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LG OLED77GX9LA: OLED-Sensation in XXL


Satvision - epaper ⋅ Ausgabe 9/2020 vom 28.08.2020

LG ist OLED-TV-Marktführer und das liegt nicht nur daran, dass der südkoreanische Hersteller in diesem Sektor vor Jahren Pionierarbeit geleistet hat, sondern auch in der Tatsache begründet, dass LG Jahr für Jahr mit einem breiten Lineup ausgezeichneter OLED-Fernseher vom Einstiegssegment bis in die Oberklasse am Markt vertreten ist. So auch in diesem Jahr. Mit dem OLED77GX9 haben wir das größte 4K-OLED-Modell von LG aus der mittleren GX9-Serie getestet. Die Ausstattung, zu der neben Dolby Vision, Dolby Atmos und dem neuen alpha9-Prozessor der dritten Generation auch der „Filmmaker Mode“ gehört, lässt ...

Artikelbild für den Artikel "LG OLED77GX9LA: OLED-Sensation in XXL" aus der Ausgabe 9/2020 von Satvision. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Satvision, Ausgabe 9/2020

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... erahnen, dass es sich hier um einen Premium-Fernseher handelt. Das spiegelt auch der Preis von 7.999,- Euro (UVP) wider, der proportional so hoch ausfällt, da 77 Zoll, also fast zwei Meter Bilddiagonale nach wie vor eine außergewöhnliche Sondergröße darstellen, die längst nicht jeder Hersteller bedient. Wer auf der Suche nach einem Fernseher für sein XXL-Heimkino ist, der eine brillante Bild- und Tonqualität, zahlreiche Apps und Extrafunktionen sowie eine gehobene TV-Ausstattung bietet, sollte einen Blick auf das größte Top-Modell werfen, das LG in diesem Jahr im 4K-OLED-Segment zu bieten hat. Auf den folgenden Seiten verraten wir alles Wissenswerte zum GX9 - von den Besonderheiten bei der Aufstellung bis hin zur von uns gemessenen Spitzenhelligkeit.


Das OLED-TV-Lineup besteht in diesem Jahr aus fünf 4K-Serien, wobei dem RX9, der ausschließlich in 65 Zoll angeboten wird, aufgrund seines ausrollbaren Panels und des Preises von rund 60.000,- Euro eine Sonderrolle zukommt. Dahinter stellt der WX9 - ebenfalls nur in 65 Zoll erhältlich - das diesjährige Flaggschiff dar. Der GX9 wird in 55, 65 und sogar gigantischen 77 Zoll angeboten. Wir haben uns für diesen Praxistest als erste Redaktion überhaupt die XXL-Version mit fast zwei Metern Bilddiagonale (ca. 195 cm) ins Testlabor geordert und verraten auf den folgenden Seiten, ob der Premium- OLED-TV überzeugen konnte, was bei der Aufstellung zu beachten ist und ob der Preis von rund 7.500,- Euro gerechtfertigt ist.

Wussten Sie schon, …

dass sich die Senderliste des LG GX9 am Laptop oder PC bearbeiten lässt? Wie wir Zusammen mit dem Entwickler der kostenlosen Software „ChanSort“ herausgefunden haben, bereiten die neuen LG-Modelle älteren Versionen des Programmlisteneditors Probleme. Aktuelle Versionen ab 2020-07-12 funktionieren auch mit den neuen LG-Fernsehern aus 2020.

