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LESERBRIEFE


Sterne und Weltraum - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 10.09.2021

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Bildquelle: Sterne und Weltraum, Ausgabe 10/2021

21. September 2020, 05:08 Uhr MESZ
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21. September 2020, 05:36 Uhr MESZ
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Schattenspiele der Venus: Ein von der gerade aufgegangenen Venus geworfener Schatten wandert auf der Sternwartenwand im Kloster Münsterschwarzach nach rechts unten.

Venus-Schatten fotografiert

Am 21. September 2020 gelang mir eine Reihenaufname eines auf der Wand der Klostersternwarte wandernden Schattens, der vom Licht der Venus verursacht wurde. Der Planet ist in der Perspektive der Bilder im Rücken, Richtung Osten. Durch die Berechnung der Bewegungsrichtung und -geschwindigkeit mit Punktspiegelung am schattenwerfenden Objekt konnte ich die Venus als eindeutige Lichtquelle dingfest machen.

Der Schatten eines benachbarten Containers ganz rechts im Bild ist im rechten Bereich des Unterbaus der Sternwarte zu erkennen. Um 05:08 Uhr MESZ (linker Einschub) ist er wesentlich höher und auch weiter links auf der Wand der Sternwarte zu sehen als um 05:36 Uhr (rechter Einschub). Ähnlich gut ist das Schattenspiel auch beim Stützpfeiler der Treppe zu sehen, der im zweiten Bild deutlich schmaler ist.

Bei der Bildbearbeitung wurde der Himmelshintergrund unverändert belassen. Um etwas von dem Phänomen im Druck zu sehen, habe ich die Tonwertkurve im Bildbereich der Sternwarte angehoben. In den beiden kleinen Einschüben ist zusätzlich der Kontrast verstärkt und Farbsättigung weggenommen.

PATER CHRISTOPH GERHARD, KLOSTERSTERNWARTE MÜNSTERSCHWARZACH

Pater Christoph hat den beiden eingesandten Bildern eine ausführliche Vermessung der Schattenbewegung in den 28 Minuten zwischen den beiden Aufnahmen beigelegt.

Aus den bekannten Höhen der Wand und des Containers sowie dem Abstand zwischen beiden berechnete er die Höhe des Schattenwerfers über dem Horizont zu 18,1 beziehungsweise 22,7 Grad, und dessen seitliche Bewegung zu 5,6 Grad. Dies verglich er mit berechneten Koordinaten für die Venus für Münsterschwarzach am 21. September 2020 aus dem Programm Stellarium. Beim Azimut ergaben sich 0,2 Grad zu viel, und bei der Höhe erzielte er eine Punktlandung.

U. B.

Infrarotbild der Venus

Auf Seite 16 im Heft 6/2021 ist ein Infrarotbild der Nachtseite der Venus abgedruckt. Ist die Venus im Infraroten wirklich so hell? Schließlich beruhen die hohen Temperaturen auf der Venusoberfläche auf dem Treibhauseffekt, also der Blockierung der Wärmestrahlung von der Oberfläche. Reicht der Treibhauseffekt der Venusatmosphäre allein wirklich für die hohen Temperaturen auf der Venusoberfläche aus, oder gibt es auf der Venus noch weitere Wärmequellen, zum Beispiel in Form von innerer Wärme? Und ist eigentlich bekannt, um wie viel Grad Celsius die Temperatur in der Nacht auf der Venusoberfläche zurückgeht? Über eine Beantwortung meiner Fragen würde ich mich sehr freuen.

HARALD LUTZ

Die Venus ist im Infraroten tatsächlich sehr hell, da die Strahlung in schmalen spektralen Fenstern im nahen Infraroten zum Teil entweichen kann. Das wurde erstmals mit der Raumsonde Galileo im Jahr 1990 beobachtet, als sie an der Venus ein Swingby-Manöver durchführte, um zu Jupiter zu gelangen. Derzeit ist nicht bekannt, ob es einen Tagesgang der Temperatur auf der Venus gibt. Da die Atmosphäre extrem dicht ist, dürfte es praktisch keinen Unterschied geben.

Zur Wärmebilanz: Es gibt Hinweise darauf, dass die Oberfläche des Planeten noch vulkanisch aktiv ist, es also zu Lavaflüssen und Ausbrüchen kommt. Aber die dabei freigesetzten Energiemengen sind im Vergleich zur gefangenen Sonnenstrahlung völlig unbedeutend, wie es ja auch bei der Erde der Fall ist.

TILMANN ALTHAUS

Briefe an die Redaktion

Weitere Einsendungen finden Sie auf unserer Homepage unter www.sterne-und-weltraum.de/leserbriefe, wo Sie auch Ihren Leserbrief direkt in ein Formular eintragen können.

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Erinnerungen an die Archenhold-Sternwarte

Ein Dankeschön an Ihren Autor Volker Witt für den Artikel über die Geschichte der Archenhold-Sternwarte in Berlin-Treptow, an die ich auch ganz persönliche Erinnerungen habe. Vor allem habe ich dieser Sternwarte meine lange Liebe zu den Sternen zu verdanken.

