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Leserpost: Anregungen, Meinungen und Reaktionen


Münzen & Sammeln - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 18.12.2019

Zum Artikel „Der Diktatfrieden von Versailles …“

Sie haben in der Ausgabe 9/2019 über den Diktatfrieden von Versailles 1919 und die Medaillen auf diesen Anlaß geschrieben. Mir liegt eine Silbermedaille von 1925 vor, die auch gut zu dem Thema paßt. Am 9. Januar 1923 erkärte die alliierte Reparationskommission, daß das Deutsche Reich im Jahr 1922 „nur“ 11,7 Millionen Tonnen Kohle statt der geforderten 13,8 Millionen Tonnen geliefert hatte. Außerdem seien nur 65 000 statt 200 000 Telegrafenmasten geliefert worden.
Frankreich nahm das zum Anlaß, zwischen dem 11. und dem 16. Januar 1923 mit zunächst 60 000, später 100 000 Soldaten das gesamte Ruhrgebiet bis Dortmund gemeinsam mit belgischen Truppen zu okkupieren. Vorübergehend wurden im Frühjahr und Sommer 1923 auch Teile des bergischen Industriegebiets von französischen Verbänden besetzt.
Auf Druck der USA und Großbritanniens mußte Frankreich letztlich einlenken und im Juli/August 1925 seine Truppen aus dem Ruhrgebiet abziehen.
Richard N./Witten

Artikelbild für den Artikel "Leserpost: Anregungen, Meinungen und Reaktionen" aus der Ausgabe 1/2020 von Münzen & Sammeln. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Münzen & Sammeln, Ausgabe 1/2020

Silbermedaille 1925 auf den Abzug der französischen Truppen aus dem Ruhrgebiet. Der deutsche Adler zerbricht mit seinem Flügel die Stange mit der französischen Feldmütze (Anspielung auf die Stange mit dem Gessler-Hut in „Wilhelm Tell“). Die In - schrift lautet in zwei versetzten Zeilen: FREI! / 1925 und im Abschnitt: RHEIN U. RUHR Auf der Rückseite steht in sieben Zeilen: FREI / SIND DIE HÜTTEN / SICHER IST DIE UNSCHULD VOR DIR / DU WIRST / DEM LANDE NICHT / MEHR SCHADEN (Wilhelm Tell, 4. Akt)


Libra-Projekt vor dem Aus?

In der November-Ausgabe hatten Sie im Vorwort über das Libra-Projekt von Facebook geschrieben.
Inzwischen wurde bekannt, daß aus dem Libra-Konsortium sieben von ursprünglich 28 Partnern abgesprungen sind, darunter die Finanzdienstleister Mastercard, Visa und PayPal sowie die Handelsplattform eBay, Stripe, Mercado Pago und die Online-Reisefirma Booking. Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz begrüßte diesen Rückzug namhafter Konzerne. Das Projekt sei eine Bedrohung für die Autonomie von Staaten und für demokratische Entscheidungsstrukturen. „Wir müssen deswegen dafür Sorge tragen, daß die Herausgabe einer Währung eine Angelegenheit von Staaten bleibt und nicht großer privater Firmen“, sagte er. Die Begründung ist jedoch nachgerade lächerlich. Wo sind denn bei der Europäischen Zentralbank „demokratische Entscheidungsstrukturen“?
Sven G./Rostock

Wertanlagen?

Bereits seit meiner Gymnasialzeit bin ich (Geburtsjahrgang 1957) wenn auch mit einer längeren Unterbrechung Münzsammler. Neben der Freude an der Sache war natürlich auch der Anlagegedanke ein Grund, dieses Hobby zu wählen. Je länger ich mich mit der Materie befasse, desto öfter kommen Zweifel, ob das Sammeln von Münzen ein wirklich so gutes Geschäft ist. Hier ein aktuelles Beispiel:
Die 10-Euro-Silbermünzen des Jahres 2003 sind nun mittlerweile auch „in die Jahre gekommen“. Die einfachen Stempelglanzausführungen waren für 10 Euro bei den Banken zu haben. Die Verkaufsstelle für Sammlermünzen (VfS) verkaufte die Spiegelglanzausführungen für 15 Euro. Im Münzhandel wurden höhere Preise verlangt. Nun möchte man natürlich auch gern einmal abschätzen, welchen Wert seine Sammlung hat. Als eine Quelle nutze ich hierzu den Internetaufritt der Firma Heubach Edelmetalle, siehehttps://www.heubach-edelmetalle.de/catalog/silbermuenzen-2003 . Hier werden beispielsweise für die von mir zufällig ausgewählten, lieferbaren Münzen folgende Verkaufs- /Ankaufspreise aufgerufen:
– 10 € 2003, Stgl. „Industrielandschaft Ruhrgebiet“ 11,50 €/10,00 €
– 10 € 2003, PP, „Industrielandschaft Ruhrgebiet“ 12,90 €/10,20 €
– 10 € 2003, PP, „Deutsches Museum München“ 12,90 €/10,20 €
– 10 € 2003, PP, „Gottfried Semper“ 12,90 € /10,20 €
– 10 € 2003, PP, „Fußball Weltmeisterschaft“ 12,90 €/10,20 €