Montage und erster EIndruck

Optisch weiß der LG OLED- 77GX9LA absolut zu überzeugen. Der schlanke Rahmen aus Aluminium ist im Verhältnis zu großen Bildschirm fast unsichtbar. Ehrlicherweise müssen wir sagen, dass der sichtbare Bildbereich nicht ganz bis zum Rand reicht und ein schwarzer Bereich (links, rechts und oben ca. 10 mm; unten ca. 15 mm) diesen vom Rahmen trennt. Das ist allerdings bei nahezu jedem Fernseher der Fall. Die Lautsprecher strahlen nach unten ab und sind von vorne nicht zu sehen. Die Anschlüsse befinden sich auf der linken Rückseite und sind allesamt nach unten und zur Seite ausgerichtet - nicht ohne Grund.
Der GX9 ist nämlich in erster Linie für die flache Wandmontage konzipiert. Das wird der Käufer bereits daran bemerken, dass sich im Lieferumfang keine Standfüße, sondern ausschließlich eine spezielle Slim-Wandhalterung für die flache Montage an einer tragfähigen Wand (der TV wiegt rund 40 kg), befinden. Auf der Rückseite ist zudem ein Kabelkanal samt zweier Kabelhalterungen ausgespart, durch den sich die Kabel sauber und flach nach unten führen lassen. Ehrlich gesagt sieht der 77-Zöller mit seinem dünnen Alu-Rahmen und den nicht sichtbaren Lautsprechern an der Wand richtig gut aus. Für unseren Test haben wir dennoch ein paar Standfüße in unser Testlabor geordert. Die zierlichen Metallfüße werden für 179,- Euro optional angeboten und lassen sich an der Rückseite befestigen. Bei der Tischaufstellung gibt es allerdings einiges zu beachten. Zunächst einmal empfinden wir das Ablegen des großen Fernsehers auf einem flachen Untergrund als äußerst umständlich und auch heikel. Zudem muss das Low- Board das enorme Gewicht tragen können und breit genug sein (> 162 cm).


„Die neue Dimension des Fernsehens - ultra-scharfe Bilder auf fast zwei Metern Bilddiagonale“


Bedienung und TV-Empfang

Die neueste Version des LGBetriebssystems webOS 5.0 besteht auch in diesem Jahr aus einem poppig- bunten Startbildschirm und diversen Untermenüs. Auf der Startseite lässt es sich dank der vorbildlichen Fernbedienung „Magic Remote“, die gekonnt klassische und moderne Elemente in sich vereint, flüssig und intuitiv navigieren. Der untere Bereich besteht aus den Hauptfunktionen und Apps, der obere öffnet sich, sobald es Kontextfunktionen oder entsprechende Inhalte wie zuletzt geschaute und empfohlene Inhalte bei Streaming-Diensten gibt. So findet der Anwender schnell zu seinem bevorzugten Content, ohne erst die entsprechende App starten zu müssen. Der Startbildschirm ist insgesamt schlanker und aufgeräumter, so dass sich Neulinge besser zurechtfinden und zudem das TVBild weniger verdeckt wird. In den Einstellungen lässt sich festlegen, ob der Startbildschirm jedes Mal nach dem Einschalten als erstes angezeigt wird und ob die TV-Menüs leicht transparent dargestellt werden. Der Startbildschirm lässt sich manuell oder automatisch bearbeiten, um die am häufigsten genutzten Features schneller griffbereit zu haben.

Die je zwei Tuner für die Empfangswege Satellit, Kabel und DVB-T2 ermöglichen den TV-Empfang ohne externe Set-Top-Box und mit einem gewissen Komfort. Es ist möglich, während einer laufenden Aufnahme einen anderen Kanal zu schauen, falls einmal zwei interessante Sendungen zeitgleich laufen. Zwei gleichzeitige Aufnahmen sind allerdings nicht möglich und die Bild-in-Bild-Funktion hat LG in diesem Jahr gänzlich gestrichen. Für kodierte Sender ist ein Modulsteckplatz auf der Rückseite vorhanden, sodass sich verschlüsselte Programmangebote wie HD+ oder Sky schauen lassen. Für die bereits erwähnte Aufnahmefunktion wird ein externes Speichermedium in Form einer USB-Festplatte benötigt, die an einem der drei USBPorts Anschluss findet. Eine Formatierung ist nicht erforderlich (wohl aber möglich), wodurch das Hardware- Pairing entfällt. Die Aufnahmen sind dennoch verschlüsselt und lassen sich weder bearbeiten noch vervielfältigen, bleiben auf der Festplatte allerdings so lange gespeichert, bis der Anwender sie selber löscht. Zeitversetztes Fernsehen ist ebenfalls möglich, um eine Sendung zu pausieren und später weiterzuschauen oder Werbung zu überspringen. Die Aufnahmen lassen sich entweder direkt starten (Kontextmenü oder Pfeiltaste nach unten) oder über die elektronische Programmzeitschrift im Voraus planen und per Tastendruck programmieren.

