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Liebe mit tödlichen Hindernissen


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Das goldene Blatt - epaper ⋅ Ausgabe 20/2022 vom 14.05.2022

Der große abgeschlossene

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Den ganzen Tag trug Isa ein erwartungsvolles Lächeln auf den Lippen.Gerdi würde Augen machen! Mit diesem Geburtstagsgeschenk erfüllte Isa ihrer Großmutter einen lange gehegten Wunsch.

Karlsbad, oder Karlovy Vary, wie es heute hieß, war eine der ältesten und berühmtesten Kurstädte Europas. Kaiser und Könige weilten dort seinerzeit schon zur Erholung, und allein schon der Name beflügelte die Fantasie.

Gerdi hatte schon lange davon geträumt, all das einmal mit eigenen Augen zu sehen. So hatte Isa Zugtickets gekauft, eine nette Pension gebucht und alles in einem Umschlag mit dicker Schleife hübsch verpackt. „Was ist das?“, fragte Gerdi neugierig, als Isa ihr den Umschlag reichte.

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„Dein Geschenk. Mach auf.“ „Aber ich hab doch alles, Kindchen“, antwortete sie wie immer und riss das Kuvert auf.

Isa beobachtete, wie ihre Oma erst mal ...

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... verständnislos auf die Zugtickets blickte. Plötzlich riss sie den Kopf hoch, starrte Isa an – und langsam malte sich ein Ausdruck auf ihrem Gesicht, der Isa ganz tief drinnen berührte. Staunen. Ergriffenheit. Unglaube. „Karlsbad“, murmelte sie. „Du lieber Himmel. Fahre ich da hin?“

„Wir, Oma“, korrigierte Isa lächelnd. „Wir beide fahren da hin, das heißt, wenn du möchtest.“

„Wenn ich möchte?“ Gerdi schrie es fast. Dann schlug sie die Hand vor den Mund um machte ein Geräusch, irgendwo zwischen Lachen und Weinen. Dann strahlte sie Isa breit an. „Na, und ob ich möchte. Ach, Kindchen, ich fasse es kaum. Mit dieser Reise machst du mir die größte Freude.“

Sie saßen dann noch lange zusammen an diesem Abend, schwelgten in Vorfreude und schmiedeten Pläne für ihren Aufenthalt. Am Ende konnte Isa es selbst kaum erwarten, die prächtigen Bauten und die vielen Heilquellen tatsächlich zu sehen.

Es war ein sonniger Tag, als sie den Zug bestiegen. Gerdi hatte einen Reiseführer dabei, in den sie sich auf der Fahrt vertiefte. Isa sah lieber einfach aus dem Fenster. Vor der Kulisse der vorbeifliegenden Landschaft konnte sie die Hektik des Alltags gegen ein wohliges Urlaubsgefühl tauschen. Besonders das Stück durch das zauberhafte Erzgebirge war einmalig und eine wunderbare Einstimmung.

Ein Wagen ihrer Pension war da um sie abzuholen, und auf der Fahrt konnten sie schon einen ersten Eindruck der Stadt gewinnen. Grün, hügelig, und allgegenwärtig eindrucksvolle historische Gebäude. Man fühlte sich wie in eine andere Zeit versetzt. Sogar Fiaker säumten die Straßen.

Ihre Pension lag am Rand des Kurviertels, ein farbenfroh getünchtes dreistöckiges Gebäude mit Sprossenfenstern und Erkern. Ähnlich bunte, verspielte Gebäude säumten die ganze Straße, und gleich dahinter erhob sich der bewaldete Hügelkamm.

Ihre Wirtin sprach Deutsch mit einem drolligen Akzent und nahm sie so herzlich in Empfang wie gute Freunde. Gerdi hörte gar nicht auf zu strahlen. Und als sie wenig später auf den Balkon ihres Zimmers traten, von wo aus man einen wunderbaren Blick über die Stadt hatte, seufzte sie aus tiefster Seele. „Das wird mein schönster Urlaub. Das weiß ich jetzt schon.“

Nachdem sie sich frisch gemacht hatten, drängte Gerdi darauf, noch etwas zu unternehmen. An der Rezeption versorgte sie die freundliche Wirtin mit diversen Broschüren und Flyern zu unterschiedlichen touristischen Angeboten, womit sie sich in eine der gemütlichen Sitzgruppen im Foyer zurückzogen.

