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Lernen von den Klassikern


JugendSchach - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 29.01.2020

Die fast vergessenen Helden der Vergangenheit von A-Trainer Kevin Högy

In den letzten Ausgaben haben wir uns erst mit dem König - als Angriffsfigur im Mittelspiel und als Wandersmann - als auch mit der Dame und deren „Eck-Entwicklung“ über b8–a7 beziehungsweise g8–h7 beschäftigt. In dieser Ausgabe jedoch wollen wir uns nicht sofort mit Manövern weiterer Figurenarten beschäftigen, sondern noch zum Anfang des Jahres 2020 ein schachhistorisch relevantes Thema anschneiden: Die Frage nach dem, was man je nach Glaubensrichtung als Glück, Vorherbestimmung, Schicksal oder einfach als Zufall beschreiben könnte. ...

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... Etwas, das die Schachhistorie und damit unser Verständnis des Schachs maßgeblich beeinflusst hat.

George Steiner, einer der wenigen Universalgelehrten des 20. Jahrhunderts, diskutierte in einem bemerkenswerten Essay über das Weltmeisterschaftsmatch 1972, Boris Spassky gegen Robert James „Bobby“ Fischer, den Stellenwert, den das Schachspiel in der heutigen Zeit einnimmt und was das Schach eigentlich so einzigartig macht. In seiner Analyse kommt er zu dem Schluss, das Schach sei für die Menschheit als Ganzes und die Menschen an sich „ultimately insignificant though enormously meaningful“ - es sei ‚letztlich unbedeutend, aber enorm bedeutungsvoll‘. Was meint er damit?

Kurz gesagt, geht es darum, dass das Schach als Spiel, Sport, Kunst oder Wissenschaft (man möge sich eine oder mehrere Disziplinen aussuchen, die einem zutreffend erscheinen) letztlich unbedeutend für die Menschen ist. Immerhin leistet das Schach und seine Beschäftigung mit ihm nichts zur Lösung der großen Probleme der heutigen Zeit wie dem Klimawandel oder der Verhinderung und Beendigung von Kriegen.

Auch Stefan Zweig charakterisiert das Schach in seiner berühmten Schachnovelle wie folgt: „Ist es nicht auch eine Wissenschaft, eine Kunst, schwebend zwischen diesen Kategorien wie der Sarg Mohammeds zwischen Himmel und Erde, eine einmalige Bindung aller Gegensatzpaare; uralt und doch ewig neu, mechanisch in seiner Anlage und doch nur wirksam durch Phantasie, begrenzt in geometrisch starrem Raum und dabei unbegrenzt in seinen Kombinationen, ständig sich entwickelnd und doch steril, ein Denken, das zu nichts führt, eine Mathematik, die nichts errechnet, eine Kunst ohne Werke, eine Architektur ohne Substanz und nichtsdestominder erwiesenermaßen dauerhafter in seinem Sein und Dasein als Bücher und Werke, das einzige Spiel, das allen Völkern und allen Zeiten zugehört und von dem niemand weiß, welcher Gott es auf die Erde gebracht, um die Langweile zu töten, die Sinne zu schärfen, die Seele zu spannen.“

Aber nur, weil Schach zu nichts führt oder nichts Handfestes produziert und damit „letztlich unbedeutend“ ist, bedeutet es dir, liebe(r) Leser(in) und mir etwas. Die Bedeutung, die wir Schach beimessen, ist für jeden von uns unterschiedlich: Während es für manch einen von uns vielleicht nur ein netter Zeitvertreib ist, mag es für einen anderen eine Möglichkeit sein, mit Freunden zusammen zu sein - beispielsweise in der Schach-AG oder auch als Mannschaft bei den Deutschen Jugendvereinsmannschaftensmeisterschaften (DVMs). Die wenigsten von uns mögen sogar neben großem Talent und der Fähigkeit hart an sich zu arbeiten, auch über die Liebe zum Spiel verfügen, die es braucht, um einmal vom Schach als Profispieler leben zu können. Doch so oder so: Weil wir alle dem Spiel auf den 64 Feldern so verfallen sind, wir ihm etwas abgewinnen können, wir es einfach gerne spielen, hat es für uns eine große Bedeutung. Und daher ist es für uns trotz seiner Bedeutungslosigkeit im Allgemeinen ganz schön bedeutungsvoll im Speziellen.

