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Let’s talk about Anuga


dgw deutsche getränke wirtschaft - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 09.12.2019

100 Jahre geballte Ernährungskompetenz


Artikelbild für den Artikel "Let’s talk about Anuga" aus der Ausgabe 12/2019 von dgw deutsche getränke wirtschaft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: dgw deutsche getränke wirtschaft, Ausgabe 12/2019

Mit über 165.000 Besuchern (plus drei Prozent gegenüber 2017) aus 201 Ländern und rund 7.500 Ausstellern (7.405 im Jahr 2017) aus 106 Ländern erzielte die Kölner Messe diesjährig vom 5. bis 9. Oktober neue Bestmarken. Unter den Ausstellern befanden sich 738 aus Deutschland.

Traditionell ist der Auslandsanteil auf Aussteller- sowie Besucherseite sehr hoch. Die Koelnmesse meldet auf Ausstellerseite einen Auslandsanteil von 90 Prozent und besucherseitig 75 Prozent.

„Der kontinuierliche Zuwachs an Fachbesuchern sowie Ausstellern bestätigt den herausragenden ...

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... internationalen Stellenwert der Anuga als wichtigste Businessplattform der Branche. Mit diesem Rekordergebnis schreiben wir die Erfolgsgeschichte der Anuga zum 100. Jubiläum weiter fort. Nirgendwo sonst werden Angebot und Nachfrage in dieser Qualität so effektiv zueinandergeführt wie hier in Köln. Stärker denn je ist die Anuga 2019 aber auch ein Zukunftsfenster. Hier werden strategische Entscheidungen für die gesamte Ernährungswirtschaft diskutiert sowie neue Lösungen und Konzepte für die großen Herausforderungen der globalen Ernährungsindustrie vorgestellt“, so Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse GmbH.

Auch Friedhelm Dornseifer, Präsident des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), zeigte sich zufrieden: „Die Anuga hat es 2019 erneut geschafft, die Vielfalt der Lebensmittelwirtschaft auf beeindruckende Art und Weise darzustellen. Der Messe ist es dabei ebenfalls gelungen, die Zukunftsthemen der Branche mit der aktuellen politischen Debatte zu verknüpfen, welchen Einfluss Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln auf Umwelt und Klimawandel haben. Zu ihrem 100. Jubiläum zeigt sich die Anuga damit topaktuell und für künftige Herausforderungen gut gerüstet. Trotz der hohen Bedeutung von sozialer Verantwortung und Nachhaltigkeit, die mit der Herstellung und dem Verkauf von Lebensmitteln einhergehen, hat die Anuga 2019 mit ihrer großen Vielfalt an neuen Produkten eindrucksvoll bewiesen, dass Lebensmittelwertschätzung vor allem Geschmackssache ist.“

Der Koelnmesse zufolge kamen zahlreiche Einkäufer mit Entscheidungskompetenz aus dem Handel und dem Foodservice zur Messe nach Köln. Von den Top-10-Lebensmittelhändlern der Welt und den Top 12 aus Deutschland waren alle wichtigen Akteure vertreten. Auf Seite der Fachbesucher konnten für Europa besonders Steigerungen aus Großbritannien, den Niederlanden, Polen und der Ukraine verzeichnet werden. Signifikante Steigerungen aus nicht europäischen Ländern gab es vor allem aus Brasilien, Japan, den USA und Russland.

2019 feiert die Anuga ihr 100-jähriges Jubiläum. Die erste Anuga fand 1919 in Stuttgart mit rund 200 deutschen Firmen statt. Das „Stuttgarter Neue Tagblatt“ schrieb am 29. September 1919: „Die Zeit scheint reif für eine Ausstellung, auf der sich der Kaufmann über das Angebot informieren kann.“ Angelehnt an das Konzept einer jährlichen Wanderausstellung folgten weitere Veranstaltungen der Anuga, unter anderem 1920 in München, 1922 in Berlin und 1924 in Köln. Mit rund 360 Ausstellern und 40.000 Besuchern war die erste Anuga in Köln die beste Veranstaltung seit ihrer Gründung gewesen, weshalb sich die Organisatoren für Köln als dauerhaften Standort aussprachen. Bereits damals gab es acht Angebotsschwerpunkte: Nahrungs- und Genussmittel, Koch- und Backapparate, Maschinen für die Nahrungsmittelherstellung, Verpackungsmittel und Verpackungsmaschinen, Ladeneinrichtung, Fördertechnik, chemische und kosmetische Präparate sowie Werbeartikel.

