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Leicht-Bau von Revell: Einfach out-of-Box


ModellFan - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 18.11.2019

Eine Spitfire Mark Vb darf eigentlich in keiner Sammlung von berühmten Jagdflugzeugen fehlen. Was uns Modellbauern Revell diesbezüglich offeriert, ist allerdings recht durchwachsen. Dafür bietet sich das Modell als Testobjekt für neue Techniken an. Inwieweit sich diese bewähren, zeigt der Bericht


Supermarine Spitfire Mk.Vb I Maßstab 1:72 I Bau out-of-Box

Artikelbild für den Artikel "Leicht-Bau von Revell: Einfach out-of-Box" aus der Ausgabe 12/2019 von ModellFan. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ModellFan, Ausgabe 12/2019

Dem fertigen Modell sieht man nicht an, dass der Bausatz mit einigen Mängeln aus der Schachtel kommt


Wer die wichtigsten Flugzeugmuster der Zeitgeschichte sein Eigen nennen möchte, kommt an einer Spitfire nicht vorbei. Insbesondere die Mk.Vb ist von ...

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... Bedeutung, da von ihr nach der Mk.IX mit knapp 4000 Maschinen die meisten Einheiten entstanden. Als Bausatz in 1:72 ist das Flugzeug deutlich dünner gesät. Daher war die erste Freude groß, als von Revell eine Vb angekündigt wurde. Allerdings war ich dann nach dem Öffnen der Schachtel und einer ersten Prüfung der Teile etwas enttäuscht. Es handelte sich praktisch um den gleichen Bausatz, den Revell 2016 als Mk.II in den Handel brachte, mit eben den gleichen Problemzonen. Dazu später mehr. Aber man soll sich ja nicht gleich entmutigen lassen, weshalb ich erst mal überlegte, was damit machbar ist. Viel Zubehör gibt es dazu nicht, also entschied ich mich für einen Bau aus der Schachtel. Einzig die beiden 20-mm-Hispanos kamen dann von von MasterModel dazu. Alles Weitere sollte ganz bewusst mit den Teilen des Bausatzes ermöglicht werden.

Beginnen wir klassisch

Das bedeutet natürlich, dass mit dem Cockpit gestartet wurde (1 ). Hierbei verzichtete ich komplett auf weitere Detaillierungen, selbst für die Gurte nahm ich nur die Abziehbilder. Damit alles ordentlich aussah, habe ich die Teile entsprechend bemalt. Dafür verwendete ich auch diesmal MRP 111 von Mr. Paint und für die Details Farben von Gunze. Eine Alterung mit Washing, Mattlack und Trockenmalen tat sein Übriges, um eine realistische Optik zu erzeugen. Beim Zusammenbau der Rumpfhälften und der Tragflächen wich ich von der Anleitung ab. Beim Trockenanpassen stellte sich heraus, dass das Ankleben der Tragflächenoberseiten am Rumpf von Vorteil ist, um eine saubere Naht zu erhalten. Anschließend leimte ich die Rumpfhälften zusammen, wobei hier mit Klammern etwas nachgeholfen werden musste (2 ).
Erst danach fügte ich die Tragflächenunterseite an (3 ). Die Verkleidung des Öltanks musste auch mit Klebeband in seine Position gezwungen werden (4 ). Die schlechte Passgenauigkeit zog sich durch den Bau wie ein roter Faden. Aber mit einigen Tricks ließen sich viele Spachtel- und Schleifarbeiten vermeiden. Nebenbei habe ich auch Einzelteile wie den Propeller bearbeitet und lackiert (5 ). Um den Rohbau zu beenden, mussten die angegossenen Hispano-MG gegen jene aus Messing gedrehten ersetzt werden. Auch waren an den Flügelwurzeln, im Bereich des Einstiegs und an den Flügelspitzen einige Spachtelarbeiten nötig. Hier half kein noch so gutes vorheriges Anpassen. Als Flügelspitzen sind auch die gekürzten im Bausatz enthalten und man kann laut Anleitung zwischen den beiden Varianten auswählen. Wenn man allerdings die mitgelieferten Abziehbilder verwenden möchte, sind die Spitzen für die größere Spannweite nötig. Auch für die Frontscheibe bietet Revell zwei Teile an. Hier gibt es eigentlich keine Wahl. Das entsprechende Vorbild hatte die zusätzlich gepanzerte Scheibe. Die sehr prominenten Nieten an der Motorverkleidung sollte man leicht abschleifen (6 ).

