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”Leichtbau und Elektrifizierung stehen bei uns ganz weit vorne


Auto Bild reisemobil - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 09.09.2021

INTERVIEW

Artikelbild für den Artikel "”Leichtbau und Elektrifizierung stehen bei uns ganz weit vorne" aus der Ausgabe 10/2021 von Auto Bild reisemobil. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
WOLFGANG SPECK (61) Schon seit 2013 führt der Diplom-Ingenieur (Fachbereich Maschinenbau der Hochschule Mannheim) die Geschicke des KnausTabbert-Konzerns. Zuvor war er mehr als zehn Jahre in der Automobilzulieferbranche CEO und CFO. Wolfgang Speck ist Familienvater und auch in seiner Freizeit gern in Reisemobilen unterwegs.

Im Herbst 2020 ist KnausTabbert an die Börse gegangen. Welche Bilanz ziehen Sie nach dem ersten Jahr?

Wolfgang Speck: „Der Börsengang war ein gewaltiges Projekt. Für uns ist er ein 100-prozentiger Erfolg, weil der Wachstumskurs in voller Unabhängigkeit und mit größeren Investitionen noch fokussierter weiterlaufen kann. Die bisherigen Hauptinvestoren bleiben an Bord, was die Zukunftssicherheit unserer Strategie unterstreicht. Auch für neue Anleger sind wir sehr attraktiv – nicht nur wegen der Dividendenzahlungen, sondern auch wegen unseres beschleunigten Wachstums.“

Welche Rolle haben für diesen Erfolg die Investitionen von rund 105 Millionen Euro gespielt, die seit 2017 in Sachanlagen gemacht wurden?

„Außer dass wir dadurch an Größe und Sichtbarkeit gewonnen haben, haben sie kaum eine Rolle gespielt. Der Grund ist unsere extrem starke Eigenfinanzierung. Wir ...

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... haben heute einen extrem geringen Verschuldungsgrad. Darauf sind wir sehr stolz und können fast alle Investitionen aus eigener Kraft vornehmen. Nur um das zu unterstreichen: Seit meinem Eintritt ins Unternehmen 2013 haben wir die Stückzahlen vorm Börsengang von rund 13 000 auf 26 000 verdoppelt. In der gleichen Zeit haben wir die Umsätze verdreifacht und die Ergebnisse im EBITDA versechsfacht. Solche Erfolgsstorys werden an der Börse natürlich gern gesehen.“

KnausTabbert führt bei verschiedenen Marken standardisierte Sondermodelle. Werden diese vom Markt so angenommen, wie Sie es sich vorstellen?

„Auf jeden Fall. Die Sondermodelle sind ein wichtiges Tool in der Vertriebspolitik. Das sieht man besonders gut am Weinsberg Cara- Compact Edition Pepper, der sich durch seine Beliebtheit als Modell quasi verselbstständigt hat. Auch bei Knaus sind Vansation und Platinum Selection nicht mehr wegzudenken, denn die Kundschaft erwartet, dass diese Editionen immer wieder neue Sahnehäubchen auf der ohnehin schon leckeren Torte bilden.“

Befürchten Sie keine Kannibalisierungseffekte untereinander?

„Nein. Wichtig ist, die Editionsmodelle der einzelnen Marken sauber zu positionieren und nicht inflationär einzusetzen. Jede Marke steht bei uns für einen eigenen Wert, ein eigenständiges Design, und so bekommen wir auch keine Kannibalisierungeffekte untereinander. Auch im Vergleich mit dem Wettbewerb übrigens: Es ist ein überschaubares Markenportfolio, das wir führen. Im Gegensatz zu manch anderem Konzern, bei dem es mit den vielen Marken schon unüberschaubar wird, wofür die einzelnen eigentlich stehen, haben wir unsere fünf Marken Knaus, Tabbert, Weinsberg, T@B und Morelo ganz klar positioniert.“

Schauen wir in die Zukunft. Welche Rolle spielt die E-Mobilität Ihrer Meinung nach für uns Reisemobilisten?