1955 zeigte sich auch Konrad Adenauer beeindruckt: „Diese Schau ist imponierend. Sie können stolz darauf sein.“ Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Messe, aus der führende Fachmessen wie die ISM und die Anuga FoodTec hervorgingen, von einer Food- und Processing-Plattform zu einer reinen Fachmesse für Lebensmittel und Getränke. 2003 erfolgte die Umsetzung des bis heute etablierten Konzepts „10 Fachmessen unter einem Dach“. Heute ist die Anuga mit 7.405 Ausstellern und rund 165.000 Fachbesuchern aus dem Handel und Außer-Haus-Markt die Weltleitmesse für Lebensmittel und Getränke.

In diesem Jahr präsentierte die Anuga zum ersten Mal den „Boulevard of Inspiration“ im Nordboulevard vor der Halle 8 des Kölner Messegeländes. Er bot den Fachbesuchern örtlich und thematisch gebündelt drei Sonderschauen mit der Anuga Trend Zone, der Anuga taste Innovation Show sowie der neuen Eventfläche Anuga Horizon 2050.

Mit der Anuga Trend Zone und der Anuga taste Innovation Show wurden die aktuellen Neuheiten und Trends der Branche präsentiert. Die Anuga Trend Zone ist eine zentrale Vortragsbühne, auf der ein Expertenteam von Innova Market Insights und Euromonitor aufschlussreiche und neueste Analysen zur Entwicklung der Nahrungsmittel- und Getränkebranche gab.

Der wichtigste Treiber für Lebensmittelneuheiten ist Verbraucherfreundlichkeit, lautet ein Ergebnis der Studie „Einfach lecker – Trends bei Fertigprodukten 2019“, die auf der Anuga vorgestellt wurde. Auf Platz zwei und drei folgen die Attribute „gesund“ (53,6 Prozent) und „nachhaltiger Konsum“ (44,9 Prozent).

Die wichtigsten Produktneuheiten der Anuga wurden in der Sonderschau Anuga taste Innovation Show vorgestellt. Aus allen Produktneuheiten der Aussteller wählte eine Fachjury aus Journalisten und Marktforschern die Top-Innovationen der Branche.

Zur Jubiläumsausgabe wurde die Zukunft der Ernährung stärker in den Fokus gerückt. Studien besagen, dass in wenigen Jahren über zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben werden. Die zentrale Frage ist: Wie sollen all diese Menschen ernährt werden? Unsere Ernährungswelt steht damit vor dem größten Wandel aller Zeiten, und zahlreiche Unternehmen beschäftigen sich bereits mit alternativen Lösungen für die Branche.

Mit der Anuga Horizon 2050 bot die Messe erstmals eine Plattform, die sich ausschließlich mit der Zukunft der Ernährung beschäftigt. Fachbesucher konnten sich an allen Messetagen über Visionen und neue Lösungsansätze der nächsten 50 Jahre informieren und sich dazu mit Pionieren, Experten der Branche und Start-ups aktiv austauschen.

Das Marktforschungsunternehmen Euromonitor International gab exklusiv zur Anuga das Whitepaper „Evolting Trends in Foods and Nutrition“ heraus. Das Papier hebt die zunehmende Kundensegmentierung, bewussten Konsum und pflanzenbasierte Alternativen als Schlüsselthemen hervor, die derzeit neue Produktentwicklungen in der Lebensmittelbranche prägen. In den Jahren 2013 bis 2018 wuchs die Nahrungsmittel- und Ernährungsindustrie laut Euromonitor International weltweit um 1,6 Prozent. Vor allem in Asien sowie im Mittleren Osten und Afrika wird bis 2023 mit 4,0 Prozent beziehungsweise 3,7 Prozent das voraussichtlich größte Wachstum für den Verkauf von verpackten Lebensmitteln erwartet. „Hersteller müssen einfallsreich sein und ihr Produktangebot ausweiten, um Verbraucher mit vielfältigen Bedürfnissen und in Erwartung neuer Geschmackserlebnisse zu erreichen“, sagt Katharina Bagul, Head of Food and Nutrition bei Euromonitor International. Sie ergänzt: „Fleischfreie Ernährung war 2019 das Feld mit den interessantesten Entwicklungen, die maßgeblich durch Fleischanaloga geprägt wurden. Im Hinblick auf alternative Proteine wird die nahe Zukunft zeigen, ob essbare Insekten und im Labor gezüchtetes Fleisch Akzeptanz bei einer breiteren Konsumentenbasis erzielen.“