Die äußeren Beulen auf den Tragflächen für die Hispano-Kanonen müssten eigentlich etwas breiter und flacher sein


Lieber Parafilm oder Patafix

Das Modell sollte an verschiedenen Stellen abgeblätterte Farbe zeigen. Dafür verwendete ich diesmal die silberne Grundierung von MRP nach dem Bemalen der Cockpithaube mit „Interior Grey-Green“ und tupfte Maskierlack von Solo Goya auf die entsprechenden Stellen. Danach habe ich mit „Marking Yellow“ und „Sky“ die Markierungen lackiert und später abgedeckt (8 ). Mit „Medium Sea Grey“ begann ich die Tarnung (9 ), folgend mit „Dark Green“ und „Ocean Grey“. Zum Maskieren des Tarnverlaufs verwendete ich „Mr. Hyde Masking Putty“ von MRP.
Dieses hat mich allerdings bei dieser Anwendung nicht überzeugt. Da werde ich nächstes Mal wieder Parafilm oder Patafix verwenden. Nach Fertigstellung der Grundlackierung habe ich alle Masken, bis auf die der Cockpithaube, entfernt (10 ). Dann kamen nach einer Versiegelung mit Glanzlack von Zero die Abziehbilder dran. Diese stell- ten sich als recht unwillig heraus. Sie reagierten nicht nur schlecht auf meine Weichmacher, sondern neigten auch sehr stark zum Silbern. Das kostete mich einige Arbeit und Nerven, bis ich es mit Hilfe von „Mr. Mark Setter“ von Gunze mühsam in den Griff bekam. Leider nicht hundertprozentig. Danach lag das Modell erst mal zur Schonung meiner Nerven ein wenig auf Warteposition und ich widmete mich anderen Projekten. Nach der Erholungsphase bekam die Spit noch mal eine Schicht Klarlack und dann als Panel Line Accent Color Dunkelbraun von Tamiya (11 ).

1 Erkennbar ist, dass die Tragflächenoberseiten bereits an den Rumpfhälften angeklebt sind


2 Und bist du nicht willig: Zwei Klammern halten den Rumpf zusammen, da die Teile etwas verbogen waren


3 Bei den Tragflächen war ebenfalls die Hilfe von Klammern nötig


4 Die Verkleidung des Öltanks fixierte ich mit Klebeband am Rumpf


5 Der Propeller Typ Rotol mit Marking Yellow, MRP-122 und Mattschwarz bemalt


6 Leichte Spachtelarbeiten an den Flügelspitzen und dem Bereich des Einstiegs


7 Auf der Unterseite der bei Zumbachs Spit langen Flügel hielten sich die Spachtelarbeiten in Grenzen


8 Um abblätternde Farbe darzustellen, wird mit silberner Grundierung von MRP lackiert und stellenweise mit Maskierlack getupft


9 Die Unterseite mit Medium Sea Grey. Die Farben von MRP tragen kaum auf, decken aber sehr gut


Mit der Abgasfahne sollte man nicht übertreiben. Das Spornrad ist bereits angegossen. Allerdings brach das Rad beim Bau recht schnell ab und musste wieder angeklebt werden


10 Nach Beendigung der Lackierung konnte mit einer Zahnbürste und einem Finger der Maskierlack abgerubbelt werden


11 Washing links unmittelbar nach dem Auftrag, rechts bereits mit Feuerzeugbenzin gereinigt


12 Das Washing ist abgeschlossen. Jetzt fehlen noch ein paar Einzelteile, die noch anzubauen sind


13 Mattlack aufs Spitfire-Modell – jetzt kann der Modellbauer altern, doch besser nicht zu viel


14 Nicht vergessen: Fahrwerksindikatoren auf den Tragflächen und am Fahrwerk Bremsleitungen aus Bleidraht


15 Die Unterseite ist gealtert. Die Ölverschmutzung entstand mit Öl H342 und Schwarzbraun H462 von Gunze


Warum damit und nicht wie sonst von mir üblich mit Ölfarbe? Bequemlichkeit! Die Ölfarbe muss man immer erst anrühren und kann sie dann nur wenige Tage verwenden. Mit dem neuen Washing von Tamiya kann man auch mal nur einen kleinen Bereich bearbeiten und sehr einfach mit Feuerzeugbenzin entfernen oder nachbearbeiten. Nach Anbringung der letzten Teile und Mattlack über alles konnte auch die Cockpithaube von den Masken befreit werden (13 ). Ein Problem war noch das Teil A6, die „Scheibe“ hinter dem Propeller. Diese sah ursprünglich eher wie ein Pfannkuchen mit welligem Rand aus und musste erst mal auf den richtigen Durchmesser zurechtgefeilt werden (14 ).

