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LESERBRIEFE


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Sterne und Weltraum - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 12.11.2021

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Bildquelle: Sterne und Weltraum, Ausgabe 12/2021

Rendezvous: Ein Nutzer von Herrn Reissners Webseite astro. vierwandfrei.de hat am 1. Juli 2021 den Durchgang der ISS vor der Sonne in einer Serienbelichtung aufgenommen. Deutlich lassen sich die beiden Solarzellenausleger der Station erkennen.

Transitvorhersagen für die chinesische Raumstation

Vor etwa eineinhalb Jahren wurde an dieser Stelle die Frage beantwortet, wann Transits der ISS vor Sonne und Mond beobachtet werden können (SuW 5/2020, S. 6). Nun hat die Internationale Raumstation (ISS) in diesem Jahr wieder Gesellschaft bekommen: Tiangong befindet sich im Aufbau, und das erste Modul, Tianhe, ist bereits im Orbit. Für alle diejenigen, die bereits auf Jagd nach ISS-Transits gehen, bestimmt eine neue Herausforderung!

Seit Anfang September stelle ich die entsprechenden Beobachtungsdaten testweise zur Verfügung. Die Tianhe-Transits für jeweils die nächsten fünf Tage sind hier abrufbar: https://astro. vierwandfrei.de/?sat=tianhe. Über Rückmeldungen von (Hobby-)Astronomen mit geeignetem Equipment würde mich mich sehr freuen!

FLORIAN REISSNER, MÜNCHEN/TEL AVIV

Obwohl die Station Tianhe wegen ihrer geringen Bahnneigung zum Äquator (etwa 42 Grad) Deutschland nicht überfliegen kann, erreicht sie hier dennoch mehr als 20 Grad über dem südichen Horizont.

Wir können also – wenn auch relativ selten – Transits vor Sonne und Mond hierzulande erleben. Kurz nach der Freischaltung der Webseite gab es um den 10. September 2021 eine größere Serie für Süddeutschland, Schweiz und Österreich. U. B.

Die Schulastronomie muss weiterleben

Mit großer Bestürzung habe ich in SuW 10/2021 vom Tod Lutz Clausnitzers erfahren und möchte seiner Familie aber auch seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern mein Mitgefühl ausdrücken. Seit vielen Jahren bemühte er sich darum, der Astronomie wieder den Platz im Leben der Schülerinnen und Schülern einzuräumen, den sie verdient. Seit der Veröffentlichung seines offenen Briefs im September 2019 hatte ich das Gefühl, es tut sich endlich etwas. Schülerinnen und Schüler und auch viele Eltern sind nach wie vor an der Astronomie sehr interessiert.

Meine 10. Klasse hat zum Beispiel gerade im Physikunterricht mit einer klassischen drehbaren Sternkarte Koordinaten sowie Auf- und Untergangszeiten von Sternen bestimmt – analog, ganz ohne App! Dieses Hilfsmittel gibt es seit Jahrzehnten, und es ist verblüffend, wie einfach sich damit die Vorgänge am Himmel beschreiben lassen. Schülerinnen und Schüler, auch diejenigen, die sich sonst weniger für den naturwissenschaftlichen Unterricht begeistern lassen, waren fasziniert.

In den (sächsischen) Lehrplänen ist die Astronomie derzeit leider nur ansatzweise enthalten, und die Umsetzung der wenigen Inhalte hängt zu sehr vom persönlichen Interesse der Lehrkraft an der Astronomie ab. Florian Freistetter sagt in der 453. Folge seines sehr zu empfehlenden Podcasts »Sternengeschichten«, dass die Wissenschaft neben der Forschung eben auch die Verpflichtung habe, neue Erkenntnisse zu vermitteln.

Meines Erachtens gelingt dies nur, wenn in der Schule auch das dafür notwendige astronomische Grundwissen im Astronomieunterricht vermittelt wird.

Ich wünsche mir, dass Herrn Clausnitzers Engagement für die Schulastronomie fortgeführt wird, und ebenso, dass »Sterne und Weltraum« weiterhin die astronomische Bildung unterstützt, etwa durch das Projekt »Wissenschaft in die Schulen«.

SILVIO HENKER, DRESDEN

Adaptionshilfen für das Auge?

Zu den Fragen von Herrn Schwarz und der Antwort von Herrn Finkenzeller in SuW 11/2021, S. 8, möchte ich aus eigener Erfahrung zwei Anmerkungen hinzufügen.

1) Theoretisch kann die Wahrnehmungsfähigkeit des Auges durch mehrere »Maßnahmen« am Tag verbessert werden.

Dazu zählen neben dem Tragen einer Sonnenbrille auch die Vermeidung von Bildschirmarbeit und Alkohol. Ich persönlich benutze keinerlei Adaptationshilfen, da mit dem Aufbau des Teleskops sowieso etwas Zeit vergeht, und bis ich dann mit dem Beobachten beginne, haben sich meine Augen schon an die Dunkelheit gewöhnt. Wenn Sie nur mal eben kurz vor die Tür treten wollen und Zeit sparen möchten, ist es natürlich sinnvoll, Ihren Augen in der Zeit davor im Haus so wenig Licht wie möglich auszusetzen.

