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Lieber eine Summe oder eine Rente?


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Rente & Co - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 12.10.2022
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Bildquelle: Rente & Co, Ausgabe 6/2022

Das Alter genießen ? jeder wünscht sich das. Doch dazu gehört auch, die richtigen finanziellen Entscheidungen zu treffen.

LEBENSVERSICHERUNG

Hier gibt es die meisten Wahl-Möglichkeiten bei der Auszahlung, aber auch die größten Unterschiede bei der Rendite.

EINMAL-ZAHLUNG

Das ist bei klassischen Lebensversicherungen möglich. Besonders lukrativ ist dies für alle, die den Vertrag vor dem 1.1.2005 abgeschlossen haben. Denn dann bleibt die Einmal-Zahlung steuerfrei, sofern diese Voraussetzungen auch gegeben sind:

Die Laufzeit des Vertrags betrug mindestens 12 Jahre.

Mindestens fünf Jahre wurden Beiträge eingezahlt.

Die Auszahlung erfolgt in einer Summe, nicht in Teilsummen.

Sofern der Vertrag ab dem 1.4.1996 geschlossen wurde, muss der Todesfallschutz mindestens 60 % der Beitragssumme betragen. Bei neueren Verträgen ab 2005 wird generell der Ertrag besteuert. Gewertet wird aber in vielen Fällen nur die Hälfte des Ertrags, sofern diese Bedingungen erfüllt sind:

Die Lebensversicherung hatte ebenfalls mindestens eine Laufzeit von 12 ...

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... Jahren.

Das Mindestalter bei Auszahlung beträgt 60 Jahre (bei Verträgen ab 2012: 62 Jahre).

Bei Verträgen ab 1.4.2009 muss der Todesfallschutz mindestens 50 % der Beitragssumme betragen.

Den Ertrag (bzw. die Auszahlsumme) ermittelt die Versicherung – nachzuprüfen ist dies kaum. Generell errechnet sich der Ertrag aus der Differenz aus Auszahl-Summe und eingezahlten Beiträgen. Davon zieht die Versicherung 25 % als Kapitalertragssteuer ab – und zwar vom ganzen Ertrag. Die Ermäßigung (gewertet wird nur die Hälfte) erfolgt erst später über die Steuererklärung und das Finanzamt. Wie hoch die Steuer auf den Ertrag (bei Verträgen ab 2005!) tatsächlich ist, hängt dann noch vom Sparer-Pauschbetrag (801 Euro für Ledige, 1.602 Euro für Verheiratete) ab bzw. ob noch andere Kapital-Einkünfte vorhanden sind bzw. wie hoch der persönliche Steuersatz im Jahr der Auszahlung ist. Liegt dieser niedriger als die schon von der Versicherung abgezogenen 25 %, wird die Differenz erstattet bzw. mit der Steuer verrechnet, die für andere Einkünfte fällig wäre. Wichtig: Für die meisten ist die Auszahlung einer Lebensversicherung in einer Summe frei von Sozialabgaben – das gilt für gesetzlich Pflichtversicherte und privat Krankenversicherte. Freiwillig gesetzlich Versicherte aber müssen grundsätzlich auf alle Einnahmen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung leisten. Dabei wird kein Unterschied gemacht, aus welcher Quelle die Einkünfte stammen. Also werden auch auf eine ausgezahlte Lebens- und Rentenversicherung die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fällig, selbst wenn man den Vertrag privat abgeschlossen hat und die Einzahlungen aus bereits versteuertem und mit Sozialabgaben belegten Einkommen geschah.

