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Leistungsstark & kompakt


ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 09.01.2019

Fünf kompakte Systemkameras mit APS-C- und Micro-Four-Thirds (MFT)-Sensor. Unterwegs spielen Gewicht und Größe eine relevantere Rolle, als man möchte. Unser Test vergleicht deswegen fünf besonders kompakte Modelle um 800 bis 900 Euro.


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Bildquelle: ColorFoto, Ausgabe 2/2019

Eine Top-Bildqualität im kompakten und zugleich leichten Gehäuse – das bieten alle fünf Testkandidaten. Unser Testfeld umfasst die spiegellosen APS-C-Modelle Canon EOS M5, Fujifilm X-E3 und Sony Alpha 6300 sowie die MFTler Olympus OM-D E-M5 Mark II und Panasonic Lumix GX9. Das große Thema 2018/19 sind die spiegellosen Systeme mit Kleinbildsensor. Die großen Sensoren ...

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... ermöglichen hohe Auflösungen und bieten satte Reserven bei wenig Licht. Ihre Dynamik ist hoch, was die Lichter- und Schattenzeichnung verbessert. Hinzu kommt ein enormer Spielraum bei der Schärfentiefe. Insgesamt bietet ein KB-Sensor überzeugende Reserven bei wenig Licht, aber mit der Sensorgröße steigen auch Größe und Gewicht der Objektive. Das 300-mm-MFT-Objektiv hat den gleichen Bildwinkel wie ein 600-KB-Objektiv. Wir erwarten deswegen eine Koexistenz beider Ansätze. Im folgenden Artikel vergleichen Erich Baier und Reinhard Merz drei APS-Cmit zwei MFT-Modellen für 700 bis 900 Euro.

Gehäuse und Ausstattung

Das Gehäuse der Fujifilm E-X3 ist mit 335 Gramm das leichteste unter den Kandidaten – obwohl ein größerer APS-C-Sensor im Gehäuse steckt. Da gegen ist der Body der Panasonic GX9 mit einem kleineren MFT-Sensor der schwerste (ca. 450 Gramm). Olympus E-M5 Mark II mit 438 Gramm, Canon EOS M5 mit 430 Gramm und Sony Alpha 6300 mit 405 Gramm liegen beim Gewicht zwischen den beiden. Obwohl die E-X3 damit rund ein Viertel leichter ist als die GX9, sind die Unterschiede in der Praxis wenig auffällig. Auch die Abmessungen der Kandidaten unterscheiden sich nicht deutlich genug, um sie als Entscheidungshilfe nutzen zu können. Das Feld liegt hier – trotz unterschiedlicher Sensoren – eng beisammen.
Die Gehäuseform der Kameras ist ähnlich, aber nicht gleich. An der rechten Seite befindet sich immer eine griffähnliche Ausformung, an der Rückseite eine leichte Erhebung für den Daumen, um die Kamera in Balance zu halten. Griffform sowie Position und Struktur des Gegendruckpunktes sind dabei nicht nur eine Designfrage, sondern entscheidend für das Haltegefühl. Bei Canon und Sony ist der „Griff“ deutlich und angenehm geformt, mit der Hand gut zu umschließen. Beide Kameras liegen sehr gut in der Hand. Fujifilm, Olympus und Panasonic dagegen haben nur leicht angedeutete Grifferhebungen. Das Haltegefühl ist – zumindest für große Testerhände – schon bei kleineren Objektiven nicht optimal. Anderseits gehört die zweite Hand eh ans Objektiv, um Verwacklungen zu vermeiden, was die Bedeutung des Griffs leicht reduziert.
Canon, Panasonic und Sony haben einen kleinen Blitz integriert und alle fünf Kameras einen Blitzschuh für externe Blitzgeräte an Bord. Olympus hat der E-M5 II noch einen zusätzlichen Steckanschluss spendiert und einen Aufsteckblitz beigelegt.
Bei Olympus befindet sich der Slot für die Speicherkarte an der rechten Kameraseite. Das hat den Vorteil, dass die Kamera nicht vom Stativ genommen werden muss, wenn ein Speicherkartenwechsel angesagt ist. Bei den anderen Kameras befindet sich der Karteneinschub immer zusammen mit dem Akkufach an der Unterseite der Kamera. Dort wohnen in den fünf Kameras sehr ähnliche Lithiumionen-Akkus. Derjenige von Olympus hat mit 7,2 Volt 1220 Ah die höchste Kapazität, Sony mit 1020 Ah die geringste. Vollgeladen hielten jedenfalls alle Modelle klaglos auch eine ausgiebige Fototour durch.

