Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 2 Min.

LESERBRIEFE


Taijiquan & Qigong Journal - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 14.02.2020

Zum Artikel von Dr. Peter Kuhn über Qi TQJ 3 und 4-2019

Was bin ich froh, dass die Teilnehmer*innen meiner Taiji- und Qigong-Kurse im Gegensatz zu Professor Kuhn gar keine Probleme mit dem Begriff »Qi« haben! Manchmal bin ich tatsächlich überrascht, wie vertraut die meisten inzwischen sind mit der Vorstellung, dass Lebensenergie in ihnen zirkuliert und auch außerhalb von ihrem Körper existiert (vor zwanzig Jahren war das noch anders). Mein Eindruck ist, dass diese Sicht auf den Menschen sehr gut zu ihrem eigenen Erleben passt und sie damit ihr eigenes Empfinden verstehen und beschreiben können. Allerdings ist auch niemand von ihnen zu den chinesischen Bewegungskünsten gekommen, um irgendwelche magisch anmutenden Kräfte zu entwickeln.

Der Beitrag von Professor Kuhn zeigt eindrucksvoll die Schwierigkeiten, die westliche, insbesondere wissenschaftlich vorgebildete Menschen mit dem chinesischen Denken haben können. Was nicht eindeutig ist, nicht klar definierbar, kann auch nicht wirklich existieren. Dabei ist doch auch die westliche Wissenschaft längst über diesen Glauben hinaus. Und ebenso übrigens über die Vorstellung, dass sich die Informationsweiterleitung im Körper allein über Nervenzellen erklären ließe.

Der Artikel zeigt außerdem, wie der Autor sich bemüht, seine Suche nach Bestätigung seiner eigenen Überzeugung mit unzähligen Zitaten und Verweisen »wissenschaftlich« erscheinen zu lassen, wobei er die aus ihren jeweiligen Zusammenhängen gerissenen Aussagen anderer Autor*innen, die für sich zu anderen Ergebnissen gekommen sind, so zusammenwürfelt, dass er damit sein Anliegen scheinbar untermauern kann. Dies ist zwar ein häufig anzutreffendes, aber im Sinne von Wissenschaft unseriöses Vorgehen, das im psychologischen Fachjargon auch unter »willkürliches Schlussfolgern « und »selektives Verallgemeinern« gefasst wird. Eine große Anzahl an Quellenangaben ist kein Hinweis auf ein methodisch korrektes Vorgehen.

Ich würde mich freuen, wenn der Beitrag eine fruchtbare Diskussion und einen Erfahrungsaustausch über diesen in unseren Künsten grundlegenden Begriff anregen würde, und hoffe, dass er nicht im Gegenteil andere Praktizierende eher verstummen lässt. In diesem Sinne wünsche ich ein Qi-reiches Jahr Anna Schmidt

Zur letzten Ausgabe TQJ 4-2019

Liebe TQJ-Redaktion,mit großem Interesse habe ich das letzte Taijiquan & Qigong Journal gelesen, wieder einmal habe ich mich gefreut, dass es diese Zeitschrift gibt! Ich fand spannende neue Blickwinkel und Artikel, die es voll auf den Punkt bringen, auch aus gesellschaftspolitischer Sicht. Das fängt schon gleich vorne an mit dem Leserbrief von Klemens Speer zum Thema Klimawandel und Daoismus, der mir ganz aus der Seele sprach. Taiji-Übende sind ja wirklich Spezialisten für Entschleunigung und Wahrnehmung ökologischer Zusammenhänge innen und außen. »Slow down for future!« möchte ich da rufen. Unter diesem Motto könnten wir alle durch öffentliches Taiji-Üben die Langsamkeit kultivieren. Gefallen hat mir auch die Beschreibung von »sensomotorischer Amnesie« durch Wilfried Schmid, diese lässt sich ja nicht nur täglich individuell beim einzelnen Menschen, sondern ebenfalls in unserer Gesellschaft moderner westlicher Prägung feststellen. Klaus Moegling zeigt dann ganz deutlich für jeden von uns den Weg zu individueller Veränderung, zur Reifung unseres »Selbst« durch das Praktizieren meditativer Übungsformen auf. Die Entwicklung von eigener »Friedfertigkeit« kann so die Basis für politisches Handeln, aber auch für einen gesamtgesellschaftlichen Transformations-Prozess werden. Damit wird dieser »weiche« Weg eine lohnende Entwicklungsperspektive für jeden von uns in einer Zeit zunehmender Verhärtung, Polarisierung und Zerstörung der Lebens-Ressourcen auf diesem Planeten. »Nichts auf der Welt ist so weich und nachgiebig wie Wasser. Doch zum Auflösen des Harten und Unbeweglichen ist nichts besser geeignet.« Laotse, Dao De Jing, Vers 78

Nicht zuletzt fand ich den zweiteiligen Artikel mit der kritischen Sicht auf das »Qi« von Peter Kuhn sehr spannend und informativ. Wie gut, so viele Perspektiven ohne weltanschaulichen Vorbehalt in einem Journal vereint zu finden!

Danke an das Redaktionsteam und alle Autoren des TQJ für den immer wieder belebenden »weiten Blick« nach außen und innen!

Claudius Loga, Biesenthal bei Berlin

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2020 von Liebe Leserinnen und liebe Leser,. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von VERANSTALTUNGSKALENDER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
VERANSTALTUNGSKALENDER
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von AKTUELLES. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
AKTUELLES
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von TAIJIQUAN: Der Andere im Taijiquan. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TAIJIQUAN: Der Andere im Taijiquan
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von QIGONG: Mit dem Frühling in Erscheinung treten. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
QIGONG: Mit dem Frühling in Erscheinung treten
Titelbild der Ausgabe 1/2020 von TAIJIQUAN: Mit Kampfkunst zur Erleuchtung?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TAIJIQUAN: Mit Kampfkunst zur Erleuchtung?
Vorheriger Artikel
VERANSTALTUNGSKALENDER
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel AKTUELLES
aus dieser Ausgabe