Eine Reise nach Karlsbad

„Als erstes brauchen wir so eine Schnabeltasse“, lachte Gerdi übermütig und wies auf ein Bild in einer Broschüre. „Damit gehen wir dann Heilwasser trinken.“

Isa schmunzelte. „Guter Plan. Und wir gönnen uns auch ein paar feine Wellnessbehandlungen.“

„Mein Doktor weiß, was er tut!“, sagte die Frau entschieden

Sie sah kurz auf, als zwei Frauen über die Treppe herunterkamen, nickte einen Gruß und wandte sich wieder ihrer Lektüre zu. Die beiden aber verharrten einen Moment am Treppenabsatz, anscheinend in eine rege Debatte vertieft. „Bist du sicher, dass du dich auf diese Behandlung einlassen möchtest?“, fragte die eine zweifelnd. „Mir scheint das ziemlich fragwürdig.“

„Ganz sicher. Der Doktor hat mir ausdrücklich dazu geraten“, erwiderte die andere.

„Hast du dich auch über Risiken und Nebenwirkungen informiert?“ „Ach, Firlefanz.“ Ein unwilliges Zungenschnalzen. „Dieser Mann weiß schon, was er tut.“

Jetzt drehte Isa den Kopf und musterte die beiden. Beide waren sicher älter als 60, die eine schmal und blass, die andere deutlich fülliger mit hochtoupierter Frisur und kräftig bemalten Lippen.

Als sie ihren Blick bemerkten, setzten sie sich in Bewegung und verließen das Haus. Und nach einem kurzen Moment widmete Isa sich wieder ihren eigenen Themen.

Sie fanden dann ein gemütliches Restaurant ganz in der Nähe, wo sie sich eine feurige Gulaschsuppe im Brotlaib schmecken ließen und sich das Programm für die nächsten Tage überlegten. Es sollte ein unvergesslicher Aufenthalt werden, da waren sie sich einig. Welch dramatische Verstrickungen dafür sorgen sollten, dass er tatsächlich unvergessen blieb, das ahnten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Am nächsten Tag machten sie eine ausgiebige Besichtigungstour durch das Kurviertel. Sie bummelten am Ufer der Teplá entlang, bestaunten die prachtvollen Fassaden und die fast mystisch anmutenden Nebelschwaden über den scheinbar allgegenwärtigen heißen Quellen.

Gerdi bekam ihre Schnabeltasse und ließ es sich nicht nehmen, en beim Gang durch die verschiedenen Kolonnaden überall Thermalwasser zu verkosten. Erschöpft, aber zufrieden kamen sie abends in der Pension an und trafen im Foyer auf dieselben beiden Frauen.

Isa streifte sie mit einem neugierigen Blick. Ob die eine wohl ihre fragwürdige Therapie absolviert hatte? Jedenfalls war sie dabei bestimmt nicht zu übersehen gewesen, dachte sie amüsiert, in diesem wallenden Mantel mit dem grell bunten Muster, das an schillernde Pfauenaugen erinnerte.

Beim Frühstück am nächsten Tag studierten sie Broschüren, um sich um ihr Verwöhnprogramm zu kümmern. Es gab viele Wellnessund Spa-Einrichtungen mit einem breiten Angebot. „Vielleicht probiere ich so eine Massage mit heißen Steinen aus“, überlegte Gerdi. „Das tut meinem Rheuma nur gut.“

Ein paar Tische weiter hatten eben Frau Pfauenauge und ihre Begleiterin ihr Frühstück beendet, sie erhoben sich. Im Vorbeigehen wandte das toupierte Haupt sich zu Gerdi. „Wenn Sie eine wirklich gute Therapie gegen Ihr Rheuma möchten, kann ich jemanden empfehlen“, sagte sie verschwörerisch.

„Lass mal“, zischelte die andere mit betretenem Blick, doch die andere wartete ohnehin nicht auf eine Antwort. Die beiden verließen den Frühstücksraum. Gerdi sah ihnen verdutzt nach, und Isa grinste den beiden schräg hinterher.

„Wahrscheinlich hätten wir ohnehin nicht den gleichen Geschmack“, meinte sie, und Gerdi kicherte zustimmend.

Sie hatten sich eine Tagesklinik ganz in der Nähe ausgesucht, die verschiedene Behandlungen bot. Dort betraten sie später am Vormittag eine gepflegte Eingangshalle und sahen sich unschlüssig um. „Ob die hier Deutsch sprechen?“, überlegte Gerdi gerade.

