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LEVEL UP FÜR DIE OHREN


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Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 11.02.2022

Gaming-Headsets

GAMING-HEADSETS

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Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 4/2022

Gaming ohne ein passendes Headset? Geht, eine gute Idee ist es aber eher nicht. Vor allem online in Multiplayer-Spielen stehen Zocker ohne passende Technik schnell auf verlorenem Posten. Die oft spielentscheidende Kommunikation mit den Teammitgliedern fällt dann flach, und Geräusche von Feinden lassen sich kaum präzise orten. Allerdings sind Top-Gaming-Headsets schon mal mehrere Hundert Euro teuer. Es geht jedoch auch günstiger: COMPUTER BILD hat Modelle bekannter Marken zwischen 20 und 150 Euro getestet – auch Sony und Microsoft waren mit ihren Headsets dabei.

Diese Headsets sind dabei

Zum Test der Gaming-Headsets trat ein bunter Strauß Kandidaten an. An der Preis-Spitze stehen die Modelle HS80 RGB und HS75 XB von Corsair für rund 150 beziehungsweise 130 Euro, gefolgt von Sonys Pulse 3D und Microsofts Xbox Wireless Headset für jeweils gut 100 Euro. Im ...

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... preislichen Mittelfeld liegen das Logitech G335 und das Razer Kaira X für etwa 70 Euro. Das GXT 488 Forze von Trust für 35 Euro und das GH200 von AOC für 20 Euro schonen den Geldbeutel am meisten. Dass der Preis nicht zwingend mit einer entsprechenden Qualität einhergeht, zeigt der Test.

Bequem, selbst nach Stunden

Was also macht ein gutes Gaming- Headset aus? Vor allem bei langen Spielesitzungen mit Freunden ist der Tragekomfort enorm wichtig. Denn niemand will eine Nacht vor PC, Xbox oder PlayStation mit Nacken- oder Kopfschmerzen bereuen. Im Test offenbarten einige Kandidaten Tragekomfort-Schwächen. Beim Logitech G335 stört etwa der hohe Anpressdruck, und das Sony Pulse 3D strapaziert große Ohren mit recht kleinen Polstern. Bei den übrigen Headsets kommt es auf Dauer zu spürbarer Wärmeentwicklung am Ohr. Anders sieht es beim Razer Kaira X und Xbox Wire less Headset aus – sie punkteten im Test mit angenehmen Polstern und einem guten Sitz.

Wenig überraschend: Alle Prüflinge gleichen sich optisch weitgehend. Gepolsterte und verstellbare Bügel, leder- oder stoffüberzogene Ohrmuscheln sowie Mikrofonarm an der linken Seite – außer beim Pulse-3D-Headset von Sony: Hier sitzt das Mikrofon quasi unsichtbar im Gehäuse. Sehr praktisch, denn dadurch müssen Zocker und Zockerinnen nicht mit dem Mikrofonarm herumnesteln und können ungehindert schnell etwas trinken. Ganz anders das günstige AOC GH200: Die kurze und flexible Plastikstange ist störrisch und hält selten die gewünschte Position. Der Pop- Schutz gegen Atemgeräusche und Spitzen beim Sprechen sitzt außerdem sehr locker.

Angenehm: Wirklich schwer wiegt keiner der Testkandidaten auf Kopf und Nacken. Alle Headsets sind vergleichsweise leicht; das Corsair HS75 XB bringt mit 376 Gramm am meisten auf die Waage, das Logitech G335 ist mit 243 Gramm das Fliegengewicht. Dieses Modell ist zwar schön leicht, wirkt dafür aber nicht sonderlich wertig. Das gilt auch für den 20-Euro-Mitbewerber von AOC, der etwa mit den unangenehm scharfe Kanten seiner Aluminium-Halterung auffällt. Das GXT 488 Forze von Trust besteht komplett aus Kunststoff, mutet dabei aber nicht billig an. Dafür ist das Headset mit seinem breiten Bügel und seinen großen Ohrmuscheln optisch ein ziemlicher Brecher.

