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Lewandowski & Bayern


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 21/2022 vom 25.05.2022

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Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 21/2022

Der Höhepunkt in der Beziehung zwischen Robert Lewandowski (33) und dem FC Bayern ist an diesem 23. August 2020 in Lissabon erreicht. Die Münchner haben gerade gegen PSG den Henkelpott in der Königsklasse gewonnen, Lewandowski läuft nach dem 1:0 glücklich über das Spielfeld Schließlich geht er auf Karl-Heinz Rummenigge (66) zu und sagt dem Vorstandsvorsitzenden ins Ohr: „Jetzt müssen wir eine Ära begründen!“

Ein Jahr und neun Monate später träumt Lewandowski nicht mehr von einer Ära in München. Er will nur noch weg. Am 23. Mai 2022 sagt sein Berater Pini Zahavi (78) in „BILD“: „Für Robert Lewandowski ist der FC Bayern Geschichte! Robert möchte den FC Bayern nach acht gemeinsamen Jahren verlassen, in denen er dem Klub alles gegeben hat.“

Was ist zwischen dem Triumph und dem Sommer 2022 passiert? SPORT BILD verrät, wie die Traum-Ehe Lewandowski/Bayern zerbrach und warum sich der ...

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... erfolgreichste Stürmer der Bundesliga-Neuzeit – der fünfmal in Folge die Torjäger-Kanone gewann – vom Verein abwendet. Und wie die Schlammschlacht nun hinter den Kulissen tobt.

Lewandowski selbst hat seit dem Saisonfinale in Wolfsburg (2:2) mit dem FC Bayern abgeschlossen. Im Urlaub in der Türkei hörte er nichts von den Münchnern. Der Stürmer selbst soll sich dagegen zuletzt bei Ex-Mitspieler Thiago (31), der heute beim FC Liverpool spielt, über sein Wunsch-Ziel erkun- digt haben: Thiago wurde beim FC Barcelona groß, kennt den Verein und Trainer Xavi (42) sehr gut.

In München sind die Verantwortlichen nach wie vor davon überzeugt, Lewandowski bis zu seinem Vertragsende 2023 halten zu können. Und: Sie ärgern sich über den Kauf-Wahn des finanziell angeschlagenen Traditionsklubs aus Katalonien. Die Schulden von Barcelona sollen sich auf 1,35 Milliarden Euro belaufen. Um dennoch den Lewandowski-Kauf finanzieren zu können, plant Barça strukturelle Änderungen. Barcelona will u. a. 30 Prozent seiner TV-Rechte an die Investment-Bank Goldman Sachs und ASF (All Sport Finance) für rund 900 Mio. Euro verkaufen. Dann wäre der Lewandowski-Deal möglich.

Lewandowski, der lange von Real Madrid träumte und für einen Wechsel 2018 Zahavi engagierte, will nun zum FC Barcelona. Noch wichtiger als der Verein scheint ihm zu sein: nur schnell weg aus München!

Ein Tag, der die Beziehung zu den Bayern vergiftete, war der 8. August 2021. Sport-Vorstand Hasan Salihamidzic (45) sprach im „Doppelpass“ über Erling Haaland (21), erklärte mit Blick auf die Statistik des BVB-Stürmers: „60 Spiele, 60 Tore, da muss man hinschauen, sonst wären wir ja Vollamateure.“ Aus Salihamidzic’ Sicht einerseits verständlich, schließlich muss der Verein ein Top-Talent wie Haaland, das zudem in der Bundesliga spielt, im Blick haben. Womöglich hätte er sich dort jedoch besser defensiver zu Haaland geäußert. Denn Lewandowski bekam schnell von den Sätzen mit – und ärgerte sich.