Der EPG ist übersichtlich aufgebaut und beinhaltet Sendungsinformationen für bis zu eine Woche im Voraus. Diese werden von Sendern automatisch bereitgestellt (Standard- SI-Daten), es ist allerdings öfters erforderlich, einen Sender zunächst einzuschalten, damit die kommenden Sendungen geladen und ordnungsgemäß angezeigt werden.
Die Senderliste befindet sich in diesem Jahr wie die Menüleiste auf der linken Seite statt wie in den Jahren zuvor rechts. Sie beinhaltet Senderlogos, den Titel der laufenden Sendung und zeigt per Knopfdruck die folgende Sendung an. Die Sender lassen sich in der Liste filtern oder im Sendermanager bearbeiten. Während das bei kleineren Änderungen noch empfehlenswert ist, raten wir für einen größeren Umbau der Pro- gramm- und Favoritenlisten (acht je Empfangsweg) zur kostenlosen Software „ChanSort“.

Smart-TV-Funktionen

Wurde der LG im Zuge der Erstinstallation oder nachträglich per LAN-Kabel oder kabellos per WLAN mit dem Heimnetzwerk verbunden, erweitert sich der Funktionsumfang merklich. Bei der Funkverbindung, die per 2,4- und 5-GHz-WiFi möglich ist, ist zu beachten, dass sich diese im Zuge der Ersteinrichtung per Mobilgerät und im Nachhinein auch per WPS herstellen lässt. Eine Passworteingabe am Bildschirm entfällt dadurch, obgleich diese dank der „Magic Remote“ beim LG deutlich leichter fällt als bei den meisten anderen Fernsehern. Innerhalb des Heimnetzwerks findet der LG Medien-Server und lässt sich zudem über die kostenlose ThinQ-App per Smartphone steuern. Dank der Dashboard- Funktion lässt sich der GX9 mit anderen Smart-Home-Geräten verbinden. Zudem werden Miracast, Apple AirPlay 2 und Apple HomeKit unterstützt.

Ist der Fernseher gleichzeitig mit dem Internet verbunden, darf sich der Anwender über noch mehr Möglichkeiten freuen. Apps sind zuhauf vorhanden: Mehr als 450 Anwendungen und Spiele finden sich im „LG Content Store“. Fast alle wichtigen Video-on- Demand-Anbieter und Streaming- Dienste sind an Bord. Unseren Testern fehlte im Vergleich zur Konkurrenz lediglich waipu.tv und TVNOW. HbbTV läuft in der neuesten Version 2.0.2 auf dem LG und ermöglicht den Zugriff auf Mediatheken und Extra- funktionen wie Replay. Schade ist, dass sich HbbTV nicht für jeden Sender individuell ein- und ausschalten lässt. Wer also die Mediatheken von ARD und ZDF nutzen möchte, muss auch die teilweise großen Werbeeinblendungen bei den Privatsendern in Kauf nehmen. Neu integriert wurde das Feature Sport-Alarm, das über anstehende Sportereignisse wie Fußballspiele der Lieblingsmannschaft informiert. Die „LG Channels“ bringen auf Wunsch fast 50 zusätzliche IP-Sender kostenlos auf den Bildschirm (siehe Seite 27). Sämtliche vernetzte Funktionen des GX9 finden sich in unserer Übersicht auf Seite 27. In dieser Ausgabe informieren wir zudem ab Seite 88 über die Vorteile und Risiken von Smart-TVs.

LG hat in seine Smart-TVs die beiden Sprachassistenten Google Assistant und Alexa fest integriert.

Diese lassen sich ohne zusätzliche Hardware wie Smart-Speaker direkt über das Mikrofon in der Fernbedienung nutzen, um dem Fernseher Fragen zu stellen oder nach Inhalten zu suchen. Die Suche nach Inhalten über ThinQ sowie die Steuerung des Fernsehers (z. B. einschalten, Lautstärke auf 10, Starte Netflix) funktioniert neuerdings auch völlig freihändig, nachdem das Kommando „Hi LG“ gesprochen wurde.