Anuga Drinks

Vertreten auf der Anuga Drinks – einer der zehn Fachmessen – waren 535 Aussteller. Big Player aus dem Getränkebereich sind schon einige Zeit nicht mehr auf der Anuga präsent. Stattdessen präsentiert sich eine Vielzahl von kleinen beziehungsweise größeren Start-ups, auch diesjährig. Und hier geht der Trend zu mehr Individualisierung, Nachhaltigkeit, kreativen Geschmacksrichtungen und gesunden Basiszutaten, vor allem alles ohne Zusatzstoffe.

Gut besucht war beispielsweise der kleine Stand der Neuheit air up. Die Trinkflasche verleiht purem Wasser Geschmack – allerdings über einen Duft in einem kleinen, mit Aroma gefüllten Ring, der um den Trinkhalm gestülpt wird. Das Aroma gelangt bei air up nicht in das Wasser, sondern über duftende Luftbläschen direkt in die Nase. „Retronasal“ heißt der wissenschaftliche Fachbegriff.

Foto: Anuga Koelnmesse

Foto: Anuga Koelnmesse

Foto: Anuga Koelnmesse

Gute Resonanz auch bei dem jungen Berliner Unternehmen boozeME GmbH. Der Getränkehersteller füllt tiefgefrorene alkoholische Cocktails in Flaschen ab. Neben frischen Säften, Sirupen und Spirituosen sind ebenfalls Obstgarnitur und Eiswürfel in der Flasche enthalten. Der Cocktail wird flüssig, die Eiswürfel bleiben gefroren. Aus Berlin heißt es: „Eisgekühlt, fruchtig- frisch, servierfertig. So kommen die tiefgekühlten Flaschencocktails namens kukki nach 30 Sekunden aus einem eigens entwickelten Toaster.“

Das Teegetränk Unkraut der Firma Egger Getränke macht dem Namen alle Ehre, denn enthalten sind Unkräuter wie Löwenzahn, Rotklee und Brennnessel. Den kalorienarmen Drink, mit Saft gesüßt, gibt es in drei Geschmacksrichtungen.

Ein Eyecatcher: der Dry Gin „Tinte Gin“ mit tiefblauer Farbe und in einer Flasche, die an ein Tintenfass erinnert. „Drink good, be happy“ heißt es bei der Hanflimonade Hemponade aus reinem Saft, hergestellt aus kalt gepresstem Hanf mit einer Limettennote.

Zwei neue Getränke auf Basis von frisch gebrühtem Moringa-Tee hatten die Rhodius Mineralquellen und Getränke, Burgbrohl, im Messegepäck. Unter der Marke Naturally High gibt es einen Bio-Moringa-Vitaltee im Tetrapak und einen Bio-Moringa-Energydrink in der Dose. Beide Produkte werden in Zusammenarbeit mit dem Start-up Estancia Verde hergestellt. Estancia Verde baut in Kooperation mit Kleinbauern nachhaltig in Afrika Moringa an. Präsenz zeigten die Ingredients- und Komplettlösungsanbieter Döhler und ADM. Auf der Kölner Messe präsentierte ADM neueste marktreife Produktkonzepte, beispielsweise neue Lösungen für weniger süße Säfte. Entwickler von ADM haben neue Blends kreiert, die Säfte mit geringerem Kohlenhydratanteil enthalten, zum Beispiel Kokoswasser. Dadurch weisen die Produkte weniger Zucker auf, schmecken insgesamt nicht so mächtig und süß. Just 19 ist die neue Range von ADM, die den niedrigen Kaloriengehalt im Namen trägt, und das ADM-Body-ADD-Backsystem eignet sich für alle Getränkekonzepte, deren Kaloriengehalt um bis zu 30 Prozent gesenkt wird. Vorgestellt wurden zudem Teegetränke – produziert aus nachhaltiger Rohware – der Sorten Schwarzer Tee-Orange-Passionsfrucht und Grüner Tee-Zitrone. Ebenfalls neu: Hop’ìcs, eine Hopfenlimonade plus Tonic.

Anuga 2021: 9. bis 13. Oktober