Schon im Sommer 2021 spielte er daher mit dem Gedanken, das Kapitel FC Bayern vorzeitig zu beenden. Gegenüber Freunden erwähnte er schon damals: Wenn sich der eigene Boss mit einem möglichen Nachfolger beschäftigt, muss man sich Gedanken machen …

Der Name Haaland war von nun an stets ein Thema. In den Gesprächen, in den Köpfen. Die Unzufriedenheit wuchs. So verpasste Lewandowski im Oktober 2021 einen gemeinsamen Mannschaftsabend. Dieser Monat wurde in der Beziehung zwischen dem Torjäger und dem Rekordmeister zum Schlüsselmoment. Zahavi kam für Gespräche nach München, traf Vorstandsboss Oliver Kahn (52), Salihamidzic und den Technischen Direktor Marco Neppe (35). Er bot eine Verlängerung an, doch die Münchner Führung lehnte ab. Das Gespräch stellt Zahavi so dar: Er habe gefragt, was die Runde von einer Vertragsverlängerung halte.

„Die Antwort: Stille. Kein Ja, kein Nein, kein Vielleicht, einfach nichts. Daraufhin habe ich dann gegen Ende des Meetings gesagt: ,Wenn es so ist, dann verkauft ihn doch im nächsten Sommer‘“, erzählt Zahavi: „Die Antwort: ,Wir wollen ihn eigentlich nicht verkaufen, aber wenn du uns ein Angebot über 120 Millionen Euro bringst, dann können wir reden.‘ Also ungefähr die Summe, die eine Haaland-Verpflichtung im Sommer gekostet hätte inklusive aller Honorare.“

Schon damals war also klar: Unverkäuflich ist der Mann, der in der Bundesliga bis heute sagenhafte 238 Tore in 252 Spielen für die Münchner erzielt hat, nicht. Die Bayern gaben die Hoff nung auf Haaland nie auf. Was für Lewandowski, der dies natürlich mitbekam, besonders schmerzhaft war: Selbst im größten Moment der Saison wurde er mit neuen Haaland-Informationen konfrontiert. Bayern wurde am 23. April durch ein 3:1 gegen Dortmund Meister. Im Anschluss erfuhr Lewandowski, dass ein Haaland-Wechsel immer noch gut möglich ist, die Bayern-Verantwortlichen im Hintergrund daran arbeiten. So ist es wenig verwunderlich, dass der Stürmer dann keinen Bock auf die Meisterfeier im „Rocca Riviera“ am Wittelsbacher Platz in der Münchner Innenstadt hatte: Diese verließ Lewandowski nach 62 Minuten wieder.

Stück für Stück verloren die Bayern Lewandowski. Eine Rückkehr ist für ihn im Moment schwer vorstellbar: Trainingsauftakt wäre nach den Nations-League-Spielen und drei Wochen Urlaub für ihn am 8. Juli in München. Natürlich würde Lewandowski auf dem Spielfeld alles geben, wenn kein Wechsel zustande kommt – schon allein aus Eigeninteresse. Aber würde die Kabine eine Saison lang einen unzufriedenen Spieler ertragen, der öffentlich bekannt gegeben hat, dass er wegwill? Dessen Berater den offenen Konflikt mit dem Verein sucht?

„Genau wie David Alaba ist auch Robert ein erwachsener Mann, der genau weiß, was er will. Ich verdrehe ihm ganz sicher nicht den Kopf oder versuche ihn zu beeinflussen, das mache ich nie“, sagt Pini Zahavi, der von den Bayern-Bossen scharf kritisiert wird, zu SPORT BILD: „Ich vertrete einzig und allein die Interessen der Spieler, das ist meine Maxime. So mache ich es seit 40 Jahren in diesem Geschäft, in denen ich in die größten Deals der Welt involviert war.“

Wie es im Inneren seines berühmten Klienten aussieht, beschreibt der Berater so: „Robert fühlt sich seit Monaten von den Verantwortlichen nicht respektiert, das ist die Wahrheit. Der FC Bayern hat nicht den Spieler Lewandowski verloren, sondern den Menschen Robert.“

Ihn zurückzugewinnen wird den Bossen kaum gelingen. Das ist wie in jeder normalen Ehe – wenn man zu lange nicht miteinander redet und die ganze Zeit fremdflirtet, muss man sich nicht wundern, wenn sich der eigene Partner abwendet.