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Lautsprecher Sonus Natura Extremi: GANZ NATÜRLICH


LP Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 31.10.2019

Mit den Namen von HiFi-Firmen ist es ja so eine Sache: Manche klingen einfach gut, manche unterstreichen den Anspruch an das eigene Produkt. Und bei „Sonus Natura“ liegt die Messlatte dann auch gleich einmal ziemlich hoch


Artikelbild für den Artikel "Lautsprecher Sonus Natura Extremi: GANZ NATÜRLICH" aus der Ausgabe 1/2020 von LP Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: LP Magazin, Ausgabe 1/2020

Den natürlichen Klang will Cay-Uwe Kulzer also mit seinen Lautsprechern reproduzieren. Nun, das ist erst einmal nichts Besonderes, sollte das doch im Pflichtenheft eines jeden Lautsprechers stehen. Die Realität sieht nun leider etwas anders aus: Zum einen ist der Lautsprecher als Schnittstelle zwischen dem elektrischen Signal und dem in die Luft des Hörraums abgegebenen Schall stets die ...

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Den natürlichen Klang will Cay-Uwe Kulzer also mit seinen Lautsprechern reproduzieren. Nun, das ist erst einmal nichts Besonderes, sollte das doch im Pflichtenheft eines jeden Lautsprechers stehen. Die Realität sieht nun leider etwas anders aus: Zum einen ist der Lautsprecher als Schnittstelle zwischen dem elektrischen Signal und dem in die Luft des Hörraums abgegebenen Schall stets die neuralgische Stelle einer HiFi-Anlage, zum anderen gibt es gerade im Lautsprecherbau etliche Künstler, die durchaus eine Meinung dazu haben, wie Musik zu klingen hat oder gar, welche Musik man auf ihren Schallwandlern am besten zu hören habe. Wenn man sich als Kunde darauf einlassen möchte, ist das natürlich kein Problem – man muss sich nur darüber im Klaren sein, dass man eben keinen Lautsprecher im Wortsinne von „High Fidelity“ erworben hat.
Ganz anders die Lautsprecher von Sonus Natura: Ihr Konstrukteur beschäftigt sich schon so lange mit der Entwicklung von Lautsprechern, dass er sämtliche Anwandlungen, seinen Kreationen einen Eigensound zu verpassen, hinter sich gelassen hat. Cay-Uwe Kulzer will einfach einen möglichst perfekten Schallwandler bauen. Punkt.
Neben der Abdeckung des gesamten menschlichen Hörspektrums ist es auch wichtig, dass unser Gehör den Eindruck bekommt, die Schallereignisse kämen von einer punktförmigen Quelle. Bei den meisten Mehrwege-Lautsprechern ist das ja nur annähernd der Fall, denn es verteilen sich zwei und mehr Chassis mehr oder weniger weit auf der Schallwand. Anders bei der „Extremi“ von Sonus Natura: Zwar sehen wir hier auch zwei Chassis, die Verteilung der Frequenzen ist aber etwas anders. Der obere der beiden Treiber ist nämlich ein Koaxial-Chassis, bei dem Hoch- und Tieftöner ein gemeinsames akustisches Zentrum haben. Der Hochtöner strahlt hier durch ein Horn durch das Magnetsystem des Tieftontreibers – durchaus eine Herausforderung, der sich aber vor allem Hersteller professioneller Audiosysteme in den letzten Jahren erfolgreich gestellt haben. Der immerhin zwölf Zoll große Koaxialtreiber wird von einem weiteren Tieftöner unterstützt, der sein eigenes Gehäuse besitzt und nur bis etwa 300 Hertz mitspielt. Das ist im Sinne des Ideals der Punktschallquelle, denn bei so tiefen Frequenzen ist unser Gehör noch gar nicht in der Lage, zwei so nah beieinanderliegende Chassis zu differenzieren.

