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LAUFEN & LIKEN?:SOCIAL MEDIA IM LAUFSPORT


Laufzeit - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 08.04.2020

Social Media, ob im Laufsport oder im Alltag, ist Segen und Fluch zugleich. Einerseits öffnen uns die zahlreichen Kanäle Türen weit über die physischen Grenzen hinaus und ermöglichen somit einen unbegrenzten, virtuellen Austausch. Andererseits kann durch die Partizipation auch enormer Druck entstehen. Wie schafft man es, die Balance zu halten?


Artikelbild für den Artikel "LAUFEN & LIKEN?:SOCIAL MEDIA IM LAUFSPORT" aus der Ausgabe 3/2020 von Laufzeit. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Laufzeit, Ausgabe 3/2020

Laufenmachtglücklich“ oder „nevernotrunning“. Immer wieder stößt man bei Facebook oder Instagram auf diese oder ähnliche Hashtags. Wer nach solchen Stichwörtern sucht, dem werden tausende Bilder von fotogenen, scheinbar dauerglücklichen Sportler*innen vor ...

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... spektakulären Kulissen ausgespielt. Nicht nur das Laufen an sich liegt im Trend, sondern auch das anschließende Veröffentlichen bzw. Posten auf Social Media ist unter Sportler*innen beliebt. Denn jede*r verfügt über die Technik, die zurückgelegten Kilometer aufzuzeichnen bzw. zu tracken. Ein Foto vor, während oder nach dem Lauf ist auch schnell gemacht. Seine Fortschritte hinterher in einem sozialen Netzwerk zu präsentieren, liegt da für viele Läufer*innen nahe. Zumindest einen Ausschnitt dessen. Was dann oft kreiert wird, ist eine schöne bunte Laufwelt mit immer höher werdenden Bergen und weiten Stränden. Eine Momentaufnahme, die sagen will: Guckt mal, mein Leben ist schön und aufregend. Doch was für uns heute so selbstverständlich ist, war nicht immer so.

Schnell noch ein Foto machen? Das Smartphone ist für viele ein ständiger Begleiter, auch beim Sport.


Zwar war der Laufsport auch schon im frühen 20. Jahrhundert populär, jedoch waren die großen Laufveranstaltungen und Wettbewerbe hauptsächlich für Vereinsmitglieder ausgeschrieben. Ab den 1970er-Jahren wurde das Laufen auch für Freizeitsportler langsam attraktiver. Mit einem erheblichen Unterschied zur Laufbewegung heute: Diese Laufgeneration trainierte ohne GPS-Uhr, Smartphone oder anderes hochwertiges Technikzubehör. Auch der 45-fachen deutschen Meisterin Sabrina Mockenhaupt standen zu Beginn ihrer Laufkarriere noch keine vernetzten Geräte zur Verfügung. „Früher hat mein Vater die Strecken mit dem Fahrrad ausgemessen“, erinnert sie sich. Ihre benötigte Zeit habe sie dann mit einer Stoppuhr gemessen. Für viele Läufer*innen der Generation Y ist das in der heutigen Zeit nahezu unvorstellbar, wo es sogar schon als Digital Detox angesehen wird, einen oder mehrere Tage ohne digitale Medien zu leben.

Konnektivität ist ein bedeutendes Schlüsselwort der Gegenwart, das sich ebenfalls fest im Breitensport verankert hat. An fast jedem Handgelenk prangt mittlerweile eine GPS- oder Pulsuhr. Die Anbieter liefern ihre aktuellen Modelle mit einem eigenen Onlineportal aus, welches die Trainingsdaten automatisch verarbeitet, hochlädt und in detaillierten Straßenkarten und bunten Diagrammen präsentiert. Für technikaffine Läufer*innen ist es gar nicht so einfach, die geliebte GPS-Uhr oder das Smartphone einfach mal zu Hause liegen zu lassen und ohne jegliches Tracking loszulaufen - ganz nach dem eigenen Körpergefühl. Dann ist man auf das Nötigste reduziert, auf sich selbst zurückgeworfen. Unbestimmt von irgendwelchen Daten. Viele Fragen mögen einem während des Laufs aufkommen: Welche Pace laufe ich gerade? Wie viele Kilometer habe ich schon zurückgelegt? Wie hoch ist mein Puls? Doch nicht nur diese Fragen stellen wir uns. Für viele viel entscheidender: Wie teile ich diesen Lauf nun mit meinen Freunden, Verwandten, Bekannten - ohne jegliches digitales Tracking und Sharing? Die Antwort lautet gar nicht - oder eben manuell. Doch ist das „Offline“-Laufen dann noch das Gleiche?

