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Liebe fragt nicht, sie geschieht


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Sieben Tage - epaper ⋅ Ausgabe 47/2022 vom 19.11.2022

Liebesroman der Woche

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Birgit war pünktlich am Flughafen. Heute kam Mark Taylor aus Wellington. Er war ein Bekannter ihrer Freundin Helen, der in Frankfurt eine Messe besuchte. Doch Helen lag mit einem entzündeten Blinddarm im Krankenhaus und hatte Birgit gebeten: „Kannst du bitte Mark vom Flughafen abholen und dich etwas um ihn kümmern?“

„Wie sieht er denn aus?“, forschte Birgit.

„Eigentlich ist er genau dein Typ, du müsstest ihn sofort erkennen.“

Birgit hatte daraufhin die Augen verdreht, worauf Helen sofort erklärt hatte: „Mach dir keine falschen Hoffnungen. Mark wird in zwei Monaten in Neuseeland seine langjährige Verlobte Anne heiraten.“

Auch gut, dachte Birgit. „Und wo wird er wohnen?“

„Darum wollte er sich selbst kümmern. Du brauchst ihn nur am Flughafen willkommen zu heißen und ins Hotel zu bringen.“

Den Gefallen tat Birgit ihrer Freundin sehr gern. Insgeheim war sie auch etwas gespannt auf den ...

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... Mann, von dem ihre Freundin meinte, er sei genau Birgits Typ.

Birgit hielt ein Schild mit der Aufschrift „Mark Taylor from New Zealand!“ vor sich hin.

Nach einer Weile ging ein Mann mit großen Schritten auf sie zu: „Hallo, ich bin Mark Taylor. Schön, dass Sie mich abholen. Aber wo ist denn Helen?“

Birgits Herz begann heftig zu klopfen. Was für ein toller Mann! Außerdem sprach er zu ihrer großen Verwunderung akzentfrei Deutsch. Birgit begrüßte ihn herzlich und erzählte von Helens Blinddarmerkrankung.

„Sie hat mich gebeten, Sie ins Hotel zu bringen. Mein Wagen steht draußen. Wo haben Sie denn gebucht, Herr Taylor?“

„Was …?“ Sie sah ihn überrascht an. Plötzlich schwante ihr Schlimmes. Sie rief Helen im Krankenhaus an. Mark sprach kurz mit ihr. Schnell wurde klar, dass sie seine Mail, in der er sie gebeten hatte, ein Zimmer für ihn zu reservieren, nicht erhalten und deshalb auch nichts für ihn gebucht hatte.

„Keine Ahnung. Darum wollte sich Helen kümmern.“

„Ach, du liebe Güte. Wo sollen wir denn jetzt ein Zimmer für Sie finden? Während der Messe sind die Hotels ausgebucht“, erklärte sie.

Sie setzten sich in ein Café. Birgit telefonierte herum. Doch es war aus- sichtslos, noch eine Unterkunft für ihn zu finden. Außerdem konnte Mark, nach dem langen Flug, kaum noch die Augen offenhalten. Er tat ihr leid.

Deshalb schlug sie ihm vor: „Wollen Sie heute Nacht in meinem Gästezimmer schlafen, Mark?“

Er sah sie forschend an. „Ginge das denn? Und was sagt Ihr Partner dazu?“

„Ich lebe allein“, erklärte sie. „Und ich schlage vor, dass wir Du zueinander sagen, wenn wir jetzt schon zusammenwohnen.“

„Sehr gern, Birgit. Dass ich Mark heiße, weißt du ja. Und wegen des Zimmers würde ich dein Angebot liebend gern annehmen. Ich hoffe nur, du hast keine Angst vor mir. Schließlich kennst du mich ja gar nicht.“

„Helen hat mir erzählt, du bist in festen Händen und wirst bald heiraten“, erwiderte sie.

Er nickte. „Stimmt genau.“ „Na, wo ist dann da das Problem?“, fragte sie.