16 Die Farbabplatzungen wirken recht realistisch. Die diffuse Alterung wirkt auf dem Bild nicht so deutlich als in Wirklichkeit


Das endgültige Finish

Ich bin ja immer noch am Experimentieren, was eine realistische Alterung betrifft. Letztlich gibt es da nicht den einen Weg. Schließlich gibt es auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Verschmutzungen und Gebrauchsspuren an den Originalen. Daher gilt es auch beim Modell zu variieren. Nach der Schicht Mattlack staubte ich das Modell mit diversen Pastellkreiden ein, inklusive der Rauchfahnen bei den MG und den Abgasfahnen. Dann habe ich an der Ölwanne mit Gunze „Oil“ und Schwarzbraun eine Ölverschmutzung aufgemalt.
Dies machte ich teils mit einem feinen Pinsel, teils per Trockenmaltechnik, teils getupft. Dann nahm ich die verwendeten Tarnfarben von MRP und strich mit einem damit angefeuchteten Pinsel in Flugrichtung über die lackierten Flächen gleicher Farbe. Dadurch entstand ein recht diffuser unregelmäßiger Farbauftrag, was ich in der Intensität recht gut steuern konnte. Das betraf auch den Glanzgrad (15, 16 ). Da mir das Endergebnis recht gut gefiel, werde ich in dieser Richtung weiter experimentieren.

Nicht alles Neue ist besser

Auch wenn einzelne Teile überspritzt und andere nicht schön ausgeformt und auch die Abziehbilder schlecht zu verarbeiten sind, kann man trotzdem ein ansehnliches Modell daraus machen. Schön wäre noch der eine oder andere Korrektursatz, zum Beispiel für den zu kurzen Spinner oder die Kühler unter den Tragflächen. Auch ist nicht alles Neue besser, wie etwa das „Mr. Hyde Masking Putty“ von MRP. Deren Farben und das Washing von Tamiya dagegen sind exzellent und werde ich weiterhin nutzen.

AlsHeinz Spatz , Baujahr 1970, mit acht Jahren von seinem Freund eine Brewster Buffalo in 1:72 von Revell geschenkt bekam, war sein weiteres Schicksal besiegelt. Zwischenzeitlich setzte er sich im Teenager-Alter mal mit Pappmodellen auseinander, doch kam er vor etwa zehn Jahren wieder zurück zu den Flugzeugen und baute auch Autos und Raumschiffe, zusätzlich Schiffe in 1:350. Auf Ausstellungen trifft man in mit seinem Club, dem PMV Augsburg.

Das Vorbild: Supermarine Spitfire Mk.Vb

Spitfire Mk.Vb, No. 303 Sqn, Jean Zumbach, 1943


Bild: RAF

Die Spitfire gilt als das wichtigste britische Jagdflugzeug während des Zweiten Weltkriegs. Tatsächlich konnte sie mit den Leistungen der deutschen Jäger mithalten. Die Mark V wurde 1941 an die Front gebracht, nachdem Deutschland mit der Messerschmitt Bf 109 F vorgelegt hatte. Die Vb hatte gegenüber der Va den sogenannten B-Flügel mit zwei Hispano-20-mm-Kanonen und vier .303-Browning-MG statt den acht Brownings. Außerdem erhielten die neuen Mk.V stärkere Motoren des Typs Merlin 45 mit bis zu 1440 PS. Teilweise wurden aber auch schwächere der Typen 46, 50 und 50A verbaut. Auch wenn sie nicht an die Höchstgeschwindigkeit der Bf 109 F heranreichte – wir sprechen hier von knapp 600 km/h der Spitfire zu zirka 670 km/h der Messerschmitt. Man baute von allen Mk.V-Varianten rund 6500 Maschinen, davon knapp 4000 Mk.Vb. Der Pilot der Vorbildmaschine dieses Modells war Jean Zumbach, der ein recht bewegtes Leben führte. Ursprünglich Schweizer Staatsangehöriger, geboren in Polen, wollte er unbedingt zur polnischen Luftwaffe, kam dann aber auf Umwegen zur Royal Air Force und erreichte bis Kriegsende zwölf bestätigte Abschüsse.


Fotos, sofern nicht anders angegeben: Heinz Spatz