Das ist zwar von Person zu Person verschieden, aber ich kann 10 bis 15 Minuten, nachdem ich einen normal beleuchteten Raum verlassen habe, mit »sinnvoller«

Deep-Sky-Beobachtung beginnen. Ich möchte behaupten, nach einer halben Stunde haben meine Augen ihre maximale Empfindlichkeit erreicht (Achtung: schon das Hantieren mit einer schwachen weißen LED-Taschenlampe richtet hier großen Schaden an!).

2) Das Inhalieren von reinem Sauerstoff kann im Hochgebirge helfen, wo die Luft sehr dünn ist, aber unterhalb von 2000 Metern reicht es, ein paar Mal tief einzuatmen oder sich zwischendurch etwas zu bewegen. Das mache ich während des Beobachtens auch, weil man dann merkbar wacher ist – besonders wenn man schon eine Weile am Teleskop gesessen hat. Sauerstoffmangel lässt einen müde werden; da kann Bewegung – also gute Durchblutung – Wunder wirken, aber man benötigt keine Sauerstoffflasche.

MICHAEL FRITZ

Briefe an die Redaktion

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Lutz Clausnitzer und Rudolf Kühn

Das Ableben von Lutz Clausnitzer (siehe SuW 10/2021, S. 45) reißt eine tiefe Lücke in die himmelskundliche Schulbildung. Seine Verdienste können nicht genug gewürdigt werden. Er hat erkannt, wie wesentlich es ist, bei der astronomischen Bildung mit der Jugend zu beginnen.

Bereits vor mehr als 60 Jahren hat sich ein himmelskundlicher Volksbildner überaus großer Popularität erfreut: Es war Rudolf Kühn (1926 – 1963), der im Jahr 1954 beim Bayerischen Rundfunk eine Astropremiere hinlegte, die ihresgleichen sucht. Auf Anhieb konnte der Astronom vom Wendelstein die Herzen seiner Zuschauer erobern. »Sein Gesicht strahlt Bescheidenheit aus. Sein bubihafter Charme und seine Schüchternheit wirken gewinnend. Er hat nichts von einem Schulmeister an sich und vermeidet jedes Dozieren.« So in etwa hat ihn das damalige Publikum bewertet.

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Bildquelle: Sterne und Weltraum, Ausgabe 12/2021

Mitbegründer von SuW: Rudolf Kühn (1926 ? 1963) wurde im Bayerischen Rundfunk zum ersten Fernsehastronomen.

Knapp sechs Jahre nach seiner ersten Fernsehsendung »Hobby unterm Sternenzelt« war Rudolf Kühn bereits mehr als 200-mal auf dem Bildschirm erschienen. Nach seinem frühen Unfalltod am 4. Dezember 1963 durfte ich als damaliger Gymnasiast mir zahlreiche Sendungen von ihm in einem kleinen Studio des Bayerischen Rundfunks anhören. Dies hat mich in meinen eigenen astronomischen Studien ungemein geprägt und auch dazu angeleitet, bis zum heutigen Tag große Freude zu verspüren, wenn ich Menschen die Wunder des Sternenhimmels nahebringen darf.

PETER REINHARD, WIEN

Rudolf Kühn hat mit seinen Sendungen eine ganze Generation von Studierenden und Astronomen hervorgebracht. Er ist zugleich einer der drei Gründerväter von »Sterne und Weltraum«, zusammen mit Hans Elsässer und Karl Schaifers.

RED.

Altgriechischer Tippfehler

Den Artikel über das Auge von Michael Fritz in SuW 6/2021, S. 66, habe ich mit großem Interesse gelesen und zolle dem Autor großen Respekt. Eine Kleinigkeit habe ich anzumerken: Auf S. 67 ist vom skotopischen Sehen die Rede, was mit griechisch: skópos zusammengebracht wird. Es muß aber skótos (Dunkelheit) heißen, was über den gemeinsamen indogermanischen Ursprung mit dem deutschen »Schatten« zusammenhängt. Skópos (kommt von griechisch: skopein, sehen) und ist hingegen das, was man beim Hineinschauen in optische Instrumente (Tele-, Mikro-, Periskope) zu sehen erwartet – ein Ziel, gerade nicht Dunkelheit. Aber auch der Beobachter selbst kann mit skópos bezeichnet werden, zum Beispiel Demoskopen.

PETER BLODOW, EHRENBERG

Erratum

Auf S. 14 in SuW 11/2021 hätte im linken Bild statt »1 Bogenminute« »1 Bogensekunde« stehen müssen. Wir danken Herrn Mag. Franz Vrabec aus Wien für seinen Hinweis.

RED.

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