„Tun sie“, ertönte da eine Stimme hinter ihnen. Sie gehörte einem jungen Mann im weißen Kittel, der sie offen anlächelte. Auf seinem Namensschild war Dr. Lennard Fritsche zu lesen. Das klang nicht tschechisch. Isa sah ihn überrascht an, und Gerdi lachte froh.

„Ein Glück. Wir wollten uns nach Ihrem Angebot erkundigen.“ „Sehr gerne“, erwiderte er unverändert lächelnd. „Wenn die Damen mir bitte folgen wollen?“

Abends kam Gerdi mit den beiden Damen ins Gespräch

In einem kleinen Büro erklärte er ausführlich die gesamte Palette der Leistungen, die sowohl medizinische Behandlungen umfasste als auch Wellness und Schönheit. Gerdi buchte mehrere Massagen, die erste am selben Nachmittag. „Und was ist mit dir?“, fragte sie. „Nun, ich schaue mir das erst mal an“, gab Isa zurück.

Der Arzt nickte ihr zu. „Selbstverständlich. Wir haben auch einen Bade-und Saunabereich, wenn Sie sich einfach entspannen wollen.“

Gerdis schwärmte den ganzen Abend von ihrer Massage und noch am nächsten Tag beim Frühstück. Begeistert lächelte sie dabei Frau Pfauenauge am Nebentisch zu, woraufhin sie ins Gespräch kamen.

Die Dame war hier bei einem Heiler in Behandlung, erfuhren sie. Rheuma, Arthrose, sogar Krebs könnte der Mann mit seinem unkonventionellen Ansatz heilen.

Isa entging nicht die skeptische Miene ihrer Begleiterin, als Frau Pfauenauge vage von höchst wirksamen Substanzen sprach. Sogar das Wort Wunderheilung fiel.

Aber Gerdi grinste nur ganz unbefangen. „Dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg“, sagte sie und widmete sich wieder ihrem Essen.

Später, auf dem Weg zu Gerdis nächster Massage, ging Isa diese Unterhaltung immer noch durch den Kopf. Für sie klang diese Sache verdächtig nach Humbug. Ein Heiler, der die übelsten Krankheiten quasi im Rundumschlag bekämpfen konnte – das war doch zu schön, um wahr zu sein! Hörte man nicht immer wieder von Scharlatanen, die mit dem Leid der Menschen Geld verdienen wollten?

Frau Pfauenauge

Es ging sie zwar nichts an, doch irgendwie ließ Isa diese Angelegenheit nicht los. Und als sie in der Klinik auf Dr. Fritsche trafen, nutzte sie die Gelegenheit, ihn nach seiner Meinung zu fragen.

„Ein Wunderheiler?“ Lennard schüttelte skeptisch den Kopf. Dann seufzte er. „Ich habe mich mit diesem Thema sehr ausführlich befasst, sogar meine Doktorarbeit darüber geschrieben. Und hier in Karlsbad, im Fahrwasser des Kurbetriebes, tummeln sich tatsächlich auch ein paar Scharlatane.“

Seine Augen hatten die Farbe von dunkler Schokolade, die sich herbsüß auf die Zunge legte und an kalten Tagen die Seele wärmte. Das schoss Isa durch den Kopf, als er sie nun so aufmerksam ansah. Sie blinzelte den plötzlichen Aufruhr im Bauch weg und wich rasch dem Blick aus. Bloß nicht rot werden jetzt! „Kann man dagegen denn nichts tun?“, fragte sie.

Er ließ sich mit der Antwort Zeit, bis sie wieder hochsah, direkt in sein Lächeln. Prompt wallte der Tumult im Bauch wieder auf. Hoffentlich sah man ihr das nicht an!

„Die Schwierigkeit ist, zwischen all den seriösen Heilpraktikern die schwarzen Schafe zu identifizieren“, erklärte er. „Das klappt meist nur, wenn etwas schief geht und es zu einer Anzeige kommt.“

Isa nickte. Ihr fiel gar nichts zu sagen ein. Was sah er sie aber auch so an! „Wie hat es Sie hierher verschlagen?“, wollte sie dann wissen.

Lennard lachte. „Das war einer der Zufälle des Lebens. Tatsächlich mache ich hier aber nur ein Praktikum und kehre bald wieder nach Deutschland zurück.“

Sie fühle sich wie neugeboren, verkündete Gerdi strahlend, als sie später von ihrer Behandlung kam. „Morgen buchst du dir auch so ein Verwöhnprogramm“, drängte sie.

