. Danach wurden sie wieder getrennt. Ammann und ich beobachteten das dreimal in einer knappen Stunde. Mir wurde bewusst, was für ein armseliges Leben diese Kreaturen fristeten: ständig gingen sie auf- und ab, paarten sich im Eiltempo, und jeden Tag um 17 Uhr warf man ein paar Hühner in ihre Käfige.

„Nirgendwo auf der Welt bekäme man eine Betriebsgenehmigung für einen solchen Zoo“, schimpfte der Tierschützer. Nachdem wir mehrere Stunden dort verbracht hatten – und nur eine Gruppe heimischer Touristen gesehen hatten, wandte sich Ammann zum Gehen. Da entdeckte er auf der Kiesfläche beim Haupteingang Nikhom Keovised.

Er saß an einem Tisch, vor ihm standen Bierflaschen – ein kleiner Mann mit vergilbten Zähnen, staubiger schwarzer Hose und Flipflops. Ammann ging zu ihm hin.

Wie viele Stunden hatte er den Mitschnitten davon gelauscht, wie der Farmverwalter die makabersten Details geschildert hatte? Da saß Keovised nun und gönnte sich nach Feierabend ein Bier und eine Zigarette.

Der Schweizer und ich setzten uns zu ihm an den Tisch. Keovised lächelte uns unerwartete Gäste an und schenkte uns Bier ein. Diesmal schaltete Ammann seine Kamera an. Dann legte er los, während sein laotischer Führer dolmetschte: „Was wird aus diesen Tigern?“

„Wie oft kommen Touristen hierher?“

„Wir haben drei Tigerpaarungen beobachtet – wie viele Jungtiere gibt das in dreieinhalb Monaten?“

Keovised lachte und bot Ammann noch ein Bier an. Er erzählte, er arbeite seit 2007 mit Tigern. Dieses Gehege habe er vor etwa sieben Monaten übernommen. Die Tiger würden alle hierbleiben. Es kämen nur wenige Touristen, doch bald würde es mehr Käfige mit Tigerbabys geben. Was Ammann von seinem Informanten wusste: Durch massive Inzucht überlebten bislang erst 18 Jungtiere.

„Also gibt es noch viel zu tun?“, meinte Ammann und zeigte auf die Baustelle, wo weitere Käfige gebaut wurden. Wieder lachte Keovised.

Ammann sah ihn ein letztes Mal an. Dann trank er aus, schaltete seine Kamera ab und erhob sich. Er hatte genug. Er stieg den Hügel hinab, als die Abenddämmerung die Berge in orangerotes Licht tauchte.

„SO IST UNSER SYSTEM“

Am nächsten Morgen wies Karl Ammann seinen Fahrer an, ihn in die Hauptstadt zum örtlichen CITES-Büro zu bringen. Er wollte ihnen mitteilen, was er herausgefunden hatte. Während der Fahrt starrte der 72-Jährige aus dem Fenster. Keovised hatte er sich immer mächtig und bedrohlich vorgestellt, doch er wirkte eher armselig – als hätte er keine Wahl, wenn er überleben wollte. Zumindest machte Keovised niemandem etwas vor – anders als die sich selbst beweihräuchernden Netzwerker bei den Wildtierkonferenzen.

Kurz darauf betrat der Tierschützer ein weitläufiges Gebäude. Bei sich trug er eine Aktentasche, in der die Beweise für seine Entdeckungen waren: zwei neue Tigergehege, die für ihn nicht nach Schutzgebieten oder Zoos aussahen. Illegaler Handel mit Tigerprodukten. Anzeichen für den Ausbau mehrerer Farmen. Hinweise darauf, dass viele der vermissten 300 Tiger getötet worden waren. Und Beweise dafür, dass die Leute, die illegal Tiger abgeschlachtet und verkauft hatten, noch immer Tiere hielten.

In einem Konferenzraum saß er einem CITES-Bürokraten gegenüber. Vom Ende des Tisches aus beobachtete ich, wie Ammann langsam zornig wurde.

„Wir wissen jetzt, dass es zwei weitere Tigerfarmen gibt“, erklärte Karl Ammann. „Zwei neue Tigerfarmen! Sie haben doch gesagt, Sie würden sie schließen?“ Er redete und redete …

Sagen Sie das unseren Vorgesetzten in Genf, sagte sein Gegenüber schließlich. Man könne mit diesen Informationen hier leider nichts ausrichten.

„So ist nun einmal unser System“, erklärte der CITES-Vertreter.

Ammann notier t e si c h die E-Mail-Adresse des Mitarbeiters. Dann bedankte er sich bei ihm, dass er sich Zeit genommen hatte. Anschließend nahm er seine Aktentasche mit den Beweisen an sich und verließ den Raum.

Am Eingang des Gebäudes hielt er einen Moment inne. Auf beiden Seiten der Tür standen Tigerstatuen. In die Körper aus Holz waren Streifen geschnitzt worden. Die Tiger statuen fletschten gruselig die Zähne. Karl Ammann berührte einen der Tiger am Kopf – ein Tier, das einst der Inbegriff der Wildheit war, verkommen zu einem leblosen kommerziellen Zierrat.

Rasch zog er seine Hand weg und ging davon.

Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir, alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir. Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers – unsere Brüder.

FRANZ VON ASSISI, ITALIEN. ORDENSGRÜNDER DER FRANZISKANER (1182–1226)

Ganze Weltalter voll Liebe werden notwendig sein, um den Tieren ihre Dienste und Verdienste an uns zu vergelten.

CHRISTIAN MORGENSTERN, DT. SCHRIFTSTELLER (1871–1914)


FOTOS: (VORRIGE DOPPELSEITE UND RECHTS) © TERRENCE MCCOY/THE WASHINGTON POST VIA GETTY IMAGES

FOTO: MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON KARL AMMANN

FOTO: © WASHINGTON POST/TERRENCE MCCOY

FOTO: © WASHINGTON POST/BY TERRENCE MCCOY

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