Eines der beiden Reflexrohre – beide Konustreiber arbeiten fullrange in einem eigenen Reflexgehäuse


Mitspieler

Plattenspieler:
• Feickert Analogue Volare mit Ortofon SPU Jubilee
• Transrotor Alto mit SME 5009 und Ortofon MC Century

Phonoverstärker:
• Musical Fidelity V-Nyl
• Quad Twentyfour P

Verstärker:
• Accuphase C-2450 und A-48
• Taga 2500
• Ayon Audio Spitfire

Zubehör:
• Netzleiste und -kabel: PS-Audio, Silent Wire
• Phonokabel: Nordost, Signal Projects
• NF-Kabel: Van den Hul, Transparent
• Unterstellfüße, Racks und Basen: SSC, bFly

Gegenspieler

Lautsprecher:
• Fishhead Resolution 2.6 FS
• Ichos No. 5

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Da Kulzer sich neben dem linearen Frequenzgangverlauf auch eine perfekte Phasenlage der Chassis zueinander zur Aufgabe gemacht hat, ist die Frequenzweiche durchaus aufwendig geworden, musste doch der Tiefenversatz von Hoch- und Tiefmitteltöner ausgeglichen werden. Unsere Messungen zeigen, dass auch dies einwandfrei gelungen ist.
Wie schon erwähnt: Die Sonus Natura Extremi besteht aus zwei Gehäusen, die aber mechanisch so fest miteinander verbunden sind, dass sie ohne Gefahr transportiert werden können. Das obere Gehäuse ist minimal nach hinten geneigt, sodass die Box auf eine normale Sitzhöhe gerichtet abstrahlt. Wie Ihnen unsere Bilder der Box verraten, ist die Extremi kein kleiner Lautsprecher, aber trotz ihrer Wuchtigkeit im Erscheinungsbild nicht dominant – eines der gelungeneren Beispiele von „form follows function“. Durch die getrennten Gehäusekammern und die clevere innere Bedämpfung spielen auch stehende Wellen und Resonanzen keine Rolle. Was das Finish angeht, müssen wir dem Leser, der genau so etwas wie unser Testmodell möchte, eine schlechte Nachricht überbringen: Das Bambusfurnier wird es in Zukunft nur auf Bestellung geben, weil sich der Verarbeitungsaufwand wegen des extrem spröden Materials für den Tischler deutlich erhöht.Alle anderen Furnier- und Lackoberflächen können dagegen ohne Weiteres realisiert werden.
Eine Box, die so viele PA-Gene in sich trägt, hat auch einen anständigen Wirkungsgrad: Bereits ab dem Bassbereich sind das deutlich über 90 Dezibel, im Mittel sogar 95 Dezibel an 2,83 Volt. Das zusammen mit der exakten Impedanzlinearisierung, die in der Weiche der Extremi vorgenommen wurde, ergibt natürlich den idealen Spielpartner für Röhrenverstärker. Mit unserem Ayon Audio zeigt sich mal wieder, was die Faszination Röhrenverstärker plus Hochwirkungsgradlautsprecher ausmacht: Die Kombination spielt leicht, luftig, charmant, dass es eine wahre Freude ist. Dabei kommt der Bassbereich, der sich in Kombination mit einem kräftigen Transistorverstärker als recht mächtig erwiesen hat, immer noch nicht zu kurz. Etwas schlanker – ja, dafür aber zumindest in unserem Hörraum mit ordentlich Tiefgang und Dynamik. Natürlich kann die Extremi mit ihrem Koax in der Disziplin „räumliche Abbildung“ mächtig punkten: Gerade Aufnahmen mit einem prominenten natürlichen Raumanteil, wie die ganz speziellen Produktionen vom italienischen Label Fonè, werden atemberaubend authentisch wiedergegeben. Die dargestellte Bühne ist in Tiefe wie Breite richtig groß und wirkt dabei absolut „echt“ – es gibt hier keine künstliche Weite, die letztlich auf Phasenfehler in der Übertragung zurückzuführen ist, sondern präzise Abbildung und klare Positionen. Die Klangfarben aller Naturinstrumente werden zudem so gut reproduziert, dass wir den Firmennamen „Sonus Natura“ gerne als vollauf berechtigt bestätigen können.

Der Tieftöner gehört mit seiner Gummisicke zur gemäßigten Abteilung des PA-Herstellers – höchste Linearität ist garantiert


Der Koaxialtreiber verrät auf den ersten Blick nicht, welcher technische Aufwand in ihm steckt


Messtechnik-KommentarAusgewogener, zu den Höhen hin leicht ansteigender Frequenzgang mit tief reichender Basswiedergabe und sehr ausgewogenem Rundstrahlverhalten. Das Klirrverhalten ist extrem gut und auch das Ausschwingen ist zügig in allen Bereichen. Der Impedanzverlauf prädestiniert die Extremi zum Betrieb an einem Röhrenverstärker.

Hochwertigste Lautsprecherklemmen und solide Standfüße verraten die Detailverliebtheit des Herstellers


Trotz der wuchtigen Dimensionen trägt die Sonus Natura Extremi im Hörraum nicht zu dick auf