Isa lächelte versonnen. Weil sie plötzlich an dunkle Schokolade dachte – und an ein warmes Lächeln, das allein fast als Verwöhnprogramm durchging. Dann nickte sie. „In Ordnung. Mach ich.“

Wellness pur

Bei Gerdi jedenfalls wirkten diese Anwendungen Wunder. Sie platzte fast vor Tatendrang, und so unternahmen sie am Nachmittag noch eine Tour mit der Standseilbahn hoch zu einem Aussichtsturm auf einem der Hügel. Von hier oben entfaltete sich der ganze märchenhafte Charme der Stadt und der umliegenden Landschaft, prächtig und fast unwirklich wie eine Filmkulisse. Es war einfach zauberhaft.

Nach zwei Stunden Schönheitspflege war Isa tief entspannt

Am nächsten Morgen waren sie etwas später dran. Oder die anderen früher. Frau Pfauenauge und ihre Begleiterin verließen gerade den Frühstücksraum, als sie die Treppe hinunter kamen.

Isa nickte einen Gruß und dachte bei sich, wie unterschiedlich die beiden Frauen doch waren. Die Schmale wirkte heute noch bekümmerter, während die andere eine wilde Entschlossenheit ausstrahlte. Ob sie auf dem Weg zu ihrem Heiler war? Isa schob diese Gedanken beiseite – das ging sie nichts an. Außerdem beschäftigten sie ihre Vorfreude auf das Beautyprogramm, das sie sich für heute gönnen wollte. Und auch die Aussicht Lennard wieder zu sehen ...

Diese zumindest schien sich nicht zu erfüllen. Als Isa sich nämlich in der Klinik nach Dr. Fritsche erkundigte, erfuhr sie, dass Lennard zwei Tage frei hätte. Sie versuchte, ihre Enttäuschung zu verbergen, obwohl sie deutlich Gerdis wissenden Blick spürte.

Die Schönheitsbehandlung entschädigte sie. Nach zwei himmlisch entspannten Stunden fühlte Isa sich wundervoll. Das war kaum zu toppen, überlegte sie eben – und nahm diesen Gedanken gleich wieder zurück, als sie in Lennards Lächeln blickte. Er saß da im Foyer, gerade als hätte er auf etwas gewartet. Da entdeckte er sie auch schon und erhob sich. „Haben Sie heute nicht frei?“, entfuhr es Isa.

Er lachte. „Hab ich, aber ich hatte gehofft, Sie hier zu treffen.“ Isa blinzelte, suchte nach einer Antwort, da sprach er schon weiter. „Mir ist unser Gespräch nicht aus dem Kopf gegangen. Über Heiler und Scharlatane. Ich habe mich ja mit diesem Thema befasst, und ich dachte, vielleicht möchten Sie noch mehr darüber erfahren.“

„Ja! Auf jeden Fall!“ Sie sagte es wie aus der Pistole geschossen. Lennards Schokoladenaugen blitzten auf. Dann schmunzelte er. „Sehr schön. Ich wusste ja auch nicht, wie lange Sie noch bleiben. Passt es … heute Abend? Ich kenne ein sehr gemütliches Lokal.“

Sie verabredeten, dass er sie später in ihrer Pension abholen würde. Isa grübelte noch über ein hübsches Alternativprogramm für ihre Oma, damit sie mit ihm allein sein könnte, aber Gerdi lachte nur, als sie davon hörte. „Geht ihr jungen Leute mal allein“, sagte sie. „Ich finde schon was zu Essen.“

Als Entschädigung lud Isa sie nachmittags in ein luxuriöses Café ein, war mit ihren Gedanken aber schon voraus bei ihrem Treffen mit Lennard und genoss diese leise prickelnde Aufregung im Bauch. Nicht ahnend, welche Aufregung sie tatsächlich erwartete …

Als sie in ihrer Pension eintrafen, fanden sie Frau Pfauenauges Begleiterin völlig aufgelöst vor. Die Wirtin schien beruhigend auf sie einzureden, doch die Frau wirkte verstört. „Meine Schwester ist verschwunden“, platzte sie heraus.

Gerdi sah sie fragend an, daraufhin sprudelte die Frau alles hervor. Sie wären mittags verabredet gewesen, da war sie nicht erschienen. Den ganzen Nachmittag über hatte sie versucht, sie zu erreichen, doch sie ging nicht ans Handy. Inzwischen war sie ernstlich in Sorge.