Doch nach langer Rede kommt der kurze Sinn - was hat das nun mit unserer Ausgabe zu tun? Die Antwort mag recht oder gar zu simpel wirken: Kleine, unbedeutende Momente sind dafür verantwortlich, dass die Schachgeschichte sich so entwickelte, wie sie sich entwickelt hat. Auslöser, die gerne übersehen werden, weil sie nicht spektakulär sind, aber die doch großen Einfluss auf die Geschichte hatten. Nicht zuletzt hat Glück, Vorherbestimmung, Schicksal oder einfach der Zufall ganze Weltmeisterschaften bestimmt und damit einen Einfluss darauf, wen wir als Weltmeister kennengelernt haben und wer in der Versenkung verschwunden ist.

Den Anfang dieser Geschichte der Vergessenen mag David Bronstein einnehmen, der im WM-Match 1951 gegen Weltmeister Mikhail Botvinnik nach fünf Runden mit 3:2 (+1 =4 –0) führte. Im folgenden Endspiel besitzt Weiß zwar einen Mehrspringer, doch Schwarz hat mit seinen Freibauern auf der a- und e- Linie ernsthaftes Gegenspielpotential. Je nachdem, welcher Quelle man nun glauben möchte, nahm das Drama nun seinen Lauf.

Bronstein, David Ionovich – Botvinnik, Mikhail

WM 1951 +5–5=14 Moskau (6), 26.03.1951

57. Kc2?? Glaubt man Bronstein, ergibt sich dieser Fehler, der so unscheinbar aussieht, aus der Tatsache, dass er hier noch an seine herausragende Gewinnführung in der fünften Partie dachte und wie er Botvinnik auch in dieser Partie durch ein positionelles Qualitätsopfer unter Druck gesetzt hatte. Der Weltmeister schaffte es zwar, sich gerade noch in die vorliegende Stellung zu retten, aber war Bronstein solch frohen Mutes, dass er das Geschehen im Match um die Weltmeisterschaft bisher so dominant diktierte, dass er in Gedanken schwelgte, bis das Unfassbare geschah …und er mit seinem Arm unbewusst eine ausladende Bewegung machte und so seinen König umwarf! Gemäß den Regeln musste er nun also den König ziehen. Doch was trotzdem wie ein natürlicher Zug aussieht …hat üble Folgen!

57. Se6+ war notwendig, um den halben Punkt zu sichern. Weitergehen könnte es mit 57. - Kg3 58. Sd4 Kf2. Nun ist zwar der e-Bauer nicht mehr aufzuhalten, aber dafür frisst sich der weiße König halt am Damenflügel durch 59. c5 e2 60. Sxe2 Kxe2 61. Ka4 und das Bauernendspiel ist leicht remis. Man sehe: 61. - Kd3 62. Kxa5 Kxc3 63. Kb6 Kd4 64. Kxb7 Kxc5=. Dass Bronstein das gesehen hat, halte ich für absolut sicher. Doch was bringt es, wenn die Variante nicht auf dem Brett erscheint?

57. - Kg3!! und Bronstein gab auf, denn der schwarze Bauer ist urplötzlich nicht mehr aufzuhalten! Ein an sich kaum bedeutsamer Moment in der Geschichte der Menschen und vielleicht auch des Schachs, aber für Bronstein mag hier eine Welt zusammengebrochen sein.

Der natürliche Zug 57. - Kf3? hingegen würde den Sieg wieder wegwerfen, da nun der Springer rechtzeitig mit Schach ins Geschehen eingreifen kann 58. Sf7! e2 59. Se5+ Kf2 60. Sd3+. Weiß kommt rechtzeitig zurück und hält das Remis problemlos. Es könnte folgen 60. - Kf1 61. Kb3 (61.

Kd2? a4–+) 61. - e1D 62. Sxe1 Kxe1 63. Ka4 Kd2 64. Kxa5 Kxc3 65. Kb6 Kxc4 66. Kxb7=; 57. - Kg3!!. Botvinnik schrieb in seinen Anmerkungen zur Partie, dass Bronstein wohl einfach nur mit 57. - Kf3? gerechnet hätte, er aber den „genialen Zug“ 57. - Kg3!! wohl einfach nicht auf der Rechnung hatte. Der/die Leser(in) möge sich selbst ein Urteil darüber bilden, welche der beiden Geschichten diejenige ist, die näher an der Wahrheit ist. Der Königszug auf die g-Linie holt unerwartet den vollen Punkt, da nun der Springer nicht mehr rechtzeitig zur Rettung herankommen kann. 58. Sf7 ist nun zu langsam wegen (58. Se6 e2 59. Kd2 Kf2–+) 58. - e2 59. Kd2 Kf2 60. Se5 e1D+–+. 0–1

Botvinnik, Mikhail – Bronstein, David Ionovich

WM 1951 +5–5=14 Moskau (23), 08.05.1951

Wie unbedeutend manche Entscheidung zu Beginn scheinen mag, zeigt auch die folgende Partie. Mittlerweile befinden wir uns in Partie 23 und David Bronstein führt nach wechselhaftem Verlauf des WM-Matchs wieder mit 11,5:10,5. Das bedeutet, holt Bronstein noch einen Punkt aus den verbliebenen zwei Partien, so wird er neuer Schachweltmeister, während Botvinnik seine Krone behält, so er das Match gewinnen oder zumindest auf 12:12 ausgleichen könnte.

