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Laut & schön


HolzWerken - epaper ⋅ Ausgabe 84/2020 vom 17.12.2019

Für Schiedsrichter, für Kinder und für alle, die mal laut sein w ollen: Trillerpfeifen sind perfekte Geschenke, erfordern beim Bau aber Genauigkeit und einiges an Wissen.


Artikelbild für den Artikel "Laut & schön" aus der Ausgabe 84/2020 von HolzWerken. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Fotos: Cornelia Grüble, Andreas Duhme / Illustration: Willi Brokbals

Voll funktionsfähige Trillerpfeifen sind ein Projekt, für das auch noch kleine Abschnitte aus der Restekiste Verwendung finden können.

Die Pfeifen können Sie als Einzelstücke oder gleich als Serie fertigen. Jeder kann sie sowohl überwiegend in Handarbeit als auch weitgehend in Maschinenarbeit herstellen. Nachdem eine Trillerpfeife im Grunde nichts anderes ist als eine ...

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... Orgelpfeife, werde ich für bestimmte Teile die Fachausdrücke aus dem Orgelbau verwenden. In der Zeichnung ist genau zu erkennen, worauf sich diese Begriffe beziehen.

Viele Arbeitsschritte sind einfacher, wenn man gleich mehrere Pfeifen aus einer längeren Leiste herstellt. So wird es auch hier gezeigt. Die angegebenen Maße sind für Trillerpfeifen mit einer 10-mm-Kugel. Die Maße lassen sich aber ohne weiteres auf Pfeifen mit anderen Kugelgrößen anpassen. Je kleiner die Pfeifen sind, desto höher und schriller wird der Ton.

Dicht gewachsen muss das Holz sein

Als Material für die Kernleiste empfehle ich ein feines, homogenes Holz - hier ist es Birne. Für Seitenleisten und Deckel habe ich Bambus verwendet. Wühlen Sie in der Restekiste nach schönen Hölzern.

Die Seitenleisten müssen nicht genau zwei Millimeter stark sein. Wichtig sind eine einheitliche und über die ganze Länge gleichmäßige Dicke sowie eine glatte Seite als Leimfläche. Die Materialstärke ist für den Ton und die Funktion unerheblich, es geht hier nur um das Aussehen: Je dünner das Material, desto eleganter sieht die Pfeife aus. Wenn Sie für die Seitenleisten verschiedene Hölzer verwenden wollen, können Sie diese im Bereich des späteren Trennschnittes zwischen zwei Pfeifen-Rohlingen enden lassen.

Die Breite für die Deckelleisten messen Sie am besten erst, wenn Kern- und Seitenleisten verleimt sind. Sie können sie auch etwas breiter lassen und den seitlichen Überstand nach dem Verleimen vorsichtig abstechen, abschleifen oder hobelnd entfernen. Ich erachte es als wich- tig, sich zu Beginn eine 1:1-Zeichnung von einer Trillerpfeife machen. Die Zeichnung hier im Artikel ist 1:1 gedruckt. Falls bei der Bearbeitung versehentlich Linien verloren gehen, kann man die Pfeife immer noch auflegen und die Linien nachzeichnen. Spätestens aber, wenn am Schluss die Schrägen für die Endform angezeichnet werden, kann man sich die Eckpunkte nach der Zeichnung markieren.

Zum Schluss halten Sie ein kleines, lautes Instrument in der Hand. Sie werden überrascht sein, wie laut es ist!

Cornelia Grüble ist Orgelbauerin und schnitzt obendrein viel. Von ihr ist auch viel in der Lesergalerie auf www.holzwerken.net zu bewundern.

1 | Ein „X“ markiert auf der Kernleiste die erste Pfeife. Zeichnen Sie 9 mm parallel zur langen Kante an. Markieren Sie darauf die erste Kernlochbohrung (roter Pfeil, hier 30 mm vom Hirnende). Zeichnen Sie abwechselnd die Pfeifenlänge (47 mm, grüner Pfeil links) und den Sägeschnitt (3 mm, grüner Pfeil rechts) an.

2 | Setzen Sie jetzt die 20-mm-Kernbohrungen. Auf einer Seite der Leiste sind die Bohrungen offen. Übertragen Sie die Vorderkante des Lochs plus 2 mm ebenfalls auf der Unterseite und markieren Sie die Seite des späteren vorderen Ausschnittes unbedingt mit einem kleinen Strich (grüne Markierung).

3 | Leimen Sie dann die Seitenleisten auf und zwar bündig mit der Oberseite. Den Leim darf der Einfachheit halber auf ganzer Fläche auf die Leisten. Meistens biegt sich die Kernleiste durch die vielen Bohrungen. Das lässt sich aber beim Leimen leicht korrigieren.

4 | Übertragen Sie die Trennschnitt-Linien auf die Oberseite. Die Kernspalte wird nun zwischen den Seitenleisten ein Millimeter tief ausgestochen. Dann sollte auch die Kugel in jede Kernbohrung passen. Wenn nicht, feilen Sie die Öffnung noch senkrecht etwas nach.

5 | Der Deckel und der Vorschlag der dahinter folgenden Pfeife werden als ein (!) Stück von der dafür vorgesehenen Leiste abgesägt. (Im Folgenden wird das gesamte Stück als „Deckel“ bezeichnet.) Zeichnen Sie von der Kernkante 4 mm nach hinten an (Pfeil).

6 | Die Strecke von diesem Punkt bis zur nächsten Kernkante ergibt die Länge des Deckels. Durch Fertigungsungenauigkeiten sind sie nicht alle gleich lang! Sägen Sie die Längen individuell ab. Bei der ersten und letzten Pfeife werden Vorschlag und Deckel einzeln gefertigt.

7 | Stechen (oder schleifen) Sie auf einer Seite des Deckels das Labium an, so dass eine Kantenstärke von etwa 0,5 mm stehen bleibt. Peilen Sie 35° an, es kommt nicht auf ein Grad an. Stecken Sie nun die Kugel in jede Pfeife und leimen Sie die Deckel auf.

8 | Sägen Sie die Pfeifen innerhalb der Trennlinien auseinander und schleifen Sie die Sägeflächen. Wer mag, kann den Trennschnitt mit der Kreissäge machen.

9 | Setzen Sie hinten mittig die Bohrungen für die Ringschrauben. Bei der oben angegebenen Ringschraubengröße wird mit 1,5 mm gebohrt. Ohne Ringschrauben für eine Kordel kann der Pfeifenkörper auch kürzer gebaut werden.

10 | Sägen Sie den Ausschnitt mit einer feinen Handsäge aus. Auch die Dekupiersäge kann zum Einsatz kommen. Schleifen Sie danach den Sägeschnitt glatt.

11 | Legen Sie jede Pfeife auf die Zeichnung und markieren Sie die Schrägen. Schleifen oder sägen Sie die Schrägen an. Zur Fertigstellung werden alle Flächen geschliffen, die Kanten gebrochen und die Pfeifen geölt oder lackiert. Zum Schluss drehen Sie die Ringschrauben ein.