Bild- und Tonqualität

Der OLED77GX9LA ist nicht nur groß, sondern bietet auch eine großartige Bildqualität. Von den vielen zur Verfügung stehenden Bildmodi empfehlen wir den neuen „Filmmaker Mode“, der die Augen unserer Tester mit einem hohen Maß an Natürlichkeit verwöhnte und auch bei den Bildmessungen absolut überzeugen konnte. Für Perfektionisten steht im SDR-Betrieb auch der isf-kalibrierte Modus „Experte“ zur Auswahl - in zwei Ausführungen für helle und dunkle Räume. Als OLED-Fernseher bevorzugt der GX9 ein abgedunkeltes Heimkino. Der Blickwinkel ist technologisch bedingt breit, so dass sich vor dem XXL-TV auch größere Gruppen zum gemeinsamen Filmabend oder Fußballschauen treffen können.
Der Upscaler arbeitet sauber und holt aus HD-Inhalten eine sehr gute Bildqualität heraus. SD sollte allerdings gemieden werden. Beim Hochrechnen von rund 400.000 Pixeln auf 8,3 Millionen Bildpunkte stößt der TV in Anbetracht seiner Größe an Grenzen. Wie geschaffen ist der GX9 für knackscharfe UHD-Inhalte in 4K. Diese sehen beeindruckend realistisch aus, so dass man fast in den Bildschirm greifen möchte. Umso mehr gilt das für HDR-Inhalte die der LG in Form von HDR10, HLG und Dolby Vision unterstützt und mit einer Leuchtkraft von mehr als 850 Nits befeuert. Die Bildschärfe ist überragend und bleibt auch bei schnellen Bewegungen stabil erhalten. Zukunftssicher ist der LG dank der Unterstützung von vier HDMI-2.1-Spezifikationen und für Gamer hält er mit AMD FreeSync, Nvidia G-Sync und HGiG zahlreiche interessante Features parat.
Den Sitzabstand sollte man - native 4K-Inhalte vorausgesetzt - so nah wählen, dass man den gesamten Bildschirm noch im Blick hat. Je weiter man sich vom TV entfernt, umso mehr geht der Vorteil der schärferen Auflösung verloren.
Die Klangqualität ist ebenfalls beeindruckend. Der Ton wird über die Lautsprecher klar und dynamisch ausgegeben. Dialoge klingen auch bei Umgebungsgeräuschen und Hintergrundmusik verständlich und sauber. Auch hohe Lautstärken bereiten dem LG keinerlei Probleme, so dass diese unverzerrt und störungsfrei bleiben. Gleichzeitig sorgt der Subwoofer für wuchtige Bässe, die eine imposante Untermalung für Actionszenen liefern. Dank der Unterstützung von Dolby Atmos gelingt es dem LG auf imposante Art und Weise Räumlichkeit zu vermitteln und den gesamten Raum mit Klängen zu fluten.

Fazit

Der LG OLED77GX9LA ist ein Fernseher der Superlative. Nicht nur seine gewaltige Größe mit Außenmaßen von 172 mal 99 Zentimetern, sondern auch die darauf dargebotene Bildqualität verwandeln jeden (ausreichend großen) Raum in ein Heimkino, wobei man das Wort „Heim“ hier fast schon streichen kann. 4K-Inhalte sind eigentlich ein Muss, denn dann darf der Zuschauer mit recht geringem Abstand vor dem OLED-TV Platz nehmen, was den Leinwandeffekt des XXL-Bildschirms verstärkt. Wenigstens HDQualität sollte es beim täglichen Fernsehen in jedem Fall sein, da der Upscaler bei SD-Inhalten auf dieser Bildschirmgröße schlicht keine Wunder bewirken kann. Wer das beachtet, wird mit einem mehr als sehenswerten Bild belohnt, welches sowohl bei Standardbildern in SDR als auch bei kontraststarken HDR-Inhalten mit Natürlichkeit besticht. Für HDR ist der LG dank dreier Formate und einer stattlichen Leuchtkraft (gerade in Anbetracht der Größe) gut gerüstet und er performte auch bei unseren Bildmessungen überragend. Auf ähnlich hohem Niveau spielt auch die Musik in Form eines sauber und räumlich klingenden unsichtbaren Soundsystems. Die Smart- TV-Ausstattung ist nahezu perfekt und die TV-Funktionen überdurchschnittlich gut, auch wenn aus dem Twin-Tuner mehr herauszuholen wäre.

Der GX9 erreichte in unserem Praxistest ein Spitzenergebnis von 94,3 Prozentpunkten und erhält die Bestnote „sehr gut“. Für den High-End-OLEDTV mit fast zwei Metern Bilddiagonale müssen Filmfans allerdings entsprechend tief in die Tasche greifen. OLED-Fernseher jenseits von 65 Zoll bleiben vorerst ein teures, wenn auch spektakuläres Vergnügen.