„Wann haben Sie sie denn zuletzt gesehen?“, wollte Isa wissen. „Heute Morgen. Sie ist nach dem Frühstück zu ihrer Behandlung aufgebrochen, und mittags wollten wir uns wieder treffen.“

„Die Therapie bei diesem Wunderheiler?“, fragte Gerdi neugierig.

Die Frau schnalzte missbilligend mit der Zunge. „Ja. Rita ist richtig verblendet. Sie vertraut diesem Mann blind. Dabei klingen mir seine Methoden höchst suspekt. Aber auf mich will sie ja nicht hören.“

Ihr Name war Edith, und sie brachten es nicht über sich, sie in ihrer Verzweiflung allein zu lassen. So saßen sie beide noch mit ihr und der Wirtin zusammen, als Lennard wie verabredet eintraf. Isa schrak auf. Sie hatte sich doch noch umziehen wollen! Lennard aber sah nur in die Gesichter und runzelte die Stirn. „Ist etwas passiert?“

„Diese Praxis bietet einen Anhaltspunkt“, überlegte Lennard

Aufgeregt und durcheinander erzählten sie, was geschehen war. Er hörte aufmerksam zu, sah Edith dabei fest an. „Und Sie haben keine Idee, wo sie jetzt sein könnte?“

Wo war Rita?

„Nein. Keine Ahnung. Wir sind doch beide fremd hier.“

„Wissen Sie, ob Ihre Schwester den Termin zu ihrer Behandlung auch wahrgenommen hat?“

Edith blickte ratlos. „Ja. Also eigentlich nein, das weiß ich nicht. Aber sie war ganz wild darauf. Heute sollte ein neues Medikament zum Einsatz kommen, auf das sie große Hoffnung gesetzt hat.“

Lennard nickte ein paarmal nachdenklich. Dann wandte er sich an Isa. „Das ist also unser einziger Anhaltspunkt. Wollen wir versuchen nachzuprüfen, ob sie heute tatsächlich dort gewesen ist?“

Isa spürte unversehens ein Kribbeln im Nacken. Von seinem Blick, oder von der Aussicht auf ein verrücktes Abenteuer mit ihm? „Machen wir“, hörte sie sich sagen und war schon aufgestanden.

Sie fuhren zu der Adresse, die Edith genannt hatte. Das Haus lag auf halbem Weg ins Tal, ein modernes zweistöckiges Bürogebäude mit eigener Tiefgarage. Die gesamte Front lag im Dunkeln, bis auf zwei Fenster im ersten Stock, hinter denen noch Licht brannte.

„Erster Stock. Das könnte wohl die Praxis sein“, meinte Lennard mit einem Blick auf das Messingschild neben dem Eingang.

Isa reckte den Hals, um besser sehen zu können. Weiße Wände, die Front eines Aktenschrankes, mehr war nicht zu erkennen. „Vielleicht sieht man von der anderen Straßenseite mehr“, überlegte sie.

Sie überquerten die Straße, und von dort war der Blickwinkel etwas verändert. Man sah an der Wand eine Vorrichtung in schwarz-weiß, die moderne Kunst sein konnte. Oder eine Garderobenleiste. Und hing daran nicht etwas Buntes?

Isa stellte sich auf die Zehenspitzen, und als das nicht reichte, kletterte sie auf den Granitsockel eines schmiedeeisernen Zauns und hielt sich an einem der Metallstäbe fest. Jetzt war sie ein gutes Stück höher und sah nun hinter diesem Fenster – die schillernden Pfauenaugen!

Sie schnappte überrascht nach Luft. „Da! Das ist ihr Mantel!“, stieß sie aufgeregt hervor.

Lennard folgte ihrer Hand mit den Augen. „Was? Wo denn?“

„Dort drüben. Er hängt an der Garderobe. Das ist Ritas Mantel.“ Lennard sah sie scharf an. „Sind Sie ganz sicher?“, fragte er. Und in diesem Moment erlosch das Licht.

„Mist!“, zischte Isa. Sie stieg von dem Zaunsockel herunter und sah Lennard ratlos an. Bevor sie aber ihre Gedanken sortieren konnte, verließ gegenüber ein Mann mit schnellen Schritten das Gebäude und verschwand die Straße hinunter. Sie sahen ihm unschlüssig hinterher. „Ob das der Heiler war?“

Isa hatte unwillkürlich geflüstert, obwohl der Mann sie bestimmt nicht mehr hören konnte. Lennard zuckte die Schultern. „Keine Ahnung. Und was machen wir jetzt?“

Sie kehrten schließlich in die Pension zurück, um Edith zu berichten. Die fiel schier aus allen Wolken. „Wir müssen die Polizei einschalten“, sagte sie tonlos. „Irgendetwas stimmt hier nicht.“

Die Wirtin erbot sich, den Anruf für sie zu tätigen, konnte jedoch nichts ausrichten. Für eine Vermisstenanzeige war noch nicht genug Zeit vergangen, und für eine Fahndung gäbe es keine Handhabe. Sie sollten sich morgen wieder melden. Oder falls sich irgendwelche neue Erkenntnisse ergaben.

