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Leicht in die Zukunft


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Camping, Cars & Caravans - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 08.11.2022

CARAVANS & TECHNIK

EXKLUSIV von 6 EXPERTEN geprüft

Für 2023 haben die Slowenen ihren Einsteiger Altea mit einer harten Diät fit für die Zukunft gemacht: leichtes Chassis, neuer Aufbau und ganz neu konstruierte Möbel – das spart jede Menge Gewicht und damit Energie.

Der 542 PK im Test ist tatsächlich sogar noch 40 Kilogramm leichter, als die technischen Daten versprechen. Direkt sichtbar ist nur das besonders leichte Al-Ko VarioX-Fahrwerk mit den markanten Aussparungen. Die Außenhaut des Altea ist bis auf den Boden komplett aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Das neue Heck mit seinem noch stärker integrierten Leuchtenträger hat nun markante, schmale LED-Leuchten. Innen sind die Wagen mit einem neuen Material verkleidet und deutlich überarbeitet – bis hin zu einer sehr speziellen Sitzmöbelkonstruktion. Mit knapp 23.000 Euro Einstiegspreis liegt der mittelgroße Familienwagen – im Test mit dem ...

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Bildquelle: Camping, Cars & Caravans, Ausgabe 12/2022

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... Comfort-Paket ergänzt – für einen gehobenen Einsteiger an der Schwelle zur Mittelklasse nicht schlecht, wenn das Konzept aufgeht.

KAROSSERIE

„Jetzt sind auch die Wände außen mit GfK beplankt und ein für Caravans neues Material innen macht die Karosse leichter.“ Karosseriemeister Rudi Stahl ist beeindruckt.

Der Altea zeigt jetzt mehr das Adria-Familiengesicht. Der neue Heckleuchtenträger passt gut, „wobei die Einfassungen der schicken schmalen Leuchten das gleiche Rot haben dürften wie das Logo und die Rückstrahler“. Die großen Rangiergriffe unterstreichen an Heck und Bug den starken Auftritt und die breite Gaskastenklappe erleichtert den Zugang vorn. „Im Deichselkasten sind neben den Gasflaschen das Ersatzrad und der Abwassertank – beides serienmäßig – untergebracht. Die Abdichtung ist hier ziemlich gut, nur warum die Leisten oben im Deichselkasten unbehandelt sind, erschließt sich nicht.“ Der Toilettenschacht dagegen ist „schlicht so gut, wie von Adria mittlerweile gewohnt.“ Der Kunststoffeinsatz ist perfekt in den Schacht eingepasst und abgedichtet. Die geteilte Tür mit Mülleimer und die vorgehängten Fenster sind Standardqualität und ordentlich eingebaut. „Die Tür ist aber leicht dunkler als die Wand, das hatten wir noch nie.“ Größere Bug- und Küchenfenster lassen mehr Licht in den Wagen. Der vollflächige Fliegenschutz aus dem Comfort- Paket macht den Einstieg komplett. Die Kurbelstützen könnten besser erreichbar sein, „aber die braucht man ja nur zweimal im Urlaub, das ist also nicht so gravierend“. Ein nettes Detail ist die mitgelieferte Radlaufblende, die auf dem Stellplatz das Rad zum Vorzelt hin abdeckt.

TECHNIK

„Außen sieht er schon wertiger aus“, findet TÜV-Ingenieur Roman Heinzle. Kantenradien und Beleuchtung sind natürlich vorschriftsmäßig gestaltet. Der Gaskasten ist mit breiten Schlitzen im Blechboden perfekt entlüftet. Mit zwei Flaschen, dem Ersatzrad und dem Abwassertank ist der Bugstaukasten praktisch und sicher eingerichtet. Die Gasleitungen sind im ganzen Wagen nahezu perfekt verlegt. Innen sind Kabel, Leitungen und Wasserleitungen auch gut verlegt, die Warmluftrohre nicht überall. Vor allem in den hinteren Stauklappen ist die Luftverteilung im Weg.

Die Therme ist neben der Elektroverteilung und dem Batteriekasten weit vorn unter dem Bugbett platziert. „Oft muss man hier nicht dran, aber unpraktisch ist es, weil der Lattenrost nur halb öffnet und man so nur schlecht an die Technik kommt. Vor allem die Ablassventile könnten weiter nach hinten verlegt sein, dann wären sie leicht erreichbar.“ Die technische Ausstattung des Altea im Test ist ansehnlich. Die Heizung mit Umluft sorgt für angenehme Wärme.