„Eine ganz große! Auch für uns als Unternehmen ist die E-Mobilität essenziell. Sie gehört zu den drei Säulen, die unsere Wachstumsstrategie stützen. Die erste Säule ist der Kapazitätsausbau. Wir werden dieses Jahr um rund 20 Prozent wachsen, nächstes Jahr und darüber hinaus sicherlich genauso stark. Denn der Markt in Deutschland verdoppelt sich, und wir wollen noch mehr Anteile daran. Die zweite Säule ist die Digitalisierung. Beispielsweise bei Rent and Travel, unserer Mietmarke, haben wir jetzt eine selbst entwickelte Buchungs-App gebracht, die extrem gut angenommen wird. Auch unser Online-Konfigurator ist einer der besten auf dem Markt, zeigt alle Gewichte und Preise an. Sogar einen extra Manager für Digitalisierung, der im Vertrieb angesiedelt ist, haben wir eingestellt. Wir geben da also intern wie extern richtig Gas. Die dritte Säule bilden Leichtbau und Elektromobilität. Dazu gehören die Frame-Technologie, aber auch Leichtbau in bewährten Fertigungsmethoden. Und dieses Jahr werden wir unser erstes fahrfertiges E-Reisemobil zeigen. Hier haben wir quasi aus dem Stand enorme Entwicklungsschritte getan. Es wird sich um einen fahrbereiten Prototyp mit seriennaher Technik handeln. Wir setzen unsere Entwicklungen also wie kleine Puzzlesteine zusammen. 2020 ging es mit dem gaslosen Caravan Weinsberg CaraCito los, dieses Jahr folgt das ,One-Night-Stand-System‘, das eine Nacht Autarkie verspricht, dann kommt der unterstützende E-Antrieb mit 48-Volt-Bordnetz, das zum E-Reisemobil führt.

Wir müssen den Freizeitfahrzeugmarkt selbst gestalten.

Wie steht es um die Serienfertigung der Frame-Technologie?

„Wir werden schon im kommenden Jahr neue Produkte auf dieser Basis zeigen. Nach dem Travelino ist der Caravan Deseo als Nischenprodukt damit ja erfolgreich gestartet. Nun gilt es, die Technologie auch in gängigeren Modellen und Grundrissen zu etablieren.“

Welchen Einfluss hat das im Bereich des zulässigen Gesamtgewichts?

„Der Einfluss ist enorm, aber wir dürfen auch die Möglichkeiten im gängigen Reisemobilbau nicht vergessen. Bestes Beispiel: die neue Superlight-Technologie in Weinsberg CaraHome und CaraCore. Dafür haben wir Kunststoff- statt Stahlblattfedern eingesetzt, den Sandwichboden leichter gemacht, auch gewichtsreduzierte Möbelund Karosserieteile eingesetzt und so ganze 30 Prozent Gewicht eingespart. Damit können wir bei 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht über 600 Kilo Zuladung realisieren. Und das in einem Sechs- Personen-Reisemobil. Man muss also alles mit einbeziehen, um auch durch effizienten Leichtbau die schnelle Einführung der E- Mobilität zu unterstützen.“

Welche anderen Entwicklungen sehen Sie in naher Zukunft?

„Wir treiben das Thema Vernetzung – natürlich im Zusammenhang mit der Digitalisierung – weiter voran. Die Vereinzelung der in Reisemobilen verbauten Systeme wie Heizung oder Batteriemanagement wird in naher Zukunft aufgehoben sein. Und das dient nicht nur dem Bedienkomfort, sondern auch der Sicherheit und Konnektivität.“

Sie hatten vor einigen Jahren 90 000 Reisemobile pro Jahr für möglich gehalten. Das fanden damals viele zu optimistisch. Heute haben wir dieses Niveau bereits erreicht. Was glauben Sie, welches Wachstum ist noch möglich? Wie lange wird der Boom anhalten?

„Wir orientieren uns auch an den Berechnungen des CIVD. Deren letzte Prognose war im Januar ein europäischer Markt, der bis 2025 auf 330 000 neu zugelassene Freizeitfahrzeuge wächst. Das heißt für uns, dass wir zum einen durch attraktive Modelle und frische Marketingmaßnahmen auch neue Kundenkreise erschließen müssen. Hier werden elektrifizierte Modelle erneut eine große Rolle spielen. Zum anderen spielt bei den erwarteten Stückzahlen die Automatisierung der Endmontage durch vorgefertigte Teile eine große Rolle. Dafür sind wir an allen Standorten bestens gerüstet. Interessant bei den jüngsten Zulassungszahlen ist, dass neben dem CUV der Alkoven auf dem Vormarsch ist. Das liegt auch an der Shared Economy, als Mietfahrzeuge wie die von Rent and Travel.“

Bevorzugen Sie für Ihren Urlaub Reisemobile oder doch eher den Caravan?

„Bislang habe ich das Reisemobil bevorzugt und beispielsweise in einem Morelo wunderschöne Touren durch Frankreich gemacht. Meine Familie möchte aber jetzt gern mal mit einem Tabbert-Caravan auf Tour gehen, und da bin ich natürlich auch voll dabei.“