Das digitale Lauftagebuch

Nach wie vor gibt es große Zuwächse im Laufsport. Eine Sportart, die immer mehr zum Massenphänomen wird, sehr breit aufgestellt ist und immer neue Menschen aus den verschiedensten Zielgruppen für sich begeistert. Laufen ist einfach cool geworden. Einen enormen Anteil dazu trägt besonders die Vernetzung der gesamten Laufszene bei. Soziale Netzwerke sind vom Laufen gar nicht mehr wegzudenken. Natürlich joggen manche auch im Jahr 2020 noch alleine ohne Tracking & Sharing vor sich hin, aber der Trend geht ganz klar zum Gemeinschaftserlebnis. Über Social- Media-Plattformen verabredet man sich, teilt seine Erlebnisse und Ergebnisse und gibt sich gegenseitig Zuspruch, was die Motivation hochhält.

Was macht uns an Social Media überhaupt so viel Spaß?

Das Hochladen und die Dokumentation der eigenen Läufe, ist für viele wie eine Art Tagebuch. Die Trainingsdaten, die früher von ambitionierteren und Top-Läufer*innen handschriftlich und festgehalten wurden, werden heute durch zahlreiche digitale Programme automatisch abgespeichert. Aber trotzdem wollen einige das analoge Speichermedium nicht missen. „Nach wie vor habe ich Jahresplaner, in die ich Tag für Tag handschriftlich meine Trainingsdaten eintrage“, so Sabrina Mockenhaupt. Was das angeht, sei sie ein richtiger Nerd. „Bei der Trainingsdokumentation kommt noch ein bisschen die Wettkampfsportlerin in mir heraus“, erzählt sie. Denn ein Training ohne jegliche Dokumentation wäre irgendwie kein Training.

Nie war es einfacher, seine Trainingsdaten zu teilen und im stetigen Austausch zu stehen. Zunehmend laden nicht nur die Trainings-Apps, sondern auch Plattformen wie Facebook und Instagram zum Social Networking ein. Man bleibt in stetigem Kontakt, indem man sich gegenseitig folgt, die Trainingseinheiten durch ein Like wertschätzt oder Kommentare abgibt. Noch dazu gibt es zahlreiche Gruppen oder Klubs, in denen Veranstaltungen organisiert werden können und sogar eine eigene Bestenliste aufgeführt wird. Nie war es einfacher, sich mit Freund*innen zu verbünden oder die vermeidliche Konkurrenz auszuspionieren. Da die meisten Tracking-Apps und Social-Media-Plattformen kostenlos sind, braucht es keine große Überwindung zum Download. Durch die digitale Speicherung wird es den Nutzer*innen ermöglicht, die eigenen Trainingsfortschritte und Ziele stetig zu verfolgen. Ganz mühelos lässt sich die eigene Leistungsentwicklung über mehrere Jahre mit vielen Metadaten analysieren - und das mit einem solch kurzen Zeitaufwand. Die Zeiten eines Wettkampfs vom letzten Jahr lassen sich in kürzester Zeit aufrufen und mit aktuelleren Zeiten vergleichen.

Der permanente Informationsfluss

Durch Social Media hat nicht nur jede*r die Möglichkeit, seine eigenen Sichtweisen und Trainingsdaten offen zu teilen, sondern sich auch mit Gleichgesinnten darüber auszutauschen. Auch die Hemmschwelle, einen Profi nach Ratschlägen zu fragen, wird durch die Kommentier- und Nachrichtenfunktion gesenkt. Über soziale Netzwerke gelangen wir nahezu in Echtzeit an Nachrichten aus der ganzen Welt. So stehen wir auch unter einem permanenten Informationsfluss, was zurzeit in der Sportwelt passiert: Wo gerade ein neuer Weltrekord gelaufen wird oder wer gerade wo den höchsten Berg hochläuft. Diese permanente Transparenz nutzen nicht nur Freizeitläufer*innen, sondern auch vereinzelt Topsportler. Nach Sabrina Mockenhaupt wird in Deutschland immer noch ein zu großes Geheimnis über die Trainingseinheiten von Topsportler*innen gemacht. „Die Leute, die den Tops folgen, interessieren sich schließlich für ihr Training und wollen auch den Weg zum Erfolg mitbekommen.“ Sie selbst habe früher eigentlich viele ihrer Trainingseinheiten offengelegt. „Die Leute wissen ja nicht, was du noch alles drum herum - beispielsweise für die Regeneration - machst.“

