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Licht & Schatten auf den Tessiner Seen


Petri-Heil - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 28.01.2019

Die Seeforellen-Eröffnung auf den Tessiner Seen am 20. Dezember verlief durchzogen. Dieses Jahr hatten die Fischer auf dem Verbano (Lago Maggiore) die Nase vorn. Sie fingen gut, während sich die Fischerei auf dem Ceresio (Lago di Lugano) als zäh erwies. Wir rätseln über die Gründe, war es doch in den vergangenen Jahren eher umgekehrt.


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Bildquelle: Petri-Heil, Ausgabe 2/2019

Der Luganersee zeigt sich am Eröffnungstag für einmal von der frostigen Seite.


Vor der Eröffnung am 20. Dezember hatte es im Tessin bis weit herunter geschneit, die Berggipfel über den Seen waren weiss überzuckert. Das Wetter war ruhig, wenig Wind, aber bei Lufttemperaturen ...

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... von 1 bis 3 Grad und einer Wassertemperatur von knapp 8 Grad eher auf der frostigen Seite. «Zu kalt, die Seeforellen stehen noch tief und sind zu passiv!», meinten die einen. «Gerade richtig, Seeforellen lieben den Winter, es sieht fängig aus», so die andern erwartungsvoll. Vorfreude ist halt eine Freude, die noch nicht durch Fakten getrübt ist!

Ceresio (Luganersee)

«Petri-Heil» war zu Gast auf dem Boot von Roger Wyss von «koi-breeder.ch». Zusammen mit drei befreundeten Bootsbesatzungen befischten wir den südlichen Teil des Luganersees bei Melide und Morcote. Bekanntlich darf auf den Tessiner Seen am Eröffnungstag erst ab 12 Uhr mittags gefischt werden, das ergibt eine Schleppzeit von gerademal viereinhalb Stunden. Um 17 Uhr ist es bereits stockdunkel – ein eher kleiner Zeitraum, um bei den Silberköniginnen zu punkten. Kommt dazu, dass auf dem Luganersee im Unterschied zum Langensee wegen der engeren Platzverhältnisse nur mit einem Hund gefischt werden darf. Das muss aber nicht unbedingt ein Nachteil sein, denn die meisten Boote setzen zusätzlich die Tiefseerolle ein und können so die Wassersäule auch bis recht weit in die Tiefe abfischen, man weiss ja nie, vielleicht sind die Seeforellen ja wirklich noch unten.
Punkt 12 Uhr hatten wir die von Roger gebauten und getrimmten Perlmuttlöffel draussen und den richtigen Zug aufgebaut, da schnellte ein Zügel am Hund brachial nach hinten und ein gewaltiges V durchpflügte das Wasser – einige Sekunden lang, dann streckte sich die Hundschnur wieder aufreizend gemütlich und blieb 4 Stunden lang in dieser unspektakulären Lage. Endlich hatte kurz vor Totalfinsternis der äusserste Zügel direkt am Hund doch noch ein Einsehen und liess den Hund tanzen. Wir waren nach der Durststrecke versöhnt und freuten uns über die späte 49er-Seeforelle. Beim geselligen Nachtessen mit den andern Bootsbesatzungen wurden dann die Erlebnisse des Nachmittags geschildert: Zu reden gaben einige Untermassige und ein paar Fehlbisse, aber eine weitere Massige konnte in diesem Teil des Sees nicht entnommen werden.
Nicht viel besser sah es auf der Luganer Seite aus: Die Fischer auf rund 20 Booten fingen dort am Eröffnungsnachmittag gerade mal 5 massige Forellen.

Verbano (Langensee)

Bald nach dem Start meldete sich bereits das Buschtelefon vom Langensee bei mir: Schon 2 Seeforellen auf dem einen Boot, 3 auf einem andern, und so weiter, dazu viele Untermassige. Was war da los? Verkehrte Welt? In den letzten Jahren war es auf dem Langensee eher zäh, während auf dem Luganersee recht gut gefangen wurde.

Die Fischer des Fischereivereins Gambarogno konnten beim abendlichen Eröffnungsessen 24 Forellen feiern, gefangen von 7 Booten aus!
Auf der Locarner Seite lief es ähnlich gut: Mauro
Ambrosini vom Fachgeschäft «Caccia e Pesca Ambrosini» organisierte am Abend wiederum das traditionelle Fischwägen bei einem feinem Aperitivo im Ristorante Rondalli. Es wurden dieses Jahr stolze 49 Forellen auf die Waage gelegt, gefangen von 19 Booten aus. Es waren zwar keine «Monster» darunter – die grösste Forelle wog 1,890 kg – aber die Stimmung war nach dem ergiebigen Eröffnungstag dennoch ausgezeichnet.
Weshalb nun der signifikante Einbruch der Fangzahlen auf dem Luganersee? Kälte und Wassertemperatur können wohl kaum die Ursache sein, auf dem Langensee herrschten praktisch identische Bedingungen. Ich habe da einen bösen Verdacht: Praktisch den ganzen Tag waren auf dem Luganersee grosse Kormoranschwärme rastlos am Fischen, zwischen Melide und Morcote verunstalteten reihenweise weiss verschissene Bäume mit unzähligen Vögeln drauf das Ufer. Wenn das keine negativen Auswirkungen auf das Aufkommen des Seeforellenbestands hat!

Ein Blick in Rogers Box mit seinen frisch getrimmten Perlmuttlöffeln.


Willi Hess’ 61er-Marmorata vom Lago Maggiore: Da ist noch ein anderer (Hecht) dran gewesen!


«Spät kommt er, aber er kommt!» Roger Wyss mit 49er.