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Liebesroman der Woche: Reise ins Glüc:


Sieben Tage - epaper ⋅ Ausgabe 46/2019 vom 09.11.2019

Sarah hat die Einladung ihrer Tante nach Neuseeland angenommen. Dort lernt sie Bernd kennen. Er hat die Reise gewonnen. Sie erkunden zusammen das Land und verlieben sich dabei ineinander. Aber Bernd hat eine Freundin in Deutschland …


Artikelbild für den Artikel "Liebesroman der Woche: Reise ins Glüc:" aus der Ausgabe 46/2019 von Sieben Tage. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sieben Tage, Ausgabe 46/2019

Sarah trat aus der Tür. Die Sonne schien. Saftig-grüne Hügellandschaften mit einer subtropischen Pflanzenwelt breiteten sich vor ihr aus. Ach, ist das schön, dachte Sarah und ging vor zur Klippe. Weiter unten sah sie den tiefblauen Süd-Pazifik mit seinen paradiesischen Stränden verführerisch leuchten.

Vor ein paar Tagen hatte Tante Anna sie mit einem „Kai Ora!“ begrüßt. ...

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... „Willkommen!“, am schönsten Ende der Welt. Während auf der anderen Seite des Erdballs der Herbst mit dicken Nebelschwaden und niedrigen Temperaturen aufwartete, lachte hier die Sonne. Ein Traumziel.

„Na, gefällt es dir?“, fragte eine dunkle Stimme.

Sarah wirbelte herum. „Hallo Bernd. Ja, Neuseeland ist atemberaubend schön. Ich mag die Einsamkeit. Die grenzenlose Weite.

Und die vielen Schafe“, fügte sie mit einem Lacher hinzu.

Sein Blick glitt über sie. „Geht mir auch so“, gab er zurück. „Hier wird man ruhiger. Man schaut sich um, sieht viel Grün und genießt die Einsamkeit. Es ist ein guter Ort, um sich auf das zu besinnen, was im Leben wichtig ist.“ Verstohlen musterte sie ihn. Der dunkelhaarige Mann mit den hell- blauen Augen interessierte sie.

„Was ist denn wichtig für dich?“, erkundigte sie sich.

„Ein selbstbestimmtes Leben zu führen.“ „In Neuseeland …?“ „Schön wär’s. Aber man muss eine Reihe von Bedingungen erfüllen, um eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen.

Das wäre mir zu mühsam.

Ich habe die Reise hierher gewonnen.

Der Aufenthalt auf der Schaffarm, die du weiter hinten siehst, ist ein Teil davon.“ „Na, da hast du aber Glück gehabt!“

Neuseeländer sind offen und freundlich

Er wiegte den Kopf hin und her. „Ja und nein. Meine Freundin leidet unter Flugangst. Wir sind zwar mehrmals nach Mallorca geflogen, aber die 18 000 Kilometer von Frankfurt nach Auckland waren ihr zu viel. Sie ist sehr bodenständig.“ „Und wie hat sie es aufgenommen, als du ohne sie geflogen bist?“, erkundigte sie sich.

„Sie hat Schluss gemacht.“ Sarah sah ihn erstaunt an. „Sie hat … Wirklich …?“ „Ja.“ „Und jetzt …? Wirst du dich mit ihr versöhnen, wenn du zurückkehrst …?“ „Ich habe ihr mehrere Nachrichten geschickt. Aber sie antwortet nicht. Sie ist wohl immer noch verärgert.“ Er zuckte mit den Schultern. „Ich habe keine Ahnung, ob sich unsere Beziehung wieder einlenken wird. Ich glaube, eher nicht. Vielleicht will ich das auch gar nicht mehr. Wir sind ziemlich verschieden. Das ist mir erst hier klar geworden.“ Er strich sich eine Haarsträhne aus der Stirn. „Und du …? Wie kommst du mit deiner Tante zurecht?“ „Prima. Tante Anna ist ausgesprochen relaxed und freundlich.

Ich mag sie sehr gern. Morgen feiert sie ihren 60. Geburtstag.

Deshalb bin ich ja hierher geflogen.

Ich habe ihr von dir erzählt.

Sie hat mich daraufhin gefragt, ob du nicht zu ihrer Feier kommen möchtest?“ „Aber sie kennt mich doch gar nicht“, wandte er ein.

„Das macht nichts. Die Neuseeländer sind sehr offen und gastfreundlich.“ „Ja, das stimmt. Sag ihr vielen Dank für die Einladung. Ich komme sehr gern.“ „Schön. Dann sehen wir uns morgen wieder.“ Familienangehörige, Freunde und Nachbarn waren gekommen.

Sie grillten im Freien, schwatzen laut durcheinander und ließen die Jubilarin immer wieder hochleben.


„Das Glück muss man festhalten“


Sarah und Bernd saßen mittendrin.