Beim Klang nur Mittelmaß

Ebenfalls wichtig für Gaming- Headsets: ein guter Klang! Denn den setzt ein packendes Spielerlebnis einfach voraus. In einem Rennspiel muss der Motor einer Corvette erdig blubbern wie ein echter V8 und nicht dünn raspeln wie ein elektrischer Rasierer. Auch wenn Stimmen von Mitspielern unangenehm verfälscht klingen oder die Schritte feindlicher Spieler aus allen Richtungen gleichzeitig zu kommen scheinen, drückt das den Spielspaß. Genau an diesem Punkt zeigen die teuren Headsets zum Großteil, dass der Preis doch einen Unterschied macht.

Klanglich ganz weit vorn sind die zwei Modelle der Konsolenhersteller, nämlich das Xbox Wireless Headset von Microsoft und das Pulse 3D von Sony. Beide Geräte punkten mit einer klaren Wiedergabe, das Microsoft dürfte aber gern dem Spieler mit etwas mehr Details beim Orten von Geräuschen helfen. Mit seinem Raumklang hat das Sony am meisten zu bieten und sicherte sich so im Test die Sound-Krone. Generell ist die räumliche Klang-Abbildung für die Konsolenhersteller derzeit ein wichtiges Thema. Wie genau Raumklang funktioniert, erfahren Sie aus dem Extrakasten auf den nächsten Seiten.

Zu viel Bass

Auf den Rängen dahinter reihen sich die beiden Corsair-Modelle sowie das Kaira X von Razer ein. Während das Corsair HS80 RGB trotz guter räumlicher Ortung etwas dumpf und drucklos aufspielt, rumst es unterm HS75 XB gewaltig. Wegen des basslastigen Sounds wirkt die Wiedergabe sehr wuchtig und regelrecht überladen. Für manche Spiele mag das passen, aber bei Shootern klingeln dem Träger des HS75 XB nach einigen Stunden die Ohren. Ähnlich verhält es sich beim Razer Kaira X, wobei hier weniger der Bass als die schwachen Mitten das Problem sind. Dafür punktet das Razer bei der räumlichen Wiedergabe. Das AOC GH200 kämpft wie auch die teurere Konkurrenz mit einem zu starken Bass. Der pumpt regelrecht in den Ohren – sehr zum Leidwesen aller anderer Frequenzen: Die kommen unter die Räder und wirken unscharf. Und doch ist der Sound immer noch besser als beim Logitech G335 und beim Trust GXT 488 Forze. Beide klangen im Hörtest dumpf und schwammig, Bässe und Höhen waren teils vollkommen überzogen. Eine klare Zuordnung und Verortung von Geräuschen ist somit kaum möglich. Vorteil Logitech: Geräusche zu lokalisieren klappt zwar nicht sonderlich differenziert, Schritte von Feinden oder heranrauschende Fahrzeuge lassen sich in der Regel aber rechtzeitig wahrnehmen.

„Online zocken ohne Headset? Keine Chance! Zum Glück geht das auch günstig.“

Jan Michelsen Redakteur

Im Ohr der Mitspieler

Anders als HiFi-Kopfhörer, müssen Gaming-Headsets nicht nur beim Klang, sondern auch mit ihrem Mikrofon überzeugen. Nutzerinnen und Nutzer wollen ihre Mitspieler nämlich nicht mit einer quäkenden oder verzerrten Stimme quälen. Eine gute Mikro- Qualität ist umso wichtiger, wenn das Gaming-Headset auch für Konferenzen und Gespräche im Home-Office taugen soll.

Dann besser nicht das Pulse 3D wählen, nervt es doch Mitspieler und Kollegen mit einem nasalen und blechernen Klang. Mit dem PS5-Headset ist der Träger für andere mitunter sogar unverständlich, weil die Hintergrundgeräusche ungefiltert bei den Gesprächspartnern ankommen. Da machen auch lange Abende vor der Konsole mit dem Online- Netzwerk aus Freunden und Bekannten keinen Spaß. Das Corsair HS75 XB wartet ebenfalls mit einer sehr nasalen, dünnen und daher störenden Übertragung auf. Und es erhält Abzüge dafür, dass Atemgeräusche des Trägers nahezu ungefiltert zu den Zuhörenden durchdringen. Dafür gibt es Umgebungsgeräuschen kaum eine Chance.

