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LESERBRIEFE


Reiter Revue International - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 27.03.2019
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Bildquelle: Reiter Revue International, Ausgabe 4/2019

Interview: Wird die Biomechanik zu wenig vermittelt?, 3/19

Kryptischer Begriff

In der März-Ausgabe ging es in einem Interview um die Frage, ob die Biomechanik im Reitunterricht zu wenig thematisiert wird.

Gratulation zu diesem Artikel. Ich bin seit fast 30 Jahren Ausbilderin der klassischen Lehre. Dazu gehört das jahrelange Schulen des Reitersitzes, das achtsame und geduldige Ausbilden der Pferde, mit dem Ziel, beide Schüler zu einem harmonischen Reiten mit Freude an der Bewegung zu führen. Was nutzt es, immer rittigere Pferde zu züchten, Prüfungen technisierter zu gestalten, wenn nicht gleichzeitig am Sitz des Reiters und am Wissen über die eigene Biomechanik und die des Pferdes gearbeitet wird? Der Großteil der heutigen Ausbilder hat selbst nicht das Wissen davon, bildet aber Nachwuchs, ob Reiter oder Pferde, aus. Die heutigen Sportpferde sind mit ihren immensen Bewegungen nicht mehr „sitzbar“, sie passen nicht zur Biomechanik des Reiters, denn der ist nicht weitergezüchtet worden! Somit profitiert das gesamte System um Sättel als Sitzprothesen, Reitbommel und Silikon-Reithosen.

Alle reden von „Reiten mit feinen Hilfen“. Jeder wünscht sich ein leichttrittiges Pferd. Doch dazu gehört Wissen um die Biomechanik, Achtung der individuellen Möglichkeiten und der Wille, daran arbeiten zu wollen.

ANETTE MEYER, PER E-MAIL

Aus langjähriger Erfahrung als Reiter und leidenschaftlicher Sammler von Reitlehren jeglicher Couleur und Epoche ist meine eindeutige Antwort: „Ja, die Biomechanik wird in der Reiterei zu wenig vermittelt, und wenn sie thematisiert wird, geschieht dies in der Regel unspezifisch.“ Was ich bislang gehört oder gelesen habe, war für mich rätselhaft. Der Begriff „Biomechanik“ wurde weder definiert, noch seine Inhalte verdeutlicht, sondern mehr oder we niger als „imponier- beziehungsweise schlagwortartige Floskel“ benutzt.

Ich bin deshalb nun hoch erfreut, dass Sie und Herr Janik Bode den Begriff „Biomechanik“ im hippologischen Sinne ein „Gesicht“ und eine mit der Physik kompatible Definition gegeben haben. Um dieses Wissen auch bis in die unterste Reitschule zu tragen, bedarf es jedoch, so befürchte ich, eine künftige, junge Reitlehrergeneration, die nicht mehr nur lautstark forsches Vorwärts fordert.

Mein Appell: Der Begriff „Biomechanik“ und seine Inhalte müssen in der Reiterei nicht nur mehr vermittelt, sondern vor allem allgemein verständlich, sachgerecht erläutert und umgesetzt werden.

DIETER GRABMÜLLER, BERGHEIM

Lahmheiten durch zwei Aufzüge an den Vordereisen, 2/19

Keine Ausnahme mehr

In der Februar-Ausgabe haben wir die Aufzüge an den Vordereisen unter die Lupe genommen.

Zwei Aufzüge beim Hufbeschlag, stellen aus meiner Sicht (Stall mit 30 Pferden) derzeit eher die Regel als die Ausnahme dar. Hat sich also die Hufqualität der Pferde heute tatsächlich generell verschlechtert?

Auch vor meinen Pferden hat die Entwicklung im Übrigen nicht Halt gemacht. Vor 20 Jahren wurde mein erstes Reitpferd immer nur mit einem Aufzug an den Vorderbeinen beschlagen. Es galt die Regel, dass bei einem frischen Beschlag zwischen Huf und Kante des Eisens ein Streichholz liegen können müsste. Der Beschlagszeitraum lag meist bei zwölf Wochen. Das Pferd hat schöne, breite, stabile Hufe, bis heute.

Pferd Nummer zwei startete mit einem Aufzug, bekam alsbald zwei. Pferd Nummer drei kennt tatsächlich nur zwei Aufzüge und das trotz eines von Beginn an etwas engen Hufes. Heute hat es einen tendenziell zu engen Huf mit all den von Ihnen angesprochenen Problemen. Die Beschlagsperiode ist mit acht Wochen entsprechend kurz. Vom Streichholz gibt es überhaupt keine Spur mehr. Für den Schmied bedeutet das mehr Arbeit, für den Besitzer mehr Geldeinsatz.

Ihr Tipp, mit dem Schmied über das Wieso, Weshalb, Warum zu reden, ist sicher gut gemeint und mit meinem Schmied kann man immer über alles reden. Doch ist es normalerweise so, dass man als Tierbesitzer ohne Fachausbildung doch dem Experten vertrauen sollte. Was bedeutet, dass die Ausbildung der Hufschmiede hin zum Tierwohl im Vordergrund stehen sollte. Man kann ja nicht immer jedem prinzipiell misstrauen.

Irgendwie stößt mir die derzeit verbreitete Masche auf, zu fordern, der Verbraucher müsse wissen, der Verbraucher müsse überprüfen, der Verbraucher müsse dies und das studieren – und noch seinen eigenen Beruf zur Zufriedenheit ausüben.

MONIKA GOLLOR, DEGGENDORF

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