Durch die Präsenz auf Social-Media-Kanälen können Profis außerdem ihr eigenes Training greifbarer machen und die eigene Person gegenwärtiger gestalten. Zwar haben die meisten Freizeitsportler* innen ausreichend Verstand, um ihre eignen Trainingsdaten nicht mit denen der Profis zu vergleichen - aber theoretisch bestünde die Möglichkeit. Vielmehr werden Apps wie Strava dazu genutzt, sich selbst oder mit seiner sportlich-gesehenen Peergroup zu messen. Eigene Ziele können festgelegt und virtuelle Herausforderungen angenommen werden. Die Ziele erstrecken sich von einem bestimmten Zeitziel in einem Segment auf der gewohnten Laufstrecke über ein wöchentliches Kilometerziel bis hin zur Jahreskilometerzahl. Wer eine Herausforderung bei der App annimmt, soll beispielsweise neue persönliche Bestzeiten über die 5- oder 10-Kilometer-Distanz aufstellen. Auf seinem virtuellen Profil lassen sich sowohl die eigenen Ziele und laufenden Herausforderungen, als auch die der anderen Läufer*innen einsehen. Dieses Möglichkeit lässt ordentlich Motivation aufkommen. Das bestätigt auch Sandra Dorf aus Köln, die die digitale Laufcommunity Strava zwar hauptsächlich dafür nutzt, ihre eignen Fortschritte und Ziele zu verfolgen, aber ihre Trainingsdaten auch bei Instagram teilt (@running.miss.sandyd). Wie auch viele andere Läufer*innen, postet sie in ihren Storys und Beiträgen die gelaufenen Kilometer, die durchschnittliche Pace und wie es ihr dabei ergangen ist. Sogar ihren Trainingsplan legt sie Woche für Woche offen dar. Sie mache das, da sie sich gerne über Instagram austausche und sich auch von anderen Kanälen Inspirationen hole, um ihr Training facettenreicher, leichter oder detaillierter zu gestalten. „Für mich dient das Teilen der Trainingsdaten in sozialen Netzwerken daher hauptsächlich als Motivation, mal etwas Neues auszuprobieren oder auch an sich zu glauben“, erklärt die Kölnerin, die letztes Jahr ihren ersten Marathon gelaufen ist.

Doch kommt es bei so viel Transparenz und Austausch nicht auch zum Leistungsdruck? Schließlich können sich alle, egal welcher sportliche Hintergrund zugrunde liegt, jederzeit mit allen beliebigen Läufer*innen auf der Welt vergleichen. Ja, es liegt vermutlich in der Natur des Menschen, sich untereinander zu vergleichen - egal, ob in Alltag, Beruf oder Sport - aber kann das dauerhafte Vergleichen auch gefährlich werden? Vor allem für Laufanfänger* innen ist es ratsam, sich nicht von Anfang an mit Leistungsstärkeren zu vergleichen. Jeder Körper passt sich individuell und anders an das Lauftraining an. So kann der erste sichtbare Erfolg auch mal ein paar Wochen auf sich warten lassen. Für Einsteiger mit mangelndem Ehrgeiz liegt es da nahe, einfach wieder mit dem Sport aufzuhören, nur, weil man nicht gleich so schnell und so weit laufen kann wie Freunde oder Bekannte. Vor allem jüngere Menschen bekommen durch den permanenten Informationsfluss über soziale Medien das Gefühl, sich ständig mit anderen vergleichen zu müssen. Oftmals nutzen User ihr Profil, um ihr Leben als nahezu „perfekt“ darzustellen. Auch wenn die meisten Läufer*innen ihre Trainingsdaten ehrlich posten und auch zugeben, wenn ihr Training oder ein Wettkampf mal nicht gut gelaufen ist, kreieren wir in sozialen Netzwerken eine Welt, die wenig mit der Realität zu tun hat, die aber in diesem Moment für uns real aussieht. Zu selten werden dafür Misserfolge, Ängste und schlechte Momente auf Instagram & Co geteilt. Das alles kann Betroffene dazu verleiten, ihr scheinbar „langweiliges“ und „langsames“ Läuferleben mit dem anderer in Relation zu setzen. Irgendwer läuft immer an einem schöneren Strand, auf einen höheren Berg oder einfach ein schnelleres Rennen. Trauer und das ständige Gefühl, dass andere Leute ihr Training oder sogar ihr gesamtes Leben besser auf die Reihe bekommen, können die Folge sein. Darunter kann das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein stark leiden, was sogar zu Depressionen führen kann.