Canon EOS M5 Mit der EOS M5 ist Canon endlich eine spiegellose Systemkamera gelungen, die konkurrenzfähig ist. Das Gehäuse hat einen deutlichen Griff und liegt gut in der Hand.


Mechanische Bedienelemente Die EOS M5 bietet besonders viele Möglichkeiten, Funktionen auf mechanische Bedienelemente auszulagern. Das Moduswahlrad bietet zudem zwei Customer-Positionen.


Ein Akku-Ladegerät gehört bei Canon, Fujifilm und Olympus zum Lieferumfang, bei Panasonic und Sony wird der Akku in der Kamera geladen. Das hat den Nachteil, dass die Kamera während der Akku-Ladezeit nicht verwendet werden kann.
Die Verarbeitung ist bei allen fünf Modellen sauber und solide. Die Modelle von Olympus und Sony sind darüber hinaus staub- und spritzwasserdicht, was unterwegs ein großer Vorteil sein kann. Alle Modelle verfügen über eine Basiskonnektivität via WLAN; Canon, Fujifilm und Panasonic sind darüber hinaus auch via Bluetooth ansprechbar. An der USB-Schnittstelle wird bei allen Modellen nur der 2.0-Standard unterstützt.

Bedienung

Aussehen und Handling der Kameras werden entscheidend geprägt durch Anzahl und Art der Bedienelemente sowie deren Anordnung. Bei Olympus sind die Einstellräder und Tasten vorwiegend an der Kameraoberseite positioniert, bei Panasonic und Sony dagegen vorwiegend an der Rückseite. Canon und Fujifilm nutzen Kameraober- und -rückseite gleichermaßen. Fujifilm, Olympus und Panasonic haben jeweils 20 Bedienelemente, Canon und Sony deren 18.
Jedes Modell hat trotzdem so seine Besonderheit. Bei der Fujifilm X-E3 ist es der Joystick für unterschiedliche Einstellungen, der den bei den anderen Kameras eingebauten Vierwegetaster ersetzt. Dieser kleine Knubbel hat den Vorteil, dass er weiter aus dem Gehäuse ragt. So ist er besser zu „erfühlen“ und sicherer zu betätigen als ein Vierwegetaster – auch ohne hinzuschauen. Panasonic spendiert dafür an der Kamerarückseite eine kleine Schwinge mit drei Positionen zur Wahl der Fokusmethode.
Die Canon EOS M5 bietet besonders viele Möglichkeiten, Funktionen auf mechanische Bedienelemente auszulagern – auf häufig verwendete Einstelldaten kann dann mit einem Tastendruck oder Dreh zugegriffen werden. Das Moduswahlrad bietet zudem zwei Customer Positionen C1 und C2. Der Benutzer kann hier Einstelldaten im Block abspeichern und je nach Aufnahmesituation auch im Block wieder aufrufen. Bei der Sony Alpha 6300 befindet sich neben dem Modusrad ein gut erreichbar positioniertes Multifunktionsrad, das unter anderem zum Programmshift oder zum Blättern im Hauptmenü dient. Vergleichbare multifunktionelle Einstellräder hat auch die Olympus E-M5 II, eines ist konzentrisch um den Auslöser für den Zeigefinger gelegt, das hintere für den Daumen. Beide sind groß, griffig und laufen sehr geschmeidig, sind aber auch leicht unbeabsichtigt verstellbar. Die Einstell-Menüs sind in allen Kameras sehr komplex – da ist schneller Zugriff auf bestimmte Menüpositionen sehr wichtig. Zu vergleichen sind die Menübäume kaum und jedes Ordnungssystem hat seine Vor- und Nachteile. Unser Favorit ist Fujifilm vor Canon. Olympus hält die rote Laterne. Bei allen Kameras besteht zudem die Möglichkeit, über Quick-Menüs auf kurzem Weg relevante Einstellungen vorzunehmen. Unter dem Strich schneiden sie deshalb alle ähnlich ab.

Sucher und Display

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, und man sollte vor dem Kauf gut überlegen, auf welche Funktionen man Wert legt und welche eher verzichtbar sind. Das Display der Fujifilm X-E3 ist fest verbaut und nicht zu bewegen. Bei Canon, Panasonic und Sony ist es nach oben und unten zu klappen, das Display der Olympus ist als einziges dreh- und

Formatfrage
Das APS-C-Format nutzt das Seitenverhältnis 3:2, Micro-Four-Thirds dagegen 4:3. Beides hat Vor- und Nachteile. Natürlich lässt sich bei den Kameras auch ein anderes Aufnahmeformat einstellen, aber dann verschenkt man Sensorfläche.