AUSZAHLUNG ALS RENTE

Wird eine Lebensversicherung umgewandelt und als monatliche Rente ausgezahlt, werden Steuern auf den Ertragsanteil fällig – nicht zu verwechseln mit den Steuern auf den Ertrag (s. o.). Der steuerpflichtige Ertragsanteil ist individuell festgelegt und hängt vom Alter bei Rentenbeginn ab (Achtung: Gemeint ist nicht der Rentenbeginn einer gesetzlichen Rente, sondern der Beginn der Rente aus der Lebensversicherung): Startet die Rente mit 63, liegt der Ertragsanteil bei 20 %, beim Start mit 67 sinkt der Ertragsanteil auf 17 %. Und nur auf diesen Anteil wird der persönliche Steuersatz fällig – der Rest bleibt steuerfrei.

Am Ende nur 500 Euro Unterschied

Der Fall: Das Ehepaar Silke und Christoph Hofmeister, 63 und 60 Jahre, wird gemeinsam steuerlich veranlagt: Jahres-Einkommen 60.000 Euro. Christoph Hofmeister kann nun eine Lebensversicherung (Abschluss 2007, Kapital 100.000 Euro) als lebenslange Rente oder per Einmal-Zahlung ausgezahlt bekommen. Die Folgen für die Steuer:

Beispiele zeigen, dass die lebenslange Rente am Ende zu etwas geringeren Steuern führt. Allerdings hängt dies sehr stark vom erreichten Kapital, den sonstigen Einkünften und dem Alter bei Rentenbeginn ab. Dies gilt bei Lebensversicherungen, die nach 2005 gestartet wurden. Das heißt aber auch: Bei Verträgen, die vor 2005 begannen, lohnt die Einmalzahlung in jedem Fall, weil sich dann die Steuer-Problematik nicht stellt. Wird aber eine vor 2005 gestartete Lebensversicherung verrentet, zum Beispiel, indem eine Sofort-Rente gestartet wird, fällt der Steuervorteil weg, da dann die gleichen Regeln gelten wie beim Verrenten von später abgeschlossenen Verträgen. Bei einer Sofort-Rente wiederum, also einer neu abgeschlossenen pri- vaten Rentenversicherung gelten eigene Regeln. Gestartet werden kann eine Sofort-Rente durch eine umgewandelte Kapital-Lebensversicherung (s. o.) oder durch eine sonstige größere Summe (Erbschaft, Abfindung, Erspartes). Der große Vorteil einer Sofortrente: Die Erträge sind planbar. Doch diese Planbarkeit erkauft man sich relativ teuer. Aktuell bringt eine Einzahlung von 100.000 Euro etwa 250 Euro an garantierter Rente (zum Vergleich: Der ältere Vertrag oben ergab etwa 400 Euro Rente). Gleichzeitig geht man mit einer Sofortrente eine Wette auf ein langes Leben ein. Das heißt: Finanziell lohnen sich Sofortrenten, wenn man mindestens 20 Jahre die monatliche Rente erhält. Erst dann übersteigen die Rückzahlungen das ursprünglich eingesetzte Kapital.

Wichtig: Beim Vergleichen nur garantierte Renten betrachten, nicht die von Versicherern genannten Prognosen – nur Garantien sind wirklich sicher. Gute Angebote haben derzeit:

„Wenn die Auszahlung stattfindet, solange man noch arbeitet, landet man schnell beim Spitzensteuersatz und zahlt 42 % auf die Erträge"

Sandra Klug, Verbraucherzentrale Hamburg

Immer mehr betriebliche Altersvorsorge

Zahl der Direktversicherungen in Mio.

Quelle: Bundesarbeitsministerium

DIREKTVERSICHERUNG

Bei dieser Form der betrieblichen Altersvorsorge sind die Auszahl-Modalitäten sehr streng – und hohe Abzüge lauern außerdem.

EINMAL-ZAHLUNG

Ob dies bei einer betrieblichen Altersvorsorge möglich ist, hängt vom Vertrag ab – Pensionskassen bzw. -fonds einiger Firmen sehen dies vor, andere nicht. Bei der häufigsten Form der betrieblichen Altersvorsorge, der Direktversicherung, besteht diese Möglichkeit.