„Meine Tante findet dich sehr nett“, sagte Sarah. Plötzlich lachte sie laut auf. „Stell dir vor, sie meinte, du wärst ein attraktiver, zuvorkommender Mann und würdest gut zu mir passen.“ Er strahlte sie an. „Wirklich …?“ „Ja. Dabei weiß sie gar nichts von dir. Und ich auch nicht.“ „Was willst du wissen?“ „Wie war das noch mit dem selbstbestimmten Leben …?“ Er erklärte: „Ich wollte schon immer mein eigener Herr sein.

Ich bin Elektriker. Seit ich den Meister gemacht habe, verdiene ich zwar etwas mehr, aber die Überstunden häufen sich, und mein Chef macht viel Druck.

Ich denke darüber nach, mich selbstständig zu machen. Es gäbe da tatsächlich auch jemanden, der einen Nachfolger für seinen Betrieb sucht.“

Ende


„Worauf wartest du dann noch? Ich habe diesen Schritt vor zwei Jahren gemacht.“ Seine Augen wurden immer größer. „Wirklich …?“ „Ja. Ich bin Friseurin. Mein Salon läuft recht gut. Ich beschäftigte mehrere Teilzeitkräfte und haben einen großen Kundenstamm.“ „Respekt.“ „Ach, es ist gar nicht so schwer. Man muss nur fest an sich glauben – und viel arbeiten.

Natürlich trägst du die volle Verantwortung als Chef. Ich bin überzeugt davon, dass du es schaffen würdest.“ „Meine Freundin sieht das völlig anders. Du dagegen machst mir Mut.“ Er schenkte ihr einen dankbaren Blick.

Sie genoss seine Anwesenheit.

„Vielleicht ist deine Freundin zu vorsichtig. Du solltest dich über ein Existenzgründungsdarlehen informieren und dann …“ Sie redeten und redeten. Inzwischen war die Nacht hereingebrochen.

Ein prächtiger Sternenhimmel leuchtete über ihnen.

Bernds Blick umfing sie zärtlich.

„Ich hab mich in dich verliebt, Sarah.“ Sie schmiegte sich an ihn. Ein kühles Lüftchen streifte über sie beide. „Ach Bernd, mir geht’s nicht anders. Das liegt an den Sternen da oben“, sagte sie und küsste ihn zärtlich.

„Bernd ist nett“, stellte Tante Anna Tage später fest. „Aber du hast doch einen Freund in Deutschland, nicht …?“ „Hatte ich. Doch das ist längst vorbei und vergessen.“ Sarah dachte zurück.

Ihre letzte Beziehung war nicht gut gelaufen und hatte sie viel Kraft gekostet. Da war Tante Annas Einladung gerade recht gekommen. Hier erinnerte sie nichts an ihren Ex. Hier bekam sie den Kopf frei.

„Dann steht eurem Glück ja nichts im Weg“, folgerte Tante Anna sofort.

„Warum bist du dir da so sicher, dass wir beide miteinander unser Glück finden könnten?“, erkundigte sich Sarah.

„Ich hab’s an Bernds Blick gesehen. Er hat dich mehr als gern, Sarah. Verspiele das nicht.

Das Glück muss man festhalten, wenn es anklopft.“


„Ich liebe dich“, sagt sie leise zu ihm


Bernd hatte einen Jeep aufgetrieben.

Damit waren sie kreuz und quer übers Land gefahren, hatten Seen, Gletscher und kilometerlange Fjorde gesehen und die kunstvollen Schnitzereien der Maoris bewundert. Natürlich hatten sie auch einen „Kiwi“ gesehen.

Dem flugunfähigen Vogel verdanken die Neuseeländer ihren Spitznamen „Kiwis“.

Sarah seufzte tief. „Ich kann mir gar nicht vorstellen, bald wieder nach Hause zu müssen.“ „Ich schon. Aber du musst mir versprechen, dass wir uns zu Hause sofort treffen.“ „Und deine Freundin …?“ „Ich habe ihr geschrieben, dass für mich unsere Beziehung ebenfalls beendet ist.“ Nie war er sich so sicher gewesen, das Richtige getan zu haben.

Sarahs Herz klopfte. Als sie seine Hand in der ihren spürte, wusste sie, dass es mit ihnen funktionieren würde. „Ich liebe dich“, sagte sie leise und dachte: Da muss man um 30 Stunden um den halben Erdball fliegen, um den Mann fürs Leben zu finden.

„Wir heiraten, Tante Anna!“, brüllte Sarah ein Jahr später ins Telefon. „Ich würde mich freuen, wenn du kommst. Schließlich haben Bernd und ich uns auf deiner Schafweide kennengelernt …“ Tante Anna kam leider nicht.

Die weite Reise war ihr zu anstrengend.

Aber sie schickte zahlreiche Andenken aus Neuseeland, die auf dem Sideboard einen Ehrenplatz erhielten.

Und lief es mal nicht so zwischen Sandra und Bernd, dann setzten sie sich vor das Foto, das sie vergrößern und einrahmen hatten lassen. Es zeigte Tante Annas Schafweide. Sie fassten sich dann an den Händen, wurden ruhiger und redeten miteinander.

Meist begannen ihre Sätze mit den Worten: „Weißt du noch …?“


Fotos: iStock (3), Pixabay (2) © by author