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LEBENDFUTTER TEIL 1: Pantoffelçerchen: Lebendfuíer für die kleinsten Jungfische


aquaristik - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 17.07.2019
Artikelbild für den Artikel "LEBENDFUTTER TEIL 1: Pantoffelçerchen: Lebendfuíer für die kleinsten Jungfische" aus der Ausgabe 4/2019 von aquaristik. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: aquaristik, Ausgabe 4/2019

Seit Wochen hat man auf das Ablaichen der Fische gewartet. Wenn es dann endlich passiert, dann fehlt – besonders in der kühlen Jahreszeit – die passende Erstnahrung für den Nachwuchs. Für etliche Jungfische, wie etwa die von Regenbogenfischen und vielen Barben und Salmlern, sindArtemia -Nauplien, selbst wenn sie frisch geschlüpft sind, ebenso wie feines Trockenfutter noch zu groß. Für diese Spezialfälle gibt es ein gutes altes Hausrezept:

ANLEITUNG

Heu bekommt man als Kaninchenoder Meerschweinchen-Futter im Zoofachhandel oder in der Tierfutterabteilung größerer Supermärkte und Warenhäuser. Man nimmt ...

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... eine Handvoll Heu, schneidet es mit einer Schere in ca. 4 bis 5 Zentimeter lange Stücke, stopft es in das Glasgefäß und gießt ca. 0,5 l Wasser aus dem Aquarium darüber.

Anschließend wird das Glas mit der Folie abgedeckt (wegen der Geruchsentwicklung) und an einen warmen Ort gestellt (keine direkte Sonneneinstrahlung!).

Pantoffelæerchen bei 40-facher Vergrößerung.


Pantoffelæerchen bei 400-facher Vergrößerung. Hier lässt sich der Wimpernrand gut erkennen. 52


WAS GESCHIEHT?

Im Gras leben jede Menge Kleinstlebewesen. Diese Tierchen sterben durch das Mähen und anschließende Trocknen zu Heu nicht komplett ab, sondern bilden sogenannte Dauerstadien.

Durch Feuchtigkeit und Wärme entwickeln sich im Heu bereits nach einem halben Tag Bakterien (z.B.Bacillus subtilis ). Diese dienen Einzellern, die sich schon ein bis zwei Tage später aus den Dauerstadien entwickeln, als Nahrung. Schon bald entstehen so ganze Kolonien von Kleinstlebewesen. Dieser Vorgang passiert in dem Glas mit dem Heuaufguss allerdings nicht gleichmäßig. Je nach Sauerstoffbedarf entstehen in verschiedenen Tiefen ganz verschiedene Einzeller.

Natürlich könnte man die entwickelten Einzeller schon verfüttern. Aber eine Einzellerart steht als besonders gesuchte ganz oben auf der Heuaufguss-Wunschliste: Pantoffeltierchen (wissenschaftlicher Name:Paramecium ). Denn sie sind das ideale Futter für kleinste Jungfische.

VERMEHRUNG

Gießt man den Heuaufguss mit normalem Leitungswasser auf, dann wird man fast immer vergeblich auf das Auftauchen von Pantoffeltierchen hoffen. Mit Aquarienwasser funktioniert es allerdings hervorragend. Besonders gut klappt es, wenn noch etwas Mulm vom Aquarienboden mit hinzugegeben wird. Auch in einem „sauberen“ Aquarium findet sich immer etwas Mulm im Bodengrund. Und im Aquarienwasser sind immer einige Pantoffeltierchen vorhanden. Diese Tierchen ernähren sich von den Lebewesen aus dem Heuaufguss und vermehren sich dann reichlich.

Achtung!

Während der Arbeit nicht essen oder die Finger zum Mund führen. Nach der Tätigkeit Hände gründlich mit Seife waschen. Im Aufguss können sich auch Einzeller befinden, die für Menschen schädlich sind (z.B. Amöben).

DIE AUSBEUTE

Pantoffeltierchen sind so groß, dass man sie als winzige helle Pünktchen im Glas erkennen kann. Um sie entnehmen zu können, schüttet man ca. 100 ml Flüssigkeit aus dem Heuaufguss in eine saubere Flasche, füllt diese mit Leitungswasser bis zum Flaschenhals auf und wartet etwa eine halbe Stunde. Die Pantoffeltierchen sammeln sich im Flaschenhals, denn sie brauchen Sauerstoff. Nun können sie mit einer Pipette entnommen und verfüttert werden.

Tipp

Pantoffelæerchen können nach der Entnahme in einem separaten Gefäß mit verdünnter Kondensmilch, Mikroalgen („grünem Wasser“) oder Hefe (z.B. fein zerriebene Bierhefe) vorsichæg gefüttert werden.

VORSICHT RÄUBER!

Nach etwa vier Wochen darf der Heuaufgusl-unsatz nicht mehr verwendet werden. Jetzt wächst hier der Feind aller Jungfische: das Tonnentierchen (Coleps ). Es heftet sich an die Schleimhaut der Jungfische und kann sie dadurch töten. Einige Tonnentierchen sind zwar immer im Aquarium, aber in großen Mengen sind sie schädlich.

UNTERM MIKROSKOP

Um zu überprüfen, ob sich ausreichend Pantoffeltierchen entwickelt haben, reicht bereits ein Mikroskop mit 40-facher Vergrößerung. Allerdings sind Pantoffeltierchen fast immer so schnell, dass man sie nur in heftiger Bewegung sieht. In höherer Vergrößerung kommt man mit dem Einstellen nicht nach. Man müsste sie dann meist betäuben, wenn man sie genauer betrachten will.

Um Tonnentierchen zu identifizieren, ist mindestens eine 100-fache Vergrößerung nötig. Man erkennt dieColeps an ihren Streifen. Auch länger bestehende, scheinbar reine Ansätze von Pantoffeltierchen sollten aus Sicherheitsgründen immer mal wieder mit einem Mikroskop auf einen möglichenColeps -Befall geprüft werden.