Seit 2004 werden für die betriebliche Altersvorsorge (egal in welcher Form) grundsätzlich von gesetzlich Versicherten (freiwillig oder Pflicht) Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträge verlangt. Nur Privatversicherte werden verschont. Das heißt: Wer sich z. B. 100.000 Euro auszahlen lässt, muss 14,6 % als allgemeinen Beitrag an die Krankenkasse und im Schnitt 1,3 % Zusatzbeitrag sowie 3,05 % für die Pflegeversicherung abgeben, bleiben rechnerisch nur 81.050 Euro übrig. Berechnet werden die Beiträge der Krankenkassen bei einer Einmalzahlung nach diesem Prinzip:

Die Einmal-Zahlung wird rechnerisch auf 120 Monate (10 Jahre) verteilt, das ergäbe bei 100.000 Euro monatlich 833 Euro fiktive Rente.

Davon wird der 2020 eingeführte Freibetrag abgezogen, aktuell 164,50 Euro. Verbleiben fiktiv 668,83 Euro.

Auf diesen Betrag werden dann die Krankenkassen-Beiträge erhoben und 10 Jahre lang monatlich abgebucht – bei 100.000 Euro wären dies 126,74 Euro im Monat.

Jedenfalls, solange die Beiträge sich nicht ändern, was aber voraussichtlich bereits 2023 geschehen dürfte. Denn: Maßgeblich für die monatlichen Sozialbeiträge ist nicht der rechnerische Beitrag, der im Jahr der Auszahlung galt, sondern immer der Beitrag des laufenden Monats. Heißt: Die Beiträge können während der zehn Jahre steigen.

Nur privat Krankenversicherte müssen auf die Einmal-Zahlung der Direktversicherung nichts abführen. Doch es gibt ja noch die Steuern. Betriebliche Altersvorsorge bedeutet, dass man durch Gehaltsumwandlung in der Ansparphase Vorteile bei Steuern und Sozialabgaben (s. o.) hatte. Dafür wird die Auszahlung voll versteuert. Entscheidend ist also der persönliche Steuersatz. Deshalb sollte die Einmal-Zahlung möglichst im ersten vollen Rentenjahr erfolgen.

Steuerfrei sind nur, wie bei privaten Lebensversicherungen, alte Verträge, die vor 2005 abgeschlossen wurden. Für alle anderen gilt: Die Einmal-Zahlung muss voll versteuert werden – nachgelagert oder pauschal. Bei der Pauschale fallen 20 % Einkommenssteuer an. Nur bei einer mehr als 12-jährigen Vertragslaufzeit (und einer Auszahlung nach dem 60. Geburtstag) wird lediglich die Hälfte des Ertrags versteuert. Bei der nachgelagerten Besteuerung gilt der individuelle Steuersatz – in der Regel spart man einiges, wenn man die Fünftel-Regel anwendet, also die Einmal-Zahlung steuerlich auf fünf Jahre verteilt und so einen etwas günstigeren Steuersatz hat.

AUSZAHLUNG ALS RENTE

Renten aus Direktversicherung oder aus Pensionskasse bzw. -Fonds wird als „sonstige Einkünfte“ zum persönlichen Steuersatz voll besteuert. Bei den Sozialbeiträgen gilt seit 2020 eine neue Regel – die monatliche Rente unterliegt voll der Sozialversicherungspflicht zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Doch es gibt einen Freibetrag von 164,50 Euro pro Monat. Das heißt: Sozialversicherungsbeiträge müssen nur auf den Teil der Betriebsrente gezahlt werden, der über 164,50 Euro liegt. Bei einer Betriebsrente von 350 Euro würden also nur auf 185,50 Euro Beiträge fällig – aktuell also etwa 35,05 Euro im Schnitt. Wichtig ist: Hat jemand eine einstmals betrieblich abgeschlossene Direktversicherung privat übernommen und weiter eingezahlt, müssen nur auf den betrieblichen Anteil Sozialabgaben gezahlt werden (Bundesverfassungsgericht, Az.: 1 BvR 1660/08); der private Anteil muss beitragsfrei bleiben. Hier muss man selbst aktiv werden, da die Krankenkasse nicht weiß, wer welchen Teil eingezahlt hat. Die Versicherung kann die Aufsplittung der Einzahlungen vornehmen, sodass klar wird, welcher Teil privat entstanden ist.