Meine Eltern waren mit einem der wissenschaftlichen Mitarbeiter der Archenhold-Sternwarte, Herrn Dr. Winkler, befreundet, und so bekam ich zum siebenten oder achten (?) Geburtstag einen Besuch im

Planetarium geschenkt, was bei mir einen gewaltigen Eindruck hinterließ. Danach wurde ich auch in die »Arbeitsgemeinschaft Junge Astronomen« aufgenommen, eine kleine Gruppe von vier bis fünf Jungen meines Alters, die gut zwei Jahre bestand.

Nach heutigen Maßstäben unfassbar, was man uns nach einiger Zeit für Vertrauen entgegenbrachte. Wir wurden intensiv auf die teuren Geräte eingewiesen und nach den öffentlichen Führungen durften wir – natürlich nur an den Wochenenden – bis in die Nacht und teilweise alleine (!) mit dem 50-Zentimeter-Zeiss-Cassegrain beobachten, in der Woche tagsüber am Coelostaten selbstständig unter anderem Sonnenflecken zählen und Relativzahlen berechnen. Auch wetterbedingte »private« Vorführungen im Planetarium zählten dazu. Wir waren jede Woche regelmäßig einmal nachmittags in der Sternwarte und wurden von Herrn Dr. Winkler und Herrn Dieter B. Herrmann abwechselnd in Theorie und Beobachtungspraxis betreut.

Das absolute Highlight war aber die Satelliten-Empfangsstation im Obergeschoss, wo wir Jungs andächtig dem Piepsen der Sputniks lauschten, während Herr Herrmann an dem riesengroßen grauen Kasten geheimnisvolle Schalter und Drehräder betätigte.

THOMAS TACKE, HAMBURG

Gerhard Balda

Apollo 15 und die Fallbeschleunigung auf dem Mond, Teil 2

In SuW 8/2021, S. 7, wundert sich Silvio Henker über ein falsches Rechenergebnis seiner Schulklasse zur Fallbeschleunigung auf dem Mond. Nachfolgend der Link zu einem Beitrag, in dem Fallzeit und Höhe sehr gut erklärt werden: www.flippingphysics.com/apollo-15-featherand- hammer-drop.html

Die Fallhöhe ist mit 1,2 Meter anzusetzen, nicht mit 1,6 Meter. Und die Analyse der Bildsequenz führt zu einer Fallzeit von 1,2 Sekunden, nicht 0,9 Sekunden. Mit diesen Ausgangswerten kommt dann auch die bekannte Mondgravitation heraus.

GEORG ZEMANEK, SCHWÄBISCH GMÜND

Vielen Dank. In der Tat ergibt das Video damit den richtigen Wert, wenn man die NTSC-Bildfrequenz von 30 Aufnahmen pro Sekunde verwendet und dann die Frames einzeln abzählt.

SILVIO HENKER, DRESDEN

Objekte des Monats: Das Galaxienpaar NGC 5426/5427

Mit Interesse lese ich immer wieder die Artikel »Objekte des Monats«. Was mir dabei auffällt: dass sich zwischen den Skizzen und der bildlichen Darstellung der Objekte eine gewisse Lücke auftut. Zwischen einer zugegeben tollen Bleistiftskizze mit einem 130-Millimeter-APORefraktor und einem Foto des professionellen Very Large Telescope würden doch auch Amateuraufnahmen hineinpassen.

Als kleines Beispiel ergänze ich hier eine 30-Minuten-Aufnahme der Objekte des Monats aus dem Juniheft 2021, S. 62, mit einem Amateurteleskop: Newton D = 50 Zentimeter, f = 3,65, mit ASI 1600 MMPro Kamera. Aufwand: 30 Minuten Belichtungszeit und zwei Minuten, um das Helligkeitshistogramm zu bearbeiten.

GERHARD BALDA, GRAZ, ÖSTERREICH

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Bildquelle: Sterne und Weltraum, Ausgabe 10/2021

Finaler Tanz: Gerhard Balda fotografierte mit einem 50-Zentimeter-Newton das Galaxienpaar.

NGC 5427 NGC 5426

Diese Anregung hat die Redaktion dankbar aufgenommen. Das ist ein guter Vorschlag. Wir wollen uns bemühen, ihn umzusetzen, wenn auch sicher nicht in jedem einzelnen Fall.

U. B.

Schwere Elemente in TRAPPIST-1

Die neue Arbeit über das Planetensystem TRAPPIST-1 (siehe SuW 6/2021, S. 28) ist sicher ein Meilenstein in dem Bemühen, mehr Informationen über extrasolare Systeme zu gewinnen als Masse und Umlaufbahn. Ist TRAPPIST-1 älter als das Sonnensystem, dann wäre es wahrscheinlich, dass die Gasund Staubwolke, aus der sich das System gebildet hat, ärmer an schweren Elementen gewesen sein muss als im Vergleich zum Sonnensystem. Das könnte die systematisch geringeren Dichten im Vergleich zu den Gesteinsplaneten des Sonnensystems erklären. Hier wäre sicherlich ein Blick auf das Spektrum von TRAPPIST-1 hilfreich, ob es darin Auffälligkeiten in Bezug auf schwere Elemente gibt.

STEFFEN WASMUS

Das ist eine kluge Anmerkung. Man kann davon ausgehen, dass wir bald von derartigen Bemühungen aus der beobachtenden Astronomie hören werden.

RED.

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