In der vorliegenden Stellung verfügt Bronstein über eine schöne Blockade am Damenflügel, die Weiß trotz des Läuferpaars kaum zu brechen vermag. Denn der schwarzfeldrige Läufer und der Sa6 kontrollieren das Feld b4 zuverlässigst, so dass Weiß hier keine Fortschritte machen kann. Zudem ist die Bauernstruktur ansonsten symmetrisch und das Zentrum geschlossen, was den beiden Springern auch eher entgegenkommt als den Läufern. Anstatt nun einfach abzuwarten und einfach „nichts“ mehr zu tun, spielt Bronstein nun auf Materialgewinn. Doch wird ihm das nicht gut bekommen …

35. - Lxc1? Mit 35. - Kf7, wie bereits oben angesprochen, wäre es vernünftiger gewesen, die Kontrolle über das Feld b4 zu bewahren, indem der La3 auf dem Brette verbleibt. Das beschriebene „Nichtstun“ könnte man mit der Zentralisation des Königs beginnen.

Auch ein Zurückführen des Sa5 nach c6 wäre auf Dauer eine vernünftige Idee, damit nicht alle Springer am Damenflügel festkleben, sondern im Zentrum auch wieder zu Einfluss kommen. Versucht Weiß nun, am Damenflügel Fortschritte zu erzielen, beispielweise mit 36. Kc2, was die Drohung Sa2 gefolgt von Lxa6 und b3–b4 mit Läuferfang aufstellt, kann Schwarz das gut mit 36. - Sb4+ abfedern. Nach 37. Kb1 droht eventuell lästig Lg3–c7, doch der Rückzug 37. - Sa6!= pariert auch diese Drohung zuverlässig. Weil Kc2 wieder mit - Sb4+ und Ka2? gar mit - Lxc1 beantwortet wird, hält die schwarze Festung am Damenflügel problemlos zusammen.

36. Kxc1 Sxb3+ 37. Kc2 Sa5 Schwarz muss mit seinem Springer sofort zurückeilen, um der Drohung Lg3–c7 Herr zu werden.

Ein sehr starker Zug! Botvinnik erkennt, dass er mit dem Läufer- gegen das Springerpaar die Stellung praktisch nur zu öffnen braucht, damit sich die Kraft der legendären Läufer voll entfalten kann. Auf der anderen Seite sind die traurigen Gäule am Damenflügel gebunden und können kaum vernünftig wieder ins Zentrum und damit ins Spiel zurückgebracht werden. Und für was all‘ das? Für einen Bauern. Und für welchen? Ist der Bauer auf b6 oder der auf b7 der schwarze Mehrbauer? Völlig egal - denn mehr oder weniger nutzlos sind beide, weil aus ihnen kein Freibauer gebildet werden kann. Vielmehr sind die Bauern schwach, weil Schwarz sofort Probleme bekommt, falls Weiß den Zug Lc8 oder Lc7 spielen kann.

39. - f5? Mit gefällt dieser Zug ganz und gar nicht, weil nun noch mehr Bauern vom Brett verschwinden als sowieso nötig. Doch mit jedem Bauerntausch wird die Stellung offener und die Läufer gefährlicher. 39. - Sc6!? erscheint mir durchaus logisch. Schwarz sollte zumindest einen der Randspringer wieder ins Spiel und ins Zentrum zurückführen. Denn dieser kann auch bei der Verteidigung des Königsflügels mithelfen.

Weiß wird voraussichtlich versuchen, den Weißfelder stark zu machen, da die schwarzen Bauern am Königsflügel bereits auf weißen Felder stehen. Um die Kette g6–h7 anzuknabbern, könnte Weiß zu 40. exd5 exd5 41. Ld3 gefolgt von h4–h5 greifen. Nach 41. - Sab4 42. Lb1 Sa6 43. h4 Se7 44. h5 hat Weiß sicherlich die besseren Karten, aber noch hält der Sa6 den Damenflügel fest (er kontrolliert nicht nur das Feld c7 und verhindert damit Lg3–c7, er kontrolliert auch das Feld b4, sodass in Kombination mit dem Bauern auf d5, der c4 kontrolliert, der weiße König fürs erste ausgesperrt bleibt).