RIESTER-VERTRÄGE

Bei den staatlich geförderten Verträgen besonders auf die Steuer achten.

EINMAL-ZAHLUNG

Die Auszahlung des End-Kapitals in einer Summe ist bei Riester nur eingeschränkt erlaubt – die Riester-Rente soll ja eine dauerhafte monatliche Einnahme liefern, um das sinkende Niveau der gesetzlichen Rente etwas auszugleichen. Erlaubt ist eine Komplett-Auszahlung in einer Summe (und dann zwingend vorgeschrieben), wenn die monatliche Rente so niedrig wäre, dass sie unter die Grenze zur „Kleinst-Betragsrente“ liegt: aktuell 32,90 Euro im Westen (31,50 Euro im Osten). Doch Vorsicht: Diese „Abfindung“ kann dazu führen (abhängig von den sonstigen Einkünften), dass im entsprechenden Jahr die Steuer auf die Riester-Einmalzahlung höher ist als die Zulagen – die Einmal-Zahlung würde zu einem Minus führen. Erlaubt ist bei Riester-Renten über der „Kleinst-Betragsrente“, dass bis zu 30 % des Kapitals mit Renten-Beginn in einer Summe ausgezahlt werden – nur der Rest wird verrentet. Dies ist sinnvoll, weil man damit schneller den Punkt erreicht, zu dem man die selbst eingezahlten Beiträge wieder raushat – in den 30 % stecken ja auch staatliche Zulagen, so erhält man insgesamt etwa 44 % der eingezahlten Beiträge gleich im ersten Jahr zurück. (Damit ist das Risiko, dass bei einem frühen Tod große Teile der Beiträge an die Versicherung fallen, deutlich minimiert.) Damit dieser Vorteil nicht durch die höhere Einkommenssteuer verloren geht, sollte die 30%-Auszahlung im ersten vollen Rentenjahr stattfinden.

AUSZAHLUNG ALS RENTE

Grundsätzlich wird die Riester-Rente lebenslang gezahlt. Auf eine Riester-Rente müssen Pflichtversicherte (anders als bei gesetzlicher Rente und Direktversicherung) auch keine Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung abführen. Anderes gilt für freiwillig gesetzlich Versicherte – hier werden Beiträge fällig! Allerdings nur ein ermäßigter Satz: 14,0 statt 14,6 % gesetzlicher Beitragssatz plus Zusatzbeitrag. Doch mit welcher Rente kann man rechnen? Bei 25.000 Euro Riester-Kapital ergibt sich eine Riester-Rente von etwa 100 Euro. Etwas höher dürften die Beträge für ältere Riester-Verträge sein, die teils noch mit einem Garantiezins von 3,25 % abgeschlossen wurden.

Nun aber kommt die Steuer – Riester-Renten sind voll steuerpflichtig:

Angenommen ein Rentner-Paar hat 30.000 Euro Einkommen, dann wären darauf 4.951 Euro Steuern fällig.

Bekäme nun ein Partner eine Riester-Rente von 100 Euro monatlich, läge das Gesamt-Einkommen bei 31.200 Euro – Steuer: 5.316 Euro.

Es müssten 365 Euro mehr Steuern gezahlt werden – der tatsächliche Vorteil der Riester-Rente läge nur bei 835 bzw. 69,58 Euro im Monat.

