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LESEPROBE


connect - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 07.12.2018

Kindle Paperwhite versus Tolino Shine – mit neuen Versionen geht das Duell der beliebten E-Book-Reader in die nächste Runde. Dabei haben die wesentlichen Unterschiede nur indirekt mit den Geräten zu tun.


Welcher E-Book-Reader darf’s denn sein? Die beiden marktdominierenden Anbieter, Amazon und die Tolino-Allianz, haben kürzlich jeweils neue Versionen ihrer Bestsellergeräte vorgestellt, mit denen die lesefreudige Kundschaft geködert werden soll. Denn da rum geht es: Liest man elektronische Bücher im Kindle-Universum oder im Tolino-Kosmos? Mit dem Lesegerät kauft man das dahinterstehende Ökosystem gleich ...

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Bildquelle: connect, Ausgabe 1/2019

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... mit. Doch dazu später mehr. Bleiben wir erst einmal bei der Hardware. Und die lässt sich auf den ersten Blick kaum voneinander unterscheiden: Der überarbeitete Kindle Paperwhite und der Tolino Shine 3 verfügen beide über ein spiegelfreies, beleuchtbares und 6 Zoll großes E-Ink-Carta-Display mit einer Auflösung von 300 ppi.

Steuerfrage

Wussten Sie, dass Bücher je nach Ausgabemedium unterschiedlich besteuert werden? Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent gilt nur für gedruckte Bücher, für E-Books werden dagegen 19 Prozent fällig.

Kindle Paperwhite
Die neueste Generation des Bestsellers ist wahlweise mit WLAN oder gegen Aufpreis mit LTE erhältlich – die beim Bücher-Download im Mobilfunknetz entstehenden Kosten übernimmt Amazon.

Tolino Shine 3
Wenn nicht gelesen wird, zeigt der Shine 3 das freundliche Tolino-Gesicht. Wem der Smiley nicht gefällt, der kann den Bildschirmschoner (Sleepscreen) nach eigenem Gusto umgestalten.

Was die Geräte selbst angeht, gibt es zwei markante Unterschiede: Der eine betrifft die Wasserfestigkeit des neuen Paperwhite nach IPX8-Standard. Wer gern am Strand oder in der Badewanne liest, wird das zu schätzen wissen. Wer einen Tolino-Reader mit Wasserschutz ha ben möchte, muss auf eine der teureren Alternativen (Vision 4 oder Epos) zurückgreifen.

ALTERNATIVEN: GÜNSTIG LESEN

Auch mit den Einstiegsgeräten macht Lesen Spaß. Vorausgesetzt, es ist hell genug, denn Standard-Kindle und Tolino Page haben keine Beleuchtung.

Tolino Page
Einfache Ausstattung, günstiger Preis – auf diese kurze Formel lässt sich das Konzept des goldbraunen Page bringen. Wer nur sporadisch E-Books liest, ist damit gut bedient.

Der Page ist das günstigste Eintrittstor in die digitale Bücherwelt der Tolino-Allianz, zu der unter anderem die Buchhandelsketten Thalia, Hugendubel und Weltbild gehören. Der Standard-Reader mit Infrarot-Touchscreen ist insgesamt etwas größer als der Shine, bietet aber eine niedrigere Pixeldichte (160 statt 300 ppi), einen schwächeren Akku (1000 statt 1500 mAh) und weniger Speicher (4 statt 8 GB). Dafür kostet der Page nur 69 Euro. Sein Pendant in der Amazon-Welt heißt schlicht Kindle. Beim Blick aufs Datenblatt könnte man diesen leicht mit dem Page verwechseln, denn Ausstattung und Preis der beiden Schnäppchen-Reader sind praktisch identisch.

Übrigens: Wer seinen Kindle bei Amazon mit „Spezialangeboten“ ordert, bekommt im Standby-Modus Werbe-Einblendungen aufs Display, die aber nicht weiter stören. Auf diese Weise lassen sich beim Gerätekauf zehn Euro sparen (bei den aktuellen Paperwhite-Modellen sind es sogar 20 Euro). Bei allen in diesem Beitrag genannten Preisen ist der Rabatt bereits berücksichtigt, das heißt der einfache Kindle kostet ohne Spezialangebote 80 Euro.

Amazon Kindle
Das Basismodell in Schwarz oder Weiß bekommt man bereits für 70 Euro. Wie beim Einstiegsgerät von Tolino fehlen dem Display des günstigsten Kindle die Leuchtdioden.

Dafür passt sich beim Shine 3 die Farbtemperatur des integrierten Leselichts durch spezielle warm- und kaltweiße Leuchtdioden automatisch an jede Tages- und Nachtzeit an. Zudem lässt sich die Beleuchtung über einen Schieberegler auch manuell von warm nach kalt stellen – ein Feature, das dem Paperwhite komplett fehlt.

In beiden Fällen identisch ist der interne Speicher, der jeweils großzügig auf 8 GB aufgerüstet wurde – das bedeutet Platz für mehrere Tausend Bücher. Der Kindle ist sogar in einer 32-GBVersion erhältlich, die vor allem für Konsumenten von speicherintensiveren Hörbüchern interessant ist. Denn dank der verbauten Bluetooth-Schnittstelle kann der neue Paperwhite über kabellose Kopfhörer oder Lautsprecher auch Audio-Inhalte ausgeben – allerdings nur Hörbücher des konzerneigenen Dienstes Audible.