Haben Sie Fragen zum Test? Wir freuen uns auf Ihre Anregungen, Wünsche und persönlichen Eindrücke sowie Erfahrungen! technik@satvision.de | facebook.com/satvision | twitter.com/satvision_mag

D. Schlüter

Lieferumfang TV (OLED77GX9LA) · Bedienungsanleitung · Wandhalterung und Montagezubehör · „Magic Remote“ (MR20) mit Batterien Kontakt LG Electronics Deutschland GmbH · Alfred-Herrhausen-Allee 3-5 · 65760 Eschborn · Tel.: 0180 6115411 (kostenpflichtig) · Fax: 06196 5821-100 · info@lge.de · www.lg.com

Anschlüsse

Die Anschlüsse des GX9 befinden sich leicht zentriert auf der linken Rückseite. Da die Wandmontage bei diesem OLED-TV bevorzugt ist, wurde keiner der Anschlüsse nach hinten ausgerichtet. Für ein sauberes Kabelmanagement ist auf der Rückseite eine durchgehende Vertiefung samt zweier Kabeldurchführungen vorhanden. Vier HDMI-2.1-Eingänge, dreimal USB 2.0, drei Twin-Tuner und LAN lassen kaum Wünsche offen.

Front

Schon seine Abmessungen von mehr als 1,70 Metern in der Breite und fast einem Meter in der Höhe machen den 77-Zöller zu einem Blickfang. Dadurch, dass er als reiner Bildschirm ohne sichtbare Lautsprecher auftritt, ist er für die Wandmontage prädestiniert. Aus diesem Grund verzichtet LG auch auf Standfüße im Lieferumfang und legt dem GX9 stattdessen eine flache Wandhalterung bei. Die optionalen Standfüße werden für 179,- Euro angeboten und erfordern eine recht aufwendige Montage, da der TV flach hingelegt werden muss. Zudem wird ein entsprechend stabiler und breiter (min. 162 cm) breiter TV-Schrank benötigt.

Startseite bearbeiten

Die Startseite mit den Kacheln am unteren Bildrand ist das Herzstück der smarten webOS-Benutzeroberfläche, die in diesem Jahr in Version 5.0 schlanker als bislang daherkommt. Nach wie vor ist es möglich, die Reihenfolge der Kacheln mit Apps und Funktionen von links nach rechts in beliebiger Reihenfolge anzuordnen. Außerdem merkt sich der Fernseher, welche Apps der Anwender am häufigsten aufruft und ordnet die Kacheln auf Wunsch in dieser Reihenfolge an.

Fernbedienung

Die neue „Magic Remote“ bietet Direktwahltasten für Netflix, Amazon Prime Video und Rakuten TV (Movies). Die Mikrofontaste aktiviert die kombinierte Sprachsteuerung über ThinQ und den Google Assistant. Wer lieber Alexa verwenden möchte, hält die Amazon-Taste kurz gedrückt. Das Mikrofon wurde in die Fernbedienung, die gut in der Hand liegt und gummierte Tasten bietet, integriert. Weitere Besonderheiten sind das programmierbare Ziffernfeld (Quick Access) und die Pointer- Funktion. Der einzige echte Nachteil dieser überaus gelungenen Bluetooth-Fernbedienung ist die Unterseite, da diese Fingerabdrücken gegenüber empfindlich ist.

Foto und Video

Der LG bietet zwei separate Media-Player an: einen kompakten für Musik und einen zweiten für Bilder und Videos. Auf der Startseite sind die im Netzwerk befindlichen Medien-Server, der interne Speicher sowie angeschlossene USB-Datenträger zu sehen. Wird eine Quelle ausgewählt, öffnet sich ein neuer Bildschirm, in dem Fotos und Videos als rechteckige Vorschaubilder zu sehen sind. Welche der von uns getesteten Dateiformate der LG unterstützte, verraten wir auf Seite 30.

Schnellzugriff bearbeiten

Hinter dem Ziffernblock auf der Fernbedienung verbirgt sich eine zweite nützliche Funktion. Die Tasten 1 bis 8 lassen sich mit Funktionen wie einzelnen Apps, dem Dashboard, einzelnen TV-Sendern oder dem Media-Player belegen. Dazu wird die Taste 0 einige Sekunden gedrückt gehalten und der gewünschten Ziffer eine zweite Funktion zugewiesen. Diese lässt durch längeres Drücken der entsprechenden Zifferntaste starten.