Dabei hat sie längst erkannt, wo das Problem war: Jedes Mal, wenn er sie ansah, jagte ihr sein Blick einen Schauer über den Rücken. Und irgendwie hatte sie den Eindruck, ihm ginge es ähnlich.

Mark und Birgit genießen die Abende

Am nächsten Tag war Mark schon früh wach. Sie frühstückten zusammen. Birgit versprach ihm, weiter nach einem Zimmer für ihn zu suchen.

Bevor er ging, drückte er ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange. „Danke für alles, Birgit. Du bist wirklich sehr nett.“

Die Härchen auf ihren Armen stellten sich auf. Birgit schien auf einer Wolke zu schweben.

Da die weitere Zimmersuche erfolglos geblieben war, akzeptierten beide schließlich die Wohnsituation. Wenn Mark abends heimkam, machten sie es sich zusammen gemütlich. Birgit brutzelte Schnitzel mit Kartoffelsalat, füllte leckere Rouladen und würzte feurigen Paprikagulasch. Mark überschlug sich vor Lob und spendierte neuseeländischen Wein, den er in einer kleinen Weinhandlung entdeckt hatte. Er erzählte von Neuseeland. Inzwischen wusste Birgit, dass seine deutschstämmige Mutter mit ihm immer Deutsch gesprochen hatte.

Eines Abends rief dann Anne an. Seine Verlobte.

Birgit hörte, wie ungehalten er war. Als er endlich das Gespräch beendete, schüttelte er missgestimmt den Kopf.

„Hast du Ärger?“, forschte Birgit.

„Anne macht mal wieder Theater. Es passt ihr nicht, dass ich bei dir wohne“, sagte er ohne Umschweife.

„Sie vermutet sicherlich mehr dahinter.“

„Natürlich tut sie das. Aber was ist das für eine Vertrauensbasis? Und das vor unserer Hochzeit!

Weißt du, manchmal denke ich, wir passen gar nicht zusammen“, zweifelte er.

„Wie lange kennt ihr euch denn schon?“

„Wir kennen uns bereits vom College her. Eigentlich war immer klar,

dass wir eines Tages heiraten werden. Nur jetzt habe ich das Gefühl …“

Birgit spürte, dass er etwas auf dem Herzen hatte. Aber sie schwieg. Sie wollte sich nicht einmischen, und vor allem wollte sie ihn auch nicht drängen.

„Ich will dich für immer, Birgit“

Doch eines Abends hielt er es nicht mehr aus. Er gab sich einen Ruck und gestand ihr: „Anne und ich sind gute Freunde. Aber das Prickeln fehlt in unserer Beziehung. Glaubst du, dass so eine Ehe gut gehen wird?“

„Nein!“, hätte sie am liebsten herausgeschrien. Aber das war nicht ihre Art, stattdessen sagte sie vorsichtig: „Manchmal wirkt ein Liebesurlaub Wunder. Vielleicht probiert ihr das einmal.“

Er winkte ab. „Schon gemacht. Erfolglos. Anne tickt einfach anders. Sie will finanziell versorgt sein und Kinder haben. Aber mir reicht das nicht. Das ist mir klar geworden, als ich dich sah. Es hat mich große Überwindung gekostet, in deinem Gästezimmer zu bleiben. Bei dir könnte ich den Kopf verlieren“, verriet er.

Ihre dunklen Augen weiteten sich. Ihr Körper glühte vor Leidenschaft. „Mark …“, flüsterte sie heiser.

Er begriff sofort, was sie fühlte. „Es geht dir auch so“, stellte er fest. Plötzlich drängte sich alles in ihm ihr entgegen.

Doch sie schob ihn leicht zurück und stieß rau hervor: „Ich will nichts kaputtmachen.“

„Und ich will keine Affäre“, fiel er ihr abrupt ins Wort. „Ich will dich für immer, Birgit. Könntest du dir das denn vorstellen?“

Sie nickte. „Ich geh mit dir, wohin du willst. Auch ans andere Ende der Welt.“ Ihre weichen Lippen bestätigten ihre Worte.

Ende