Alle Displays der Kameras sind einstellbar, selbst bei extremen Blickwinkeln verändern sich Farbe und Helligkeit kaum. Auch die technischen Daten bei den Suchern weichen nur geringfügig voneinander ab. In der Regel sind es 0,39 Zoll große OLED-Sucher mit rund 786 000 Bildpunkten. Allein Panasonic kann mit einem „LCD-Live View Finder“ punkten, der bei gleicher Diagonale 920 000 Bildpunkte auflöst und auch bei der subjektiven Beurteilung die Nase vorn hat. Ein Dioptrienausgleich ist bei allen möglich; beim Schieberegler der Canon ist etwas fummeln angesagt, die kleinen Rädchen der Konkurrenz machen das besser.
Gar kein Fummeln ist beim Panasonic-Sucher erforderlich. Er ist als einziger stufenlos verstellbar. Damit kann die Sucherstellung individuell an die Aufnahmesituation angepasst werden, so wie wir es von den beweglichen Displays gewohnt sind.

Autofokus und Tempi

Das Scharfstellen funktioniert bei Panasonic per Kontrastautofokus mit DFD-Unterstützung. Letztere kann aus zwei unscharfen Fotos Richtung und Verstellweg errechnen und somit die AF-Zeit verkürzen. Das Motiv springt dabei förmlich in die Schärfe, die AF-Zeiten von 0,14 / 0,18 s (300 / 30 Lux) sind Spitze.
Panasonic hat bei der GX9 spürbar viel Technik des Spitzenmodells G9 im Einsatz, etwa den 20,2 Megapixel auflösenden CMOS-Sensor ohne Tiefpassfilter. Er ist beweglich gelagert, sodass auch die GX9 die Dual-IS-Stabilisierung mit Ausgleich in fünf Bewegungsachsen unterstützt. Bildserien kann die GX9 mit mehr als 9 Bildern pro Sekunde sowohl im JPEG- als auch im RAW-Format speichern bis die Karte voll ist. Mit kontinuierlichem AF sind es immer noch 6 Bilder pro Sekunde – vorbildlich. Die anderen Kameras schaffen zum Teil zwar mehr Bilder pro Sekunde (Fujifilm 13,6, Sony 11, 1, Olympus 10,5), aber nur für einen kurzen Zeitraum.
Die Olympus E-M5 II, das zweite MFT-Modell, ist mit einem älteren 16-Megapixel-Sensor ohne Tiefpassfilter ausgestattet, verfügt aber über einen flotten Bildprozessor, mit dem sich bei statischen Motiven ein 40-Megapixel-Bild errechnen lässt. Ihr Mehrfeld-AF mit automatischer Messfeldwahl deckt mit 81 Messfeldem eine weite Bildfläche ab. Selektiv messen lässt sich mit einer verschiebbaren Gruppe von 3x3 Messfeldern und noch gezielter mit einem Einzel-Messfeld in groß oder klein. Der Touchscreen kann zur Festlegung des AF-Messpunktes und seiner Größe genutzt werden. Als Belichtungsmessmethoden stehen bei allen Testkandidaten Matrix, Integral und Spot zur Verfügung. Die AF-Zeiten von 0,29/0,33 s (300/30 Lux) passen, erreichen aber kein Panasonic-Niveau.
Sensorseitig bringen die drei APS-C-Modelle Canon EOS M5, Fujifilm E-X3 und Sony Alpha 6300 die bewährte 24-MP-Auflösung mit. Als Belichtungsmessmethoden stehen bei allen Testkandidaten Matrix, Integral und Spot zur Verfügung.
Der Hybrid-AF der Fujifilm X-E3 arbeitet mit 325 AF-Feldem, 169 davon sind Phasen-AF-tauglich. Der Kontrast-AF deckt 65 % der Sensorfläche ab, der Phasen-AF 40%.

Fujifilm E-X3
Die Fujifilm E-X3 ist die leichteste unter den fünf Testkandidaten, obwohl ein größerer APS-C-Sensor im Gehäuse steckt.


Der bessere Taster
Die E-X3 verzichtet auf den rückseitigen Vierwegetaster. Dafür hat die Kamera einen Joystick, der die gleiche Aufgabe nach ein bisschen Eingewöhnung schneller und zuverlässiger erledigt.