40. gxf5 gxf5 41. Ld3 Kg6 42. Ld6 Der Weltmeister behandelt die Stellung sehr klassisch: Er verbessert seine Figuren Stück für Stück und kontrolliert mit jedem Zug dank der Läufer ein paar weitere Felder.

Hier verfügte Botvinnik über eine sehr versteckte Ressource 42. Lb1!?. Dieses überraschende Läufermanöver droht plump 43. exd5 exd5 44. La2!, wonach der d5 plötzlich völlig schutzlos ist und verloren gehen wird! 42. - dxe4 Danach entledigt sich Schwarz zwar der potentiellen Schwäche eines wackligen d5–Bauern, doch nach (42. - Sc6 das Decken des Bauern d5 funktioniert nicht wegen 43. exd5 exd5 44. La2 Se7, denn nun wird der Verteidiger des d5–Bauern einfach eliminiert: 45. Lh4! Kf7 46. Lxe7! Kxe7 47. Lxd5 und zum großen Leid des Nachziehenden würde auch noch der b7–Bauer über die Wupper gehen! 47. - Sc7 48. Lxb7+– mit dem Läufer und einem Mehrbauern sollte Weiß die Stellung ohne großes Federlesen gewinnen können.) 43. fxe4 Sc6 44. exf5+ exf5 45. La2 besitzt Weiß bei offenem Zentrum das Läuferpaar und einen gefährlichen Freibauern in der d-Linie. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass man mit Schwarz die Stellung halten kann, wenn sich Weiß nicht völlig dämlich anstellt. Denn neben den bereits angesprochenen Vorteilen (Läuferpaar, Freibauer) kann Weiß eventuell mit seinem König sogar noch nach b5 laufen und die schwarzen b-Bauern einen nach dem anderen einsammeln. Dann würde Weiß sogar über einen entfernten a- Freibauern verfügen - und Randbauern sind bekanntlich die größten Feinde der Springer!

42. - Sc6 43. Lb1 Nun ist die zuvor beschriebene Idee nicht mehr ganz so wirksam, weil Schwarz den König rechtzeitig zur Hilfe holen kann.

43. - Kf6! 44. Lg3 [44. exd5 exd5 45. La2 Ke6!= bringt nun eben nichts mehr ein für Weiß.]

44. - fxe4 45. fxe4 h6 Damit der Bauer auf h7 nach exd5 nicht durchhängt, beschließt Bronstein, ihn vorsorglich nach h6 zu ziehen. Doch Botvinnik ist damit noch nicht zufrieden …

46. Lf4! Zwingt den Bauern noch weiter nach vorn. Generell gilt häufig in solchen Endspielen: Je weiter man seine Bauern nach vorne bringt, umso verwundbarer können sie auch werden. Denn ja näher die eigenen Bauern den gegnerischen Figuren kommen, umso eher können diese die Bauern auch erobern. 46. - h5

47. exd5! Eine sehr, sehr starke Idee. Botvinnik tauscht die e-Bauern, wonach der schwarze d5–Bauer isoliert wird und zur Schwäche neigen kann. Um dies nachzuweisen, überführt der Weltmeister in der Folge seinen weißfeldrigen Läufer nach f3, von wo aus er d5 und h5 gleichzeitig angreifen kann.

47. - exd5 48. h4!? Damit sich die Schwäche auf h5 auch ja nicht bewegen kann, wird sie zuvor erst fixiert.

48. - Sab8 49. Lg5+ Kf7 Mit dem nächsten Zug möchte Botvinnik sofort Nägel mit Köpfen machen, doch vermutlich übersah er die Replik seines Herausforderers. Um der Drohung 51. Lc8 zu begegnen und gleichzeitig den b6–Bauern abzutauschen, spielt Bronstein nun das listige

50. - Sa7!? Den Abtausch des agegen den b-Bauern sollte Weiß natürlich nicht zulassen, da beide schwarzen Damenflügelbauern zur Schwäche neigen könnten. Und diese möchte man nicht einfach abtauschen, weil man sie dann nicht mehr erobern kann!

51. Lf4! Botvinnik versteht sofort, dass sein 50. Zug nicht gut war und macht das, was vielen Schachspielern häufig schwerfällt: er nimmt einfach seine schlechten Züge zurück und verhindert - b6–b5!.