„Wir sind schließlich keine Maschinen“

Sandra Dorf rät allen, sich von diesem Leistungsdruck und dem ständigen Vergleichen zu befreien. „In den meisten Fällen kennt man schließlich auch gar nicht die äußeren Einflüsse, Bedin- gungen und Voraussetzungen der anderen Läufer*innen.“ Auch Katharina Hauptvogel (@runningkathi_), die sich zurzeit auf ihren ersten Marathon vorbereitet und ihren Abonnenten ihre Trainingseinheiten sehr detailliert zeigt, kennt das Gefühl des ständigen Vergleichens. „Ich persönlich erwische mich auch öfter mal dabei, dass ich versuche, noch mehr Kilometer oder schnellere Zeiten zu schaffen“, erzählt die 27-jährige Bonnerin. Unter Druck gesetzt fühle sie sich dabei jedoch nicht. „Irgendwer läuft immer schneller und weiter.“ Vielmehr ginge es ihr darum, ihre persönliche Leistung zu steigern. So sehe sie das Teilen und den Austausch über soziale Medien mehr als Motivation. Die Motivation soll dabei nicht nur ihr selbst zur Leistungssteigerung dienen. „Ich möchte auch anderen Hobbyläufern zeigen, dass jeder mit dem richtigen Plan auch so eine zunächst unvorstellbare Distanz bewältigen kann“, erklärt sie.


IRGENDWER LÄUFT IMMER AN EINEM SCHÖNEREN STRAND, AUF EINEN HÖHEREN BERG ODER EINFACH EIN SCHNELLERES RENNEN.


Lieber eine anspruchsvolle und vorzeigbare Trainingseinheit als ein lockerer Dauerlauf? Soziale Netzwerke können den Leistungsdruck enorm erhöhen.


Fotos: Raul Mellado - stock.adobe.com

Seit etwa fünf Jahren nutzen auch Katrin Schäfer und Daniel Roth, die unter anderem durch ihren Podcast „bevegt“ bekannt geworden sind, die Plattform Strava, um ihr Training zu dokumentieren. Besonders daran gefiele es ihnen, daran teilhaben zu können, wenn Freunde einen guten Wettkampf gelaufen sind oder bei widrigsten Bedingungen einen langen Lauf absolviert haben. „Das ist für uns dann ein bisschen wie ein virtueller Tritt in den Hintern, wenn wir selbst an dem Tag noch nicht gelaufen sind“, so Katrin. Druck erzeuge das bei ihnen jedoch keinen. Wenn eine Trainingseinheit oder ein Wettkampf nicht so gut gelaufen ist, sei das völlig okay. „Wir sind schließlich keine Maschinen.“

Ein wenig kritischer sieht der Läufer und Youtuber Philipp Rittscher, der auch als Turnschuhheizer bekannt ist, das Social- Media-Thema an. Seit dem letzten Jahr sei ihm vieles bewusst geworden, was das Laufen angeht. Er liefe nur noch so, wie er und sein Körper will, ohne Druck, ohne Zahlen oder Werte, die er erreichen möchte. „Ich möchte mich nicht kaputt machen, sondern diesen Sport so lange wie möglich betreiben“, erklärt er. Natürlich könne er jeden verstehen, der eine persönliche Bestzeit jagt, an sich arbeitet oder sich verbessern will. Aber er hoffe, dass diese Person es nur sich selbst beweisen möchte und hoffentlich niemand anderem. „Ich möchte das Laufen nicht auf Zahlen reduzieren und so auch nicht vorleben. Wenn man gesund ist und man laufen darf, ist es doch alles, was zählt“, bringt Philipp auf den Punkt. Deshalb schreibe er seit längerer Zeit kaum noch Zeit- oder Kilometer- Angaben unter seine Beiträge. Er persönlich sieht den virtuellen Wettkampf und das permanente Vergleichen mit anderen Personen als Zeitverschwendung und betont, dass in sozialen Medien immer nur Momentaufnahmen einer Person und ihres Lebens gezeigt werden.

Natürlich sollten wir uns bei der Nutzung von sozialen Netzwerken im Laufsport bewusst sein, dass es immer - auch unbewusst - zu einem Vergleich kommt. Man sollte lernen, sich selbst, seine eigenen Leistungen, Fortschritte, aber auch die Niederlagen zu akzeptieren. Soziale Medien öffnen uns im Laufsport viele Türen und senken die Hemmschwellen, mit anderen Läufer*innen in Kontakt und stetigen Austausch zu kommen. Selbstverständlich ist dies alles mit Vorsicht zu genießen. Dann können wir auch weiterhin Spaß am Laufen haben. Ob nun mit Social Media oder nicht. Eines teilen wir alle: die ganz analoge Liebe zum Laufen.


Fotos: Raul Mellado - stock.adobe.com