LG Channels

Mit den „LG Channels“ ist es möglich, kostenlos knapp 50 Sender über das Internet zu empfangen. Die allesamt englischsprachigen Sender werden nach der Aktivierung des Dienstes an die normale Senderliste angehängt und lassen sich alternativ über die „LG Channels“-App aufrufen. Die zum Testzeitpunkt 46 englischsprachigen IP-Kanäle ergänzen das Programmangebot um diverse Sender aus den Genres Information, Motor, Sport, Lifestyle und Dokumentation. Zudem bieten einige der Sender Mediatheken mit Inhalten auf Abruf an. Ein ausführlicher Bericht zu den „LG Channels“ samt Informationen zu den Bildauflösungen sowie der empfohlenen Bandbreite findet sich in der SATVISION- Ausgabe 11/2019 sowie auf satvision.de.

Weitere Aktionen

Die Taste mit den drei Punkten auf der Fernbedienung öffnet ein Kontextmenü, welches am rechten Bildschirmrand erscheint. Je nachdem, wo sich der Zuschauer gerade befindet, werden hier die Aktionen eingeblendet. Die meisten werden geboten, wenn dieses Menü im TV-Betrieb aufgerufen wird. So lassen sich hier Aufnahmen starten und verwalten, der Sportmodus aktivieren oder Untertitel einblenden.

LG ThinQ Tablet-PC und Smartphone

Version 3.0.2401001: Android 5.0+, iOS 10.0+

LG hat die Fernbedienungsfunktion der App „LG TV Plus“ in die ThinQ-App integriert. Diese übernimmt somit nicht nur die Steuerung und Verwaltung der Smart-Home-Geräte des südkoreanischen Herstellers, sondern auch die Bedienung des mit dem Netzwerk verbundenen Smart-TV. Nach der Installation ist ein einmaliges Pairing per PIN-Eingabe erforderlich. Danach übernimmt das Smartphone die wesentlichen Funktionen der Fernbedienung. Extras wie Streaming oder ein EPG fehlen der App jedoch leider.

Bildmessungen

Der GX9 ist im 4K-Segment einer der besten Fernseher, welche LG anbietet. Er ist mit dem brandneuen Alpha-9-Prozessor der dritten Generation ausgestattet, der seine Bildqualität auf ein neues Level anhebt. Das trifft sowohl auf eine natürliche und naturgetreue SDR-Wiedergabe wie auch beeindruckend lebendige HDR-Bilder zu. Für die SDR-Kalibrierung haben wir uns für den isf-Bildmodus „Experte (Dunkler Raum)“ entschieden, der bei unseren Bildmessungen referenznahe Resultate bei Farbtemperatur, RGB-Balance und Helligkeit lieferte. Im Anschluss an die Kalibrierung sahen unsere Tester einen der am besten eingestellten OLED-Fernseher der letzten Jahre. Für die HDR-Messungen wählten wir den neuen Bildmodus „Filmmaker Mode“, der eine möglichst originalgetreue Wiedergabe von Inhalten gewährleistet. Hier ist darauf zu achten, dass „Größte Helligkeit“ für eine verbesserte Luminanz aktiviert ist. Die Spitzenhelligkeit lag in diesem Bildmodus bei guten 663 Nits. Das Maximum konnten unsere Tester beim Bildmodus „Lebhaft“ messen. Hier zeigte unser Messgerät rund 870 Nits an. Die Farbraumabdeckungen (P3 = 99,0 % und BT.2020 = 75,4 %) können sich ebenfalls sehen lassen.

Wärmebilder

Der LG-TV erwärmte sich wie die meisten OLED-Fernseher in Abhängigkeit von den Bildinhalten im Zentrum des Panels stärker als an den Rändern, wobei bei unserem Testgeräte nach rund dreieinhalbstündigem Dauerbetrieb das Wärmefeld auch den rechten Teil des Bildschirms einnahm. In der Spitze haben wir mit 28,4 °C eine moderate Höchsttemperatur gemessen. Auf der Rückseite wurde der LG im Bereich der USB-Anschlüsse (unten) und des eingesteckten HD+-Moduls (oben) mit über 30 °C am wärmsten.