51. - Sbc6 52. Ld3 Sc8? Mit Engines bewaffnet ist es leicht, diesem Zug ein Fragezeichen zu geben. Doch ist es einerseits nicht leicht, die weiße Gewinnidee, die wir gleich sehen werden, als Verteidiger rechtzeitig zu antizipieren. Und gleichzeitig ist die laut Computer einzige aktive Verteidigung mit der Hergabe von Material verbunden - und auch alles andere als „offensichtlich remis“ … 52. - Se7 53. Lg5 Sg8!? dieses alles andere auf der Hand liegende Manöver war wohl notwendig. Die Idee liegt darin, dass nach 54. Ld8 Sc6 55. Lxb6 Ke6 Schwarz zwar seinen Mehrbauern eingebüßt hat, die Springer aber aktiviert werden und Schwarz damit beginnen kann, nachzuweisen, dass es auch Schwächen im weißen Lager gibt! Denn nach 56. - Sge7 droht eventuell auch schlicht 57. - Sf5!, wonach urplötzlich der weiße h4–Bauer unangenehm belagert wird. Ein Abtausch mit Ld3xSf5 würde dann nach - Kxf5 nur dazu führen, dass Schwarz einen aktiven König bekommt, der bald am Königsflügel auf Bauernjagd gehen wird und obendrein nun noch über den guten Springer gegen den schlechten Läufer (wegen des Bauern auf d4 ist der Lb6 ein schlechter Läufer!) verfügen würde. 56. Lb5 Sge7

53. Le2! Nun jedoch wird Schwarz ganz sanft zusammengeschoben.

53. - Kg6 54. Ld3+ Kf6 55. Le2 Nur eine Zugwiederholung, um ein wenig Zeit zu gewinnen, bevor die Partie abgebrochen wird. Das finale Gewinnmanöver beinhaltet eine der mächtigsten und schärfsten Waffen, die dem Angreifer in Endspielen zur Verfügung steht …

55. - Kg6 56. Lf3! S6e7 57. Lg5! Nämlich Zugzwang! Die Endstellung ist daher auch ein Diagramm wert. Der Leser beziehungsweise die Leserin mögen sich selbst fragen, was Schwarz hier nun ziehen soll. De facto gibt es keinen legalen Zug, der nicht irgendwie Material verliert!

Das Ende der Geschichte ist für viele Romantiker des Schachs traurig: Bronstein gelang es trotz dem Vorteil der weißen Steine in der letzten Partie nicht, Botvinnik zu schlagen, wonach dieser Weltmeister blieb. Allein die Tatsache, dass Bronstein nicht Weltmeister geworden ist, mag auch ein Grund dafür sein, dass er nie so populär wurde wie ein gewisser Mikhail Tal. Der Lette besiegte Botvinnik, war aber auch nur ein Jahr Weltmeister. Nichtsdestotrotz ist Tal aufgrund seines opferfreudigen Spiels einer der beliebtesten Weltmeister - und David Bronstein bei kaum einem Jugendspieler bekannt, obwohl sein Stil und seine Partien denen Tals in keiner Weise nachstehen. So bedeutungslos diese Partien gewesen sein mögen, so bedeutungsvoll waren sie für Bronstein, seine Reputation und seinen Bekanntheitsgrad.

Aljechin, Alexander – Euwe, Max WM 1951 Euwe-Aljechin +9-8=13 Niederlande (25), 01.12.1935

Ein weiterer Fall von „letztlich unbedeutend, aber enorm bedeutungsvoll“ ist der Verlauf der Weltmeisterschaft 1935. Max Euwe ging als Außenseiter in den Weltmeisterschaftskampf und lag bereits nach 7 Partien mit 2:5 zurück. Und obwohl er einige Rückschläge bei seiner Aufholjagd einstecken musste, gelang es ihm kurz vor Schluss, das Blatt zu wenden. Vor der hier zu betrachtenden 25. Partie lag Aljechin noch mit 12,5:11,5 in Führung.

Aljechin hatte hier bereits drei Bauern ins Geschäft gesteckt, um den schwarzen König an der Rochade zu hindern und langfristig mit Tfe1 und ggf. f2–f4–f5 den schwarzen König zur Strecke zu bringen. In der Tat ist die Stellung auch hochgradig gefährlich für Schwarz, wie man in den Anmerkungen zum nächsten schwarzen Zug sehen kann. Doch Euwe gelang ein Glanzzug, den Aljechin in seiner Vorausberechnung aufgrund einer kleinen Kombination zu Unrecht als unspielbar abgetan hatte. Doch über Euwe schrieb so mancher Beobachter nicht zu Unrecht, dass er ein begnadeter Taktiker war mit einem großen Verständnis für Dynamik, der sich als Akademiker, der er war, vielleicht selbst zu häufig in ein zu enges Korsett des positionellen Spiels zwängte, das ihm vielleicht gar nicht so sehr gut stand wie die schimmernd-weiße Rüstung eines letzten Ritters der Romantischen Schachschule.