Die Stempelglanzausführungen werden immer noch zum Nominalwert aufgekauft. Die Ankaufspreise für die Polierte Platte liegt nur wenig höher. Sie liegen aber deutlich unter dem günstigsten Preis für den Sammler bei der Erstausgabe dieser Münze. Selbst die Verkaufspreise liegen unterhalb des Preises der VfS. Beispiel des Angebots für eine aktuellere Münze beim gleichen Händler:
– 20 € 2018, PP, „Gewandhausorchester“ 24,00 €/21,00 €
Bei der VfS war die Münze in dieser Erhaltung für 34,95 € zu haben. Auch bei den neuen, angeblich sehr nachgefragten Polymermünzen zeichnet sich ähnliches ab:
– 5 € 2018 mit Polymerring, Stgl., „Subtropische Zone“ 8,00 €/5,00 €
– 5 € 2018 mit Polymerring, PP, „Subtropische Zone“ 19,00 €/12,00 €

VfS: 15,99 € für PP. Solche Preise stimmen einen Sammler sehr nachdenklich. Insbesondere stellt sich die Frage, ob sich der Kauf der besseren Erhaltungsqualität PP wirklich lohnt. Sind die Preise der Erstausgabe zu hoch kalkuliert, da sie nach kurzer Zeit derart „verfallen“? Als Fazit könnte man ziehen, daß nur der Staat und der Münzhandel an diesem Hobby verdienen, für die Sammler bleibt wirklich nur der „Spaß an der Freude“!?
Andreas K./Rostock

Hinweis der Redaktion. Dieser Leserbrief verdeutlicht ein weit verbreitetes Mißverständnis. Es ist ein Irrglaube, wenn Sammler von Gedenkmünzen der Bun desrepublik Deutschland glauben, ihre Münzen würden im Lauf der Jahre an Wert gewinnen. Das ist bei den konkreten Prägezahlen schlichtweg nicht möglich. Man sollte diese Münzen z. B. aus Freude an den Münzen, ihrer Aussage und/oder ihrer Gestaltung (das ist machmal schwierig) sammeln. Als Geldanlage mit Wertzuwachs sind sie nicht geeignet.
PP ist übrigens keine „Erhaltungsqualität“, sondern ein spezielles Herstellungsverfahren.

Goldgeschenk zu Weihnachten

Der aktuelle Goldpreis (Anfang November 2019), 999,9 fein, beträgt rund 43 Euro für 1 Gramm. Es kann mit einer Erhöhung des Goldpreises in nächster Zeit gerechnet werden. Ein mögliches Goldgeschenk ist mir besonders aufgefallen.
Goldbarren mit Motiv als Kleingeschenk: Fast ein Geschenk an die Bundesbürger. So jedenfalls werden immer wieder Goldbarren mit besonderen Motiven, meistens mit geschichtlichem Hintergrund im Handel angeboten. Die Abbildungen sind in der Verkaufsofferte, um das Motiv besser zu vermitteln, im Verhältnis zur Wirklichkeit vergrößert dargestellt.
Die Abbildungsgröße (Höhe x Breite) beträgt rund 9 cm x 5 cm oder in mm: 90 mm x 50 mm. Die wirkliche Größe ist mit rund 15 mm x 9 mm angegeben.
Das Gewicht entspricht mit 0,31 g einer 1/100 Unze; der Barren ist aus Feingold 999,9 fein. Der Preis für derartige Barren bewegt sich um 30 Euro. Oftmals wird, wegen der Empfindlichkeit der Käufer in Hinblick auf glatte Summen, ein Verkaufspreis von 29 Euro angeboten.
Der reine Goldwert errechnet sich gerundet zu 13 Euro.
Drei Barren, die man zusammen pro Person nur bestellen kann, haben ein Feingewicht von 0,93 g und kosten rund 90 Euro. Der Preis für 1 Gramm Feingold beträgt hochgerechnet rund 97 Euro.

Derartige Barren haben geringen Sammlerwert und hohe Auflagen. Bei einem Verkauf ist ein Abzug von 5 % bis 10 % vom aktuellen Goldwert zu erwarten. Verkaufswert rund 12 Euro.
Der Erwerb eines derartigen Kleinbarrens mit Motiv ist nur im Zusammenhang mit einem persönlichen Bezug, zum Beispiel einem Erinnerungswert, zu empfehlen. Als Alternative bieten sich reine Goldbarren, Anlage-Goldmünzen oder Kaiserreich-Goldmünzen mit ehemals großen Prägemengen an.
Alle diese Alternativen bieten derzeit die Möglichkeit, Feingold 999,9 fein direkt oder umgerechnet (von z. B. 900/1000) in verschiedenen Gewichten zu einem Goldpreis ab 45 Euro je Gramm zu erwerben. Ich hoffe für alle Leser, dass ihr eventuelles Goldgeschenk aus den Bereich der aufgeführten Alternativen stammt oder sogar eine besonders wertvolle Sammlermünze ist.Peter Neugebauer/Berlin

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