Edith sank richtig in sich zusammen, und Gerdi legte ihr mitfühlend die Hand auf die Schulter. „Vielleicht klärt sich morgen ja alles auf“, versuchte sie zu trösten. „Aber jetzt sollten Sie etwas essen, sonst kippen Sie uns noch um.“

Isa fing Lennards Blick auf. „Das hatten wir eigentlich auch vor“, meinte er zögerlich.

„Dann tut das“, entschied Gerdi. „Und wir beide auch. Nicht?“ Das galt Edith, die zögernd nickte.

Es war spät geworden, die meisten Lokale hatten inzwischen geschlossen. Sie fanden aber in der Nähe des Bahnhofs ein Bistro, wo sie noch eine warme Mahlzeit bekamen. Nach all der Aufregung war Isa zwar kaum mehr hungrig, aber einfach hier mit Lennard zu sitzen und in seine Augen zu sehen, war beflügelnd und kribbelig.

Wieso hing Ritas Mantel noch dort an der Garderobe?

Trotzdem schweiften ihre Gedanken immer wieder ab zu dieser Entdeckung vorhin. Wieso hing Ritas Mantel noch an der Garderobe der Praxis? Sie hätte sie doch bestimmt nicht ohne Mantel verlassen. Was hatte das zu bedeuten? War sie am Ende noch dort?

Schreckliche Entdeckung

Entweder hatte Lennard eine feine Antenne für ihre Stimmung, oder ihm ging diese Sache auch nicht aus dem Kopf. Er legte die Gabel weg und blickte nachdenklich vor sich hin. „Das mit dem Mantel ist merkwürdig“, meinte er. „Und Sie sind wirklich sicher, dass es der Mantel dieser Frau war?“

„Todsicher. Ich habe mich jedes Mal, wenn ich ihr begegnete, über dieses wilde Muster amüsiert. Die Frau sah darin aus wie eine Jahrmarktsattraktion“, meinte Isa.

Lennard schmunzelte, wurde aber gleich wieder ernst und sah sie über den Tisch hinweg an. „Und warum hängt er dann noch dort?“

Genau das war die Frage, die auch Isa nicht losließ. Sie fing seinen Blick auf und empfand tief im Bauch ein seltsames Grummeln.

Düster irgendwie. Wie die Filmmusik in einem Krimi, kurz bevor etwas Spannendes passiert.

„Ich weiß es nicht“, sagte sie langsam. „Aber ich würde gerne noch mal hinfahren und nachsehen, ob er dort immer noch hängt.“ Er nickte entschlossen und winkte nach der Rechnung und stand auf. „Ja. Das sollten wir tun.“

Die Straßen waren wie ausgestorben, als sie sich jetzt auf den Weg machten. Die Stadt schlief schon. Gegenüber dem Bürogebäudes stellten sie den Wagen ab und blieben unschlüssig darin sitzen. Isa ließ den Blick über die Fassade wandern. Jetzt waren alle Fenster dunkel, auch die der Praxis. Natürlich. Was hatte sie erwartet?

Während Isa das Gebäude musterte, war Lennard in die Betrachtung ihres Profils vertieft. Er wusste nicht genau, was sie hier wollten. Aber einfach noch mit ihr hier zu sitzen, reden vielleicht oder auch zusammen schweigen erschien ihm eine wunderbare Vorstellung.

Er suchte gerade nach etwas Stimmungsvollem zu sagen, als sich ein schwerer Wagen die Straße hoch näherte und fast ohne sein Tempo zu drosseln, schwungvoll in die Einfahrt der Tiefgarage einscherte. Isa sog scharf die Luft ein. Am Steuer saß derselbe Mann, den sie ein paar Stunden zuvor aus dem Gebäude hatten kommen sehen. „Ist das der Heiler?“, flüsterte sie.

Lennard beugte sich vor, um das Haus besser sehen zu können. Und tatsächlich verstrich keine Minute, dann drang drüben aus den Praxisräumen ein schwacher Lichtschein. „Sieht ganz so aus“, knurrte er.