19. - f6! Eine herausragende Idee! Euwe will den Springer vertreiben und den König eventuell über f7 gefolgt von - Te/d8 und - Kg8 in Sicherheit bringen. Die folgende Kombination Aljechins scheut er nicht, da er bereits das Loch darin erspäht hatte. Die schwarzen Alternativen mögen kurz aufzeigen, wie akut es um die Sicherheit des schwarzen Monarchen bereits stand.

Das gierige 19. - Dxd4?! wird cool mit 20. Tfe1 beantwortet. Nun ist der Partiezug 20. - f6 nicht mehr so wirkungsvoll, da nach 21. Lg6+ hxg6 22.

Sxg6 Schwarz eben nicht mehr über - Sf3+ verfügt, da nach gxf3.Dg4+ mit Abholung des Springers unmöglich ist. Stattdessen bliebe nur 22. - c5 23. Sxh8 e5 mit totalem Chaos übrig; 19. - Ld7? Die Entwicklung einer Figur mag nicht völlig abwegig wirken, doch nach 20. h4! Se4 21. Lxe4 Dxe4 22. Sc4! ist es offensichtlich, dass die Drohung Sd6+ Weiß nicht nur geopfertes Material zurückbringt. Auch wird der weiße Angriff mitnichten abgeschwächt 22. - Df4 23. Sd6+ Ke7 24. Sxb7+ Kf6 25. Sd6 mit der Drohung den Tf1 über e3 und f3 mit in den Angriff einzuschalten, stellt Schwarz vor große Probleme; 19. - h6? der Bauernzug macht dem Sg5 zwar ein Rückzugsfeld, doch nach 20.

Tfe1 Dxd4 21. h4!? lenkt Weiß erst die schwarze Dame mit 21. - Dxh4 ab und steigt dann mittels 22. Dd6 selbst in die schwarze Stellung ein. Alleine Drohungen wie Tad1, oder diverse Einschläge auf f7 und g6 sollten dazu führen, dass der schwarze Monarch die Zeitkontrolle nicht überlebt. Denn: Was soll Schwarz eigentlich sinnvolles tun, wie soll er seine Figuren entwickeln und gleichzeitig seinen König dabei nicht verlieren?

20. Lg6+? Aljechin hätte womöglich mit 20. Lb3 klein beigeben sollen. Doch nach 20. - Dd8 21. Sc4 Sf7! ist die Drohung Sd6+ aus der Stellung genommen und nach - De7 wird Schwarz entweder die Damen tauschen, oder den König per Rochade in Sicherheit bringen können.

20. - hxg6 21. Sxg6 Auf den ersten Blick scheint Schwarz die unangenehme Frage, wie gleichzeitig der Th8 gerettet und der König gegen De7# verteidigt werden soll, nicht zufriedenstellend beantworten zu können …

21. - Sf3+!! Doch Euwes Konter hebt die weiße Stellung aus ihren Angeln!

22. Dxf3 Aljechin sieht nichts Besseres als den Damentausch, doch nun ist die schwarze Aufgabe leicht. 22. Kh1 Txh2# ist offensichtlich wenig ratsam für Weiß; Euwes Idee wird ersichtlich nach 22. gxf3, denn nun holt Euwe den Springer durch 22. - Dg5+ 23. Kh1 Dxg6–+ mit Gewinnstellung ab!

22. - Dxf3 23. gxf3 Th5! Schwarz hat weiterhin zwei Bauern und bald einen dritten mehr sowie leichtes Spiel. Die Verwertung des materiellen Vorteils gelingt Euwe sicher. Der Rest sei daher der Vollständigkeit halber lediglich unkommentiert angegeben. 24. Sf4 Tf5 25. Sd3 Txf3–+

26. Sc5 b6 27. Kg2 Tf4 28. Sb3 e5 29. dxe5 Le6 30. Sc1 0–0–0 31. exf6 Tg4+ 32. Kf3 Tf8 33. Ke3 Txf6 34. f4 g5 35. Sd3 Lc4 36. f5 Th4 37. Tad1 Txh2 38. Ke4 Te2+ 39. Kf3 Te8 40. Kg4 Td8 41. Se5 Txd1 42. Txd1 Le2+ 43. Kxg5 Txf5+ 44. Kxf5 Lxd1 45. Sxc6 a4 0–1

Euwe, Max – Aljechin,Alexander WM Euwe-Aljechin +9-8=13 Niederlande (26)

Nach dem Ausgleich zum 12,5:12,5 hatte Euwe Oberwasser und die Gewissheit, dass er gegen einen sichtlich verunsicherten Weltmeister den Sieg davontragen kann. Aus den letzten verbliebenen Partien musste der Niederländer allerdings mindestens 3 Punkte holen.