Neben Messfeldautomatik und Einzelpunkt-AF besteht die Möglichkeit der Messfeldgruppierung (Zone) mit 9, 25 oder 49 Feldern. Beim kontinuierlichen Autofokus (AF-C) stehen fünf Presets für verschiedene Bewegungsszenarien zur Verfügung. Die AF-Zeiten 0,36/ 0,38 s (300/30 Lux) sind jeweils mehr als das Doppelte der Panasonic, in der Praxis aber OK.
Der Sensor der Canon EOS M5 ist ein Dual-Pixel-CMOS-Typ mit Pixeln aus jeweils zwei Fotodioden, die sich zur Fokussierung per Phasen-Detektion getrennt auslesen lassen. Auf diese Weise stellt die Kamera zügig scharf, sogar mit EF/EF-S-Objektiven, die per Adapter angeschlossen werden. Hier punktet die M5 mit zeitgemäßen 0,26/0,28 s.
Sony stattet den Hybridautofokus mit 169 Feldern für die Kontrastmessung und 425 für die Phasenerkennung großzügig aus. Im Ergebnis arbeitet der AF durchaus zuverlässig, wenn auch nicht gerade besonders rasant: Die gemessene durchschnittliche Auslöseverzögerung mit zugeschaltetem Single-AF beträgt hier 0,49/0,5 s (300/30 Lux).

Bildqualität

Der 24-Megapixel-X-Trans-Sensor der Fujifilm ist das Maß der Dinge in der APS-C-Klasse. Bei ISO 200/400 erreicht die X-E3 eine hohe Grenzauflösung um 2100LP/BH, bis ISO 12 800 konstant um 1900LP/BH. Hohe DL-Werte – bis zu 1160 LP/BH für hohe Kontraste, 1090 LP/BH für niedrige – belegen die gute Wiedergabe von Texturen. Das Rauschen bleibt bis ISO 3200 unterhalb der VN-2,0-Marke, also moderat.
Alle anderen Modelle verwenden Sensoren mit Bayer-Pattern, die konstruktionsbedingt über eine etwas weniger hohe Auflösung verfügen. Die Panasonic GX9 schafft bei ISO 100 für MFT sehr gute 1894 LP/BH und die Werte bleiben bis ISO 1600 über der 1800er-Marke und bis ISO 6400 über 1700 LP/ BH. Die Dead-Leaves-Kurven steigen bei ISO 100 und 400 über 1, der Kontrast in der JPEG-Bildverarbeitung wird also deutlich angehoben.
Die VN-Messung liegt bei ISO 100 bei 1,1 und steigt bis ISO 1600 auf 1,8 an. Allerdings werden die Detailverluste ab ISO 800 deutlich sichtbar, sodass wir JPEGs dann nur noch eingeschränkt empfehlen. Wer höhere Empfindlichkeiten braucht, ist mit RAW besser bedient, bei ISO 100 und 400 können auch die JPEGs durchaus überzeugen.

Das Objektivangebot

Bei der Wahl eines Kamerasystems ist außer der technischen Ausstattung der Kameras auch das Objektivangebot wichtig. Hier liegen Welten zwischen den Anbietern. Olympus und Panasonic, die ausschließlich auf das MFT-Format setzen, haben komplette Objektivlinien, die vom günstigen Einsteigerzoom bis hin zur hochwertigen Festbrennweite für den semiprofessionellen Gebrauch alles umfassen. Grunsätzlich kann man Olympus-Objektive an Panasonic-Kameras verwenden und umgekehrt.
Doch funktioniert die kombinierte Bildstabilisierung von Objektiv und Gehäuse nicht immer einwandfrei. Fujifilm hat für das X-Bajonett ein sehr großes Angebot, vom kleinen Pancake bis zum 100-400 mm Zoomboliden. Positiv fallen eine ganze Reihe lichtstarker Festbrennweiten auf. Bei Sony fällt das APSC-Angebot deutlich hinter das KB-Angebot zurück. Vor allem bei lichtstarken Festbrennweiten gibt es die eine oder andere Lücke. Natürlich lassen sich die KB-Objektive an den APS-C-Modellen einsetzen, doch bei reinen APS-C-Objektiven sinkt meist das Gewicht gegenüber einer KB-Rechnung.
Das Schlusslicht bildet Canon. Es gibt nur 2 EF-MOptiken mit Lichtstärke von 2,8 oder besser: das 2,8/22 mm STM und ganz neu 1,4/32 mm STM. Zwar sind EF- und EF-S-Objektive ohne Funktionsverluste einsetzbar, aber dann ist das Ganze wieder groß und schwer. Bei der Markteinführung vor fast zwei Jahren schrieben wir: „Zumindest ein lichtstarkes Zoom und eins, zwei entsprechende Brennweiten sollten unbedingt dazukommen.“ Getan hat sich seitdem wenig.