„Und was treibt er hier in seiner Praxis mitten in der Nacht?“

Sie sahen sich bestürzt an. Dann richtete Lennard den Blick wieder auf die Fenster. „Offenbar nichts, wofür er Zeugen gebrauchen kann“, meinte er bedeutsam und zog sein Handy hervor. „Wir sollten es der Polizei melden, wenn sich neue Erkenntnisse ergeben. Ich halte diesen nächtlichen Besuch für eine durchaus spannende Erkenntnis. Meinen Sie nicht?“

Isa nickte wild, ohne die Fenster aus den Augen zu lassen. Mit halbem Ohr hörte sie, wie Lennard sein Bestes gab, in einem Kauderwelsch aus Deutsch und Englisch und einigen tschechischen Brocken die Situation zu erklären. Ihr Herz schlug inzwischen hoch im Hals. Was immer dort drüben passierte, sie hatte ein ganz ungutes Gefühl.

„Da! Das Licht! Es ist aus!“

Sie stieß es förmlich hervor. Lennard wandte kurz den Kopf und gab die Information dann direkt an die Polizei. Lauschte, nickte, sah wieder hoch. „Ist sonst noch etwas zu sehen?“, übermittelte er anscheinend dessen Frage.

„Nein. Alles dunkel. Das heißt, warte mal. Da! In der Garage. Ich glaube, jetzt seh ich da einen Lichtschein. Ziemlich schwach.“

Isa beugte sich aufgeregt dicht an die Scheibe heran und starrte nach drüben. Lennard sprach derweil in sein Handy. Plötzlich tauchten die Lichtfinger zweier Autoscheinwerfer in der Zufahrt auf, und im nächsten Moment verließ der schwere Wagen die Tiefgarage und entfernte sich in zügigem Tempo die Straße hinunter. Reflexartig ließ Lennard den Motor an, warf Isa das Handy in den Schoß und nahm die Verfolgung auf.

Nächtliche Beobachtung

„Wollen doch mal sehen, wo unser Freund so eilig hin möchte“, murmelte er grimmig. „Sie geben durch, wohin wir fahren.“

Isa griff nach dem Handy und hielt es sich mit an die Lippen. „Hallo?“, rief sie schrill. „Polizei?“

Mit Vollgas jagten sie aus der Stadt und hinauf in die Hügel

Was dann folgte war so unwirklich, dass ein Teil von Isas Denken erwartete, sie würde jeden Moment aus ihrem Traum aufwachen und sich in ihrem Bett wiederfinden.

Der andere Teil funktionierte automatisch, ließ sie abgehackt die Positionsbeschreibung weitergeben, die Lennard ihr zurief, und blendete alles andere aus. So ging es in rascher Fahrt durch die nächtlichen Straßen Karlsbads.

Lange blieb dem Fahrer des schweren Wagens allerdings nicht verborgen, dass jemand ihm auf den Fersen war. Mit Vollgas auf freier Strecke und waghalsigen Lenkmanövern versuchte er seine Verfolger irgendwie abzuschütteln. doch Lennard umklammerte in wilder Entschlossenheit das Lenkrad und blieb an ihm dran.

In halsbrecherischem Tempo jagten sie hinaus aus der Stadt und hinauf in die Hügel. Isa hatte eine Hand um den Haltegriff in der Tür gekrallt und umklammerte mit der anderen das Handy, durch das sie immer noch ihre Route durchgab.

¨

Als sie die Straßenbeleuchtung hinter sich ließen und gleich darauf die Schwärze des Waldes auch noch das letzte Fünkchen Licht verschluckte, drosselte Lennard sein Tempo ein wenig. Der andere tat das nicht. Ihm kam seine Ortskenntnis zugute, so dass er sie auf der schmalen gewundenen Straße letztlich doch abhängen konnte.

Und nachdem er einmal um ein Haar in den Graben gerutscht wäre, hielt Lennard den Wagen am Straßenrand an und atmete tief durch. „Scheint so, als hätten wir ihn verloren. Und außerdem sind wir hier wohl in einem Funkloch.“

Er wies auf das Handy. Isa löste langsam ihren verkrampften Griff, legte das Gerät weg und sah ihn aus blanken Augen an. Sie war wie in Trance, konnte gar nichts sagen.

„Dort ein Stück voraus kenne ich eine Abzweigung. Wir fahren einen Bogen in die Stadt zurück“, meinte Lennard und lenkte den Wagen wieder auf die Straße.