Den Grundstein zum Weltmeistertitel legte Euwe gleich in der darauffolgenden Partie, die - im niederländischen Zandvoort gespielt - aufgrund ihrer Schönheit als „Die Perle von Zandvoort“ in die Schachgeschichte eingegangen ist.

17. f4!? Ein cleverer Zug. Euwe zwingt den schwarzen e-Bauern nach e4. Nicht nur, dass dadurch der Lc3 freie Sicht auf den schwarzen König bekommt, es legt auch die Bauernstruktur fest, was Weiß strategisch hilft, wie wir gleich sehen werden.

17. - e4 18. Sb4! Der Springer strebt sogleich auf das beste Feld in dieser Stellung - nach e3! Dort steht der Blockadespringer a la Nimzowitsch perfekt, da er den Bauern f5 (den Verteidiger von e4!) attackiert.

18. - c5 19. Sc2 Sd7 20. Se3 Lf6!? Natürlich möchte Aljechin sofort den äußerst gefährlichen schwarzfeldrigen Läufer Euwes auf der langen Diagonale neutralisieren und abtauschen. Doch nun bekommt Euwe die Möglichkeit, eine Figur für drei Bauern zu opfern, wonach die Partie extrem konkret wird.

Das - Lf6 vorbereitende 20. - De8 könnte mit dem für königsindische Strukturen typischen Plan 21. Tg1! gefolgt von einem gut getimten g3– g4 gekontert werden, wonach Weiß einerseits den Bauern e4 schwächt und andererseits den g7er ins Visier nimmt.

21. Sxf5! Läuft direkt in den Abzug des Lf6 hinein.

21. - Lxc3 22. Sxd6 Db8 23. Sxe4 Lf6 Kurze Bestandsaufnahme: Weiß konnte drei Zentralbauern für die Figur gewinnen, doch noch wirken die weißen Bauern nicht sonderlich gefährlich. Das liegt vor allem daran, dass der Springer auf e4 verhindert, dass der weiße Bauer nach e4 und e5 vorstoßen kann. Daher spielte Euwe das naheliegende

24. Sd2! Macht den Weg für den e- Bauern frei, wonach die Drohung e4– e5 gefolgt von Sd2–f3 oder Sd2–e4 zurück in der Luft liegt.

24. - g5?! Aljechin möchte sich verständlicherweise nicht der weißen Bauernwalze ergeben und versucht sofort, selbst Spiel aufzuziehen. Die Öffnung des Königsflügels ist aber, wie wir sehen werden, ein zweischneidiges Schwert. Denn nicht nur der weiße König, auch der schwarze Monarch kommen in der Folge unter Feuer.

Vielleicht wäre es im Nachhinein gesehen eine clevere Idee gewesen, den Vorstoß des g-Bauern erst nach 24. - b5!? 25. cxb5 zu spielen. Denn im Falle der Partiefortsetzung 25. - g5 26. e4 gxf4 27. gxf4 würde Schwarz nun über das starke 27. - Ld4 28. e5 Db7! verfügen, was in Verbindung mit folgendem - Sd7–b6 mächtig Druck auf den d5–Bauern ausüben würde. Allerdings hätte Weiß dann auch bereits vier Bauern für den Läufer, wonach Schwarz es sich sicherlich nicht mehr leisten kann, noch einen einzigen ungenauen Zug einzustreuen.

25. e4 gxf4 26. gxf4 Ld4 27. e5!Wie man sieht, haben die weißen Bauern ganz schön Karriere gemacht. Aber auch der Ld4 ist gut platziert, sodass die Partie für Weiß kein Selbstläufer wird. Um an den weißen König heranzukommen, bringt Aljechin nun seine Figuren auf den Königsflügel.

27. - De8 28. e6 Tg8!? 29. Sf3 [29. exd7? wäre keine gute Idee, da nach 29. - De2! der Doppelangriff auf d2 und g2 das Material zurückgewinnt, während der weiße König weiterhin schwach bleibt. 30. Df3 Dxd2 weil der d7–Bauer nirgends hingeht, steht Schwarz besser.]

29. - Dg6 Schwarz droht Matt auf g2. Was tun?

30. Tg1! Das hatte Euwe bereits von langer Hand geplant. Nach dem Figurenopfer steckt der Niederländer auch noch eine Qualität ins Geschäft, um keine Zeit mit unnötigen Verteidigungszügen zu verlieren. Außerdem bekommt der eigene Springer Zugang zum Feld g5, was die lästige Drohung Sf7+ aufstellt.