Diverse Abomodelle
Und damit wären wir wieder beim größten aller Unterschiede der E-Book-Reader: dem zugehörigen Ökosystem. Denn im Amazon-Universum ist man nicht nur bei vertonten Inhalten auf proprietäre Dateiformate beschränkt, sondern auch bei den geschriebenen, während die Tolino-Allianz auf den offenen EPUB-Standard setzt. Das bedeutet, dass Tolino-Nutzer nicht auf einen E-Book-Shop beschränkt sind und außerdem auf den elektronischen Bücherbe- stand öffentlicher Leihbibliotheken zugreifen können, etwa über das gängige Onleihe-System.

SYSTEMVERGLEICH

Das entscheidende Kriterium beim Kauf eines E-Book-Readers ist das dahinterstehende Ökosystem. Denn dieses bestimmt, wo die elektronischen Bücher gekauft werden.

Kindle vs. tolino

• integrierte Plattform für Lesegeräte, Apps und Inhalte

• Kindle Unlimited: Flatrate ohne Zeitlimit für 9,99 Euro/Monat

• Prime Reading: kostenloses Abo für Amazon-Prime-Kunden (begrenzte Auswahl)

• Abspielen von Hörbüchern auf dem E-Book-Reader (Audible)

• Lese-Apps für iOS, Android, PC und Mac

• offenes System, unterstützt das gängige, herstellerübergreifende EPUB-Format

• Tolino Select: vier aktuelle Titel im Monatsabo für 9,90 Euro

• sehr günstige Bücherleihe über öffentliche Bibliotheken (zum Beispiel Onleihe)

• Hörbücher nur via App nutzbar

• Lese-Apps für iOS und Android plus Lesen im Browser

ALTERNATIVEN: MEHR KOMFORT

Für Hardcore-Leser haben die Hersteller Premium-Reader im Programm, die größere Displays und erweiterte Funktionen mitbringen.

Kindle Oasis
Mit seiner asymmetrischen Bauform ist das 7 Zoll große Topmodell von Amazon zum Preis von 230 Euro ein absolutes Unikat.

Tolino Epos
Der große Bruder der Shine- und Vision-Modelle kostet 229 Euro und bringt 69 Prozent mehr Lesefläche mit als die herkömmlichen 6-Zoll-Reader.

Tolino Vision 4
Der 2017 veröffentlichte Reader (Kos tenpunkt: 159 Euro) ähnelt äußerlich dem Tolino Shine, ist im Gegensatz zu diesem aber wasserdicht.

Kindle Paperwhite und Tolino Shine sind zweifellos ausgereifte, praxiserprobte E-Book-Reader. Warum sollte man also mehr Geld ausgeben? Wer mit dem Tolino-Bestseller zufrieden ist, aber unbedingt ein wasserfestes Lesegerät haben möchte, sollte zum Vision 4 greifen, zumal der Preisaufschlag überschaubar ist. Die beiden anderen Premium-Reader kommen ins Spiel, wenn die Lesefläche größer sein soll als die der gängigen 6-Zoll-Devices. Wasserdicht sind die großformatigen Modelle natürlich ebenfalls. Beim Kindle Oasis kommt hinzu, dass ein Großteil des Gehäuses nicht einmal halb so dick ist wie bei allen anderen E-Book-Readern. Allerdings muss man sich zunächst an die eigenwillige asymmetrische Bauform gewöhnen. Praktisch sind die mechanischen Umblättertasten, die abseits des Oasis komplett aus der Mode gekommen sind.

In der Kindle-Welt ist man dagegen auf die Mietangebote von Amazon angewiesen. Für knapp zehn Euro im Monat lassen sich über den Aboservice Kindle Unlimited bis zu zehn Titel gleichzeitig ohne Zeitlimit ausleihen – zur Wahl steht jedoch nur ein Teil des riesigen E-Book-Bestands von Amazon. Wer Prime-Kunde ist, kann via Prime Reading sogar ganz umsonst elektronische Bücher lesen. Die Auswahl der Titel ist hier allerdings noch deutlich stärker reduziert. Wer seine Inhalte lieber kauft statt mietet, kann bei beiden Plattformen seinen kompletten Bestand in der jeweiligen Cloud speichern. Bei Tolino lassen sich sogar eigene Inhalte – etwa PDF- oder MP3-Dateien – in der Wolke ablegen.

E-Books ohne E-Book-Reader
In beiden Systemwelten braucht man übrigens nicht zwingend einen E-Book-Reader, um elektronische Bücher zu lesen – auch wenn das aus Komfortgründen absolut empfehlenswert ist. Denn sowohl Amazon- als auch Tolino-Kunden haben via App unbeschränkten Zugriff auf ihre erworbenen Inhalte. Androidund iOS-Apps ermöglichen die Nutzung auf Smartphone und Tablet, für Kindle-Bücher gibt es zudem je eine PC- und eine Mac-Variante für Desktop- oder Laptop-Leser. Der Tolino Webreader erlaubt den E-Book-Konsum über alle gängigen Browser hinweg – unabhängig vom Betriebssystem. Auch Hörbüchern kann man über die Apps lauschen, wobei diese im Tolino-Kosmos im offenen MP3-Format vorliegen und somit ohnehin auf beliebigen Devices abspielbar sind.

Laut einer aktuellen Studie des Digitalverbands Bitkom liest rund jeder vierte Deutsche zumindest hin und wieder E-Books, wobei die Nutzerzahlen seit Jahren stagnieren. Vor allem die Jüngeren lesen elektronische Bücher. Beliebtestes Ausgabegerät sind E-Book-Reader, gefolgt von Smartphones, Tablets und Laptops.

1 Variiert, je nachdem, wo der Reader gekauft wird (Thalia, Weltbild, Hugendubel etc.); weitere Shops auswählbar.