Top bei Aufnahme und Ruhe

Alle anderen Headsets machten im Test eine solide Figur und glänzten sogar in verschiedenen Bereichen. Mit dem Testsieger Corsair HS80 RGB kommt die Stimme des Nutzers am besten beim Gesprächspartner an. Sie ist klar verständlich und frei von fies im Ohr zischelnden s-Lauten. Selbst das 20-Euro-Modell AOC GH200 klingt gut und verfärbt die eigene Stimme kaum.

Besonders herausfordernd fürs Mikro: wenn sich der Headset- Nutzer mit lebhaften Familienmitgliedern den Raum teilt und sie zum Beispiel mit Bauklötzen spielen, den Tisch decken oder Serien auf dem Tablet schauen. Hier glänzt das Razer Kaira X, das Knister- oder Tastaturgeräusche zuverlässig ausblendet. Wer auf Nummer sicher gehen will: Bei allen getesteten Headsets lässt sich das Mikrofon von Hand deaktivieren, beim Microsoft Wireless Headset klappt das sogar durch einfaches Wegdrehen des Mikrofon-Arms.

Von Klinke bis Funk

Bei den Anschlussmöglichkeiten sind sich die meisten Hersteller einig: Kabel ist Trumpf! Es gibt allerdings zwei Ausnahmen: Microsoft verzichtet auf eine Strippe; hier läuft alles über Bluetooth. So kann sich der Träger bis zu zehn Meter von der Konsole entfernen, bevor die Verbindung abreißt – praktisch etwa, wenn man zwischen zwei Runden kurz in die Küche sprinten oder schnell mal die Keramikabteilung besuchen muss. Corsair setzt beim HS75 XB ebenfalls auf eine kabellose Anbindung.

Sony fährt beim Pulse 3D zweigleisig und bietet neben einer kabellosen Verbindung mit mehr als zehn Meter Reichweite zusätzlich einen Klinkenanschluss. Beim HS80 RGB geht Corsair ähnliche Wege; statt Klinke gibt es hier aber ein Kabel für den USB- Anschluss. Damit kann es jedoch lediglich an den PC und nicht an Konsolen andocken, weil Xbox, PlayStation und Nintendo Switch nur Klinkenausgänge bieten.

Wer sein Headset ohne Strippe betreibt, muss den fest eingebauten Akku im Blick behalten. Bei der Ausdauer ganz weit vorn lag im Test das Corsair HS75 XB mit mehr als 24 Stunden Laufzeit am Stück, dahinter das Xbox Wireless Headset mit 20 Stunden. Das Corsair HS80 RGB und das Sony Pulse 3D schafften jeweils rund 14 Stunden.

Und der Rest vom großen Headset-Test? Razer, AOC, Logitech und Trust greifen komplett auf Kabel zurück, die fest mit dem Headset verheiratet sind. Bei Kabelbruch lässt sich die Strippe also nicht tauschen. Sound gibt es hier vornehmlich über einen 3,5-mm-Klinken-Anschluss.

[jm]

FAZIT

Im riesigen Headset-Angebot finden auch Käufer mit kleinem Budget ein passendes Modell. Zwar geht der Testsieg dank eines tollen Gesamtpakets aus Klang, Aufnahme und Funktionen an ein 150-Euro-Headset, das Corsair HS80 RGB. Aber die günstige Konkurrenz muss sich nicht verstecken. Preis-Leistungs-Sieger AOC GH200 sticht die teuren Mitbewerber in einigen Testpunkten sogar aus – und das für schlappe 20 Euro. Microsoft und Sony beweisen mit ihren Gaming-Headsets derweil, dass Raumklang bei ihren Konsolen einen Mehrwert bietet.