30. - Lxg1 31. Txg1 Df6 32. Sg5 Tg7 [32. - Sf8? ist sicher weniger ratsam wegen 33. Sf7++–.]

33. exd7 Txd7 34. De3 Te7 35. Se6 Tf8 Nach dem gierigen 35. - Dxb2 zeigt sich, wie lästig das Sf7+–Motiv wirklich werden kann. Zum Beispiel nach dem logischen 36. d6 Td7 37. Sg5 Tad8?! 38. De7!!. Dieser überraschende Sperrzug blockt die siebte Reihe und droht Sf7+. 38. - Dg7 was sonst? 39. Sf7+ Dxf7 40. De5+ Dg7 41. Txg7 Txg7 42. f5+– die weißen Bauern werden leicht die Partie entscheiden.

36. De5! Damit repariert Euwe seine Struktur und erhält ein verdammt gefährliches Freibauernpaar, dessen Expansionsdrang alsbald den Schwarzen zur Strecke bringen wird.

36. - Dxe5 37. fxe5 Tf5? Hiernach werden die Freibauern nun wirklich zu stark. Aljechin hatte eine letzte Chance, den Schaden mit 37. - Txe6!? 38. dxe6 Tf5 zu begrenzen. Im Turmendspiel nach 39. Te1 Kg7 40. Te3 hat er dank der schwachen Bauern auf a7 und h7 sicherlich zu kämpfen. Aber sollte Schwarz mit dem König e7 erreichen, erscheinen mir die schwarzen Remischancen absolut intakt.

38. Te1 h6? [38. - Txe6 war immer noch möglich. 39. dxe6 Kg7 40. Te3]

39. Sd8! Nutzt die etwas ungelenke Positionierung des Königs auf h8 aus, um die eigenen Bauern in Bewegung zu setzen.

39. - Tf2 Aljechin sucht Gegenspiel auf der siebten Reihe. Doch Weiß kann es sich problemlos erlauben, den Damenflügel aufzugeben, solange einer seiner Bauern durchläuft. 39. - Tfxe5 scheitert an 40. Txe5 Txe5 41. Sf7++–.

40. e6! Td2 41. Sc6 Te8 42. e7 b5 43. Sd8 Ein hübsches Finish - der Springer möchte das Umwandlungsfeld des e-Bauern angreifen und strebt daher nach d6.

43. - Kg7 [43. - bxc4 44. Sf7+ Kg7 45. Sd6+–]

44. Sb7 Kf6 45. Te6+ Kg5 46. Sd6 Txe7 47. Se4+ Aljechin gab hier auf und war auch in den nächsten Partien nicht mehr in der Lage, den Herausforderer einzuholen.

Max Euwe wurde Weltmeister, was einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Schachs und dessen Geschichte hatte. Nicht nur sollte Euwe der erste Weltmeister werden, der im Rückkampf gegen seinen Vorgänger den Titel sofort wieder verliert.

Vor allem aber hat Euwe das, was wir als moderne Eröffnungsvorbereitung kennen, in die Praxis eingeführt: Die genaue, tagelange Analyse bestimmter Eröffnungsstellungen mit dem Ziel, die Stellungen einerseits gut zu verstehen und andererseits Neuerungen zu produzieren, die den Gegner in einem Match am Brett unter Druck setzen können. So war zum Beispiel das 1935er-Match das erste WM-Match, in dem konsequent eine Eröffnung von beiden Seiten (!) diskutiert wurde (die Slawische Verteidigung). Euwe war dort theoretisch bedeutend besser aufgestellt (auch dank seines Sekundantenteams) und gewann so einige Partien mehr oder weniger aus der Eröffnung heraus. Diesem Beispiel folgend entwickelte Botvinnik seinen Ansatz, der später grundlegend für die sogenannte „Russische Schachschule“ werden sollte.

Auch wenn der sympathische Niederländer seinen Titel zwei Jahre später wieder verlor, hat er einen bedeutsamen Fußabdruck in der Geschichte und Entwicklung des Schachs hinterlassen. Und wer weiß, ob Aljechin sich zwischen 1937 und 1946 so dominant in der Schachwelt gezeigt hätte, wenn er nicht nach dem verlorenen WMMatch alles daran gesetzt hätte, seine Defizite auszumerzen und so dem Niederländer im Revanchematch trotzen zu können. Denn zwischen 1935 und 1937 war nicht der Russe, sondern der Niederländer der dominierende Spieler der Schachwelt!

Für die Weltmeisterfolge war das zweijährige Intermezzo der Schachkrone von daher womöglich letztlich unbedeutend, für die Weiterentwicklung und Modernisierung des Schachs jedoch war es enorm bedeutungsvoll. 1–0