Der 167 Liter fassende Kühlschrank ist so familientauglich wie der Dreiflammkocher mit elektronischer Zündhilfe. Auch 50 Liter Frischwasservorrat und der 20 Liter große Abwasserkanister sind in dieser Klasse selten. Bei der Elektrik und Beleuchtung ist der neue Altea sparsamer. Steckdosen sind so knapp wie ehedem, ganze vier 230-Volt-Anschlüsse gibt es, einer davon gehört zur optionalen TV-Vorbereitung. Zwei weitere sind in der Küche platziert, einer davon im Schrank für eine Mikrowelle. Der letzte findet sich neben der Badtür, „da mit der Dusche im Bad dort keine Steckdose zulässig ist“. In der Sitzgruppe gibt es gar keine Steckdose. Am Bugbett und am unteren Kinderbett gibt es je einen doppelten USB-Anschluss. Die LED-Beleuchtung mit Ambientelicht kann besser punkten. An den Betten und in der Sitzgruppe gibt es kleine, aber sehr helle und gut verstellbare Spots, die Küche leuchtet eine Lichtleiste unter dem Oberschrank aus und im Bad muss eine kleine Flächenleuchte für Waschbecken und Dusche reichen.

INNENEINRICHTUNG

Schreinermeister Oli Pfisterer findet das Mobiliar „schon sehr geradlinig. Aber das ist modern und passt zum Konzept.“ Das neue Mobiliar ist auf jeden Fall konsequent Adria-typisch umgesetzt, die Gestaltung ist insgesamt sehr einheitlich. Auffällig sind die Rückenlehnen der Sitzgruppe und die Innenwände. Letztere sind mit einem Kunststoffmaterial aus dem Automobilbau belegt. Diese Innenverkleidung ist leichter als Sperrholz, sieht gut aus und die Oberflä-chen fassen sich weicher an. Die Sitztruhen sind nicht mehr mit Sperrholz verkleidet. Sie bestehen aus stoffbespannten Holzrahmen. Und hinter den freistehenden Rückenlehnen gibt es keine Holzwände mehr: An senkrechten Rundhölzern gespannte Stoffbahnen halten die Rückenpolster. Auch in weiteren konstruktiven Details sind die Altea-Möbel überarbeitet, so bildet jetzt die Seitenwange der Küche im passenden Radius geformt das Eckelement, ganz ohne massive Leisten. „Elegant gelöst und deutlich leichter“, lobt der Schreiner.

Die Beschläge in Form von soliden Schnäppern, kräftigen Scharnieren und Auszügen mit Softclose-Mechanik sind durch die Bank von hoher Qualität, „hier wurde nicht an Gewicht gespart.“ Der Tisch steht mit seinem Einsäulen-Hubgestell aus dem Comfort-Paket stabil und er lässt sich gut in der Höhe verstellen, es fehlt aber immer noch eine Arretierung für unterwegs. Der Lattenrost im französischen Bett ist zwar nicht in der Härte verstellbar, punktet aber mit separat aufstellbaren Kopfteilen. Auch das untere Kinderbett hat einen Lattenrost. Das obere Bett lässt sich herunterklappen, dann entsteht noch eine Sitzgelegenheit.

Das Mobiliar ist nicht nur neu konstruiert, es ist auch gut verarbeitet, „in diesem Wagen aber nicht ganz so perfekt, wie wir das von Adria an sich gewohnt sind.“ So tragen die oberen und unteren Kanten der Schrank- und der Badtür keine Umleimer. „Schwer zu sagen, ob das ein Fehler im Möbelbau ist oder ob es mit dem Leicht- bau doch etwas übertrieben wurde.“ Die vorhandenen Umleimer sind gut nachgearbeitet und auch die Abdichtung der Nassbereiche ist bis auf einige Nachlässigkeiten im Bad gut.

WOHNWERT

„Der Altea hat seinen Ikea-Stil behalten, soviel steht fest“, meint Wohntesterin Christiane Eckl ganz sicher nicht abwertend. Die neue Wandverkleidung fällt sofort auf. Die graumelierten, leicht strukturierten Wandflächen in der Sitzgruppe wirken warm und wohnlich und lassen vom optischen Eindruck an Filz denken. „Das passt sehr gut zu den Polstern und den ebenfalls neuen Filzablagen. Damit hat der Altea jetzt immerhin ein paar offene Ablagen für Kleinteile, sehr gut.“ In den weiteren Bereichen bekommt das Wandmaterial eine Deckschicht und lässt die Wände in Bädern, Küchen und Schlafbereichen ganz unauffällig wie gewohnt aussehen.

Die ungewöhnliche Sitzmöbelkonstruktion gefällt ihr im Prinzip, denn die Abstützungen der Rückenlehnen sind flexibel und somit komfortabler als die herkömmliche Bauweise. „Wie lange die stoffbespannten Seitenteile der Sitztruhen dem Familienurlaubsbetrieb wirklich standhalten, muss die Zeit zeigen.“ Die Sitztruhen öffnen von der Schmalseite, sind also mit aufliegenden Polstern zugänglich. Überhaupt ist der Stauraum besser organisiert als im zuletzt getesteten Altea. „Leichtbau hin oder her haben die Oberschränke jetzt zum Teil Fachböden – sehr praktisch, die paar hundert Gramm mehr machen das Leben doch leichter“, lobt die Testerin.