Auch Canon liefert bei der EOS M5 mit mehr als 1800 LP/BH bei ISO 100 eine solide Auflösung, die bis ISO 1600 oberhalb der 1700er-Marke bleibt. Auch die DL-Werte fallen zumindest bis ISO 800 sowohl bei hoch- als auch niedrigen Kontrastbereichen ordentlich aus. Und selbst bei der Kantenanhebung hat Canon die Kirche dieses Mal im Dorf gelassen – bei niedrigen ISO-Stufen insgesamt eine gute Leistung. Spätestens ab ISO 3200 kommt der APS-C-Sensor aber an seine Grenzen. Die Signalverarbeitung hängt bei Canon jedoch stark am aufgesetzten Objektiv.
Auch die Sony Alpha 6300 erreicht nicht ganz die hohe Auflösung der Fujifilm E-X3, macht das aber bei Feinzeichnung und Kontrastdarstellung wieder wett. Ihre Auflösungskurven zeigen einen etwas anderen Verlauf als die der Konkurrenz. Zunächst fallen sie ausgehend vom Optimalwert 1,0 ab und stabilisieren sich dann bei 0,8. Die A6300 erreicht bis ISO 6400 gute Werte zwischen 1892 und 1632 LP/BH. Dass die Kurven für starken Kontrast und schwachen Kontrast nah beieinanderliegen, spricht für eine homogene Bildabstimmung. Auffallend auch die moderat ausgeprägten Kurvenspitzen des Kantenprofils.
In der Disziplin Auflösung bleibt für die Olympus E-M5 II mit ihrem 16-MP-Sensor erwartungsgemäß nur der letzte Platz. Bei ISO 200 reizt sie mit 1679 LP/BH die Nyquist-Grenze aber sehr gut aus und fällt bis ISO 6400 nur moderat auf 1544 LP/BH ab. Die Kehrseite ist eine aggressive Signalverarbeitung: Die Dead-Leaves-Cross-Kurven gehen deutlich über 1 hoch und zeigen zugleich einen merklichen Abstand zwischen den Messungen für hochkontrastiges Details sowie für Details mit niedrigem Kontrast. Die Kantenmessung bestätigt die DL-Ergebnisse. Beim Rauschen kommt sie auf sehr gute Werte von 0,9 bei ISO 100 bis noch unkritischen 1,7 bei ISO 3200.

Fazit

Den Test gewinnen die Fujifilm X-E3 mit APS-C-Sensor und die Panasonic GX9 mit MFT-Sensor. Die Fujifilm hat bei nachlassendem Licht etwas mehr Reserven, die Panasonic lockt mit den kleineren Objektiven und dem besseren Sucher. Der Fujifilm fehlen zudem, trotz des höheren Preis, ein eingebauter Blitz und die Bewegungsmöglichkeiten des Displays. Doch die Entscheidung ist zugleich eine zwischen 3:2-Format (Fujifilm) und 4:3-Format (Panasonic). Im Querformat kann das 3:2-Bild häufiger punkten, jedoch im Hochformat dreht sich das und kann 4:3 Vorteile haben. Wer sehr klassisch quadratisch fotografieren möchte, schneidet bei MFT weniger weg.

Olympus OM-D E-M5 II
Die schick geformte Olympus E-M5 II kommt ohne integrierten Blitz, dafür liegt ein kleiner Aufsteckblitz bei. Der Akku ist 1 220 Ah kräftig und ausdauernd.


Multifunktionell
Das Bedienkonzept der E-M5 II setzt auf multifunktionelle Einstellräder. Eines davon ist konzentrisch um den Auslöser gelegt.


Sony Alpha 6300
Bei der Alpha 6300 befindet sich neben dem Moduswahlrad ein gut erreichbares Multifunktionsrad, das unter anderem zum Programmshift oder zum Blättern im Hauptmenü dient.


Überhaupt kann in diesem Testfeld die Ausstattung die entscheidende Rolle für Ihre Wahl spielen: Bei Canon lockt das beste Display: 3,2 Zoll groß und sehr gut lesbar. Olympus und Sony sind spritzwasser geschützt. Sony punktet mit den besten Videos, Olympus liefert dank Multishot-Technik bei statischen Motiven eine satte 40-MP-Auflösung.
Erich Baier / Reinhard Merz

Panasonic Lumix GX9
Das Gehäuse der Lumix GX9 ist aufgeräumt gestaltet. Die Bedienelemente sind übersichtlich und funktional angeordnet.


Lichtschacht de luxe
Der 0,7-fach vergrößernde elektronische Sucher lässt sich einfach in die gewünschte Position schwenken und sogar während einer Bewegung des Suchers wird das Motiv ununterbrochen angezeigt.


Fotos: Hersteller