In diesem Fall läge der Netto-Wert der Riester-Rente bei 70 % – die Steuer ergäbe einen Verlust von 30 %. Das Beispiel zeigt, wie sinnvoll die Teil-Auszahlung ist. Im Beispiel (25.000 Euro Endkapital) dauert es mehr als 20 Jahre, bis das selbst investierte Geld wieder zurückgeflossen ist – wer die Riester-Rente mit 65 startet, muss also 85 werden, bevor man das selbst investierte Geld zurückerhalten hat. Bei der Teil-Auszahlung würde man 7.500 Euro sofort erhalten und hätte damit fast die Hälfte der eigenen Beiträge (eingezahlt wurden etwa 17.000 von 25.000 Euro) wieder zurück.

SPARPLAN

Viele sparen jeden Monat Geld in einem (ETF-)Sparplan. Auch der kann bei Rentenbeginn aufgelöst oder als Rente ausgezahlt werden.

EINMAL-ZAHLUNG

Handelt es sich um einen Fonds-Sparplan, gilt generell: Versteuert wird beim Verkauf. Dabei ist es egal, ob man alles auf einmal verkauft oder stückchenweise jeden Monat. Auf Erträge und Kursgewinne, egal in welcher Höhe, wird pauschal die Abgeltungssteuer von 25 % fällig. Aber es gibt den Sparer-Pauschbetrag (801 Euro für Ledige, 1.602 Euro für Ehepaare) – liegen die Erträge pro Jahr darunter, sind sie steuerfrei. Das spricht gegen die Einmal-Zahlung. Wichtig: Wer ein Depot bei einer Bank in Deutschland hat, bekommt die Steuer direkt abgezogen, die Depotbank führt das Geld ans Finanzamt ab. Ausnahme: Man hat einen Freistellungsauftrag erteilt und die Erträge liegen innerhalb des Sparer-Pauschbetrags (s. o.).

Wird nun ein Depot z. B. mit 100.000 Euro aufgelöst, stellt sich zuerst die Frage: Wie hoch ist der Ertrag? Rechnerisch ist die Differenz zwischen dem Kurs bei Verkauf und bei Kauf. Nicht berechnet werden allerdings Wertpapiere, die vor 2008 erworben wurden – auf sie gilt eine Alt-Regel: Der Verkauf ist steuerfrei.

AUSZAHLUNG ALS RENTE

In diesem Fall wird ein festgelegter Betrag monatlich entnommen – als Auszahl-Plan. Wie bei der einmaligen Auszahlung sind auch hier die Erträge steuerfrei innerhalb des Sparer-Pauschbetrages (wenn man einen entsprechenden Freistellungsauftrag erteilt hat). Bei einem Kapital von 100.000 Euro, das man über 30 Jahre strecken möchte, gelten 4 % jährliche Entnahme als passabler Wert. Legt man die Summe beispielsweise in ETF auf den globalen Aktienindex MSCI World an, hätte man in den letzten 50 Jahren selbst zum ungünstigsten Zeitpunkt noch ein Plus gemacht und im Ergebnis das Grundkapital nicht angetastet. Das heißt: Die monatliche Entnahme wird allein durch die positive Wert-Entwicklung des Rest-Kapitals erreicht. Eine konstante Entnahme von 4 % aus 100.000 Euro entspricht einer monatlichen Rente von 333 Euro. Zum Vergleich: Wären die 100.000 Euro in eine Sofortrente (s. S. 64) eingezahlt worden, läge die garantierte Rente deutlich niedriger und das Kapital wäre beim Tod verschwunden. Beim Entnahmeplan stünde das ursprüngliche Kapital noch als Erbe zur Verfügung. Aber Achtung: Freiwillig gesetzlich Krankenversicherte müssen auch auf die Entnahme aus einem Sparplan Krankenkassen-Beiträge entrichten – dies summiert sich aktuell auf etwa 19 %, entweder in einer Summe beim Auflösen des Ersparten bzw. monatlich bei jeder Entnahme.