Schweres Gepäck findet im Bettenstauraum Platz, der ja immer noch mit festen Sperrholzwänden gebaut ist. Eher weniger sinnvoll sind die kleinen verbauten Außenstauklappen für den Raum unter dem Stockbett.

„Die Küche ist mit Dreiflammkocher und 167-Liter-Kühlschrank gut ausgestattet. Im linken Oberschrank gibt es jetzt einen Fachboden.“ Die neu konstruierten Schubladen bekommen mehr Volumen und Antirutschmatten sorgen für Ordnung. Schwenkbare Ablagen über der Spüle schaffen Platz für Gewürze und derlei. Das Abtropfbrett über dem Herd und das Schneidbrett als Spülenabdeckung hat auch dieser Altea mit Comfort-Paket – wirklich praktisch mitgedacht.

Die Dinette gegenüber der Küche ist für Eltern und zwei kleine Kinder ausreichend. Der Tisch ist aber schon knapp, wenn man für vier zum Essen decken möchte.

Das französische Bett im Bug ist mit 142 Zentimetern am Kopfende für einen Wagen dieser Größe in Ordnung. Die Kinderbetten sind mit guten und praktischen Absturzsicherungen versehen. „Da kommt man zum Bettenbeziehen gut an die Matratzen.“ Das Bad ist groß genug, denn mit dem Klappwaschbecken ist der Platz optimal genutzt, und die serienmäßige Dusche lässt sich nutzen. Insgesamt ist dieser Altea ein praktischer Familien-Reisewagen, das Leben sollte aber schon weitgehend draußen stattfinden.

FAHRSTABILITÄT

Auf der Waage bei den Chassis-Profis von Al-Ko zeigt sich der leere Altea 542 PK spürbar leichter als es die technischen Daten erwarten lassen. Mit der maximalen Auflastung auf 1.700 Kilogramm Gesamtmasse ist die Zuladung enorm. Auch wer nur die serienmäßigen 1.500 Kilogramm ziehen darf, muss beim Beladen noch nicht sehr aufpassen, da zahlt sich das leichte Konzept offenbar aus.

Der Testwagen ist leer rechts deutlich schwerer als links und da rechts die Küche steht, wird er beim Beladen auf dieser Seite eher noch schwerer. Dafür ist der Wassertank links verbaut. Die Stützlast liegt beim unbeladenen 542 PK schon bei gut 52 Kilogramm, da muss man mit zusätzlicher Last auf der Deichsel schon aufpassen.

Die Sicherheitsausstattung ist mit Schräglenkerachse, Stoßdämpfern und mechanischer Stabilisierung weitgehend komplett. Die Messwerte vom Pendelprüfstand liegen fast alle leicht besser als der Durchschnitt der Größenklasse des 542 PK. Mit gut 4,40 Meter ist seine Deichsel vergleichsweise lang, was dem Fahrverhalten gut tut. Auch wenn das Gierträgheitsmoment für den beladenen Wagen leicht unterdurchschnittlich ausfällt, ist der Fahrdynamikkennwert am Ende fast zweieinhalb Prozent besser als der Durchschnitt der Größenklasse. Was mit nur 1.500 Kilogramm tendenziell noch besser wäre. Umsichtig beladen, ist der Altea 542 PK nach den Messwerten wie nach den Erfahrungen aus dem praktischen Betrieb ein unkritischer Reisecaravan.

FAZIT

Der aktuelle Altea fällt mit seinem Leichtbau-Konzept keineswegs als Sparmodell auf. Das schlichte Design und die teilweise optisch gewöhnungsbedürftige Konstruktion muss man mögen, aber es ist alles sehr konsequent durchgängig umgesetzt. Der Grundriss des Altea 542 PK ist mit französischem Bett vorn und Stockbett im Heck ein gängiger Familiengrundriss in noch handlichen Abmessungen. Die technische Ausstattung ist in Ordnung, es fehlen aber Steckdosen.

Fahrdynamisch ist er unproblematisch und in den wichtigen Punkten leicht besser als der jeweilige Klassendurchschnitt. Insgesamt ist der Altea 542 PK ein guter Familien-Reisecaravan mit einer schlichtmodernen Einrichtung.

MEIN URTEIL

Einen Caravan mehr spürbar als sichtbar abzuspecken und deutlich leichter zu machen, ohne dass eine gar zu schlichte Optik herauskommt, ist nicht einfach. Die Slowenen haben das mit dem aktuellen Altea gut hinbekommen. Er sieht gut aus, auch wenn hier und da noch etwas Feinschliff gut täte. Die Karosserie-Komponenten erfüllen sicher ihren Zweck, ob die Sitzmöbel dauerstabil sind, bleibt abzuwarten. Das Verhältnis von Wertung und Preis sieht in der Rangliste nicht so gut aus, doch macht die allgemeine Teuerung den Vergleich mit älteren Wagen schwierig.

Preis/ Leistung 15,56€/ Punkt