Vergleichsweise gemächlich setzten sie die Fahrt fort, und nach und nach beruhigte sich auch Isas Pulsschlag wieder. Was für ein Abenteuer! Fast war ihr schon wieder zum Lachen zumute, als sie hinter einer Kurve unversehens eine Überraschung erwartete. Da stand der schwere Wagen des Heilers – quer über die Straße, gestoppt von einem Polizeifahrzeug. Isa schnappte nach Luft. „Wahnsinn!“, rief sie aus und wies nach vorne. „Sie haben ihn!“

Lennard fuhr heran und hielt ein Stück dahinter. Der Fahrer war ausgestiegen und augenscheinlich in eine Debatte mit zwei Beamten verwickelt. Ein dritter umrundete das Auto und spähte in alle Fenster.

Als Lennard einen Blick des Mannes auffing, stellte er den Motor ab und stieg aus. Auch Isa sprang aus dem Wagen. Unschlüssig blieben sie in einiger Entfernung stehen und sahen zu, wie der Polizist sich dem Kofferraum näherte. Der Heiler vorne am Wagen beobachtete jede seiner Bewegungen. Sein ganzer Körper schien sich zu spannen, als der Mann die Hand nach der Klappe ausstreckte, und in der nächsten Sekunde warf er sich herum und versuchte in langen Sätzen in den Wald zu fliehen.

Er kam nicht weit. Beide Polizisten stürzten hinter ihm her und hatten ihn nach ein paar Metern gepackt. Der dritte hatte inzwischen den Kofferraum geöffnet und starrte hinein. Auch Isa konnte sich diesem schauerlichen Anblick nicht entziehen, der sie noch lange verfolgen sollte: Der Pfauenaugenmantel, achtlos hingeworfen. Darunter eine unförmige Kontur, die der Verstand nicht gleich als das begreifen wollte, was sie war. Bis der Polizist den Mantel zurückschlug und den Körper aufdeckte, das bekannte Gesicht, Augen ohne jedes Leben. Isa drehte sich der Magen um. Die Tote war Rita.

Traurige Wahrheit

Ausnahmezustand. Noch nie hatte Isa wirklich erfahren, was dieser Begriff meinte. Bis jetzt. Sie war völlig neben der Spur, und es vergingen Stunden, ehe sie wieder halbwegs klar denken konnte.

Die Aufregung wich und machte Platz für andere Gefühle

Lennard war gefasster. Als Arzt war ihm der Tod nicht fremd. Er behielt den Überblick, kümmerte sich um Isa und später um Edith, die die Nachricht unvorbereitet traf. Er hielt auch den Kontakt zur Polizei und wusste am nächsten Tag Interessantes zu berichten.

Der Heiler hatte flugs einen Anwalt aus dem Ärmel geschüttelt, der sich darauf berief, dass die Frau ohne sein Zutun verstorben wäre. Seinem Mandanten wäre einzig die Kurzschlusshandlung vorzuwerfen, dass er die Leiche verschwinden lassen wollte. Dem widersprach allerdings die Recherche der Polizei, die ergeben hatte, dass der Mann in Ungarn mit Haftbefehl gesucht wurde, nachdem es zu zwei ungeklärten Todesfällen bei seinen Patienten gekommen war. Eine Obduktion sollte nun Ritas Todesursache klären. Der Heiler jedenfalls saß vorerst in Haft.

Edith war tief erschüttert. Aber auch erleichtert, dass der Mann hoffentlich zur Rechenschaft gezogen würde. Gerdi verbrachte viel Zeit mit ihr und stand ihr bei in diesen schweren Stunden. Und Lennard fragte Isa, ob sie heute ihr Essen nachholen wollten.

Sie wollte. So saßen sie abends zusammen, und allmählich verblasste die Aufregung der letzten Nacht und machte Platz für andere Gefühle. Das Grummeln im Bauch war jetzt nicht mehr drohend, sondern mehr ein sachtes Kribbeln.

Dass Lennards Praktikum hier bald zu Ende war, dass sie zu Hause keine 100 Kilometer trennten, auch schön. Was das für sie bedeutete? Nun, das würde sich finden.

Erst einmal wollte Isa den Rest ihres Urlaubs ganz entspannt genießen. Okay, ein bisschen Herzklopfen in Lennards Nähe war in Ordnung. Aber sonst hatte sie wahrlich genug Aufregung gehabt!

ENDE

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LIEBES-ROMAN